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Simbabwe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopadie
Republik Simbabwe
Republic of Zimbabwe (englisch)
Nyika yeZimbabwe (ChiShona)
Ilizwe leZimbabwe (Nord-Ndebele, isiXhosa)
Dziko la Zimbabwe (Chichewa, Chibarwe)
Hango yeZimbabwe (Kalanga)
Zimbabwe Nu (Tsoa-Khoisan)
Inyika yeZimbabwe (Nambya)
Nyika yeZimbabwe (Ndau)
Tiko ra Zimbabwe (Xitsonga)
Naha ya Zimbabwe (Sesotho)
Cisi ca Zimbabwe (Chitonga)
Naga ya Zimbabwe (Setswana)
Shango la Zimbabwe (Tshivenda)
Flagge Wappen
Wahlspruch: "Unity, Freedom, Work"
(englisch fur ,,Einheit, Freiheit, Arbeit")
AgyptenTunesienLibyenAlgerienMarokkoMauretanienSenegalGambiaGuinea-BissauGuineaSierra LeoneLiberiaElfenbeinkusteGhanaTogoBeninNigeriaAquatorialguineaKamerunGabunRepublik KongoAngolaDemokratische Republik KongoNamibiaSudafrikaLesothoEswatiniMosambikTansaniaKeniaSomaliaDschibutiEritreaSudanRuandaUgandaBurundiSambiaMalawiSimbabweBotswanaAthiopienSudsudanZentralafrikanische RepublikTschadNigerMaliBurkina FasoJemenOmanVereinigte Arabische EmirateSaudi-ArabienIrakIranKuwaitKatarBahrainIsraelSyrienLibanonJordanienRepublik ZypernTurkeiAfghanistanTurkmenistanPakistanGriechenlandItalienMaltaFrankreichPortugalPortugal (Madeira)SpanienSpanien (Kanarische Inseln))Kap VerdeMauritiusFrankreich (Reunion)Frankreich (Mayotte)KomorenSeychellenFrankreich (Iles Eparses)MadagaskarSao Tome und PrincipeSri LankaIndienIndonesienBangladeschVolksrepublik ChinaNepalBhutanMyanmarAntarktikaVereinigtes Konigreich (Sudgeorgien und die Sudlichen Sandwichinseln)ParaguayUruguayArgentinienBolivienBrasilienFrankreich (Franzosisch-Guayana)SurinameGuyanaKolumbienKanadaKonigreich Danemark (Gronland)IslandMongoleiNorwegenSchwedenFinnlandIrlandVereinigtes KonigreichNiederlandeBarbadosBelgienDanemarkSchweizOsterreichDeutschlandSlowenienKroatienTschechienSlowakeiUngarnPolenRusslandLitauenLettlandEstlandBelarusRepublik MoldauUkraineNordmazedonienAlbanienMontenegroBosnien und HerzegowinaSerbienBulgarienRumanienGeorgienAserbaidschanArmenienKasachstanUsbekistanTadschikistanKirgisistanRussland
Amtssprache Chewa, Chibarwe, Englisch, Kalanga, Khoisan, Nambya, Ndau, Nord-Ndebele, Shangani, Shona, Gebardensprache, Sotho, Tonga, Tswana, Venda, Xhosa
Hauptstadt Harare
Staats- und Regierungsform prasidentielle Republik
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Prasident
Emmerson Mnangagwa
Parlament(e) Nationalversammlung und Senat
Flache 390.757 km2
Einwohnerzahl 15.179.000 (73.) (2022)[1]
Bevolkerungsdichte 39 Einwohner pro km2
Bevolkerungsentwicklung + 1,5 % (Schatzung fur das Jahr 2021)[2]
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2024 (Schatzung)[3]
  • 49 Milliarden USD (95.)
  • 125 Milliarden USD (94.)
  • 2.893 USD (142.)
  • 7.377 USD (147.)
Index der menschlichen Entwicklung (HDI) 0,598 (153.) (2023)[4]
Wahrung Zimbabwe Gold (ZiG) (ab 5. April 2024)[5]
US-Dollar
Unabhangigkeit 18. April 1980 (vom Vereinigten Konigreich)
Nationalhymne Kalibusiswe Ilizwe leZimbabwe
Nationalfeiertag 18. April
Zeitzone UTC+2
Kfz-Kennzeichen ZW
ISO 3166 ZW, ZWE, 716
Internet-TLD .zw
Telefonvorwahl +263

Simbabwe (deutsch ublicherweise [zIm'ba:pv@] ausgesprochen; lokale Sprachen und englisch Zimbabwe [zIm'ba:bweI]; ubersetzt ,,Steinhauser" in der Sprache der Shona) ist ein Binnenstaat im Sudlichen Afrika, der als ehemalige britische Kronkolonie Sudrhodesien sowie als Sezessionsterritorium kurzzeitig Rhodesien und Simbabwe-Rhodesien hiess.

Der Name Simbabwe geht auf die heute Gross-Simbabwe genannte Ruinenstatte zuruck, die grossten vorkolonialen Steinbauten im Sudlichen Afrika.[6] Daruber hinaus ist Simbabwe auch fur das UNESCO-Weltnaturerbe der Victoria-Wasserfalle international bekannt.

Seit der Unabhangigkeit 1980 regiert die ehemalige Unabhangigkeitsbewegung ZANU-PF das Land diktatorisch als Einparteiensystem.

Simbabwe liegt zwischen den Breitengraden 15deg und 23deg Sud und den Langengraden 25deg und 34deg Ost und hat als Binnenstaat keinen eigenen Zugang zum Meer. Es grenzt an Sudafrika (225 km), an Botswana (831 km), Sambia (797 km, ehemals Nordrhodesien) und an Mosambik (1231 km). Der Sambesi bildet die nordliche Grenze zu Sambia, und der Limpopo die sudliche zu Sudafrika. Simbabwe hat eine Flache von 390.757 km2, wovon 3910 km2 Wasser sind. Die Gesamtflache des Landes entspricht ungefahr der Flache von Deutschland und Belgien oder der halben Flache der Turkei. Der hochste Berg, der 2592 m hohe Inyangani, liegt im ostlichen Hochland im Nyanga-Nationalpark nordlich von Mutare.

Die Klimazonen Simbabwes nach Koppen-Geiger

Simbabwe hat ein subtropisches bis tropisches Klima mit feuchten, teilweise schwul-heissen Sommern (bis uber 35 degC) und winterlichen Trockenzeiten mit angenehmer Warme (um 25 degC). In den hoheren Lagen, die den grossten Teil des Landes ausmachen, ist die sommerliche Hitze gemassigt (25 bis 30 degC) und im Winter gibt es ab und zu gemassigte Nachtfroste (bis -5 degC). Die Regenzeit dauert von November bis Marz, wobei uber 90 % der jahrlichen Niederschlage fallen, die im Schnitt 1000 mm betragen. In der Hauptstadt Harare liegt die durchschnittliche Temperatur bei 20 degC, sonst bei 19 bis 22 degC.

Zu den Auswirkungen des Klimawandels in Simbabwe gehort der Ruckgang des Niederschlags um 5 % im 20. Jahrhundert (bis 2017); daneben ist ein unbestandigerer Regen zu unterschiedlichen Zeiten und an anderen Orten sowie eine Zunahme von Durren und Hitzeperioden zu verzeichnen.[7] Vor einigen Jahren, wie etwa 2007/2008, kam es zu ungewohnlich hohen Niederschlagen, die Todesopfer forderten und Ernten bedrohten.[8] 2015/2016 kam es zu einer schweren Durrekatastrophe.

Die wichtigsten Flusse Simbabwes mit ihren Einzugsgebieten

Simbabwe wird hydrologisch durch die von Sudwest nach Nordost verlaufende Ovambo-Kalahari-Simbabwe-Verwerfung (OKZ Axis)[9][10] als zentrale Wasserscheide (Central Zimbabwe Watershed[11]) grob in zwei Halften geteilt. Das Einzugsgebiet des Sambesi im Norden ist mit gut 50 Prozent das wichtigste. Der Suden entwassert teils in den Limpopo und teils in den Save. Im aussersten Osten sind kleine Gebiete, die in den Buzi und den Pungwe entwassern und ein kleiner Teil im Westen, der uber den Nata in die Makgadikgadi-Salzpfannen abfliesst.

Die Eastern Highlands bilden mit dem Inyangani das ,,Wasserschloss" des Landes. Mehrere Flusse haben in diesem Gebiet ihre Quellen.

Bekannte Nationalparks in Simbabwe sind der Hwange National Park, der Mana-Pools-Nationalpark und der Victoria Falls National Park.

Flora und Fauna

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Das Land ist fast durchweg von Trockensavanne bedeckt, dominierend sind Miombo- und Mopane-Walder. Haufig anzutreffen sind ausserdem Affenbrot- und Leberwurstbaum sowie Schirmakazien. Das Gras der Savanne ist in der Trockenzeit braun und verdorrt, erreicht zum Ende der Regenzeit eine Hohe von bis zu zwei Metern und ist Nahrungsgrundlage fur zahlreiche Tierarten.

Provinzen in Simbabwe
Distrikte von Simbabwe (2018)

Simbabwe gliedert sich in acht Provinzen und zwei Metropolregionen mit Provinzstatus (Greater Harare - zur Provinz gehoren auch zwei angrenzende Stadte - und Bulawayo). Die Provinzen teilen sich in 91 Distrikte und 1965 Wards. Letztere bestehen wiederum meist aus mehreren Ortschaften. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die Volkszahlung 2022.[12][13][14]

Nr. Verwaltungseinheit Flache
in km2
Einwohner
insgesamt
Einwohner
je km2
1 Bulawayo Province 0.00479 0.0665.952 1.390
2 Harare Province 0.00872 02.427.231 2.783
3 Manicaland 036.459 02.037.703 0.056
4 Mashonaland Central 028.437 01.384.891 0.049
5 Mashonaland East 032.230 01.731.173 0.054
6 Mashonaland West 057.441 01.893.584 0.033
7 Masvingo 056.566 01.638.528 0.029
8 Matabeleland North 075.025 0.0827.645 0.011
9 Matabeleland South 054.172 0.0760.345 0.014
10 Midlands 049.166 01.811.905 0.037
Simbabwe gesamt 390.757 15.178.957 0.039
Quelle: Zimbabwe National Statistics Agency[14]

Insgesamt gibt es 91 Distrikte (61 landliche und 30 stadtische),[14] die wiederum in Wards (etwa: ,,Gemeinden") aufgeteilt sind (Stand 2022).

Im Jahr 2023 lebten 33 Prozent der Einwohner Simbabwes in Stadten.[15] Die grossten Stadte (Einwohnerzahlen gemass Volkszahlung 2012) sind Harare (1.485.231), Bulawayo (653.337), Chitungwiza (356.840), Mutare (187.621), Epworth (167.462) und Gweru (157.865).

Demografie
Bevolkerungsentwicklung in Millionen Einwohnern[16]
Bevolkerungspyramide Simbabwes (2020)
Bevolkerungsdichte (2022)

Simbabwe hatte 2023 16,3 Millionen Einwohner.[17] Das jahrliche Bevolkerungswachstum betrug + 1,7 %. Zum Bevolkerungswachstum trug ein Geburtenuberschuss (Geburtenziffer: 30,1 pro 1000 Einwohner[18] vs. Sterbeziffer: 8,9 pro 1000 Einwohner[19]) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 3,4, die der Region Ost- und Sud-Afrika betrug 4,3.[20] Die Lebenserwartung der Einwohner Simbabwes ab der Geburt lag 2022 bei 59,4 Jahren[21]. Der Median des Alters der Bevolkerung lag im Jahr 2021 bei 18,1 Jahren.[22] Im Jahr 2023 waren 41,3 Prozent der Bevolkerung unter 15 Jahre,[23] wahrend der Anteil der uber 64-Jahrigen 3,6 Prozent der Bevolkerung betrug.[24]

Bevolkerungsstruktur

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Mehr als 75 % der simbabwischen Bevolkerung gehoren dem Volk der Shona an, die hauptsachlich im nordostlichen Teil des Landes leben. Die zweitgrosste Gruppe der Ndebele (18 %) leben grosstenteils im sudwestlichen Matabeleland. Ausserdem gibt es die Chewa (6 %) und mehrere kleinere Ethnien mit lokal begrenztem Siedlungsraum wie die Tonga am Sambesi sowie die Tsonga und die Venda im Grenzgebiet zu Sudafrika.[25]

Mit Beginn der britischen Kolonialherrschaft im 19. Jahrhundert wanderten vermehrt weisse Handler und Farmer aus Grossbritannien und Sudafrika ein, die Mitte des 20. Jahrhunderts mit einer Viertelmillion knapp 5 % der Gesamtbevolkerung stellten. Im Zuge der Unabhangigkeit und der Umsetzung der Landreform ging deren Zahl jedoch wieder zuruck.[26] Daruber hinaus gibt es eine Bevolkerungsgruppe, Coloureds genannt, die aus Verbindungen von Weissen mit der einheimischen schwarzen Bevolkerung hervorging oder Nachfahren von Einwanderern aus Sudafrika sind. Ferner gehort eine kleine Minderheit mit familiaren Wurzeln im indischen Subkontinent zu Simbabwes Bevolkerung. Insgesamt trugen um 2002 die Einwohner nichtafrikanischer Herkunft bzw. Abstammung mit etwas uber 2 Prozent zur Gesamtbevolkerung bei, von denen die meisten im Land geboren worden sind.[27]

Im Jahre 2017 waren 2,4 % der Bevolkerung im Ausland geboren. Die meisten Einwanderer kamen aus Malawi (110.000), Mosambik (90.000) und Sambia (30.000).[28][29]

90 bis 95 % der Bevolkerung sind Christen[30] und 62 % besuchen regelmassig den Gottesdienst.[31] Die grossten christlichen Gemeinden sind die anglikanische, romisch-katholische und methodistische Kirche. Wie in den meisten anderen ehemaligen europaischen Kolonien mischen sich Reste lokaler Religionen aus der Zeit vor der Christianisierung in den christlichen Glauben. Daneben und teilweise mit christlichen Glaubensinhalten vermischt gibt es traditionelle afrikanische Vorstellungen wie Ahnenkult, Besessenheitskulte wie Mashawe und Heilserwartungen.

Etwa 50.000 Simbabwer und 20.000 Menschen in den Nachbarlandern verehren den Himmelsgott Mwari. Uber den Monotheismus hinaus hatten diese Lemba seit jeher noch weitere Vorstellungen und Riten mit dem Judentum gemeinsam.

Weniger als 1 % der Bevolkerung sind Muslime.

Siehe auch: Islam in Simbabwe

Mit Anderung der Verfassung 2013 hat Simbabwe 16 gleichberechtigte Amtssprachen: Chewa, Chibarwe, Englisch, Kalanga, Khoisan, Nambya, Ndau, Nord-Ndebele, Shangani, Shona, Sotho, Tonga, Tswana, Venda, Xhosa und die Gebardensprache.[32]

Die Gesundheitsausgaben des Landes betrugen im Jahr 2021 2,8 % des Bruttoinlandsprodukts.[33] Im Jahr 2018 praktizierten in Simbabwe 2 Arzte je 10.000 Einwohner.[34] Die Sterblichkeit bei unter 5-jahrigen betrug 2022 47,7 pro 1000 Lebendgeburten.[35] Die Lebenserwartung der Einwohner Simbabwes ab der Geburt lag 2022 bei 59,4 Jahren[21] (Frauen: 62,1[36], Manner: 56,4[37]). Die Lebenserwartung stieg von 44,7 Jahren im Jahr 2000 bis 2022 um 33 %.[21]

Weltweit gehort Simbabwe zu den von HIV und AIDS am starksten betroffenen Landern. Rund ein Siebtel der erwachsenen Bevolkerung ist nach offiziellen Angaben von der Krankheit betroffen. Die Rate der HIV-Infizierten konnte jedoch von Mitte der 1990er Jahre bis 2017 halbiert werden. Fast 80 % aller mit HIV infizierten Jugendlichen sind Frauen. Eine spezifische soziale Randgruppe sind die sogenannten AIDS-Waisen.

Siehe auch: HIV/AIDS in Afrika
Hauptartikel: Geschichte Simbabwes

Vorkoloniale Geschichte

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Luftaufnahme von Gross-Simbabwe

Vor etwa 2000 Jahren (Eisenzeit) begannen Volker der Bantu in dieses Gebiet zu migrieren. Dies schliesst auch die Vorfahren der Shona mit ein, die heute mit circa 76 % den grossten Teil der Bevolkerung stellen. Zur Zeit des europaischen Mittelalters schufen hier Bantu, Vorfahren der heutigen Shona, eine Zivilisation, deren bedeutendstes Zeugnis die Ruinen von Gross-Simbabwe sind. Wichtige Quelle des Reichtums war der Handel mit der ostafrikanischen Kuste, wo seit dem fruhen 10. Jahrhundert regelmassig muslimische Handelsleute verkehrten, alsbald auch Niederlassungen grundeten. Von deren Swahili-Kultur unterschied sich die Simbabwe-Kultur dabei deutlich. Mitte des 15. Jahrhunderts verlagerten sich die Zentren der Simbabwe-Kultur, und an der Kuste wurden die Swahili-Handler immer mehr von Portugiesen verdrangt, die auch schon einen - vergeblichen - Versuch unternahmen, einen Teil des Landes zu erobern. 1837 wurden die Shona-Staaten von den Ndebele unterworfen, die im Zuge der Mfecane aus dem heutigen Sudafrika nach Norden gewandert waren.

Koloniale Herrschaft

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Koloniale Siedler,1922

Ab 1893 erwarb Cecil Rhodes das Ndebeleland und uberliess die Forderung der Bodenschatze, das fruchtbare Land und die Nutzung der Arbeitskraft der Einheimischen nach blutigen Eroberungskriegen den britischen Einwanderern. Nach ihm benannt, entstand im Binnenland des sudlichen Afrika die Kolonie Rhodesien, die 1911 in Nordrhodesien (heute Sambia) und Sudrhodesien, das heutige Simbabwe, geteilt wurde. Dieser durch sein mildes Klima begunstigte Teil wurde 1922 zur Siedlungskolonie. Mit dem Landgesetz von 1930 verfugte die britische Kolonialverwaltung, dass der Landbesitz, insbesondere in den fruchtbarsten Regionen des Landes, ausschliesslich den weissen Kolonisten vorbehalten war. An den Wahlen von 1930 durften Manner und Frauen teilnehmen. Da aber das aktive und passive Stimmrecht an Bildungskriterien und finanzielle Voraussetzungen, namlich an das Zahlen von Einkommensteuer oder an Grundbesitz, gebunden war, stimmten weniger als 2000 weibliche und mannliche Schwarzafrikaner ab.[38][39] Die Landwirtschaft der afrikanischen Bevolkerung wurde in unfruchtbare Regionen verdrangt. Wer aus dem Mutterland einwandern durfte, bestimmte die koloniale Selbstverwaltung. Europaische Fluchtlinge waren unerwunscht, sodass eine hierdurch mogliche Aufstockung der weissen Bevolkerung nach 1945 ausblieb.

Vom 1. August 1953 bis zum 31. Dezember 1963 war das Gebiet von Sudrhodesien zusammen mit Nordrhodesien und Njassaland (heute Malawi) Teil der Foderation von Rhodesien und Njassaland. Damals wurde das Wahlrecht in Simbabwe erstmals auf schwarze Frauen ausgeweitet.[40] Vor 1957 konnten nur Manner und europaische Frauen wahlen. Ab 1957 wurde verheirateten schwarzen Frauen ein eingeschranktes Frauenwahlrecht zugestanden und nach und nach erweitert.[41] Es gab fur die Registrierung zur Wahl eine spezielle Liste fur schwarze Frauen, in die diese unter bestimmten Voraussetzungen (Bildung, Vermogen) aufgenommen wurden.[40]

Die Frauen wurden wahlrechtlich so behandelt wie ihre Manner; bei Mehrfachehen galt dieses Privileg aber nur fur die erste Frau.[42] Ehefrauen mussten die englische Sprache lesen und schreiben und einen Schulbesuch nachweisen konnen.[42] Um fur eine Wahl registriert werden zu konnen, musste eine Person eine der vier folgenden Anforderungen erfullen: Jahreseinkommen von mindestens 720 PS oder Grundbesitz von mindestens 1500 PS; Jahreseinkommen von 3480 PS sowie Grundbesitz im Wert von 1000 PS plus eine abgeschlossene Primarbildung, die die vorgeschriebenen Standards erfullte; religiose Fuhrerschaft, nachdem die Person eine bestimmte Ausbildung durchlaufen hatte, eine gewisse Amtszeit nachweisen konnte und nur, wenn kein anderer Beruf ausgeubt wurde; politische Fuhrer (chiefs) nach gesetzlichen Massgaben.[42] Diese komplexen Voraussetzungen fur die Gewahrung des Wahlrechts wurden in die Verfassung von 1961 aufgenommen. Der Schwarzen Bevolkerung wurden 15 reservierte Parlamentssitze zugestanden.[40] Etwa 50 000 Schwarze konnten damals eine beschrankte politische Macht ausuben.[40]

Nach der Auflosung der Foderation von Rhodesien und Njassaland blieb Sudrhodesien bis 1965 eine britische Kolonie.

Einseitig erklarte Unabhangigkeit

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Wahrend im benachbarten Nordrhodesien und Njassaland schwarze Mehrheitsregierungen die Macht ergriffen, erklarte - stark ermutigt von der an einer Apartheidpolitik interessierten sudafrikanischen Regierung - eine weisse Minderheitsregierung unter Ian Smith am 11. November 1965 einseitig die Unabhangigkeit als ,,Rhodesien", das zunachst innerhalb der Monarchie unter der Krone verblieb. Die britische Regierung hatte sich den Unabhangigkeitsbestrebungen wegen der unzureichenden politischen Beteiligungsmoglichkeiten der schwarzen Mehrheitsbevolkerung in der Kronkolonie entgegengesetzt und erklarte demzufolge diesen Schritt fur illegal. Der 1963 gegrundete Geheimdienst Central Intelligence Organisation, dem bis heute die Verfolgung von Oppositionellen vorgeworfen wird, wurde beibehalten. Die 1965 erklarte Unabhangigkeit wurde ausser von Sudafrika von keinem anderen Staat anerkannt.

1969 wurde eine neue Verfassung vorgestellt.[40] Diese beschnitt die Rolle der schwarzen Wahlerschaft, vor allem die der Frauen, denn die Halfte der fur Schwarze reservierten Sitze wurde durch ein von Mannern besetztes Wahlmannergremium vergeben.[40] Erst 1978 wurde das allgemeine aktive und passive Frauenwahlrecht eingefuhrt.[41][43]

(Sud-)Rhodesien war entsprechend der Entwicklung in den anderen britischen Siedlungskolonien formal eine parlamentarische Demokratie, in der jedoch der schwarzen Bevolkerungsmehrheit erst 1978 vergleichbare politische Teilnahmerechte gewahrt wurden. An der Spitze der Regierung stand ein Premierminister. Staatsoberhaupt war zunachst nach der einseitigen Erklarung der Unabhangigkeit am 11. November 1965 weiterhin die britische Konigin, vertreten durch einen Officer Administering the Government of Rhodesia, ab Inkrafttreten der republikanischen Verfassung am 2. Marz 1970 ein Prasident.

Unabhangigkeit (seit 1980)

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Robert Mugabe als Premierminister (1982)

Am 18. April 1980 erlangte das Land als Simbabwe auf der Grundlage des zuvor zwischen den verschiedenen Parteien ausgearbeiteten Lancaster-House-Abkommen die international anerkannte Unabhangigkeit. Das Lancaster-House-Abkommen vom 21. Dezember 1979 umfasste unter anderem eine vorubergehende Ruckkehr unter die britische Herrschaft (Gouverneur: Lord Christopher Soames), eine neue, parlamentarische Verfassung sowie mehrere, auf sieben bis zehn Jahre ausgelegte Garantien fur die weisse Minderheit, u. a. die Reservierung von 20 % der Parlamentssitze ausschliesslich fur Weisse.[44] Noch im Unabhangigkeitsjahr, am 25. August, wurde das Land in die Vereinten Nationen (UNO) aufgenommen.[45]

Beginn der Prasidentschaft Mugabes

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Die parlamentarische Regierungsform wurde nach 1980 zunachst beibehalten; Prasident war Canaan Banana, Regierungschef Robert Mugabe. Die Legislative bestand aus dem House of Assembly mit 100 auf funf Jahre gewahlten Abgeordneten, von denen 20 Mandate bis 1987 fur die weisse Bevolkerungsminderheit reserviert waren, und dem bis 1989 bestehenden Senat, dessen 40 Mitglieder mehrheitlich vom House of Assembly gewahlt und ein kleinerer Teil von den Stammeshauptlingen nominiert und vom Prasidenten ernannt wurden. Auch hier waren bis 1987 20 % der Mandate der weissen Minderheit vorbehalten. Mit den Jahren begann Mugabe das Land zunehmend autokratisch und diktatorisch zu fuhren, auch mit Hilfe des von der Vorgangerregierung ubernommenen Geheimdienstes Central Intelligence Organisation. Zum Jahreswechsel 1987/1988 wurden in Simbabwe Verfassungsanderungen eingeleitet, die nach Ansicht von Beobachtern auf langere Sicht auf die Bildung eines sozialistisch orientierten Einparteienstaates abzielten.[46] Simbabwe wurde in eine Prasidialrepublik umgewandelt, die Position des Premierministers wurde abgeschafft; der Amtsinhaber wurde Staatsprasident mit den Befugnissen eines Regierungschefs.

Nach Amtsantritt 1980 forderte die Regierung Mugabe Kleinbauern und startete mehrere Regierungsprogramme, unter anderem im Gesundheits- und Bildungsbereich. Die Wirtschaftsleistung der Kleinbauern nahm zu (3,6 % Wachstum pro Jahr). Erfolge wurden auch bei den anderen Programmen erzielt und soziale Indikatoren verbesserten sich enorm. So sank z. B. der Anteil der Kinder mit Mangelernahrung von 22 % (1980) auf 12 % (1990).[47]

In den 1980er Jahren fand der Gukurahundi statt, bei dem mehr als 10.000 Ndebele-Zivilisten von der simbabwischen Armee getotet wurden.[48]

Die Lebenserwartung stieg zwischen 1980 und 1990 deutlich, die Kindersterblichkeit ging von 86 Promille auf 49 zuruck.[47] Problematisch blieb in Bezug auf die Arbeitslosigkeit die Wirkung des hohen Bevolkerungswachstums, wenngleich sich die Anzahl der Beschaftigten von 1980 bis 1991 um uber 20 % erhohte.[49] Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum pro Jahr von 1980 bis 1989 betrug 4,5 % des BIP (unter der Vorgangerregierung 1966-1979: 3,8 %).[50]

Shona-Gehofte bei Murewa

Seit 1990 wird der Prasident in direkten Wahlen fur eine Amtszeit von sechs Jahren gewahlt. Ab 1991 veranderte die Regierung unter Mugabe im Rahmen eines Strukturanpassungsprogramms der Weltbank und des Internationalen Wahrungsfonds ihren wirtschaftspolitischen Kurs deutlich hin zu einer Liberalisierung und Deregulierung der Markte. Die Begrundung fur die Politik bildete das Anstreben von mehr Auslandsinvestitionen durch internationale Unternehmen. Die Regierungsprogramme wurden mit einem Austeritatsprogramm deutlich gekurzt. Die Weltbank nahm in ihrem Bericht von 1995 zu den Wirkungen selbst kritisch Stellung: ,,Grosse Teile der Bevolkerung, darunter viele Kleinbauern und Kleinbetriebe, fanden sich in einer gefahrdeten Position mit eingeschrankten Moglichkeiten, auf die neuen Marktbedingungen zu antworten." Als Grund gab der Bericht den mangelnden Zugang zu naturlichen, technischen und finanziellen Ressourcen sowie die Schrumpfung der offentlichen Dienstleistungen fur die Bevolkerung an.[51] Auch die Anzahl der Beschaftigten ging deutlich zuruck[49] und die Wirtschaft stagnierte. Lediglich das Bildungssystem blieb auf einem fur Entwicklungslander hohen Niveau.

Als Mugabes Verfassungsentwurf 2000 in einem Referendum von der Mehrheit der Bevolkerung abgelehnt wurde, sahen die Politiker der ZANU-PF ihre Macht zum ersten Mal seit der Unabhangigkeit ernsthaft bedroht. Die Regierung reagierte mit Angriffen und Repressionen gegen zahlreiche Organisationen, von Oppositionsparteien uber Verbande und Gewerkschaften bis hin zu den Landarbeitern.[52]

Die Landreform zur Umverteilung des Agrarlandes von den weissen Nachfahren der kolonialen Siedler zur schwarzen Bevolkerung wurde in den ersten Jahren der Unabhangigkeit aufgrund einer Klausel im Lancaster-House-Abkommen erschwert. Demnach durften Agrarflachen nur enteignet werden, wenn die Eigentumer bereit waren, das Land zu verkaufen, obwohl das Land wahrend der Kolonialzeit gewaltsam angeeignet worden war. Dieser Versuch der Landreform auf Basis des ,,Willing Seller, Willing Buyer"-Prinzips gilt weitgehend als gescheitert, da nur wenige Farmer ihr Land verkaufen wollten und in den ersten zehn Jahren nur 3 Millionen von ursprunglich geplanten 8 Millionen Hektar umverteilt wurden.[53]

Im Jahr 2000 wurde die Landreform schliesslich gewaltsam durchgefuhrt. In mehreren Schritten hat Prasident Robert Mugabe seit dem Jahr 2000 rund elf Millionen Hektar Land der weissen Farmer enteignet und neu verteilt - offiziell an rund 300.000 Kleinbauern, wahrend die Weissen nach dem sogenannten Land Acquisition Act fur die Besitztumer auf dem Land entschadigt werden sollten. Viele Hofe gingen jedoch ohne eine Entschadigungszahlung an Politiker von Mugabes Regierungspartei ZANU-PF. Viele weisse Siedler fluchteten, wurden vertrieben oder ermordet, Vieh und Maschinen der Farmen wurden geplundert.[54][55] Durch diese Art der ,,Landreform" verwandelte sich der einstige ,,Brotkorb" Afrikas in ein von Hungersnoten und Unterernahrung geplagtes, dauerhaft von Lebensmitteleinfuhren abhangiges Land.[56] Dadurch bedingt leiden zudem grosse Teile der Bevolkerung unter Arbeitslosigkeit; die Geldwirtschaft wird durch eine galoppierende Inflation beeintrachtigt. Handelnder Guterverkehr ist weitgehend nur noch durch Tauschgeschafte moglich, der allgemeine Versorgungsgrad ist auf Subsistenzniveau gesunken.[57][58] 2005 wurde als zweite Kammer der Legislative der Senat wiedereingefuhrt. Die Mitglieder der Oppositionsparteien - vor allem Anhanger des Movement for Democratic Change (MDC) - und andere regierungskritische Personenkreise wurden zunehmend eingeschuchtert und mitunter getotet. So konnte die Regierung ihren unmittelbaren Einfluss auf die ubrige Landbevolkerung wieder verstarken und die Arbeiter dem (politischen) Einfluss der Opposition, vornehmlich des MDC, entziehen. Da die MDC dennoch weiter an Popularitat gewann, etablierte die Regierung unter Robert Mugabe eine konsequente Diktatur. So wurden Justiz und Medien gleichgeschaltet, Meinungs- und Versammlungsfreiheit dramatisch eingeschrankt und massive Massnahmen gegen politisch Andersdenkende ergriffen.

Nach Einschatzung der wenigen zugelassenen unabhangigen Wahlbeobachter waren konsequenterweise sowohl die Ergebnisse der letzten beiden Parlamentswahlen als auch die der Prasidentschaftswahl 2002 in erheblichem Umfang gefalscht. Auch die folgende Zerstorung von armeren Stadtvierteln (,,Operation Murambatsvina") mit hoher MDC-Wahlerschaft schlug international Wellen. Die Umstande der Wahl fuhrten noch im selben Jahr zur Suspendierung Simbabwes aus dem Commonwealth of Nations. Mugabes konsequentes Missachten der internationalen Kritik fuhrte zur Isolierung des diktatorischen Regimes, was - durch die Unzufriedenheit der Bevolkerung verstarkt - die Wirtschaft Simbabwes an den Rand des Zusammenbruchs brachte.

Koalition zwischen ZANU-PF und MDC (2009-2013)

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Morgan Tsvangirai (2009)

Bei der Prasidentschaftswahl am 29. Marz 2008 kandidierte der zu diesem Zeitpunkt 84-Jahrige Mugabe fur eine sechste Amtszeit. Neben dem ehemaligen Finanzminister Simba Makoni trat auch der Oppositionsfuhrer Morgan Tsvangirai von der MDC bei den Wahlen an. Gleichzeitig mit dem Prasidenten wurden die Parlamente neu gewahlt. Da Umfragen einen Sieg der Opposition vorausgesagt hatten, stand die Wahl auch im internationalen Blickfeld, doch wurden nur wenige Wahlbeobachter zugelassen. Nach Verzogerungen bei der Stimmauszahlung rief sich die Opposition vorzeitig zum Wahlsieger aus. Erste Hochrechnungen vom 2. April sagten einen Sieg der MDC sowie die absolute Mehrheit ihres Prasidentschaftskandidaten voraus. Nach den offiziellen Wahlergebnissen aus Harare konnte jedoch keiner der beiden Kandidaten eine absolute Mehrheit erlangen. Tsvangirai wollte zur Stichwahl gegen Mugabe antreten, zog aber, infolge von fortgesetzten, massiven Repressionen und Gewaltakten gegen MDC-Mitglieder durch das Mugabe-Regime, seine Kandidatur Ende Juni 2008 zuruck, so dass Mugabe mit grosser Mehrheit wiedergewahlt wurde. Am 15. September 2008 einigten sich die beiden verfeindeten Politiker Mugabe und Tsvangirai in Harare unter Vermittlung des sudafrikanischen Staatsprasidenten Thabo Mbeki auf eine Machtteilung.

Daraufhin wurden im Februar 2009 Tsvangirai als Ministerprasident und Mugabe erneut als Prasident vereidigt.[59] Die Regierungsbildung verzogerte sich jedoch, nachdem der designierte Vize-Landwirtschaftsminister, Roy Bennett (MDC), unter dem Vorwurf des Terrorismus von der Polizei verhaftet worden war.[60] Am 6. Oktober 2009 bot Mugabe im Parlament in Harare den westlichen Regierungen ,,kooperative Beziehungen" an. Zur Bedingung machte er die Aufhebung der Sanktionen gegen Simbabwe.[61] Unter der Einheitsregierung setzte sich die schlechte wirtschaftliche Lage des Landes zunachst fort.[62] Die Gewalt nahm allerdings ab und die Wirtschaftssituation hat sich seit 2010 wieder etwas verbessert.[63] Anfang 2011 lebten rund drei Millionen Simbabwer in Sudafrika.[64] Ein Ziel der gemeinsamen Regierung war die Erstellung eines Verfassungsentwurfs, uber den am 16. Marz 2013 abgestimmt wurde. Der Entwurf wurde mit 95 % der rund drei Millionen Stimmen angenommen.[65][66]

Fur Aufsehen sorgte 2008 ein Schiff, das Waffen und Munition liefern sollte, die Simbabwe in China gekauft hatte. Als bekannt wurde, dass die An Yue Jiang im Hafen von Durban (Sudafrika) geloscht werden sollte, kam es dort zu einem Aufruhr in der offentlichen Meinung, weil befurchtet wurde, dass die Waffen gegen die Bevolkerung eingesetzt werden. Die Hafenarbeiter weigerten sich, die Ladung zu loschen, die auf dem Landweg nach Simbabwe transportiert werden sollte. Das Schiff musste schliesslich am 25. April 2008 mitsamt der Ladung wieder nach China zuruckkehren, obwohl die sudafrikanische Regierung die Ladung zunachst nach Simbabwe passieren lassen wollte. Auch andere Staaten weigerten sich, die Lieferung uber ihr Territorium entladen und transportieren zu lassen. Dieser Ausgang der ,,An Yue Jiang-Affare" wurde als Erfolg der sudafrikanischen Zivilgesellschaft betrachtet.[67]

Ab August 2008 breitete sich in Simbabwe eine Choleraepidemie aus, die am 4. Dezember 2008 zur Ausrufung des nationalen Ausnahmezustands fuhrte. Bis zum 16. Marz 2009 wurden bereits mehr als 90.000 Krankheitsfalle und rund 4.030 Tote gezahlt.[68]

Die Prasidentschafts- und Parlamentswahl am 31. Juli 2013 war erneut von erheblichen Betrugsvorwurfen begleitet, etwa gefalschten Wahlerverzeichnissen und abgewiesenen Wahlern. Erneut standen sich Mugabe und Tsvangirai als Kandidaten gegenuber. UN-Generalsekretar Ban Ki-moon lobte den weitgehend friedlichen Ablauf der Wahlen und rief dazu auf, dass den Vorwurfen auf den ,,etablierten Kanalen" nachgegangen werde.[69] Bereits am Tag nach der Wahl, vor Auszahlung der Mehrzahl der Stimmen, rief sich Mugabe zum Sieger aus.[70] Am 3. August wurde Mugabe nach Auszahlung der Stimmen des ersten Wahlgangs mit ca. 61 % der Stimmen offiziell zum Wahlsieger erklart, Tsvangirai unterlag mit ca. 34 %.[71] Im Parlament erlangte die ZANU-PF mit 197 der 270 Sitze[72] eine Zweidrittelmehrheit, die ihr auch Verfassungsanderungen erlaubt. Tsvangirai kundigte eine juristische Anfechtung der Wahl und einen Boykott der Regierung an. Die Wahlbeobachter der Afrikanischen Union berichteten in einem vorlaufigen Bericht zwar von ,,Unregelmassigkeiten", sahen aber einen Fortschritt gegenuber den Wahlen von 2008. Die Sudafrikanische Entwicklungsgemeinschaft (SADC) bezeichnete die Wahlen vorlaufig als "free and peaceful" (deutsch: ,,frei und friedlich"), nicht jedoch als ,,fair", was die SADC in ihrer Wahlbeobachtung zum Ziel erklart hatte.[73][74][75]

Absetzung Robert Mugabes (2017)

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Nachdem der uber 90-jahrige Mugabe keine Bereitschaft erkennen liess, das Prasidentenamt zu ubergeben, und es Anzeichen dafur gab, dass er seine Ehefrau Grace Mugabe zu seiner Nachfolgerin aufbauen wollte, wurde die Kritik an seiner Amtsfuhrung auch aus den Reihen der ZANU-PF immer lauter. Am 15. November 2017 ubernahm das Militar Simbabwes die Kontrolle uber das Land. Mugabe trat schliesslich am 21. November 2017 zuruck. Am 24. November 2017 wurde Mugabes Parteifreund Emmerson Mnangagwa als neuer Prasident eingesetzt, jahrzehntelang ein enger Weggefahrte Mugabes.[76]

Politisches System

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Emmerson Mnangagwa (aktueller Prasident Simbabwes)

Simbabwe hat seit einem Verfassungsreferendum im Marz 2013 ein prasidentielles Regierungssystem. Staatsoberhaupt ist der Prasident, der fur funf Jahre vom Volk gewahlt wird und einmal wiedergewahlt werden kann. Seit November 2017 ist Emmerson Mnangagwa von der ZANU-PF Prasident. Der Machtwechsel an der Staatsspitze erfolgte durch einen Militarputsch.[77] Mnangagwas ubernahm das Amt von Langzeitherrscher Robert Mugabe, der von 1987 bis 2017 das Land teilweise diktatorisch regierte. 2009 sah sich Mugabe aufgrund massiver Proteste wegen Wahlfalschung gezwungen, seine Macht zu teilen und den Posten eines Premierministers zu schaffen, der vom Oppositionsfuhrer Morgan Tsvangirai vom Movement for a Democratic Change (MDC) ubernommen wurde. Mit der Verfassungsanderung von 2013 wurde das Amt wieder abgeschafft. Bei den Wahlen 2018 erhielt Mnangagwa 50,6 % der Stimmen vor seinem Gegenkandidaten Nelson Chamisa vom MDC mit 44,4 %. Bei den Wahlen vom August 2023 gewann Mnangagwa laut Angaben der Wahlkommission 53 %. Die Opposition bezweifelt das Ergebnis.[78]

Die Legislative wird durch ein Zweikammersystem gebildet. Die Nationalversammlung (bis 2013 House of Assembly, ,,Versammlungshaus") zahlt 270 Abgeordnete, die alle funf Jahre nach dem Mehrheitswahlrecht bestimmt werden. Bei den Wahlen 2018 gewann die regierende ZANU-PF laut offiziellen Wahlergebnisse 180 Sitze (-17). Die MDC (bis zum Tod Morgan Tsvangirais MDC-T) erhielt 87 Sitze (+16), sonstige Kandidaten erhielten 3 Sitze. Die MDC war in den vergangenen Jahre von zahlreichen Parteiabspaltungen und Umbenennungen gepragt. Aus diesem Grund hat sich Parteifuhrer Chamisa entschlossen, im Januar 2022 eine neue Partei mit neuer Farbe zu grunden: die CCC (Citizen Coalition for Change). Parteifarbe ist nun gelb statt rot. Bei Nachwahlen im Fruhjahr 2022 konnte die CCC bereits erste Erfolge verbuchen und 19 der 28 Sitze gewinnen.[79] Die letzten Wahlen fanden im August 2023 statt. Aufgrund manipulierter Wahlerverzeichnisse, einer von der Regierung kontrollierten Wahlkommission, drakonischen Strafen bei Kritik an der Regierung und Repressionen gegen die Oppositionen gelten die Wahlen schon im Vorfeld als nicht frei und fair.[80] Auch der Verdacht des Stimmenkaufs stand im Raum.[80]

Der Senat umfasst 80 Mitglieder (60 direkt per Mehrheitswahl gewahlt, 18 Chiefs und zwei Behinderten-Vertreter).[81]

Die Judikative wird vom Chief Justice, dem Vorsitzenden des Supreme Court of Zimbabwe (Oberster Gerichtshof von Simbabwe) angefuhrt.

Die zehn Provinzen werden von einem Provincial Governor geleitet, der vom Prasidenten ernannt wird; die Verwaltung leitet der Provincial Administrator. Die Distrikte werden von einem District Administrator gefuhrt. Ihnen steht ein Rural District Committee, in dem unter anderem ein Vertreter der Chiefs einen Sitz hat, zur Seite.

Politische Indizes

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Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 95,7 von 120 18 von 179 Stabilitat des Landes: Alarm
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
Rang: 1 = fragilstes Land / 179 = stabilstes Land
2024[82]
Demokratieindex 2,98 von 10 122 von 167 Autoritares Regime
0 = autoritares Regime / 10 = vollstandige Demokratie
2024[83]
Freedom in the World Index 27 von 100 -- Freiheitsstatus: unfrei
0 = unfrei / 100 = frei
2024[84]
Rangliste der Pressefreiheit 52,1 von 100 106 von 180 Schwierige Lage fur die Pressefreiheit
100 = gute Lage / 0 = sehr ernste Lage
2025[85]
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 21 von 100 158 von 181 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2024[86]

Simbabwe gehort nach dem Fragile States Index zu den 20 Landern, in denen sich in der letzten Dekade von 2010-2020 am meisten verbessert hat, wobei das Land in den letzten Jahren stets eine der schlechtesten Bewertungen erhielt. Auch der Demokratieindex zeigt seit 2014 vorsichtige Verbesserungen auf weiterhin niedrigem Niveau.

Im September 2007 leitete die Regierung mit Unterstutzung des UN-Entwicklungsprogramms einen Konsultationsprozess zur Grundung einer nationalen Menschenrechtskommission ein. Dieser Schritt wurde allerdings weithin als Versuch der Machthaber angesehen, von der schweren Menschenrechtskrise im Land abzulenken.[87] Die Menschenrechtslage verschlechterte sich im Jahr 2008 drastisch. Nach den Wahlen im Marz wurde das Land von Menschenrechtsverletzungen ungekannten Ausmasses erschuttert, die von staatlicher Seite unterstutzt oder geduldet wurden. Die Tater waren zumeist Angehorige der Sicherheitskrafte, Kriegsveteranen oder Anhanger der Afrikanischen Nationalunion von Simbabwe.[88]

2016 wurde das fruheste Heiratsalter fur Frauen dem der Manner angeglichen. Es liegt jetzt einheitlich bei 18 Jahren. Damit war Simbabwe zu diesem Zeitpunkt eines von 33 afrikanischen Landern, in denen das jungste Heiratsalter beider Geschlechter bei dieser Altersstufe liegt.[89]

1995 hatte Prasident Mugabe auf der Internationalen Buchmesse in der Hauptstadt Harare den Stand der schwulen und lesbischen Gruppierungen abraumen lassen.[90][91] Mugabe aussert seine Feindseligkeiten gegenuber Homosexuellen in aller Deutlichkeit: ,,Homosexuelle sind pervers und abstossend. Sie verstossen gegen die Gesetze der Natur und der Religion." Und: ,,Sind Perversitaten etwa die Grundlage der Buchmesse?" Nach einer Meldung der Presseagentur dpa hatte er als Prasident von Simbabwe bei der Eroffnung der Buchmesse erklart, Homosexuelle hatten in seinem Land keine Rechte und seien ,,schlimmer als Tiere".[92][93]

In Simbabwe ist seit 2006 ein Gesetz gegen ,,sexuelle Abnormitaten" in Kraft, unter die auch jede Handlung fallt, ,,die Kontakt zwischen zwei Mannern beinhaltet und von einer vernunftigen Person als unanstandige Handlung angesehen wird". Der Strafrahmen reicht von einer Geldbusse bis zu drei Jahren Haft.[94]

Als Folge der Landreform unter der Prasidentschaft von Robert Mugabe hatten viele einheimische weisse Farmerfamilien nach dem Jahr 2000 Simbabwe verlassen, da sie enteignet wurden. Eine kleine Gruppe der betroffenen Farmer versuchte deswegen die Regierung vor einem simbabwischen Gericht zu verklagen, scheiterten jedoch mit ihrem Vorhaben an der Gerichtsentscheidung. Darauf wandten sie sich an den SADC-Gerichtshof und erhielten eine Gerichtsentscheidung zu ihren Gunsten. Als Folge dieser Rechtsprechung zog sich Simbabwe aus diesem multilateralen Organ zuruck und die SADC loste ihren Gerichtshof auf, woran die sudafrikanische Regierung unter Jacob Zuma massgeblich beteiligt war. Dieser Umstand gab den Anlass, dass 25 Farmer mit Beistand von AfriForum spater vor dem Pretoria High Court auf Entschadigung klagten. Im Zuge dieser Sache entschied im Dezember 2018 das Sudafrikanische Verfassungsgericht, dass die sudafrikanische Mitwirkung an der Auflosung der SADC-Gerichtsbarkeit unrechtmassig und verfassungswidrig war. Dadurch eroffnete sich mit dem neuen Prasidenten Emmerson Mnangagwa eine entsprechende Verhandlungsperspektive.[95][96] Die Commercial Farmers' Union (CFU) und Regierungsvertreter Simbabwes unterzeichneten am 29. Juli 2020 ein Abkommen, auf dessen Grundlage 3500 Farmer einen Anspruch auf finanzielle Entschadigung erlangten. Das dafur zur Verfugung stehende Budget hat einen Umfang und Wert von 3,5 Milliarden US-Dollar.[97]

Die Aussenpolitik steht in der Tradition der Blockfreiheit. Simbabwe bemuht sich in pragmatischer Weise um ausgewogene Beziehungen nach allen Seiten und engagiert sich im multilateralen Rahmen (UN, SADC, AU, COMESA).

Von besonderer Bedeutung fur Simbabwe sind die Beziehungen zu Sudafrika. Aus der Vergangenheit herruhrende Spannungen und eine gewisse Rivalitat konnten nie ganz uberwunden werden. In Sudafrika herrscht grosse Besorgnis uber die innenpolitische Entwicklung und den wirtschaftlichen Niedergang Simbabwes. Fur Sudafrika ist die Stabilisierung des nordlichen Nachbarlandes wichtig. Die Zahl der simbabwischen Migranten in Sudafrika wird auf bis zu drei Millionen geschatzt. Mitte 2009 hob Sudafrika die Visumpflicht fur Burger Simbabwes auf und bot den sich illegal in Sudafrika aufhaltenden Simbabwern an, bis Ende 2010 ihren Aufenthaltsstatus zu legalisieren. Dennoch halten sich noch mehrere hunderttausend Simbabwer, unter anderem wegen burokratischer Hindernisse, illegal in Sudafrika auf.

Das Verhaltnis zur ehemaligen Kolonialmacht Grossbritannien und anderen wichtigen westlichen Geberlandern wie den USA ist infolge von Mugabes destruktiver Politik seit 2000 stark belastet. Die Europaische Union hatte 2002 den mit Simbabwe auf der Basis des Cotonou-Abkommens gefuhrten politischen Dialog abgebrochen und gezielte restriktive Massnahmen gegen Personen und Firmen verhangt, die aktiv an Gewalt gegen die eigene Bevolkerung beteiligt waren und demokratische Reformen blockieren. Die weitaus meisten dieser restriktiven Massnahmen wurden seit 2012 schrittweise aufgehoben. Nur gegenuber Prasident Mugabe, seiner Ehefrau Grace Mugabe und einer staatlichen Rustungsfirma bleiben derartige Massnahmen (Einreiseverbote, Einfrieren von Konten) in Kraft. Ferner gilt das Waffenembargo fort. Die ZANU-PF-Regierung versuchte in der Mitte der 2010er Jahre verstarkt, als Gegengewicht zu der Isolierung durch den Westen Partnerschaften mit anderen Staaten wie der Volksrepublik China, Russland und Iran zu intensivieren. Mugabe bezeichnete dies als ,,Look East Policy". Die erhoffte Unterstutzung blieb allerdings in bescheidenem Rahmen.[98]

Hauptartikel: Wirtschaft Simbabwes
Landklassifikation bis 1979:
weiss = Farmland in weisser Hand
lila = Farmland in afrikanischer Hand
orange = traditionelle afrikanische Landwirtschaft
Moderne Burohochhauser in Harare
Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts pro Kopf in Botswana, Sudafrika, Namibia und Simbabwe (1950 bis 2018)

1997 war das Land eines der wirtschaftlich starksten Afrikas, 2015 wachst es mit prognostizierten 1,5 % schwacher als all seine Nachbarn.[99] Aufgrund des diktatorischen politischen Umfelds haben sich die Voraussetzungen fur die einst prosperierende Wirtschaft seit den 1990er Jahren substantiell verschlechtert. Von 1998 bis 2008 schrumpfte die Wirtschaftsleistung um etwa die Halfte. Ende 2008 waren aufgrund von Hyperinflation, Devisenknappheit, fehlenden Investitionen, Import- und Exportrestriktionen und Energieknappheit alle Wirtschaftsbereiche nahezu vollstandig zum Erliegen gekommen. Die Einfuhrung eines Multiwahrungssystems nach dem Kollaps der einheimischen Wahrung (Inflationsrate von 100.000 % im Jahre 2008), mit dem US-Dollar als Leitwahrung brachte ab 2009/2010 nur vorubergehend Besserung. Nahezu alle Sektoren der verarbeitenden Industrie mussten massive Umsatzeinbussen hinnehmen. Daruber hinaus haben die Kriegsverwicklung mit der Demokratischen Republik Kongo der Wirtschaft Devisen im Wert von mehreren hundert Millionen US-Dollar entzogen. Die Arbeitslosigkeit wurde 2005 auf rund 80 % geschatzt, nach einer anderen Form der Erhebung 2009 auf 95 %.[100] Im Jahr 2021 wurde sie auf etwa 5 % geschatzt.[100]

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfahigkeit eines Landes misst, belegt Simbabwe Platz 126 von 138 Landern (Stand 2016).[101] Der Index fur wirtschaftliche Freiheit 2024 des Landes war der 172 hochste von 176 Landern.[102]

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und anderer Kennzahlen[3]
Jahr 2010 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
BIP in Mrd. USD
(Kaufkraftparitat)
37,8 58,2 59,2 63,4 62,0 75,9 81,1 96,8 110,1 120,2 125,3
BIP pro Kopf in USD
(Kaufkraftparitat)
3.063 4.134 4.118 4.321 4.145 4.968 5.203 6.087 6.781 7.231 7.377
BIP-Wachstum
(real)
20,0 % 1,8 % 0,8 % 5,2 % 5,0 % -6,3 % -7,8 % 8,5 % 6,1 % 5,3 % 1,7 %
Inflation
(in Prozent)
3,0 % -2,4 % -1,6 % 0,9 % 10,6 % 255,3 % 557,2 % 98,5 % 193,4 % 667,4 % 736,1 %
Staatsverschuldung
(in Prozent des BIP)
33 % 34 % 35 % 49 % 33 % 54 % 57 % 40 % 67 % 76 % 73 %

Der Simbabwe-Dollar (Z$)[103] wurde eingefuhrt, nachdem 1980 eine schwarze Mehrheitsregierung an die Macht gekommen war. Nach einer Hyperinflation wurde seine Funktion als gesetzliches Zahlungsmittel am 12. April 2009 fur mindestens ein Jahr ausgesetzt, da er im Zahlungsverkehr faktisch von auslandischen Wahrungen verdrangt worden war.

Stattdessen wurden im Januar 2009 mehrere auslandische Zahlungsmittel zugelassen, darunter der US-Dollar und der Sudafrikanische Rand sowie der Euro. Der Renminbi wurde 2015 ebenfalls offizielles Zahlungsmittel, nachdem China 40 Millionen US-Dollar Schulden erlassen hatte.[104]

Am 1. Oktober 2015 wurde der Simbabwe-Dollar offiziell abgeschafft.[105]

Der Mangel an Banknoten liess die Zentralbank im September 2016 ankundigen, sie wurde Schuldscheine als Parallelwahrung ausgeben. Am 31. Oktober 2016 verfugte der damalige Prasident Mugabe die Einfuhrung der Schuldscheine, die die Wirtschaft stabilisieren sollten,[106] aber im Februar 2019 vom US-Dollar abgekoppelt und durch den RTGS-Dollar ersetzt wurden.[107]

Am 24. Juni 2019 wurde der Simbabwe-Dollar erneut als einziges gultiges Zahlungsmittel eingefuhrt. Fremdwahrungen wurden als Zahlungsmittel verboten.[108]

Am 5. April 2024 wurde die Ausgabe einer neuen Wahrung, des ,,ZiG" (Simbabwe-Gold) in den Banknoten-Denominationen 1 bis 200 bekanntgegeben. Auch Munzen sollten in der neuen Wahrung ausgegeben werden. Zentralbank-Gouverneur John Mushayavanhu erklarte, dass die neue Wahrung durch Edelmetalle (im Wesentlichen Gold) und Devisen gedeckt sei. Die Ankundigung geschah vor dem Hintergrund einer galoppierenden Inflation, aufgrund der der RTGS-Dollar seit Jahresbeginn drei Viertel seines Wertes eingebusst hatte. Im Marz 2024 lag die Inflationsrate bei 55 Prozent. Ausserdem hatte die Wirtschaft Simbabwes mit den Folgen einer schwerwiegenden Durre, die etwa die Halfte der Maisernte zerstort hatte, zu kampfen. Die Banken und Burger Simbabwes wurden aufgefordert, innerhalb von 21 Tagen ihre RTGS-Dollar in ZiG umzutauschen. Der US-Dollar, mit dem nach Schatzungen etwa 85 Prozent aller Transaktionen abgewickelt wurden, blieb weiterhin gultiges Zahlungsmittel. Beobachter rechneten damit, dass aufgrund mangelnden Vertrauens in die staatliche Wirtschaftspolitik weiterhin der US-Dollar bevorzugtes Zahlungsmittel bleiben wurde.[5][109] Am 30. April 2024 wurde mit der Ausgabe des ,,ZiG" begonnen.[110]

Die von der Regierung Simbabwes nach fiskalischen Motiven bestimmte Geldmengenpolitik der Reserve Bank fuhrte seit langerem zu hohen Inflationsraten. Von Anfang 2008 bis Anfang 2009 herrschte in Simbabwe Hyperinflation mit allen negativen Begleiterscheinungen, bis schliesslich die Wahrung aufgegeben werden musste.

Die Inflationsrate, die sich in den 1990er Jahren in zweistelligen Prozentwerten bewegt hatte, jedoch meist unter 30 % geblieben war, erreichte 1999/2000 rund 50 % und begann ab Ende 2001 in den dreistelligen Bereich anzusteigen. Ende 2003/Anfang 2004 war mit ca. 600 % zunachst ein Gipfel erreicht, bis Anfang 2005 ging die Rate wieder auf 125 % zuruck. Dann nahm der Preisauftrieb jedoch wieder stark zu. 2006 verharrte die Inflation bei rund 1000 %, und es kam im August zu einer Wahrungsumstellung im Verhaltnis 1:1000. Dabei behielt der Simbabwe-Dollar seinen Namen, das internationale Kurzel anderte sich von ZWD zu ZWN. Ab Dezember 2006 begann die Inflationsrate sich mit hoher Geschwindigkeit auf funfstellige Raten zuzubewegen.[111]

Als Mitte 2007 Werte um 7000 % erreicht wurden, versuchte die Regierung mit Polizeigewalt Preisbindungen durchzusetzen, was zu einzelnen Geschaftsschliessungen, Verhaftungen von Ladenbesitzern und langen Warteschlangen vor den Geschaften fuhrte.[112] Erfolge erzielten diese Massnahmen jedoch nicht. Im letzten Quartal 2007 war die Inflationsrate funfstellig, im Januar 2008 wurden 100.000 % erreicht. Der IWF befurchtete Hyperinflation.

Entsprechend der Zahlen der Reserve Bank herrschte nach dem ublichen Kriterium von 50 % monatlicher Geldentwertung tatsachlich im Dezember 2007 und ab Marz 2008 durchgehend Hyperinflation. Die ermittelte Inflationsrate stieg von 100.000 % im Januar 2008 auf 231 Millionen % im Juli. Die monatliche Entwertung bedeutete Preissteigerungen von durchschnittlich 7,35 % bzw. 11,1 % pro Tag im Juni und Juli.[113] Fur die folgenden Monate wurden keine offiziellen Zahlen mehr veroffentlicht. Der Okonom und Inflationsexperte Steven H. Hanke ermittelte noch bis Mitte November einen Anstieg der Inflationsrate auf 90 Trilliarden % und eine monatliche Entwertung, die einer taglichen Verdoppelung der Preise entsprach. Danach war keine sinnvolle Bestimmung mehr moglich, weil kaum noch Guter gegen diese Wahrung gehandelt wurden. Die Inflation des Simbabwe-Dollars ist damit die zweithochste jemals erreichte neben der des ungarischen Pengo von 1946.[114]

Geldschein uber 100 Billionen von 2009

Im Juli stellten Giesecke und Devrient auf Druck der deutschen Bundesregierung die Lieferung von vorbedruckten Banknotenpapierbogen an die simbabwische Zentralbank ein. Zum 1. August 2008 gab die simbabwische Zentralbank erneut die Streichung von zehn Nullen bei der Landeswahrung (jetzt ZWR) bekannt.[115] Anstelle der zunachst mit einstelligen Werten ausgegebenen neuen Banknoten und Zehn-Cent-Munzen waren im Dezember 2008 mittlerweile wieder Noten mit Milliarden-Nennwerten im Umlauf. Im Januar 2009 gab die Zentralbank neue Banknoten mit hoheren Nennwerten bis 100 Billionen Simbabwe-Dollar aus.[116]

Am 29. Januar 2009 wurden die auslandischen Wahrungen, die trotz Verbots bereits zuvor den Simbabwe-Dollar im Zahlungsverkehr faktisch verdrangt hatten, als Zahlungsmittel offiziell zugelassen. Der damit bedeutungslose Simbabwe-Dollar wurde schliesslich am 12. April 2009 offiziell ausgesetzt. Noch am 2. Februar 2009 war unter Streichung von zwolf Nullen ein vierter Simbabwe-Dollar mit Noten im Wert von 1, 5, 10, 20, 50, 100 und 500 Dollar (ZWL) eingefuhrt worden.[117] Die Inflation kam mit der Ausserverkehrsetzung des Simbabwe-Dollar zum Erliegen, der Wechselkurs wurde wegen der nominellen Gultigkeit dennoch zunachst weitergefuhrt. Am 1. Oktober 2009 lag der Kurs bei 518 ZWL je Euro und am 12. April 2010 bei 512 ZWL je Euro.[118][119] Im April 2024 gab die Zentralbank des Landes eine neue Wahrung, den Zimbabwe Gold (ZiG) heraus.[120]

Entwicklung der Inflationsrate 1997 bis 2008
in % gegenuber dem Vorjahresmonat (Jahresmittel)
Jahr 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008
Inflationsrate 18,9 31,7 58,5 55,9 71,9 133 365 350 238 1.017 6.724 100.580
Quelle: Reserve Bank of Zimbabwe[111] Zimbabwe Central Statistics Office[121]
Entwicklung der Inflationsrate 2008
in % gegenuber dem Vorjahresmonat in % ggu. dem Vorjahreszeitpkt.
Jahr Jan. 2008 Feb. 2008 Marz 2008 April 2008 Mai 2008 Juni 2008 Juli 2008 29.8.
2008
26.9.
2008
24.10.
2008
14.11.
2008
Inflationsrate 101 Tsd. 165 Tsd. 418 Tsd. 651 Tsd. 2,23 Mio. 11,3 Mio. 231 Mio. 9,69 Mrd. 471 Mrd. 26,1 Brd. 89,7 Trd.
Quelle: Reserve Bank of Zimbabwe[111]
Quelle: Steve H. Hanke[114]

Nachdem die Inflationsrate bis Ende 2008 auf knapp 90 Trilliarden % anstieg, musste der US-Dollar als Hauptwahrung eingefuhrt werden.
Danach hat sich die Inflation im Land beruhigt und Simbabwes Wirtschaft befand sich ab 2014 in einer Deflation. 2019 begann die Inflation wieder stark anzusteigen und lag 2020 bei mehr als 500 Prozent.

Entwicklung der Inflationsrate seit 2010
in % gegenuber dem Vorjahr
Jahr 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
Inflationsrate 3,0 3,3 3,9 1,6 -0,2 -2,4 -1,6 0,9 10,6 255,3 557,2 98,5
Quelle: Weltbank[122]

Finanzwirtschaft

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Das Land fuhrt eine Wertpapierborse, welche als Zimbabwe Stock Exchange bekannt ist. Der Leitindex der Volkswirtschaft ist der Zimbabwe Industrial Index.

Die Reserve Bank of Zimbabwe ubernimmt die Funktion als Zentralbank und emittiert unter anderem den Simbabwe-Gold.[123]

Der halbherzige weltweite Boykott des weissen Rhodesien hatte dessen industrielle Entwicklung begunstigt. Statt dem Land Fertigprodukte zu verkaufen, vergaben die weltweit operierenden Konzerne grosszugig Lizenzen. So wurden die meisten wichtigen Verbrauchsguter im Lande selbst hergestellt, teilweise Produkte auswartiger Konkurrenten im selben Werk (z. B. Kraftfahrzeuge von Renault, Peugeot und Mitsubishi). Mit dem Ende des Boykotts entfiel der Schutz dieser einheimischen Produktion, schon bevor die Regierung sich politisch auf Abwege begab.

Bis Anfang der 2000er Jahre galt Simbabwe, begunstigt durch fruchtbare Boden und gute Klimabedingungen, als die ,,Kornkammer Afrikas".[124][125] Die bei Antritt der schwarzen Regierung allgemein erwartete Landreform wurde erst jahrelang verzogert und dann chaotisch und unter Ausbruchen von Gewalt durchgefuhrt. Besonders schwerwiegend war der Niedergang der Landwirtschaft infolge der von Gewalt begleiteten Zwangsenteignungen von mehr als 4000 der ca. 4500 weissen Farmer ab dem Jahr 2000.[126] Im Verlauf der ,,Landreform" wurde der Besitz der weissen Minderheit geplundert und enteignet, 350.000 Landarbeiter wurden vertrieben; zahlreiche Bauern getotet.[127] So wurde der Agrarsektor in eine schwere Krise gesturzt. Drei Millionen Menschen sind mittlerweile auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Ein Viertel seiner Bevolkerung konnte Simbabwe ohne internationale Hilfsprogramme nicht mehr ernahren. 2015 waren 44,7 % der Bevolkerung unterernahrt, was eine der hochsten Raten weltweit ist.[128] Bei landwirtschaftlichen Exporten ist der Umsatz von 2000 bis 2009 um 12 Milliarden Dollar eingebrochen.[99] Insbesondere der fur den Export wichtige Anbau von Tabak ist dramatisch zuruckgegangen.

Der Tourismus litt seit der schwarzen Regierungsubernahme darunter, dass manche weissen Hoteliers ihre Betriebe aus einer Boykotthaltung heraus geschlossen hielten. Mit dem Ende der Apartheid in Sudafrika nahm ein wichtiger Kundenkreis stark ab: Vorher hatten wohlhabende sudafrikanische Inder bevorzugt in Rhodesien bzw. Simbabwe Urlaub gemacht.

Die heimische Goldindustrie leidet unter den diktatorischen Machtstrukturen und der Korruption. Ein Grossteil des geforderten Goldes gelangt mittlerweile auf illegalen Wegen ins Ausland. 2004 wurden offiziell 17 Tonnen Gold in Simbabwe produziert. 2013 waren es lediglich noch 900 Kilogramm.[129]

Die seit Mitte 2007 durchgesetzten Preisbindungen fuhrten in Verbindung mit der durch die Staatsfinanzierung verursachten hohen Inflation zu Treibstoffknappheit, einem Mangel an Gutern der Grundversorgung und einem weiteren Schrumpfen der offiziellen Wirtschaft.

Haupthandelspartner (2020)
Ausfuhr (in Prozent) nach Einfuhr (in Prozent) von
Sudafrika Sudafrika 39,4 Sudafrika Sudafrika 49,3
Vereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate 20,3 Singapur Singapur 10,9
Mosambik Mosambik 9,3 China Volksrepublik Volksrepublik China 9,3
Uganda Uganda 2,9 Indien Indien 3,2
Belgien Belgien 1,7 Mauritius Mauritius 3,2
Sambia Sambia 1,2 Mosambik Mosambik 2,7
Kenia Kenia 1,1 Sambia Sambia 2,2
Vereinte Nationen sonstige Staaten 24,1 Vereinte Nationen sonstige Staaten 19,2
Quelle: gtai[130]
Hauptprodukte des Aussenhandels (2016)
Ausfuhrguter (Anteil in Prozent) Einfuhrguter (Anteil in Prozent)
Agrarerzeugnisse 32,8 Petrochemie 25,0
Rohstoffe 20,8 Nahrungsmittel 16,0
Nahrungsmittel 4,5 Maschinen 8,5
Eisen und Stahl 4,3 Kfz und -Teile 6,1
Metalle 2,0 Arzneimittel 3,9
Sonstige 35,4 Sonstige 40,5
Quelle: gtai[130]
Entwicklung des Aussenhandels
in Mrd. USD und seine Veranderung gegenuber dem Vorjahr in %
2018 2019 2020
Mrd. USD % Gg. Vj. Mrd. USD % Gg. Vj. Mrd. USD % Gg. Vj.
Einfuhr 6,5 30,0 4,8 -25,8 5,0 5,4
Ausfuhr 4,0 16,0 4,3 6,0 4,4 2,7
Saldo -2,4 -0,5 -0,7
Quelle: gtai[130]

Der Staatshaushalt umfasste 2017 Ausgaben von umgerechnet 5,5 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 3,8 Milliarden US-Dollar gegenuber. Dies entspricht einem Haushaltsdefizit in Hohe von 9,6 % des Bruttoinlandsprodukts.[131] Die Staatsverschuldung betrug 2017 82,3 % des BIP.[131]

Mit der vermeintlichen Zielvorgabe, den ausufernden Schwarzmarkt auszutrocknen, ergriff die Regierung im Mai/Juni 2005 drastische Massnahmen, indem im Rahmen der Aktion mit der Bezeichnung Operation Murambatsvina (,,Mullbeseitigung") schatzungsweise 750.000 Menschen obdachlos wurden und ihre oft einzige Einnahmequelle, Aktivitaten im Kontext des informellen Sektors, aufgeben mussten. Zudem wurden ihre Behausungen zerstort und oft ihr vollstandiger Besitz beschlagnahmt. Tatsachlich ging es dem Mugabe-Regime mit diesen auch von den Vereinten Nationen verurteilten Massnahmen jedoch um eine gezielte Schwachung der Opposition, die insbesondere in den Stadten ihre Wahler hat. So werden diese nicht nur fur ihre Unterstutzung der MDC ,,bestraft", sondern auch gezwungen - soweit dies uberhaupt moglich ist -, zuruck in die von der Regierung kontrollierten landlichen Gebiete des Landes zu ziehen. Aus den Armutsvierteln der Stadte, in denen der Schwarzmarkt florierte, wurden die Menschen vertrieben, anschliessend ihre Behausungen zerstort.

Nahezu ein Jahr spater, im Mai 2006, wurde erneut eine ahnliche Aktion durchgefuhrt, bei der in Harare 10.000 Strassenkinder, Strassenhandler und Obdachlose festgenommen wurden, da sie nach Angaben eines Behordensprechers ,,Unordnung stiftende Elemente" und fur die Kriminalitat in der Stadt verantwortlich seien. Die Kinder sollten zu ihren Eltern auf dem Land zuruckgebracht werden. Im November 2006 wurden bei der Operation Chikorokoza Chapera (,,Stoppt illegalen Abbau") 25.000 Bergleute festgenommen.[132][133]

Im Januar 2007 wurden die Gebuhren fur den Rundfunkempfang um das 2500-fache erhoht. Statt bis dahin 20 Simbabwe-Dollar pro Jahr mussten nun 50.000 gezahlt werden. Dies entsprach zu diesem Zeitpunkt einem durchschnittlichen Monatseinkommen.[134]

  • Flugplatze: insgesamt: 404 (2005), davon asphaltiert: 17 (2005), davon langer als 3048 m (10.000 ft): drei, von 2438 bis 3048 m (8000 ft bis 10.000 ft): zwei, von 1524 bis 2437 m (5000 ft bis 8000 ft): vier, von 914 bis 1523 m (3000 ft bis 5000 ft): acht, davon nicht asphaltiert: 387 (2005), von 1524 bis 2437 m (5000 ft bis 8000 ft): funf, von 914 bis 1523 m (3000 ft bis 5000 ft): 186, unter 914 m (3000 ft): 196. Die Hauptstadt Harare verfugt uber einen internationalen Flughafen.

Im Jahr 2022 nutzten 32,6 Prozent der Einwohner Simbabwes das Internet.[135]

  • Telefonnetz: Das Telefonnetz des Landes erlebte ein Auf und Ab. Bei Ende der Kolonialherrschaft war es vollig abgewirtschaftet. Die meisten Gesprache waren noch handvermittelt, sodass Telefonate zwischen zwei landlichen Orten nur selten gelangen. Wenige Jahre nach der Regierungsubernahme der schwarzen Bevolkerungsmehrheit modernisiert, ist es inzwischen Opfer der allgemeinen Misswirtschaft geworden. 100.000 Anschlusse warten zurzeit darauf, geschaltet zu werden. Festnetz: 317.000 (2004) Anschlusse, Mobiltelefone: 423.600 (2004)
  • Internet: Zwei internationale digitale Gateways, eines in Harare, eines in Gweru
  • Satelliten-Downlinks: 2

Alle Rundfunksender sind im Besitz der Regierung und vertreten deren Politik. Der Inlandsdienst der Zimbabwe Broadcasting Corporation (ZBC) sendet in den Landessprachen Shona und isiNdebele uber einen Kurzwellensender im 49-m-Band. Bei guten Ausbreitungsbedingungen sind Sendungen auch in Europa zu empfangen und Empfangsberichte werden mit einer QSL-Karte bestatigt.

Spuren der Steinzeit: Felszeichnungen der San

Hohlenzeichnungen

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Die steinzeitliche Kultur der San, die sich im benachbarten Botswana bis ins 20. Jahrhundert hielt, bestand in Simbabwe bis etwa 1000 nach Chr. und entsprach etwa der mittleren Steinzeit Europas. Hinterlassenschaft dieser Kultur sind Hohlenzeichnungen, die Jahrtausende alteren europaischen Funden aus der Eiszeit ahneln.

  • Gross-Simbabwe aus dem 11. bis 14. Jahrhundert, Zentrum des Munhumutapa Reiches, die grosste der Ruinenstatten
  • Ruinenstatte Khami aus dem 15. Jahrhundert, westlich von Bulawayo
  • Dhlodhlo (alterer Name Danangombe), Zentrum des Torwa-Staates im 17. Jahrhundert

Ausserdem gibt es noch zahlreiche kleinere Steinruinen.

Zeitgenossische Kultur

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Besucher in Great Zimbabwe

Die monumentalen Steinbauten der Ruinenstadt Great Zimbabwe, die von ca. 1200 bis ins 15. Jahrhundert besiedelt war, zeugen von der bedeutenden Kultur des damaligen Munhumutapa-Reiches. Sie wurde zum Namensgeber der heutigen Republik. In den bis zu 10 Meter hohen, ganz ohne Mortel gefugten Mauern fand man riesige, in Stein gemeisselte Vogel. Der ,,Simbabwe-Vogel" ziert heute die Nationalflagge.

Schon damals gab es demnach eine Tradition der Steinmetzkunst, auch wenn die Vogel aus dem weichen Speckstein gearbeitet waren und nicht aus den festeren Gesteinen des Great Dyke, die im 20. Jahrhundert eine der gunstigen Voraussetzungen fur die Entstehung einer neuen Bildhauertradition wurden. Die geologische Auffaltung des Great Dyke, die sich 555 km vom Norden bis in den Suden des Landes erstreckt, birgt reiche Vorkommen mineralischer Rohstoffe, wie Serpentinite (,,Springstone"), Opal, Dolomit, Marmor, Steatit, Jade, Lepidolith und andere, mitunter in vielfaltigen Farbvarianten. Das grosse, rohstoffreiche Areal des Great Dyke und des Grunsteingurtels entstand vor ca. 2,5 Milliarden Jahren, durch vulkanische und tektonische Aktivitaten bei sehr hohen Temperaturen und grossem Druck. Das Farbenspiel der Gesteine und Minerale tritt zutage, wenn man sie schleift, wachst und poliert.

Ein weiterer gunstiger Umstand fur die Entstehung einer zeitgenossischen Bildhauerei war der Bau der Nationalgalerie in Salisbury, dem heutigen Harare. Der Kanadier Frank McEwen wurde als erster Direktor berufen. Er hatte ein fur das rassistische Rhodesien ungewohnlich grosses Interesse an den Werken afrikanischer Kunstler. Einem Landwirtschaftsberater, Joram Mariga, der bei Strassenbauarbeiten einen schimmernden Speckstein gefunden und begonnen hatte, mit einem Kuchenmesser daran zu schnitzen, kaufte MacEwen fur eine hohe Summe eine Steinschale ab, deren ausserordentlichen kunstlerischen Wert er sofort erkannt hatte. Mariga grundete auf dem Gelande der Nationalgalerie den Vukutu-Nyanga-Workshop fur Bildhauerei, die spatere Vukutu-Kunstakademie, die zum Ausgangspunkt einer ganzen Generation von Bildhauern wurde. Schliesslich brachte McEwen Kunstler auf Kunstausstellungen in Paris, London und New York City.

Eine wichtige Rolle spielten auch Tom Blomefield und seine Farm Tengenenge nordwestlich von Harare, unmittelbar an den Hangen des Great Dyke. Blomefield war Tabakfarmer. Als es ab 1966 aufgrund der einseitigen Unabhangigkeitserklarung Ian Smiths und seiner Apartheidregierung zu internationalen Sanktionen kam, wurde es unmoglich, vom Tabakanbau zu leben. So schlug Blomefield seinen Arbeitern vor, Steinskulpturen zu meisseln.

Zur ersten Generation moderner Bildhauer, die wahrend jener Zeit ihre Kunst entwickelte, zahlen vor allem Henry Munyaradzi, Bernard Matemera, Nicholas Mukomberanwa, Fanizani Akuda, Enos Gunja, Edward Chiwawa und Sylvester Mubayi. Auf ihrer ersten Ausstellung 1968 in der National Gallery of Zimbabwe in Harare wurden bereits samtliche Werke verkauft.

In der zweiten ,,Generation" ragen die Sohne Henry Munyaradzis, Mike M., und Nicholas Mukomberanwas, Lawrence M., hervor; beide sind Vorstandsmitglieder der Kunstlervereinigung Friends Forever, der sich viele Bildhauer und Bildhauerinnen wie die international erfolgreiche Colleen Madamombe angeschlossen haben. Auch der taubstumme Godfrey Kututwa aus Chitungwiza bei Harare zahlt hierzu; er ist Schuler von Claud Nyanhongo, dessen kunstlerische Aktivitaten sich ebenfalls auf mehrere Sohne und Tochter ubertragen haben.

Als ,,dritte Generation" der simbabwischen Bildhauerbewegung bezeichnet man unter anderem die jungeren Sohne und Tochter Nicholas Mukomberanwas, Taguma, Ennika und Netsai in Ruwa sowie den jungen Kapenda Tembo, Itai Nyama und viele andere. Insgesamt arbeiten in Tengenenge, Ruwa, Guruve und anderen Orten inzwischen weit uber 300 Kunstler; zahlreiche Galerien verbreiten ihre Werke weltweit.

Diese Kunst ist heute im Museum of Modern Art in New York City ebenso zu finden wie im Pariser Musee Rodin und in anderen grossen Museen der Welt. Auf der Biennale in Venedig erhielten die Kunstler Simbabwes einen eigenen Pavillon, an der Expo 92 in Sevilla und der Expo 2000 in Hannover nahmen sie ebenfalls teil.

Obwohl der Begriff ,,Shona" eine ganze Gruppe von Volkern in und ausserhalb von Simbabwe bezeichnet und auch Kunstler aus anderen Ethnien als Steinbildhauer im Lande arbeiten, spricht man generalisierend haufig von Shona-Skulpturen.

Sculpture Prize: Seit 2002 findet im zweijahrigen Rhythmus ein Bildhauer-Wettbewerb statt, bei dem die Preistrager des Kristin Diehl Sculpture Prize ermittelt werden. Unter der Schirmherrschaft der deutschen Botschaft, des Goethe-Instituts und - ehemals - mit Hilfe des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) wird der Wettbewerb in Harare durchgefuhrt.

Zu den bekanntesten zeitgenossischen Musikern Simbabwes zahlen Thomas Mapfumo, die 2023 gestorbene Stella Chiweshe sowie der 2019 gestorbene Oliver Mtukudzi. Auch die Bhundu Boys haben Musik aus Simbabwe in Europa bekannt gemacht, ebenso wie die Band Mokoomba, die eine Mischung aus Afropop, Funk und Reggae spielt.

Die Simbabwische Siebener-Rugby-Nationalmannschaft bei den Hong Kong Sevens 2009
Die Simbabwische Cricket-Nationalmannschaft im Sher-e-Bangla National Cricket Stadium in Dhaka bei einer Trinkpause wahrend des ODIs gegen Bangladesch 23. Januar 2009

Cara Black (mit ihrer US-amerikanischen Doppelpartnerin Liezel Huber) sowie Kevin Ullyett (mit Jonas Bjorkman, Schweden) gehorten in den Tennis-Doppelwettkampfen zur Weltspitze. Noch bekannter ist allerdings die Ausnahmeschwimmerin Kirsty Coventry, die nach ihren Olympiasiegen 2004 und 2008 zur Volksheldin und Hoffnungstragerin fur ihr Land avancierte.

Die popularste Mannschaftssportart ist Fussball. Die simbabwische Fussballnationalmannschaft, die erst ab 1980 an internationalen Wettbewerben teilnehmen konnte, qualifizierte sich hingegen fur die Afrikameisterschaften 2004, 2006, 2017, 2019 und 2022. Im Ausland bekannt ist der in Sudafrika spielende Benjani. Der ehemalige Fussballnationaltorwart Bruce Grobbelaar spielte in den 1980ern und fruhen 1990ern fur den englischen Top-Club FC Liverpool, mit dem er zahlreiche Titel gewann.

Nach Fussball sind Cricket und Rugby Union weitere beliebte Sportarten. Bereits 1895 wurde der Rugbyverband Rhodesia Rugby Football Union gegrundet. Die Rugby-Nationalmannschaft qualifizierte sich fur die ersten beiden Rugby-Union-Weltmeisterschaften 1987 und 1991, seitdem scheiterte man jedoch in den Qualifikationen. Simbabwe ist einer der Teilnehmer bei der Rugby-Union-Afrikameisterschaft und trifft dort auf andere aufstrebende Nationalmannschaften. Dort wurde man 2012 und 2024 Afrikameister sowie dreimal Vizeafrikameister. Ein bekannter simbabwischer Rugbyspieler, der fur Sudafrika spielt, ist Tendai Mtawarira.

Die Cricket-Nationalmannschaft ist eine von aktuell zwolf Test-Cricket Nationen und qualifizierte sich von 1983 bis 2015 fur jeden Cricket World Cup, seitdem scheiterte man jedoch in den Qualifikationen. Ausserdem war man 2003 Co-Gastgeber mit Sudafrika und Kenia. Im November 2021 wurde Simbabwe zusammen mit Namibia und Sudafrika zum Gastgeber des Cricket World Cup 2027 ernannt.[136] Bekannte simbabwische Cricketspieler sind Andy Flower und Brendan Taylor.

Special Olympics Simbabwe wurde 1987 gegrundet und nahm mehrmals an Special Olympics Weltspielen teil.

Kirsty Coventry aus Simbabwe ist die erste Frau an der Spitze des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Auf der 144. IOC-Session im griechischen Costa Navarino wurde am 20. Marz 2025 die 41-jahrige ehemalige Goldmedaillen-Gewinnerin im Schwimmen bereits im ersten Wahlgang zur Prasidentin gewahlt.

Die erste Goldmedaille gewann Simbabwe bei den Olympischen Spielen 1980 im Feldhockey. In Moskau siegte die simbabwische Hockeynationalmannschaft der Damen.

Literatur zur Bildhauerei in Simbabwe

  • Ben Joosten: Lexicon: Sculptors from Zimbabwe. The first generation. Dodeward, ISBN 90-806629-1-7.
  • Contemporary Master Sculptors of Zimbabwe. Ruwa 2007, ISBN 978-0-7974-3527-8.
  • Oliver Sultan: Life in Stone. Zimbabwean Sculpture. Birth of a Contemporary Art Form. Harare 1999, ISBN 1-77909-023-4.
  • Eberhard Schnake: Spirits in Stone. Steinskulpturen aus Zimbabwe, Munster 2003.
  • Celia Winter-Irving: Tengenenge - Art, Sculpture and Paintings.
  • Celia Winter-Irving: Stone Sculpture in Zimbabwe. Context, Content and Form. Harare 1991.
  • Listen von Steinbildhauern der ersten, zweiten und dritten Generation First Generations Sculptors (Memento vom 6. Oktober 2011 im Internet Archive)
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Internationale Links

Einzelnachweise

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  1. | Statistisches Amt Simbabwe, S. 6.
  2. | Population growth (annual %). In: World Economic Outlook Database. Weltbank, 2021, abgerufen am 3. November 2022 (englisch).
  3. | a b GDP, current prices Billions of U.S. dollars. In: IMF DataMapper. Internationaler Wahrungsfonds, 2025, abgerufen am 1. Dezember 2025 (englisch). ; GDP, current prices Purchasing power parity; billions of international dollars. In: IMF DataMapper. Internationaler Wahrungsfonds, 2025, abgerufen am 1. Dezember 2025 (englisch). GDP per capita, current prices. U.S. dollars per capita. In: IMF DataMapper. Internationaler Wahrungsfonds, 2025, abgerufen am 1. Dezember 2025 (englisch). ; GDP per capita, current prices - Purchasing power parity; international dollars per capita. In: IMF DataMapper. Internationaler Wahrungsfonds, 2025, abgerufen am 1. Dezember 2025 (englisch).
  4. | Table: Human Development Index and its components. In: Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (Hrsg.): Human Development Report 2025. United Nations Development Programme, New York 2025, ISBN 978-92-1154263-9, S. 280 (englisch, undp.org [PDF]).
  5. | a b Shingai Nyoka: Zimbabwe launches new gold-backed currency - ZiG. In: BBC News. 5. April 2024, abgerufen am 6. April 2024 (englisch).
  6. | Astrid Cornaro, Marcus Cornaro: Zimbabwe. Das afrikanische Hochland zwischen den Flussen Zambezi und Limpopo (= DuMont-Dokumente: Landschaftsfuhrer). Koln 1991, S. 94.
  7. | Climate Change & Human Development: Towards Building a Climate Resilient Nation. UN Development Programme (2018): Zimbabwe Human Development Report 2017.
  8. | Zambia declares floods 'disaster'. BBC News, 18. Januar 2008.
  9. | Andy Moore, Tom Blenkinsop, Fenton (Woody) Cotterill: Southern African topography and erosion history: plumes or platetectonics? In: Terra Nova. Band 21, 2009, Nr. 4, 310-315 (englisch, orca.cf.ac.uk, PDF).
  10. | Rene A. Pelletier: Mineral Resources of South-Central Africa. Oxford University Press, Cape Town, London, New York, Toronto 1964, S. 137.
  11. | A. E. Moore, F. P. D (Woody) Cotterill, T. Broderick & D. Plowes: Landscape evolution in Zimbabwefrom the Permian to present,with implications for kimberlite prospecting. In: South African Journal of Geology. Band 112, 2009, S. 65-88 (englisch, www.mantleplumes.org, PDF).
  12. | Zimbabwe: Administrative Division (Provinces and Districts) - Population Statistics, Charts and Map. Abgerufen am 24. November 2017 (englisch).
  13. | POPULATION CENSUS > Population Census National Report 2012. Statistikamt von Simbabwe, 2012, abgerufen am 25. August 2021 (englisch).
  14. | a b c Zimbabwe 2022 Population and Housing Census Report, Volume 2 Population Distribution by Ward. Zimbabwe National Statistics Agency. (englisch, PDF).
  15. | Urban population (% of total population). Weltbank, abgerufen am 30. Dezember 2024 (englisch).
  16. | World Population Prospects - Population Division - United Nations
  17. | Population, total. In: World Economic Outlook Database. Weltbank, 2023, abgerufen am 30. Dezember 2024 (englisch).
  18. | Birth rate, crude (per 1,000 people). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 30. Dezember 2024 (englisch).
  19. | Death rate, crude (per 1,000 people). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 30. Dezember 2024 (englisch).
  20. | Fertility rate, total (births per woman). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 30. Dezember 2024 (englisch).
  21. | a b c Life expectancy at birth, total (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 30. Dezember 2024 (englisch).
  22. | World Population Prospects 2022 - Population Dynamics -Download Files. Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten der Vereinten Nationen, 2021, abgerufen am 30. Dezember 2024 (englisch).
  23. | Population ages 0-14 (% of total population). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 30. Dezember 2024 (englisch).
  24. | Population ages 65 and above (% of total population). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 30. Dezember 2024 (englisch).
  25. | Zimbabwe: Society. ISS Africa, 2003, abgerufen am 4. Marz 2023 (englisch).
  26. | After the fall: White Zimbabwean farmer finds promise in Kenya auf YouTube
  27. | Institute for Security Studies: Country File: Zimbabwe Society. auf www.issafrica.org (englisch).
  28. | Migration Report 2017. (PDF) UN, abgerufen am 30. September 2018 (englisch).
  29. | Origins and Destinations of the World's Migrants, 1990-2017. In: Pew Research Center's Global Attitudes Project. 28. Februar 2018 (pewglobal.org [abgerufen am 30. September 2018]).
  30. | Auswartiges Amt - Simbabwe - Ubersicht, zuletzt gesehen am 13. November 2017.
  31. | MSN Encarta. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfugbar) am 31. Oktober 2007; abgerufen am 13. November 2007.
  32. | Constitution Zimbabwe Constitution Project, 2013, S. 17.
  33. | Current health expenditure (% of GDP). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 30. Dezember 2024 (englisch).
  34. | Global Health Workforce statistics database. In: The Global Health Observatory. Weltgesundheitsorganisation, 2024, abgerufen am 30. Dezember 2024 (englisch).
  35. | Mortality rate, under-5 (per 1,000 live births). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 30. Dezember 2024 (englisch).
  36. | Life expectancy at birth, female (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 30. Dezember 2024 (englisch).
  37. | Life expectancy at birth, male (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 30. Dezember 2024 (englisch).
  38. | June Hannam, Mitzi Auchterlonie, Katherine Holden: International Encyclopedia of Women's Suffrage. ABC-Clio, Santa Barbara, Denver, Oxford 2000, ISBN 1-57607-064-6, S. 272.
  39. | Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 339.
  40. | a b c d e f June Hannam, Mitzi Auchterlonie, Katherine Holden: International Encyclopedia of Women's Suffrage. ABC-Clio, Santa Barbara, Denver, Oxford 2000, ISBN 1-57607-064-6, S. 7.
  41. | a b Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 429.
  42. | a b c - New Parline: the IPU's Open Data Platform (beta). In: data.ipu.org. Abgerufen am 13. Oktober 2018 (englisch).
  43. | Caroline Daley, Melanie Nolan (Hrsg.): Suffrage and Beyond. International Feminist Perspectives. New York University Press, New York 1994, S. 352.
  44. | Lancester House Agreement. (PDF) 21. Dezember 1979, abgerufen am 5. Marz 2023 (englisch).
  45. | South African History Online: Zimbabwe becomes a member of the United Nations (UN). auf www.sahistory.org.za (englisch).
  46. | Reinhard Paesler: Simbabwe. in Staatslexikon. Band 7, 7. Aufl., Freiburg i. Br., 1993, S. 639
  47. | a b Zimbabwe Achieving Shared Growth (ab S. 7). (PDF; 3,6 MB) World Bank (1995), abgerufen am 30. Juni 2010 (englisch).
  48. | Geoff Hill: The Battle for Zimbabwe: The Final Countdown. Struik, Johannesburg 2005, ISBN 1-86872-652-5 (englisch).
  49. | a b Zimbabwe Achieving Shared Growth (S. 9). (PDF; 3,6 MB) World Bank (1995), abgerufen am 30. Juni 2010 (englisch).
  50. | World Bank Report (PDF; 2,7 MB) 1991, S. 9 f.
  51. | Zimbabwe Achieving Shared Growth (S. 8). (PDF; 3,6 MB) World Bank (1995), abgerufen am 30. Juni 2010 (englisch).
  52. | Le Monde diplomatique: Mugabes eiserne Hand 16. September 2005
  53. | Zimbabwe Country Analysis. (PDF) United Nations, 2010, S. 26-27, archiviert vom Original (nicht mehr online verfugbar) am 14. Januar 2015; abgerufen am 4. Marz 2023 (englisch).
  54. | Rudiger Strauch: Enteignungen in Simbabwe: Weisse Farmer leisten Widerstand gegen Diktator Mugabe. In: Spiegel Online. 22. August 2002, abgerufen am 7. August 2018.
  55. | Jean Ziegler: Absturz eines Helden, Die Weltwoche Ausgabe 27/08.
  56. | Bartholomaus Grill: Simbabwe: Leitfaden fur Diktatoren. In: zeit.de. 27. Marz 2008, abgerufen am 26. November 2015.
  57. | sueddeutsche.de vom 17. Mai 2010, Hyperinflation erreicht 11,2 Millionen Prozent
  58. | Ein Land der Narben (Memento vom 4. November 2006 im Internet Archive), National Geographic August 2003
  59. | Vereidigung in Simbabwe: Tsvangirai ist neuer Regent von Mugabes Gnaden - WELT. 3. Oktober 2015, abgerufen am 26. Dezember 2023.
  60. | Ein schwarzer Freitag: Roy Bennett verschleppt - AZ dabei. 19. Februar 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfugbar) am 19. Februar 2009; abgerufen am 26. Dezember 2023.
  61. | Mugabe: Zim ready for friendly relations with West. mg.co.za, 6. Oktober 2009.
  62. | Zimbabwe exodus to South Africa continues, BBC, 10. Dezember 2009
  63. | Simbabwe hat wenig Grund zum Feiern, AG Friedensforschung, 17. April 2010
  64. | SA braced for big Zimbabwe influx. 18. Mai 2007 (bbc.co.uk [abgerufen am 26. Dezember 2023]).
  65. | Tagesschau: Grosse Mehrheit stimmt in Simbabwe fur neue Verfassung (Memento vom 30. Mai 2013 im Internet Archive) vom 19. Marz 2013.
  66. | BBC Africa: Zimbabwe approves new constitution vom 19. Marz 2013 (englisch), abgerufen am 6. Dezember 2015.
  67. | Civil society's triumph on Zimbabwe. In: British Broadcasting Corporation. 25. April 2008, abgerufen am 19. Juni 2012 (englisch).
  68. | WHO: World Health Organization: Zimbabwe Situation Report
  69. | Ban Ki-moon: Statement Attributable to the Spokesperson for the Secretary-General on elections in Zimbabwe. 2. August 2013, abgerufen am 4. August 2013.
  70. | Rober Mugabe (ZANU-PF) lasst sich zum Wahlsieger in Simbabwe erklaren, Spiegel Online am 1. August 2013, abgerufen am 1. August 2013.
  71. | BpB Dossier Innerstaatliche Konflikte - Simbabwe
  72. | Auswartiges Amt - Landerinformationen Simbabwe
  73. | Wahlen in Simbabwe. Mugabes deutlicher Doppelsieg. die tageszeitung, 3. August 2013, abgerufen am 4. August 2013.
  74. | SADC Election Observation Mission to the Republic of Zimbabwe Preliminary Statement by Hon. Bernard Kamillius Membe Minister of Foreign Affairs and International Cooperation of the United Republic of Tanzania and Head of the SADC Election Observation Mission to the Harmonised Elections of the Republic of Zimbabwe Held on 31 July 2013. (PDF; 100 kB) SADC, 2. August 2013, abgerufen am 25. November 2015.
  75. | African Union Election Observation Mission to the Harmonised Elections of 31 July 2013 in the Republic of Zimbabwe. (PDF) Preliminary Statement. Afrikanische Union, 2. August 2013, archiviert vom Original (nicht mehr online verfugbar) am 14. Oktober 2014; abgerufen am 4. August 2013.
  76. | Das <> und die Freiheit, SRF Nachrichten, 3. April 2018.
  77. | Militar in Simbabwe ubernimmt Kontrolle uber den Staat. In: sueddeutsche.de. 15. November 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 15. November 2017]).
  78. | Umstrittene Abstimmung: Simbabwes Prasident wiedergewahlt. Abgerufen am 27. August 2023.
  79. | David Ehl: Simbabwe: Eine neue Hoffnung fur die Opposition - und neue Repressionen. In: Deutsche Welle. 1. April 2022, abgerufen am 2. April 2022.
  80. | a b Jana Genth: Vor Prasidentschaftswahl: Simbabwes ,,Krokodil" will wiedergewahlt werden. Abgerufen am 23. August 2023.
  81. | Senat bei ipu.org (englisch), abgerufen am 23. Marz 2013.
  82. | Fragile States Index: Global Data. Fund for Peace, 2024, abgerufen am 22. Juni 2025 (englisch).
  83. | The Economist Intelligence Unit's Democracy Index. The Economist Intelligence Unit, 2024, abgerufen am 22. Juni 2025 (englisch).
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Politische Gliederung Afrikas
Mitgliedstaaten der
Vereinten Nationen:

Agypten 1 | Algerien | Angola | Aquatorialguinea | Athiopien | Benin | Botswana | Burkina Faso | Burundi | Dschibuti | Elfenbeinkuste | Eritrea | Eswatini | Gabun | Gambia | Ghana | Guinea | Guinea-Bissau | Jemen 2 | Kamerun | Kap Verde | Kenia | Komoren | Demokratische Republik Kongo | Republik Kongo | Lesotho | Liberia | Libyen | Madagaskar | Malawi | Mali | Marokko | Mauretanien | Mauritius | Mosambik | Namibia | Niger | Nigeria | Ruanda | Sambia | Sao Tome und Principe | Senegal | Seychellen | Sierra Leone | Simbabwe | Somalia | Sudafrika | Sudan | Sudsudan | Tansania | Togo | Tschad | Tunesien | Uganda | Zentralafrikanische Republik

Abhangige Gebiete:

Iles Eparses | Kanarische Inseln | Madeira | Mayotte | Plazas de soberania (mit Ceuta und Melilla) | Reunion | St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha

Umstrittene Gebiete:

Demokratische Arabische Republik Sahara | Somaliland

1
Liegt zum Teil auch in Asien.
2
Liegt grosstenteils in Asien.

-19.01666666666730.016666666667Koordinaten: 19deg S, 30deg O

Normdaten (Geografikum): GND: 4049850-5 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS) | LCCN: n80089993 | NDL: 00569590 | VIAF: 129004386