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AS-201

aus Wikipedia, der freien Enzyklopadie
Missionsemblem
Emblem des Apollo-Programms
Missionsdaten
Mission Apollo-Saturn 201
NSSDCA ID APST201
Kommandomodul CM 009
Servicemodul SM 009
Tragerrakete Saturn IB
Seriennummer SA-201
Besatzung unbemannt
Start 26. Februar 1966
16:12:01 UTC
Startplatz Cape Canaveral AFS, LC-34
Landung 26. Februar 1966
16:49:21 UTC
Landeplatz Sudatlantik 8deg11'N, 11deg9'W
Flugdauer 37 min 20 s
Erdumkreisungen suborbital
Bergungsschiff USS Boxer
Apogaum 499 km
Zuruckgelegte Strecke 8.472 km
< Vorher / nachher >
A-105 AS-203
Start von AS-201

AS-201 (auch SA-201 genannt) war der erste unbemannte Testflug des Apollo-Raumschiffs der NASA.

Sowohl fur die Rakete als auch fur die Nutzlast war es der erste Flug. Als Rakete stand erstmals eine Saturn IB zur Verfugung, die gegenuber der bisher verwendeten Saturn I einen grosseren Schub entwickeln konnte und eine neue zweite Stufe hatte. Als Kennzeichen fur die Saturn IB wurde eine ,,2" in der Hunderterstelle der Missionsbezeichnung verwendet.

Die Nutzlast bestand aus einer fruhen Version des Apollo-Raumschiffs mit der Seriennummer 009. Es war geplant, dass das Raumschiff die Erde nicht umkreisen sollte, sondern bereits kurz nach Brennschluss der Saturn das eigene Triebwerk zunden und eine erhohte Wiedereintrittsgeschwindigkeit herbeifuhren sollte, um den Hitzeschild zu testen.

AS-201 wurde auf Startrampe 34 des Luftwaffenstutzpunkts Cape Canaveral montiert. Die einzelnen Teile der Rakete trafen auf dem Seeweg ein: die erste Stufe am 14. August 1965, die zweite Stufe am 19. September und die Instrumenteneinheit am 22. Oktober.

Der Transport des Apollo-Raumschiffs hatte sich verzogert, weil das Transportflugzeug ,,Pregnant Guppy" aufgrund eines Maschinenschadens mehrere Tage auf der Ellington Air Force Base liegen geblieben war. Die Firma Aero Spacelines wurde verpflichtet, kunftig Ersatzteile fur die Flugzeuge an mehreren Flughafen entlang den ublichen Strecken vorzuhalten.

Am 26. Dezember waren Rakete und Raumschiff fertig montiert, so dass die Tests beginnen konnten. Zu dieser Zeit war das Gemini-Programm zur Halfte durchgefuhrt, funf der geplanten zehn bemannten Raumfluge hatten bereits stattgefunden.

Der Start war ursprunglich fur den 23. Februar 1966 geplant, musste aber mehrmals wegen schlechten Wetters verschoben werden. Am 26. Februar wurde der Countdown drei Sekunden vor dem geplanten Start aufgrund eines Fehlers im Heliumsystem abgebrochen. Zwei Mal wurde die Startzahlung zuruckgesetzt und der Countdown bei T-15 Minuten neu aufgenommen. Vier Minuten vor dem Start meldete ein Spannungswachter, dass die Spannung auf einem Verteiler unterschritten sei, doch die Flugleitung entschied, den Start trotzdem durchzufuhren.

Der Start erfolgte am 26. Februar 1966 um 16:12:01 UTC. Nach 147 Sekunden wurde in 57 km Hohe die erste Stufe abgeworfen, nach 602 Sekunden in 425 km die zweite, wobei die zweite Stufe zehn Sekunden langer brannte als geplant. Es folgte eine Phase antriebslosen Flugs. In 488 km Hohe zundete das Apollo-Raumschiff sein Triebwerk, um den Wiedereintritt zu beschleunigen. Das Triebwerk lief zuerst fur 184 Sekunden, spater noch einmal fur zehn Sekunden. Die Eintrittsgeschwindigkeit in die Erdatmosphare entsprach mit ca. 8.300 m/s (29.880 km/h) etwa der des Wiedereintritts nach einem orbitalen Flug.

Wie erwartet war die Funkverbindung 82 Sekunden lang unterbrochen. 36 Minuten und 59 Sekunden nach dem Start, um 16:49:00 UTC, wasserte die Apollo-Landekapsel im Sudatlantik, bei 8,18degS und 11,15degW, 8472 km vom Startplatz und 72 km vom anvisierten Zielpunkt entfernt. Die Bergung erfolgte durch den Flugzeugtrager USS Boxer zweieinhalb Stunden nach der Wasserung. Am 6. Marz wurde die Landekapsel in Norfolk, Virginia an Land gebracht und am 10. Marz mit einem Flugzeug zur weiteren Untersuchung zu North American Aviation nach Downey transportiert.

Auswirkung auf das Apollo-Programm

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Sowohl Rakete als auch Raumschiff arbeiteten grosstenteils zufriedenstellend.

Drei grossere Probleme wurden festgestellt:

  • Das Apollo-Triebwerk arbeitete nur 80 Sekunden lang fehlerfrei. Durch ein Leck in einer Leitung war Helium in die Verbrennungskammer gelangt, was zu starken Schwankungen der Triebwerksleistung fuhrte.
  • Durch eine Fehlverkabelung verlor das Raumschiff die Steuerungsfahigkeit wahrend des Wiedereintritts.
  • Ein Kurzschluss fuhrte dazu, dass Messungen wahrend des Wiedereintritts nicht durchgefuhrt werden konnten.

Der nachste Test, AS-202 sollte ebenfalls ein suborbitaler Flug werden, es war eine langere Flugdauer und eine grossere Anzahl von Triebwerkszundungen geplant. AS-203 wurde jedoch vorgezogen, weil das Apollo-Raumschiff noch nicht zur Verfugung stand.

Die Kommandokapsel CSM-009 wurde spater fur Fallversuche in der White Sands Missile Range verwendet. Heute steht sie im Strategic Air Command & Aerospace Museum in Ashland, Nebraska.

Commons: AS-201 - Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien