Jared Diamond
- Afrikaans
- l`rby@
- mSr~
- asmiiy'aa
- Az@rbaycanca
- toerkhjh
- B'lgarski
- baaNlaa
- Brezhoneg
- Catala
- Cestina
- Dansk
- Ellenika
- English
- Esperanto
- Espanol
- Euskara
- frsy
- Suomi
- Francais
- Galego
- gylkhy
- `bryt
- Hrvatski
- Magyar
- Hayeren
- Interlingua
- Bahasa Indonesia
- Italiano
- Ri Ben Yu
- hangugeo
- Latina
- Minangkabau
- Nederlands
- Norsk nynorsk
- Norsk bokmal
- Kapampangan
- Polski
- Portugues
- Romana
- Russkii
- Simple English
- Slovencina
- Svenska
- tmilll
- aithy
- Turkce
- Ukrayins'ka
- O`zbekcha / uzbekcha
- Tieng Viet
- Zhong Wen
Jared Mason Diamond (* 10. September 1937 in Boston, Massachusetts) ist ein US-amerikanischer Evolutionsbiologe, Physiologe und Biogeograph.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Jared Diamond ist der Sohn des Hamatologen und Kinderarztes Louis K. Diamond.[1] Seine Mutter war Konzertpianistin, Lehrerin und Linguistin. Beide Eltern kamen aus judischen Immigrantenfamilien osteuropaischer Herkunft. Diamond wuchs mit einer jungeren Schwester in Boston auf.[2]
Diamond erreichte im Jahre 1958 einen Bachelor-Abschluss an der Harvard University und promovierte 1961 an der University of Cambridge. Er war viele Jahrzehnte lang in der Feldforschung tatig und leitete zahlreiche anthropologische und evolutionsbiologische Expeditionen nach Neuguinea. Seit Juni 2004 ist er Professor fur Geografie an der University of California, Los Angeles. Vorher war er dort Professor fur Physiologie an der medizinischen Fakultat gewesen. Diamond ist dem breiten Publikum durch seine popularwissenschaftlichen Bucher, in denen er neueste Erkenntnisse aus Anthropologie, Biologie und Geschichte zusammenhangend darstellt, bekannt geworden. Seine Arbeit ist ausgesprochen breit interdisziplinar angelegt. Er ist Mitglied u. a. der American Academy of Arts and Sciences (1973), der National Academy of Sciences (1979) und der American Philosophical Society (1988). 1985 war er MacArthur Fellow.
Diamond spricht neben Englisch etliche weitere Sprachen, darunter Deutsch, Tok Pisin und die Sprache der Fore.[3] Als er uber 60 Jahre alt war, lernte er als seine zwolfte Sprache Italienisch.[4]
Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Der dritte Schimpanse (1992) greift Diamond auf Erkenntnisse der Evolutionsbiologie, Linguistik, Geschichte, Archaologie und weiterer Disziplinen zuruck, um die Frage zu beantworten, wie die entscheidenden Besonderheiten der Menschen zu erklaren sind: Lebenszyklus und Sexualverhalten, Sprache, Kunst, Landwirtschaft, Volkermord und Umweltzerstorung. In diesem Werk sind bereits die Themen angelegt, die er in den folgenden drei Buchern vertieft.
Fur sein Buch Arm und Reich (englisch: Guns, Germs, and Steel, 1997, dt. 1999) wurde Diamond 1998 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Kernaussage dieses Werkes ist, dass hochst unterschiedliche naturraumliche Ausgangsvoraussetzungen auf den Kontinenten - und nicht etwa Unterschiede zwischen menschlichen Rassen - die Grundlage fur die weltweite wirtschaftliche Dominanz ,,westlicher" und asiatischer Kulturen bildeten. Der fur die menschliche Entwicklung entscheidende Ubergang zu landwirtschaftlichen Gesellschaften ist nach Diamonds Darstellung vor allem durch die Verfugbarkeit domestizierbarer Pflanzen- und Tierarten gepragt; Eurasien hatte hier von Anfang an eine vorteilhafte Sonderstellung. Zum anderen sei die uberlegene Entwicklung und weltweite Durchsetzung der eurasischen Kulturen auch auf die geografische Ausrichtung der Kontinente zuruckzufuhren. In Eurasien ermoglichten lange Verkehrswege in Ost-West-Richtung einen jahrtausendelangen Austausch von Errungenschaften. Dagegen sind Afrika und Amerika an einer Hauptachse in Nord-Sud-Richtung ausgerichtet. Hier wirkten hohe Gebirge, Wusten oder tropische Urwalder als Barrieren in Nord-Sud-Richtung, so dass etwa die Inka in Sudamerika keine Verbindung zu den Maya und Azteken in Mittelamerika hatten.
In seinem Werk Warum macht Sex Spass? (1997, dt. 1998) geht es um das in der Natur hochst ungewohnliche menschliche Sexualverhalten und unsere Besonderheiten im Lebenszyklus, die fur die Menschwerdung zentral waren.
In Kollaps: Warum Gesellschaften uberleben oder untergehen (2005) betrachtet Diamond beispielhaft einige Kulturen, die sich durch Ubernutzung der Umwelt bzw. durch falsche Reaktion auf allgemeine Umweltveranderungen selbst zugrunde richteten und dann in sehr kurzer Zeit einen vollkommenen gesellschaftlichen Zusammenbruch erlebten. So analysiert er beispielsweise die Wikinger in Gronland, die Anasazi in Nordamerika, die Polynesier auf der Osterinsel oder die Maya in Mittelamerika. Er behandelt aber auch Beispiele von Kulturen, die trotz ungunstiger Voraussetzungen durch Anpassung uberleben konnten. Er nennt hier die Islander, die Inuit in Gronland, Japan unter dem Tokugawa-Shogunat und Populationen einiger polynesischer Inseln. Zudem leitet er aus diesen Erkenntnissen Handlungsempfehlungen fur die heutigen Gesellschaften ab, die er weltweit in einer ahnlich gefahrlichen Gesamtsituation sieht.
Diamonds Buch Vermachtnis: Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen konnen (2012) vertritt die These, dass die sozialen Strukturen indigener Gesellschaften weitgehend den Strukturen vormoderner Gesellschaften entsprachen und anthropologische Forschung daher Ruckschlusse auf die Menschheitsgeschichte erlaube.
Das Buch Krise: Wie Nationen sich erneuern konnen (2019) ist sein bislang politikbezogenstes Werk, wobei er selber sagt, das sei allein dem Thema der kollektiven Evolutionsmoglichkeiten geschuldet.[5]
Auszeichnungen und Ehrungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2013 Wolf-Preis fur Agrarwissenschaft
- 2006 den Dickson Prize in Science
- 2001 Tyler Prize for Environmental Achievement der University of Southern California
- 1998 International Cosmos Prize[6]
Zu Diamonds Ehren wurden zwei auf Neuguinea heimische Tierarten nach ihm benannt: Zaglossus bartoni diamondi (eine Unterart des Barton-Langschnabeligels) und die Froschart Austrochaperina adamantina.[7]
Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben Anerkennung[8] hat Diamonds Buch Vermachtnis auch Widerspruch von Anthropologen[9] und Vertretern indigener Gesellschaften Papuas[10] hervorgerufen. So wird etwa bemangelt, dass Diamond indigene Gesellschaft pauschalisierend als kriegerisch darstelle und dass er sie als Relikte ,,unserer" Vorfahren beschreibt, obwohl sich indigene Gesellschaften, wie alle anderen auch, im Laufe der Zeit hatten anpassen mussen und nicht mehr so lebten, wie es die Menschen vor Hunderttausenden von Jahren getan haben. Diamonds Aussage einer Reduzierung der Gewalt durch Staatenbildungsprozesse ubersehe dazu die katastrophalen Auswirkungen, die der Kontakt mit realen Staaten fur indigene Gesellschaften bereits gehabt habe und weiterhin habe.
Stephen Corry von Survival International kritisiert generell die Bezugsgrossen der statistischen Vergleiche. Nach Diamond seien Kriege umso verheerender, je mehr Kriegstote sie im Verhaltnis zur Gesamtbevolkerung aller involvierten Lander mit sich bringen. Richtiger ware es hingegen, die Toten ins Verhaltnis zu den Menschen zu setzen, die sich auch im Gebiet des Krieges befanden. Der Eindruck einer friedvolleren Moderne komme durch diese politisch motivierte willkurliche Vergleichsbasis zustande.[11]
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bucher
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- The Third Chimpanzee. The Evolution and Future of the Human Animal. 1992. (Das Buch wurde 1992 zweimal ausgezeichnet: siehe Buchseite.)
- Der dritte Schimpanse. Evolution und Zukunft des Menschen. S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 1994, ISBN 3-10-013902-X. Fischer-TB ab 1998.
- Guns, Germs, and Steel. The Fates of Human Societies. 1997. (Das Buch erhielt 1998 einen Pulitzer-Preis.)
- Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften. S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 1999, ISBN 978-3-596-17214-6. Erweiterte Neuausgabe 2006.
- Why is Sex Fun? The Evolution of Human Sexuality. 1997.
- Warum macht Sex Spass? Die Evolution der menschlichen Sexualitat. C. Bertelsmann, Munchen 1998, ISBN 3-570-12008-2.
- Collapse. How Societies Choose to Fail or Succeed. 2005.
- Kollaps. Warum Gesellschaften uberleben oder untergehen. S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 2005, ISBN 3-10-013904-6.
- The World Until Yesterday: What Can We Learn from Traditional Societies? 2012.[12]
- Vermachtnis: Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen konnen. S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 2012, ISBN 978-3-10-013909-2.
- Upheaval: How Nations Cope with Crisis and Change. 2019.
- Krise : Wie Nationen sich erneuern konnen, aus dem Amerikanischen von Sebastian Vogel und Susanne Warmuth, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2019, ISBN 978-3-10-000284-6.
Beitrage in wissenschaftlichen Fachzeitschriften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Biogeographic Kinetics: Estimation of Relaxation Times for Avifaunas of Southwest Pacific Islands. In: Proceedings of the National Academy of Sciences 69, No. 11, (1972), 3199-3203, Link.
- Distributional Ecology of New Guinea Birds. Recent ecological and biogeographical theories can be tested on the bird communities of New Guinea. In: Science 179, No. 4075 (1973), 759-769, doi:10.1126/science.179.4075.759.
- The island dilemma: Lessons of modern biogeographic studies for the design of natural reserves. In: Biological Conservation 7, Issue 2, (1975), 129-146, doi:10.1016/0006-3207(75)90052-X.
- mit C. C. Peterson und K. A. Nagy: Sustained metabolic scope. In: Proceedings of the National Academy of Sciences 87, No 6, (1990) 2324-2328, Link.
- Mit KA Hammond: Maximal sustained energy budgets in humans and animals. In: Nature 386, (1997), 457-462, doi:10.1038/386457a0.
- Evolution, consequences and future of plant and animal domestication. In: Nature 418, (2002), 700-707, doi:10.1038/nature01019.
- mit Peter Bellwood: Farmers and Their Languages: The First Expansions. In: Science 300, No. 5619, (2003), 597-603, doi:10.1126/science.1078208.
- The double puzzle of diabetes. In: Nature 423, (2003), 599-602, doi:10.1038/423599a.
- mit Jianguo Liu: China's environment in a globalizing world. In: Nature 435, (2005), 1179-1186, doi:10.1038/4351179a.
- mit Nathan D. Wolfe und Claire Panosian Dunavan: Origins of major human infectious diseases. In: Nature 447, (2007), 279-283, doi:10.1038/nature05775.
Online-Artikel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Zeitungs- und Magazinbeitrage
- The Worst Mistake in the History of the Human Race. In: Discover, Mai 1987 (uber die Nahrungsqualitat in Jager-und-Sammler-Gesellschaften und Ackerbaugesellschaften).
- Living Through the Donner Party. In: Discover, Marz 1992 (uber die Tragodie der Donner Party).
- The Ends of the World as We Know Them. In: The New York Times, 1. Januar 2005 (Artikel mit den Hauptaussagen von Collapse).
- What's Your Consumption Factor?. In: The New York Times, 2. Januar 2008 (uber Konsum und Nachhaltigkeit).
- Interviews
- ,,Das geht auf keine Kuhhaut". In: Die Zeit Nr. 46, 10. November 2005.
- Das Risiko heisst: Zusammenbruch der Weltgesellschaft. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Dezember 2005.
- Sind wir etwa die ersten normalen Menschen? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Juli 2007.
- ,,Auge in Auge mit dem Tater". In: Spiegel Online, 27. Juli 2008 (uber Rache und Versohnung).
- Was wir von Urvolkern lernen konnen In: Spiegel Online, 29. Dezember 2012; auch in natur, Heft 1/2013.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und uber Jared Diamond im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Jared Diamond in der Notable Names Database (englisch)
- Website von Jared Diamond
- Jared Diamonds Website an der geografischen Fakultat der UCLA
- Vortrage von Jared Diamond bei TED
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- | Nick Ravo: Louis Diamond, 97, a Pediatrics Legend, Dies. In: nytimes.com. 25. Juni 1999, abgerufen am 19. Dezember 2016 (englisch).
- | Jared Diamond - Munzinger Biographie. Abgerufen am 20. September 2024.
- | Interview mit Jared Diamond Was wir von Urvolkern lernen konnen spiegel.de, 29. Dezember 2012.
- | About me jareddiamond.org.
- | Jared Diamond: So how do states recover from crises? Same way as people do. Interview in: The Observer, 21. April 2019.
- | International Cosmos Prize: The Prizewinner 1998 expo-cosmos.or.jp
- | Bo Beolens, Michael Watkins, Michael Grayson: The Eponym Dictionary of Amphibians, Pelagic Publishing, 2013, Stichwort Adamantina (online bei Google Books).
- | Abby O'Reilly: Review: The World Until Yesterday: What Can We Learn from Traditional Societies? In: The Independent, 20. Januar 2013.
- | Barbara J. King: Why Does Jared Diamond Make Anthropologists So Mad? npr.org, 17. Januar 2013.
- | Survival und Indigene kritisieren Jared Diamonds neues Buch ,,Vermachtnis" survivalinternational.de, 7. Februar 2013.
- | Stephen Corry: Ein ,,Selbsthilfe-Handbuch" fur ,,moderne" Menschen welt.de, 5. Februar 2013.
- | Rezension zu The World Until Yesterday In: The Guardian, 9. Januar 2013 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Diamond, Jared |
| ALTERNATIVNAMEN | Diamond, Jared Mason (vollstandiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Evolutionsbiologe, Physiologe und Biogeograf |
| GEBURTSDATUM | 10. September 1937 |
| GEBURTSORT | Boston, Massachusetts |
- Evolutionsbiologe
- Humanphysiologe
- Soziobiologe
- Geograph (20. Jahrhundert)
- Geograph (21. Jahrhundert)
- Biogeograph
- Hochschullehrer (University of California, Los Angeles)
- MacArthur Fellow
- Pulitzer-Preistrager
- Trager der National Medal of Science
- Trager des Wolf-Preises in Agrarwissenschaft
- Trager der finnischen Auszeichnung Akademiker
- Mitglied der American Academy of Arts and Sciences
- Fellow der American Association for the Advancement of Science
- Mitglied der American Philosophical Society
- Mitglied der Finnischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der National Academy of Sciences
- US-Amerikaner
- Geboren 1937
- Mann