Freedom House
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| Freedom House | |
|---|---|
| Rechtsform | 501(c)(3) organization |
| Grundung | 10. November 1941[1] |
| Grunder | Wendell Willkie, Eleanor Roosevelt, Dorothy Thompson, Rex Stout |
| Sitz | Washington, D.C., Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten |
| Zweck | Forschungsinstitut, Denkfabrik |
| Schwerpunkt | Menschenrechtsorganisation |
| Vorsitz | Vereinigte Staaten Michael Abramowitz (seit 2017)[2] |
| Umsatz | 48.017.381 US$ (2019)[2] |
| Beschaftigte | 120 |
| Website | freedomhouse.org |
Freedom House ist eine nationale Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Washington, D.C., deren Ziel es ist, liberale Demokratien weltweit zu fordern. Bekannt ist sie vor allem durch ihre jahrlich veroffentlichten Berichte Freedom in the World [3] und Freedom of the Press.[4]
Der seit 1973 veroffentlichte Freedom in the World zahlt zu den altesten Indizes, die Freiheit und Demokratie untersuchen. Diese Berichte erfahren weitreichende Beachtung in Medien, Wissenschaft und Politik.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Organisation wurde 1941 von Wendell Willkie, Eleanor Roosevelt, George Field, Dorothy Thompson, Rex Stout, Herbert Bayard Swope und anderen in New York als Reaktion auf den totalitaren Nationalsozialismus gegrundet. Entgegen der damals vorherrschenden isolationistischen Aussenpolitik setzte sich Freedom House zu dieser Zeit fur einen Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg auf Seiten Grossbritanniens ein. In den Nachkriegsjahren unterstutzte Freedom House den Marshall-Plan und die Grundung der NATO. Obwohl selbst ausgepragt antikommunistisch, war Freedom House ein ausgesprochener Gegner des McCarthyismus. Wahrend der 1950er und 1960er Jahre unterstutzte es die Burgerrechtsbewegung in den USA. Infolge des weltweiten Zerfalls ziviler Freiheiten durch realsozialistische Systeme, diktatorische Regimes und Militarjuntas in Asien, Afrika und Lateinamerika erarbeitete Freedom House Kriterien zur Beurteilung von Menschenrechten und burgerlichen Freiheiten. Es war engagiert in der Verteidigung mehrerer Dissidenten in der Sowjetunion, darunter auch von Andrei Sacharow. In den 1980er Jahren unterstutzte es die Solidarnosc-Bewegung in Polen und die demokratische Opposition auf den Philippinen.
Im Mai 2024 erklarten die russischen Behorden Freedom House zu einer ,,unerwunschten Organisation".[5]
Finanzierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Freedom House zahlt mehrere Institutionen der US-Regierung zu seinen grossten Geldgebern.[6] Zu den drei grossten Spendern gehorte 2010 der Demokratieforderfonds der Vereinten Nationen (UNDEF). Dazu kommen Mittel weiterer Regierungen sowie verschiedener halboffentlicher und privater Stiftungen, etwa der Open Society Foundations von George Soros.[7] 2016 finanzierte sich Freedom House dem eigenen Finanzreport zufolge zu 86 Prozent durch Gelder der US-Regierung. Zu den wichtigen Unterstutzern gehorten auch das EU-Menschenrechtsprogramm und die Regierungen von Kanada, der Niederlande und Norwegen. Google zahlte 2017 mehr als 100.000 Dollar, Facebook ebenso wie der britische Rustungskonzern BAE Systems mehr als 50.000 Dollar.[8] Aufgrund dieser Finanzierungsstruktur wird die Organisation haufig mit dem Vorwurf politischer Parteilichkeit konfrontiert.
Berichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten],,Freedom in the World"
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Freedom House erstellt seit 1973 einen jahrlichen Bericht, Freedom in the World, in dem sie den Grad an Demokratie und Freiheit in Nationen und bedeutenden umstrittenen Territorien auf der ganzen Welt bewertet. Bis 2019 wurden die politischen Rechte und die burgerlichen Freiheiten dabei auf einer Skala von 1 (am freiesten) bis 7 (am wenigsten frei) angegeben. Seit 2020 werden zur genaueren Differenzierung maximal 40 Punkte in der Kategorie ,,politische Rechte" und maximal 60 Punkte in der Kategorie ,,burgerliche Freiheiten" vergeben.
Bis 2003 galten Staaten, bei denen der Durchschnittswert fur politische und burgerliche Freiheiten zwischen 1,0 und 2,5 lag, als ,,frei". Staaten mit Werten zwischen 3,0 und 5,5 galten als ,,teilweise frei" und jene mit Werten zwischen 5,5 und 7,0 als ,,unfrei". Seit 2003 erstreckt sich der Bereich ,,teilweise frei" von 3,0 bis 5,0, ,,unfrei" von 5,5 bis 7,0.
Kategorien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Freedom House liefert fur jedes Land numerische Bewertungen fur diese sieben Indikatoren:
- Nationale demokratische Regierungsfuhrung. Berucksichtigt den demokratischeren Charakter des Regierungssystems; und die Unabhangigkeit, Effektivitat und Rechenschaftspflicht der Legislative und Exekutive.
- Wahlprozess. Untersucht nationale Exekutiv- und Legislativwahlen, den Wahlrahmen, das Funktionsweise von Mehrparteiensystemen und die Beteiligung der Bevolkerung am politischen Prozess.
- Zivilgesellschaft. Bewertet die organisatorische Kapazitat und finanzielle Tragfahigkeit des zivilgesellschaftlichen Sektors, das rechtliche und politischen Umfelds, in dem er tatig ist, das Funktionieren der Gewerkschaften, die Beteiligung von Interessengruppen am politischen Prozess und die Bedrohung durch antidemokratische extremistische Gruppen.
- Unabhangige Medien. Untersucht den aktuellen Stand der Presse Pressefreiheit, einschliesslich Verleumdungsgesetze, Belastigung von Journalisten und Unabhangigkeit der Redaktionen, das Funktionieren einer finanziell lebensfahigen und unabhangigen privaten Presse und die Funktionsweise der offentlichen Medien.
- Lokale demokratische Regierungsfuhrung. Berucksichtigt die Dezentralisierung der Macht, die Zustandigkeiten, die Wahl und die der lokalen Regierungsorgane sowie die Transparenz und Rechenschaftspflicht der lokalen Behorden.
- Justizieller Rahmen und Unabhangigkeit. Bewertet Schutz der Verfassungs- und Menschenrechte, richterliche Unabhangigkeit, den Status der Rechte ethnischer Minderheiten, Garantien fur die Gleichheit vor dem Gesetz, die Behandlung von Verdachtigen und Gefangenen sowie die Einhaltung von Gerichtsentscheidungen.
- Korruption. Untersucht die offentliche Wahrnehmung von Korruption, die Geschaftsinteressen von Spitzenpolitikern, die Gesetze uber finanzielle Offenlegung von Finanzen und Interessenkonflikten, sowie die Wirksamkeit von Initiativen zur Korruptionsbekampfung.
,,Press Freedom Survey"
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Freedom House erstellt auch einen jahrlichen Bericht uber die Pressefreiheit (Press Freedom Survey), Governance in den Staaten der fruheren Sowjetunion (Nations in Transit) und Staaten im Grenzbereich der Demokratie (Countries at the Crossroads).
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Demokratieindex
- Demokratiemessung
- World Happiness Report
- Liste der Staatsformen und Regierungssysteme
- Freiheitsindex
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- | Our History: Freedom House Timeline. Webseite von Freedom House, abgerufen am 28. August 2021 (englisch).
- | a b Tax Filings and Audits by Year. propublica.org, abgerufen am 29. August 2021 (englisch).
- | [1]
- | [2]
- | Russia declares US NGO Freedom House an undesirable organisation. In: Reuters. 7. Mai 2024; abgerufen im 1. Januar 1 (englisch).
- | Our Supporters auf der offiziellen Webseite von Freedom House, abgerufen am 29. Juli 2013 (englisch)
- | Annual Report 2010 (PDF; 5,1 MB), Jahresbericht 2010, hier S. 14, abgerufen am 29. Juli 2013 (englisch)
- | Lars Wienand: Deutschland rutscht im Demokratieindex ab. Bei t-online.de, 17. Januar 2018.