Dark Mode

Zum Inhalt springen

Apollo 1

aus Wikipedia, der freien Enzyklopadie
Missionsemblem
Missionsemblem Apollo 1
Missionsdaten
Mission Apollo 1
Raumfahrzeug Apollo
Block I
Kommandomodul CM 012
Servicemodul SM 012
Tragerrakete Saturn IB
Seriennummer SA-204
Besatzung 3
Start abgesagt
Startplatz CCAFS, LC-34
Landung --
Mannschaftsfoto

Apollo 1 - v. l. n. r. Erstbesatzung (sitzend) Ed White, Gus Grissom, Roger Chaffee sowie Zweitbesatzung (stehend) David Scott, James McDivitt, Russell Schweickart
< Vorher / nachher >
Gemini 12
(bemannt)
Apollo 4
(unbemannt)
Nachste bemannte Mission
Apollo 7

Apollo 1 ist die nachtraglich eingefuhrte Bezeichnung fur die geplante erste bemannte Raumfahrtmission im Rahmen des Apollo-Programms der NASA. Wahrend eines Tests auf dem Startkomplex 34 von Cape Canaveral am 27. Januar 1967 kam es zu einem Brand in der Kapsel, in dem die drei als Crew nominierten Astronauten ums Leben kamen. Der unter der internen Bezeichnung AS-204 fur den 21. Februar 1967 geplante Flug von drei Besatzungsmitgliedern mit einer Testversion des neuen Apollo-Raumschiffs in einer niedrigen Erdumlaufbahn wurde gestrichen. Das US-amerikanische Mondlandeprogramm wurde in technischer und organisatorischer Hinsicht grundlich uberpruft. Erst im Oktober 1968 erfolgte mit Apollo 7 der nachste bemannte Raumflug der NASA mit der verbesserten zweiten Generation des Apollo-Raumschiffs.

Als im Jahre 1966 das Apollo-Programm der NASA konkret wurde, ging man noch davon aus, dass der erste bemannte Start des dreisitzigen Apollo-Raumschiffs Ende 1966 oder Anfang 1967 unter der Projektbezeichnung AS-204 stattfinden wurde. Am 21. Marz 1966 wurde der Offentlichkeit mitgeteilt, dass Virgil Grissom, Edward White und Roger Chaffee als Besatzung ausgewahlt worden waren. Grissom war einer der Mercury-Veteranen, White hatte mit Gemini 4 den ersten amerikanischen Aussenbordeinsatz unternommen und Chaffee war ein Weltraumneuling aus der dritten Astronautengruppe der NASA. Zu diesem Zeitpunkt standen noch vier Fluge des Gemini-Programms aus.

Als Ersatzkommandant wurde James McDivitt nominiert, der bereits Gemini 4 geleitet hatte. Mit ihm in der Ersatzmannschaft waren David Scott, der mit Gemini 8 den ersten Abbruch eines Raumfluges durchgemacht hatte, und Russell L. Schweickart, einer der wenigen Zivilisten unter den NASA-Astronauten.

Ende 1966 wurden die Projektplane geandert. Der Flug AS-205, der als zweiter bemannter Apolloflug gedacht war, wurde gestrichen, so dass die AS-205-Mannschaft nun zur Ersatzmannschaft von AS-204 wurde. Dies waren Walter Schirra, Donn Eisele und Walter Cunningham. Die bisherige Ersatzmannschaft um James McDivitt wurde zur Hauptmannschaft des Fluges AS-207, der als Test der Mondlandefahre geplant war.

Ausgangssituation

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Apollo-1-Crew im Simulator: (v. l. n. r.) Roger Chaffee, Ed White, Gus Grissom

Die drei Astronauten Edward H. White, Virgil I. Grissom und Roger B. Chaffee hatten am 27. Januar 1967 die Kapsel (S/C 012) fur eine Routineubung bestiegen. Es war ein Plugs-Out-Test, bei dem alle Verbindungen von Rakete und Raumschiff zum Versorgungsturm getrennt werden. Die Rakete und das CM/SM waren nicht betankt, die Brennstoffzellen dadurch nicht betriebsbereit, sie wurden durch eine verbliebene Einspeisung simuliert. Die Atmosphare in der Kapsel bestand wie bei den Raumflugen zu 100 % aus Sauerstoff, allerdings nicht bei nur ca. 30 % des Atmospharendrucks, sondern unter einem leichten Uberdruck (ca. 1150 hPa gegenuber dem Umgebungsdruck von ca. 1013 hPa). Der Plugs-Out-Test galt bis zu dem Ungluck als unkritisch, es wurden keine Sicherheitsmassnahmen ergriffen; so war weder die Feuerwehr in Bereitschaft noch die Turmmannschaft an der Kapsel. Der Test sollte ursprunglich von der Inbetriebnahme bis zum Abschluss des Countdowns dauern.

Um 7:55 Uhr EST wurde mit der Inbetriebnahme begonnen und die Stromversorgung eingeschaltet.

Das Innere der Kapsel nach dem Feuer

Um 13:00 Uhr bestiegen die Astronauten die Kapsel. Bereits beim Einsteigen in die Kapsel nahm Grissom nach Unterlagen der NASA einen unangenehmen Geruch nach ,,saurer Milch" wahr, der auch in spateren Untersuchungen eine Rolle spielte. Gegen 18:20 Uhr wurde der Countdown bei T-10 min angehalten, da es bei der Sprechverbindung immer wieder starke Storungen gab. Um 18:31 Uhr meldete ein Astronaut - vermutlich war es Chaffee - Feuer an Bord. Einige Sekunden vor der Meldung traten kurze Spannungseinbruche und Stromspitzen auf. Das Lebenserhaltungssystem erhohte die Sauerstoffzufuhr, da durch das Feuer mehr Sauerstoff verbraucht wurde. Dadurch und infolge entstehender Verbrennungsgase stieg der Druck in der Kapsel schnell an, ein Druckausgleich war nicht mehr moglich. Die innere Luke liess sich gegen den Druck nicht mehr offnen, da sie nach innen hatte entfernt werden mussen. Das Turmpersonal war zu dieser Zeit auf dem Weg zur Kapsel. Etwa 15 Sekunden nach dem Ausbruch des Feuers kam es zum Einriss der Kapsel zwischen Druckkorper und Hitzeschutz. Alle Sprech- und Datenverbindungen fielen endgultig aus. Mindestens bis zu diesem Zeitpunkt hatte White noch versucht, die Luke zu offnen.[1] In der Kapsel war erst jetzt offenes Feuer sichtbar, aufgenommen von einer Kamera aussen an einem Fenster der Kapsel.

Gescheiterte Rettung und Bergung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als das Turmpersonal ohne ausreichenden Atemschutz an der Kapsel eintraf, war der gesamte Bereich bereits stark verqualmt. Die Arbeiten an der Kapsel mussten haufig zum Luftholen unterbrochen werden. Als um 18:36 Uhr die Luken geoffnet waren, konnten keine Lebenszeichen an den Astronauten mehr wahrgenommen werden, sie waren wahrscheinlich bereits 30 Sekunden nach dem Ausbruch des Feuers erstickt. Das Feuer in der Kapsel erlosch von allein, das Turmpersonal loschte nur noch kleine Brandnester am Turm selbst. Obwohl das Feuer beim Eintreffen der Feuerwehr geloscht war, wurde befurchtet, dass die Rettungsrakete (LES) der Rakete durch die Hitze noch zunden konnte. Um 18:40 Uhr wurde ein Versuch unternommen, White aus seinem Sitz zu holen. Gegen 18:45 Uhr wurde der Tod der Astronauten durch einen Arzt festgestellt. Erst mit einiger Verzogerung konnten die Leichen aus der Kapsel geborgen werden, was uber 90 Minuten dauerte. Die Leichen, Anzuge und Sitze waren teilweise stark miteinander verschmolzen.

Die Untersuchung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Foto der Block-I-Luken (Aussenluke geoffnet)
Skizze der Luken-Konstruktion
Astronaut White in einem Raumanzug mit hohem Nylonanteil

Vor und unmittelbar nach der Leichenbergung wurden Innen- und Aussenaufnahmen der Kapsel gemacht. Nach der Bergung der Leichen begann die Sicherung und Bergung der Kapsel. Zunachst kletterten zwei Experten in die Kapsel und dokumentierten noch erkennbare Schalterstellungen. Am 28. Januar kletterte der Astronaut Frank Borman erneut in die Kapsel, er dokumentierte und verifizierte Schalterstellungen und Sicherungsautomaten, die unklar geblieben waren. Anschliessend holte man die Kapsel von der unbeschadigten Rakete und brachte sie in die Werkstatt der Pyrotechnik, die fur die Untersuchung am geeignetsten erschien. Dort wurde ein durchsichtiger Zwischenboden in die Kapsel eingebaut, um ungehindert alle Einbauteile schrittweise zu entfernen. Der Hersteller North American Aviation lieferte die Kapsel S/C 014, die annahernd baugleich war. Beide Kapseln wurden gewissermassen synchron zerlegt, alle Einbauten miteinander verglichen. Dabei wurde jede Beschadigung daraufhin bewertet, ob sie durch das Feuer entstanden war oder zur Brandentstehung beigetragen haben konnte. Diese Arbeiten zogen sich uber Wochen hin. Vergleiche mit der fabrikneuen Kapsel deckten viele Konstruktions- und Fertigungsmangel auf. Die Ergebnisse flossen in die Verbesserung der Block-II-Kapseln ein. Die wichtigsten Mangel in Bezug auf den Unfall waren:

  • Die genaue Ursache des Brandes konnte nicht mehr zweifelsfrei ermittelt werden. Gesichert ist der Ausbruch des Brandes im Bereich des Lebenserhaltungssystems links neben dem Platz von Grissom.
  • Es steht auch fest, dass der Brand durch ein Versagen des elektrischen Systems ausgelost worden sein musste.
  • Die Kabel waren mit Isolierungen aus Polytetrafluorethylen (PTFE, ,,Teflon") gefertigt, das zwar gegen hohe Temperaturen und chemische Einflusse sehr bestandig ist, mechanisch aber leicht beschadigt werden kann. Das stellte sich als Schwachstelle heraus.
  • In Bereichen, in denen Kabelbaume mit der Aluminiumstruktur in Beruhrung kamen, wurden Beschadigungen durch Lichtbogen nachgewiesen. Beschadigungen der Isolierung in ahnlichen Bereichen waren auch bei S/C 014 zu finden.
  • Versuche zeigten, dass Kabelbaume mit Teflon-Isolierung bei mechanischer Beanspruchung (Scheuern an Aluminiumteilen) in reinem Sauerstoff zu einem Brand fuhren konnten, selbst die Isolierung fing Feuer, Schmelzsicherungen und Sicherungsautomaten sprachen nicht an, die Stromspitzen waren zeitlich zu kurz.
  • Der saure Geruch, den Grissom wahrgenommen hatte, stammte hochstwahrscheinlich von alteren Lecks im Kuhlsystem. Teilweise hatten Mechaniker sich an den Rohren festgehalten, die zu der Zeit weitgehend verlotet waren. Kleinere Lecks und Undichtigkeiten sind vielfaltig dokumentiert.
  • Das Kuhlmittel (RS-89) setzte sich aus 62,5 % Ethylenglycol, 35,7 % Wasser und 1,8 % Stabilisatoren aus nicht naher beschriebenen Ammoniumsalzen zusammen. Es wurde daher als brandfordernd und korrosiv eingestuft.
  • Eine direkte Auslosung des Feuers durch ein Kuhlmittelleck war nicht nachweisbar. Es wird aber angenommen, dass Kuhlmittel im Bereich des Lebenserhaltungssystems ausgetreten sein kann. Dort verlauft auch einer der oben beschriebenen Kabelbaume.
  • Die ursprungliche Luke bei Block-I-Kapseln war eigentlich ein Lukensystem aus zwei Luken, einer inneren und einer ausseren. Diese wurden beim Offnen und Schliessen montiert, demontiert und vollstandig abgenommen. Die innere Luke wurde zudem nach innen abgenommen. Der Innendruck diente so auch zur Abdichtung, verhinderte aber bei dem Unfall das Offnen.
  • Bei Block-I-Kapseln war ein Aussenbordeinsatz durch diese Luke nicht moglich.
  • Ein dritter Deckel lag bis zum Abwurf der Rettungsrakete aussen vor den Luken.
  • Die Raumanzuge waren weiterentwickelte Anzuge, die noch immer grosse Ahnlichkeit mit den Anzugen aus dem Mercury- und Gemini-Programm hatten. Sie stammten ursprunglich unter anderem aus dem U-2-Projekt von US-Luftwaffe und CIA.
  • Polyamid (,,Nylon") stellte sich als Material fur Raumanzuge als ungeeignet heraus. Es ist zu leicht entflammbar und schmilzt bei Erhitzung.

Qualitatssicherung, Organisation

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Bei der Untersuchung der Kapsel wurden viele Mangel gefunden, zum Beispiel vergessenes Material und Werkzeug. In einem Kabelbaum wurde sogar die Nuss eines Steckschlussels gefunden. Dieser Kabelbaum war aber in das Brandgeschehen nicht unmittelbar verwickelt.
  • Sicherheitsrichtlinien waren viel zu lasch ausgelegt oder wurden recht oberflachlich befolgt.

Schlussfolgerungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den ersten Untersuchungen war rasch klar, dass viele einzelne Mangel zu dem Unfall gefuhrt hatten. Sie bewirkten wiederum eine Unzahl von Korrekturen und Verbesserungen.

Zum einen wurde das Raumschiff grundlegend umgebaut:

  • Die Luken wurden ersetzt durch eine einzige Luke, die nicht mehr innenbords geoffnet werden musste und sich mit einem einfachen Hebelmechanismus notfalls auch gegen einen hoheren Innendruck offnen liess.
  • Die Anzuge wurden vollkommen neu gestaltet, hier wurden andere Werkstoffe benutzt.
  • Polyamid oder andere brennbare Materialien wurden nicht mehr verwendet.
  • PTFE als Isolationsmaterial wurde beibehalten, jedoch wurden die Kabelbaume starker armiert und nur noch so verlegt, dass sie nicht mehr mit scharfen Kanten in Beruhrung kommen konnten.
  • Alle elektrischen Anschlusse wurden gegen das Eindringen von Flussigkeiten abgedichtet.
  • Alle Rohre wurden nicht mehr verlotet, sondern durch Schrauben oder Schweissen verbunden.
  • Die Atmosphare innerhalb der Kapsel wurde wahrend aller Arbeiten vor dem Start und der Startphase durch ein Stickstoff-Sauerstoff-Gemisch ersetzt. Im Orbit wurde sie gegen eine Atmosphare aus reinem Sauerstoff unter verringertem Druck getauscht.

Zum anderen gab es viele organisatorische Veranderungen:

  • Die Liste der ,,kritischen" Tests wurde stark erweitert, auch der Plugs-Out-Test war danach ein kritischer Test. Bei allen diesen Tests mussten fortan eine Sicherheitsmannschaft und die Feuerwehr bereitstehen.
  • Den Mechanikern wurde verboten, sich an Rohren und Leitungen abzustossen oder festzuhalten.
  • Fur Mock-up-Brandtests wurde eine Nachbildung der Apollo-Kapsel in Originalgrosse, die Boilerplate BP 1224, hergestellt und voll ausgestattet. Zwischen Dezember 1967 und Februar 1968 fanden 102 Brandtests in unterschiedlichen Kabinenatmospharen statt.[2]
  • Fur die kunftigen Bordbucher entwickelte die Papierfabrik Scheufelen ein schwer entflammbares Papier.[3][4] Pro Bordbuch wurden 500 Gramm Papier benotigt.

Die Saturn-IB-Rakete blieb beim Brand unbeschadigt und wurde ein Jahr spater fur den Start von Apollo 5 verwendet.

Die Nummerierung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vorgangerprogramm Gemini waren samtliche Starts, ob unbemannt oder bemannt, gemeinsam durchnummeriert worden: nach zwei unbemannten Starts erfolgte der erste bemannte Flug als Gemini 3, ebenfalls mit Grissom als Kommandant des Jungfernflugs.

Fur das Apollo-Programm war noch kein Nummerierungsschema festgelegt. Einerseits hatten sowohl Raumschiffe als auch Raketen Seriennummern, andererseits wurden intern meist die Raketenseriennummern (hier: SA-204; fur SAturn) modifiziert (hier: AS-204 fur Apollo-Saturn) als Missionsbezeichnung verwendet.

Grissom, White und Chaffee reichten ein Missionsabzeichen ein, das die Bezeichnung ,,Apollo 1" trug, wobei sie befurworteten, dass nur die bemannten Apollo-Missionen nummeriert werden sollten. Im Juni 1966 wurde das Abzeichen genehmigt, wobei das noch nichts daruber aussagte, unter welcher Nummer der Flug dann schliesslich starten wurde.

Nach dem Unfall baten die drei Witwen darum, die Bezeichnung ,,Apollo 1" im Andenken an die Toten keinem anderen Flug zu verleihen. Die NASA-Manager James E. Webb, Robert Seamans und George E. Mueller stimmten dem zu.

Zeitweise wurde der nachste Flug intern mit ,,Apollo 2" bezeichnet. Der Vorschlag von Apollo-Manager George Michael Low aus dem Marz 1967, die bisherigen drei unbemannten Testfluge ruckwirkend in ,,Apollo 1A", ,,Apollo 2" und ,,Apollo 3" umzubenennen, wurde nicht umgesetzt; es blieb bei den Bezeichnungen AS-201 (Februar 1966), AS-203 (Juli 1966) und AS-202 (August 1966).

Obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits drei Saturn-IB-Starts durchgefuhrt wurden, wurden nur die zwei Starts gezahlt, bei denen ein unbemanntes Apollo-Raumschiff getestet wurde (AS-201 mit CSM-009 Block I sowie AS-202 mit CSM-011 Block I). Zudem wurden zwischenzeitlich zwei weitere bemannte Apollo-Missionen geplant, Apollo 2 als Wiederholung von Apollo 1 (Saturn IB-Start mit CSM-014 oder LM-Test) und Apollo 3 als Test des verbesserten CSM Block II-Prototyps (Saturn IB- oder erster Saturn-V-Start), diese Missionen wurden aber im Programmverlauf gestrichen[5]. Somit sind die Namen Apollo 2 und Apollo 3 offiziell nie verwendet worden.

Im April 1967 gab Julian Scheer, Sprecher der NASA-Offentlichkeitsarbeit, bekannt, dass der erste, unbemannte Flug der Saturn V die Bezeichnung Apollo 4 tragen werde. Beginnend mit diesem Flug wurden dann, wie im Gemini-Programm, unbemannte und bemannte Missionen gemeinsam durchnummeriert. Der erste bemannte Start fand im Oktober 1968 mit Apollo 7 statt, wobei die Reservemannschaft von Apollo 1, Schirra, Eisele und Cunningham, zum Einsatz kam.

Nach Abschluss der Unfalluntersuchung wurde das Apollo-1-Kommandomodul in einem gesicherten Lagerhaus im NASA Langley Research Center in Hampton (Virginia) eingelagert.[6] Am 17. Februar 2007 wurden die Teile in ein benachbartes, klimatisiertes Lagerhaus verbracht.[7] Wenige Wochen zuvor hatte Gus Grissoms Bruder Lowell offentlich vorgeschlagen, die Uberreste der CM-012 dauerhaft im Fundament des Launch Complex 34 zu begraben.[8]

Anlasslich des 50. Jahrestags des Unglucks, am 27. Januar 2017, stellte die NASA die Luke von Apollo 1 im Besucherzentrum des Saturn V Rocket Centers im Kennedy Space Center aus. Dort ist sie neben Teilen der verungluckten Space Shuttle Challenger und Columbia in einer Gedenkstatte zu sehen.[9]

Das Thema Apollo 1 fand mehrfach Eingang in die Popularkultur:

  • In der Eroffnungsszene des Filmdramas Apollo 13 von 1995.
  • Der Unfall wie seine Nachwirkungen waren Thema der 2. Episode ,,Apollo One" der HBO-Miniserie From the Earth to the Moon von 1998.[10]
  • Die Mission und der Unfall sind Thema der Episoden 8 ,,Rendezvous" und 9 ,,Abort" der ABC-Fernsehserie The Astronaut Wives Club von 2015.[11]
  • Der Unfall ist Thema des Songs ,,Fire in the Cockpit" auf dem 2015 erschienenen Album The Race For Space der britischen Band Public Service Broadcasting.[12]
  • In dem 2018 erschienenen Historienfilm Aufbruch zum Mond (Originaltitel: First Man) kommt der Unfall vor.
  • Auch in dem 2024 erschienenen Film To the Moon (Originaltitel: Fly Me to the Moon) wird uber den von Channing Tatum gespielten NASA-Ingenieur mehrfach auf die Tragodie von Apollo 1 Bezug genommen.
Commons: Apollo 1 - Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. | Medical History of Spacefarers (englisch)
  2. | NASA: 50 Years Ago: Apollo Flammability Tests. 14. Februar 2018, abgerufen am 5. April 2023 (englisch).
  3. | Region Stuttgart: Das unbrennbare Papier. 4. Juni 2020, abgerufen am 5. April 2023.
  4. | Matthew I. Radnofsky: Other NASA-developed materials and some industrial applications. NASA, 27. Mai 1971, abgerufen am 5. April 2023 (englisch).
  5. | What Happened to Apollos 2 and 3? Abgerufen am 10. Marz 2021 (englisch).
  6. | NASA Langley Research Center: Apollo 1 (CM-012). Abgerufen am 19. Dezember 2020 (englisch).
  7. | Martin Weil: Ill-Fated Apollo 1 Capsule Moved to New Site. In: Washington Post. 18. Februar 2007, abgerufen am 19. Dezember 2020 (englisch).
  8. | Diana Tennant: Burned Apollo I capsule moved to new storage facility in Hampton. The Virginian-Pilot, 17. Februar 2007, abgerufen am 5. April 2023 (englisch).
  9. | 50 years later, NASA displays fatal Apollo capsule. In: The Horn News. 25. Januar 2019, abgerufen am 19. Dezember 2020 (englisch).
  10. | From the Earth to the Moon (1998) - Apollo One. In: International Movie Database. Abgerufen am 19. Dezember 2020 (englisch).
  11. | Dana Rose Falcone: The Astronaut Wives Club recap: Abort. 6. August 2015, abgerufen am 19. Dezember 2020 (englisch).
  12. | Phil Mongredien: Public Service Broadcasting: The Race for Space review - a smart follow-up. In: The Guardian. 22. Februar 2015, abgerufen am 19. Dezember 2020 (englisch).

Dieser Artikel ist als Audiodatei verfugbar:


Mehr Informationen zur gesprochenen Wikipedia

Dieser Artikel wurde am 24. August 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4780908-5 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS) | LCCN: no2011187551 | VIAF: 220829546