Europaische Weltraumorganisation
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| Europaische Weltraumorganisation ESA/ASE | |
|---|---|
| Englische Bezeichnung | European Space Agency |
| Franzosische Bezeichnung | Agence spatiale europeenne |
| Sitz der Organe | Paris, Frankreich Frankreich |
| Vorsitz | Osterreich Josef Aschbacher (Generaldirektor) |
| Mitgliedstaaten | 23:
Belgien Belgien Danemark Danemark Deutschland Deutschland Estland Estland Finnland Finnland Frankreich Frankreich Griechenland Griechenland Irland Irland Italien Italien Luxemburg Luxemburg Niederlande Niederlande Norwegen Norwegen Osterreich Osterreich Polen Polen Portugal Portugal Rumanien Rumanien Schweden Schweden Schweiz Schweiz Slowenien Slowenien Spanien Spanien Tschechien Tschechien Ungarn Ungarn Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich |
| Assoziierte Mitglieder | 3: Lettland Lettland Litauen Litauen Slowakei Slowakei |
| Amts- und Arbeitssprachen |
Englisch, Franzosisch, Deutsch[1] |
| Grundung | 30. Mai 1975 |
| www.esa.int | |
Daten und Fakten:
| |
Die Europaische Weltraumorganisation (englisch European Space Agency, kurz ESA; franzosisch Agence spatiale europeenne , ASE) ist eine internationale Organisation 23 europaischer Staaten fur die Koordinierung und den Betrieb gemeinsamer Raumfahrtaktivitaten. Sie wurde 1975 gegrundet, um Europa technisch und politisch unabhangiger von den Raumfahrtnationen Sowjetunion und Vereinigte Staaten zu machen. Die ESA hat ihren Sitz in Paris und beschaftigte im Jahr 2022 etwa 2200 Mitarbeiter. Generaldirektor der Organisation ist seit Marz 2021 der Osterreicher Josef Aschbacher.
Die ESA ist die Nachfolgeorganisation der ELDO, der ESRO und der Europaischen Fernmeldesatelliten-Konferenz (CETS). Wie diese beschrankt sie sich in ihren Projekten zur Weltraumerforschung und -nutzung ,,ausschliesslich auf friedliche Zwecke". Die ESA ist keine Unterorganisation der Europaischen Union, allerdings durch das Weltraumprogramm der Europaischen Union eng mit EU und den nationalen Raumfahrtagenturen ihrer Mitgliedstaaten verflochten. Die Mehrzahl der EU-Staaten ist an der ESA beteiligt, ausserdem die Schweiz, Norwegen und das Vereinigte Konigreich.[4][5] Die ESA ist gemeinsam mit der NASA Grundungsmitglied des Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS).
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Vorgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Zweiten Weltkrieg verliessen viele europaische Luft- und Raumfahringenieure und -wissenschaftler Westeuropa, um in den Vereinigten Staaten oder der Sowjetunion zu arbeiten.[6][7] Der Aufschwung in den 1950er-Jahren ermoglichte Investitionen der westeuropaischen Staaten in Forschung und Raumfahrt. Die europaischen Wissenschaftler erkannten jedoch, dass nationale Projekte nicht mit den beiden Supermachten konkurrieren konnten. Bereits 1958, nur wenige Monate nach dem Sputnikschock, trafen sich Edoardo Amaldi und Pierre Auger, zwei bedeutende Mitglieder der westeuropaischen Wissenschaftsgemeinde, um die Grundung einer gemeinsamen westeuropaischen Weltraumorganisation zu besprechen. Das Treffen wurde von wissenschaftlichen Reprasentanten aus acht Staaten begleitet.
Die westeuropaischen Nationen entschieden sich, zwei getrennte Agenturen zu schaffen: die ELDO (European Launcher Development Organisation) sollte Tragersysteme entwickeln und bauen und die ESRO (Europaische Weltraumforschungsorganisation) sollte die wissenschaftlichen Satelliten entwickeln. Die ESRO wurde am 20. Marz 1964 durch ein am 14. Juni 1962 unterzeichnetes Abkommen gegrundet. Von 1968 bis 1972 feierte ESRO ihre ersten Erfolge: Sieben Forschungssatelliten wurden mithilfe amerikanischer Tragersysteme in den Orbit gebracht. ELDO hingegen konnte wahrend ihres Bestehens keine Tragerrakete starten. Beide Organisationen waren unterfinanziert und die Auftrennung in zwei Organisationen bewahrte sich nicht.
Die Grundung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ESA wurde am 30. Mai 1975 mit dem Ubereinkommen zur Grundung einer Europaischen Weltraumorganisation mit Unterzeichnung eines Abkommens durch ihre zehn ursprunglichen Grundungsmitglieder als Zusammenschluss von ESRO und ELDO gegrundet.[8][9] Nach Hinterlegung der letzten Ratifikationsurkunde durch Frankreich trat die Grundung am 30. Oktober 1980 in Kraft.[9][10][11]
Die Grundung der ESA bezweckte eine bessere Koordinierung der europaischen Raumfahrtaktivitaten, um technisch gegenuber den grossen Raumfahrtnationen Sowjetunion und Vereinigte Staaten gleichberechtigt auftreten zu konnen. Wie zuvor bei der ESRO ist auch bei der ESA die Teilnahme am wissenschaftlichen Programm fur alle Mitglieder verpflichtend, wahrend an weiteren Programmen wie Anwendungssatelliten, Tragerraketen oder bemannte Raumfahrt nur Staaten teilnehmen, die daran Interesse haben und Beitrage dazu leisten wollen. Die ESA vergibt entsprechend den Mitgliedsbeitragen zu den jeweiligen Programmen Auftrage an die Raumfahrtfirmen der an den Programmen beteiligten Staaten.[12]
Die Anfange
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anfang der 1970er-Jahre, als sich der Wettstreit um den Vorstoss ins Weltall zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion gelegt hatte und die Budgets der Raumfahrtagenturen dramatisch gekurzt wurden, etablierte sich die ESA als ein Vorreiter in der friedlichen Erforschung des Alls. 1975 startete sie mit dem Satelliten COS-B ihre erste grosse wissenschaftliche Mission. In Kooperation mit der NASA und dem britischen SERC wurde 1978 IUE gestartet, das erste Weltraumteleskop in einer Erdumlaufbahn. Es war bis September 1996 in Betrieb.
Es folgte eine Vielzahl von erfolgreichen Projekten im Erdorbit, und 1985 begann mit der Raumsonde Giotto die erste europaische Tiefraummission. Giotto untersuchte 1986 den Halleyschen Kometen und 1992 den Kometen Grigg-Skjellerup. In der folgenden Zeit wurde - teilweise in Kooperation mit der NASA - eine grosse Zahl an Projekten gestartet. Als Nachfolgeorganisation der ELDO entwickelte die ESA in dieser Zeit auch neue Tragerraketen fur kommerzielle und wissenschaftliche Nutzlasten im Rahmen des Ariane-Programms.
Die Geschichte seit der Jahrtausendwende
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im neuen Jahrtausend wurde die ESA neben Raumfahrtagenturen wie der NASA, ISRO, JAXA und Roskosmos zu einer Grosse in der Weltraumforschung, auch durch gemeinsame Projekte mit diesen internationalen Partnern. Neben bedeutenden eigenen Forschungsmissionen wie den Raumsonden Solar Orbiter und Juice ist die ESA unter anderem an der Internationalen Raumstation, dem James Webb Space Telescope und dem Artemis-Programm beteiligt, den bislang aufwandigsten Raumfahrtprojekten der Menschheit. Die von der ESA initiierte Rakete Ariane 5 war eine der bislang erfolgreichsten und zuverlassigsten Schwerlastraketen; das gemeinsam mit der EU entworfene Galileo-Navigationssystem garantiert Europa - nach anfanglichen Schwierigkeiten - eine Unabhangigkeit vom amerikanischen GPS. Generell fuhrten diverse Umstande bei der Zusammenarbeit mit der NASA (z. B. rechtliche Einschrankungen bezuglich des Informationsaustauschs, unkalkulierbare Projekteinstellungen durch plotzliche Finanzmittelstreichung) dazu, dass die ESA in allen Bereichen eine starkere Unabhangigkeit verfolgte und neuere Missionen haufiger in Eigenregie oder in Kooperation mit anderen Partnern wie Roskosmos oder JAXA anging.
Im Laufe der Zeit bekam die kommerzielle Komponente der Entwicklung und Vermarktung von Weltraumtechnologie und Weltraumdienstleistungen und die Forderung und Unterstutzung der europaischen Raumfahrtindustrie ein starkeres Gewicht. Die ESA betreibt zu diesem Zweck in vielen Landern Business Incubation Centres. Ausgaben fur die ESA bewirken fur die Mitgliedstaaten einen nachgewiesenen positiven Effekt auf die Volkswirtschaft, die uber die Ausgaben hinausgehen. Ebenso wirkt sich die Zusammenarbeit zwischen den nationalen Raumfahrtagenturen und der ESA wirtschaftlich positiv aus.
Die Zusammenarbeit mit Roskosmos - mit Ausnahme der gemeinsamen Beteiligung an ISS - wurde infolge des russischen Uberfall auf die Ukraine seit 2022 beendet und geplante gemeinsame Missionen abgesagt.
Seit 2002 verfugt das ESA-eigene ESTRACK-Antennennetzwerk neben weltweiten Trackingstationen zur Satellitenverfolgung und fur Raketenstarts auch uber eigene Deep-Space-Stationen mit aktueller Technik fur Mondmissionen, Missionen an den Lagrangepunkten und interplanetare Raummissionen, ausserdem und uber die Technik zur Unterstutzung von Raketenstarts und fur kritische Flugmanover wie das prazise Einschwenken in einen Mond- oder Planetenorbit. Durch weltweite Verteilung der drei Stationen konnte eine nahezu luckenlose Himmelsabdeckung erreicht werden. Insgesamt entwickelte sich die ESA zu einer Organisation, die mehr auf eigenen Kompetenzen und Bundelungen der Leistungen der Mitgliedstaaten und der verschiedenen nationalen Raumfahrtagenturen beruht als auf Beitragen nichteuropaischer Weltraumorganisationen. Mit Partnern wie Kanada, Mexiko und Israel hat sie zudem eine zunehmend globale Ausrichtung.
Infolge eines Zusammentreffens von Planungsfehlern, technischen Problemen bei der Vega-C und dem Ende der Zusammenarbeit mit Roskosmos verfugte Europa wahrend der Raketenkrise von 2022 bis 2024 nur uber wenige einsatzbereite Tragerraketenexemplare. Fur eine Ubergangszeit wurden daher auch Wissenschaftsmissionen und Navigationssatelliten mit Raketen des amerikanischen Unternehmens SpaceX gestartet.[13][14] Am 5. Dezember 2024 startete die uberarbeitete Vega-C wieder und mit der Aufnahme des Regelbetriebs der Ariane 6 im Februar 2025 ist wieder ein uneingeschrankter europaischer Startbetrieb moglich.
Standorte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Haupteinrichtungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ESA ist aufgrund einer politischen Entscheidung dezentral organisiert. Die heutigen Standorte gehen grosstenteils noch auf Einrichtungen der Vorlauferorganisationen zuruck. Die Einrichtungen wurden auf die verschiedenen Mitgliedstaaten verteilt und es sollte nicht ein Land alleine das nationale Prestige der ESA und das aus der Forschung gewonnene Wissen geniessen, wahrend die ubrigen zwar Beitrage leisten, aber keinen fassbaren Anteil am gemeinsamen Projekt haben. Ebenso wird darauf geachtet, dass das Personal der ESA-Einrichtungen insgesamt multinational aus allen beitragenden Nationen rekrutiert wird, ungefahr entsprechend dem Beitragsanteil.
- ESA-Hauptquartier in Paris, Frankreich
- Europaisches Weltraumforschungs- und Technologiezentrum (ESTEC) in Noordwijk, Niederlande
- Europaisches Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt, Deutschland
- Columbus-Kontrollzentrum (Col-CC) in Oberpfaffenhofen, Deutschland
- Europaisches Weltraumforschungsinstitut (ESRIN) in Frascati, Italien
- Europaisches Astronautenzentrum (EAC) in Koln, Deutschland
- Europaisches Weltraumastronomiezentrum (ESAC) in Villafranca del Castillo, Villanueva de la Canada, Spanien
- Europaisches Raumfahrtsicherheits- und Bildungszentrum (ESEC) in Redu, Belgien
- Europaisches Zentrum fur Weltraumanwendungen und Telekommunikation (ECSAT) in Harwell, Vereinigtes Konigreich
- ESTRACK, weltweites Netzwerk von Bodenstationen
- Startanlagen auf dem ,,europaischen Weltraumbahnhof" Raumfahrtzentrum Guayana in Kourou, Franzosisch-Guayana
Daneben betreibt die ESA Verbindungsburos in Brussel (Belgien) und Washington (USA) und ist an der Denkfabrik ESPI in Wien (Osterreich) und am Weltraumbergbauinstitut ESRIC in Luxemburg beteiligt. Den schwedischen Raketenstartplatz Esrange nutzt die ESA fur Forschungsprojekte mit Hohenforschungsraketen. 2025 eroffnete das European Space Deep-Tech Innovation Centre (ESDI) in Villigen in der Schweiz.[15]
Grunderzentren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anfang 2023 bestanden folgende ESA Business Incubation Centres (ESA-Grunderzentren), jeweils mit Grundungsjahr und Sitz:[16]
- 2004: BIC Noordwijk, Niederlande Niederlande
- 2005: BIC Lazio in Rom, Italien Italien
- 2007: BIC Hessen & Baden-Wurttemberg in Darmstadt bzw. Reutlingen, Deutschland Deutschland; ursprunglich BIC Darmstadt, das BIC Baden-Wurttemberg kam 2018 hinzu
- 2009: BIC Bavaria in Oberpfaffenhofen, Deutschland Deutschland
- 2011: BIC UK in Harwell, Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich
- 2012: BIC Belgium in Kruibeke, Belgien Belgien; die 2012 gegrundeten BICs in Flandern und Wallonien vereinigten sich 2018 zum BIC Belgium
- 2013: BIC Sud France in Toulouse, Frankreich Frankreich
- 2014: BIC Barcelona, Spanien Spanien
- 2014: BIC Portugal in Coimbra, Portugal Portugal
- 2015: BIC Madrid Region, Spanien Spanien
- 2015: BIC Sweden in Lulea, Schweden Schweden
- 2016: BIC Czech Republic in Prag, Tschechien Tschechien
- 2016: BIC Austria in Graz, Osterreich Osterreich
- 2016: BIC Ireland in Cork, Irland Irland
- 2016: BIC Switzerland in Zurich, Schweiz Schweiz
- 2017: BIC Estonia in Tartu, Estland Estland
- 2017: BIC Finland in Espoo, Finnland Finnland
- 2018: BIC Nord France in Brest, Frankreich Frankreich
- 2018: BIC Hungary in Budapest, Ungarn Ungarn
- 2018: BIC Norway in Skedsmo, Norwegen Norwegen
- 2019: BIC Northern Germany in Bremen, Deutschland Deutschland
- 2020: BIC Denmark in Lyngby, Danemark Danemark
- 2021: BIC Greece in Maroussi, Griechenland Griechenland
- 2021: BIC Turin, Italien Italien
- 2022: BIC North Rhine-Westphalia in Aachen, Deutschland Deutschland
- 2022: BIC Poland in Warschau, Polen Polen
- 2022: BIC Lithuania in Vilnius, Litauen Litauen
Direktoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Amtstrager | Amtszeit | Herkunftsstaat |
|---|---|---|
| Roy Gibson | 1975-1980 | Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich |
| Erik Quistgaard | 1980-1984 | Danemark Danemark |
| Reimar Lust | 1984-1990 | Deutschland Deutschland |
| Jean-Marie Luton | 1990-1997 | Frankreich Frankreich |
| Antonio Rodota | 1997-2003 | Italien Italien |
| Jean-Jacques Dordain | 2003-2015 | Frankreich Frankreich |
| Johann-Dietrich Worner | 2015-2021 | Deutschland Deutschland |
| Josef Aschbacher | seit dem 1. Marz 2021 | Osterreich Osterreich |
Da sich die Franzosen und Deutschen nach der Grundung uber die Fuhrung nicht einigen konnten, wurde der Brite Roy Gibson zum ersten Director General ernannt.
Mitgliedstaaten und Kooperationspartner
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mitgliedstaaten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Staat | Beitritt (Ratifizierungsdatum) | Nationale Raumfahrtorganisation | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| Mitgliedstaaten | |||
| Belgien Belgien | 3. Oktober 1978 | BELSPO | Grundungsmitglied |
| Danemark Danemark | 15. September 1977 | DTU Space | Grundungsmitglied |
| Deutschland Deutschland | 26. Juli 1977 | DLR | Grundungsmitglied |
| Estland Estland | 4. Februar 2015 | ESO | [17] |
| Finnland Finnland | 1. Januar 1995 | Wirtschafts- und Arbeitsministerium | |
| Frankreich Frankreich | 30. Oktober 1980 | CNES | Grundungsmitglied |
| Griechenland Griechenland | 9. Marz 2005 | HSA/HSC | |
| Irland Irland | 10. Dezember 1980 | EI | |
| Italien Italien | 20. Februar 1978 | ASI | Grundungsmitglied |
| Luxemburg Luxemburg | 30. Juni 2005 | LSA | |
| Niederlande Niederlande | 6. Februar 1979 | NSO | Grundungsmitglied |
| Norwegen Norwegen | 30. Dezember 1986 | NOSA | |
| Osterreich Osterreich | 30. Dezember 1986 | ALR | |
| Polen Polen | 19. November 2012 | POLSA | [18] |
| Portugal Portugal | 14. November 2000 | FCT | |
| Rumanien Rumanien | 22. Dezember 2011 | ROSA | |
| Schweden Schweden | 6. April 1976 | SNSA | Grundungsmitglied |
| Schweiz Schweiz | 19. November 1976 | SSO | Grundungsmitglied |
| Slowenien Slowenien | 1. Januar 2025 | SPACE-SI | [19][20] |
| Spanien Spanien | 7. Februar 1979 | INTA | Grundungsmitglied |
| Tschechien Tschechien | 12. November 2008 | Verkehrsministerium | |
| Ungarn Ungarn | 24. Februar 2015 | HSO | [21] |
| Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich | 28. Marz 1978 | UKSA | Grundungsmitglied |
| Assoziierte Mitglieder | |||
| Lettland Lettland | 27. Juli 2020 | Bildungs- und Wissenschaftsministerium | assoziiertes Mitglied[22] |
| Litauen Litauen | 21. Mai 2021 | LSA | assoziiertes Mitglied[23] |
| Slowakei Slowakei | 13. Oktober 2022 | SSO | assoziiertes Mitglied[24] |
Verhaltnis zur Europaischen Union
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ESA ist nicht die Raumfahrtbehorde der Europaischen Union - dafur gibt es die EUSPA - sondern eine eigenstandige Organisation. Wahrend die EU eine staatenubergreifende Organisation ist, ist die ESA auf der Zusammenarbeit der Regierungen ihrer Mitgliedstaaten untereinander begrundet. Dementsprechend entscheidet der Ministerrat der sich aus Ministern der Mitgliedsstaaten zusammensetzt uber die Projekte und das Budget. Diese Struktur ermoglicht die Mitwirkung von Staaten bei der ESA unabhangig von deren EU-Mitgliedschaft. Uber das Weltraumprogramm der Europaischen Union unterhalt die ESA jedoch enge Verbindungen mit der EU und wird von der EU finanziell unterstutzt. Die Zusammenarbeit von ESA und EU wird durch das EU-ESA-Rahmenabkommen (ESA/European Commission Framework Agreement) geregelt.[25] 19 der 22 Mitgliedstaaten der ESA sind gleichzeitig Mitglieder der Europaischen Union. Mit den ubrigen 8 EU-Mitgliedstaaten bestehen Kooperationsvereinbarungen.[26] Aufgrund der engen Zusammenarbeit betreibt die ESA ein Verbindungsburo in Brussel.
Ungeachtet dessen werden im Rahmen der ESA-Langzeitprogramme gemeinsame Aktionen mit gemeinsamer Finanzierung durchgefuhrt (Ariane-Raketen, Weltraumlabor Columbus u. a.).[27] Mittlerweile kennt der Vertrag uber die Arbeitsweise der Europaischen Union (AEUV) mit den Art. 179-190 einen eigenstandigen Politikbereich ,,Forschung, technologische Entwicklung und Raumfahrt". Seit 2009 besteht mit der neuen Vorschrift des Art. 189 AEUV der forschungs- wie entwicklungspolitische Auftrag an die Union, die Konturen eines Weltraumprogrammes der Europaischen Union auszuarbeiten. Hierbei erteilt Art. 189 Abs. 3 AEUV der Union den Auftrag, alle zweckdienlichen Verbindungen zur ESA aufzunehmen. In der Durchfuhrung tritt die EU als Kunde auf, der Auftrage an ESA vergibt und dafur bezahlt. Zu den wichtigsten von der EU getragenen Programmen gehoren das Copernikus-Programm und das Satellitennavigationssystem Galileo, das inzwischen im operativen Bereich in den Verantwortungsbereich der Agentur der Europaischen Union fur das Weltraumprogramm ubertragen wurde. Die ESA ist aber weiterhin fur den Start neue Galileo-Satelliten verantwortlich und an der Weiterentwicklung der Technik beteiligt. Eine ahnliche Struktur hat die geplante Satellitenkonstellation IRIS2 fur eine sichere und verschlusselte Kommunikation, die von EU und ESA gemeinsam mit Industriepartnern und Telekommunikationsunter entwickelt, gebaut und betrieben wird.
Das letzte grossere Abkommen zwischen EU und ESA ist das Financial Framework Partnership Agreement (FFPA), das am 22. Juni 2021 unterzeichnet wurde. Es markiert den Start eines EU-eigenen Weltraumprogramms. Im Rahmen dieses Abkommens mochte die EU von 2021 bis 2027 knapp 9 Milliarden Euro investieren. Diese Gelder sind Teil des ESA-Budgets und tragen somit zur Finanzierung der verpflichtenden und freiwilligen Programme der ESA-Mitgliedstaaten bei. Gleichzeitig bleibt die Unabhangigkeit der ESA in ihren Entscheidungen und bei der Umsetzung der Programme festgeschrieben.[28][29]
Europaische Kooperationsstaaten (ECS)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Da der Sprung zwischen Nichtmitgliedschaft und assoziierter Mitgliedschaft fur einige Staaten zu gross war, wurde ein neuer Beteiligungsstatus eingefuhrt. Staaten mit diesem Status werden als Europaische Kooperationsstaaten (ECS) bezeichnet und mit dem Plan fur Europaische Kooperationsstaaten (PECS) haben sie eine Moglichkeit zur engeren Kooperation. In dem Funfjahresplan vereinbaren der beteiligte Staat und die ESA die gemeinsamen Projekte. Fur die Verhandlungen daruber sind maximal zwolf Monate vorgesehen. Die Firmen und Agenturen in diesen Staaten konnen sich daraufhin an Ausschreibungen beteiligen, um an Projekten der ESA teilzunehmen. Die Teilnehmerstaaten konnen sich bis auf das Basic Technology Research Programme an fast allen Programmen beteiligen. Auch ist die Abgabenbelastung geringer als bei einer Vollmitgliedschaft.
| Bewerberstaat | Kooperationsvertrag | ECS | ESA-Mitgliedschaft moglich ab |
|---|---|---|---|
| Bulgarien Bulgarien | 8. April 2015[30] | 2022[31] | |
| Zypern Republik Zypern | August 2009 | 6. Juli 2016[32] | 2022[31] |
| Kroatien Kroatien | 19. Februar 2018[33] | 16. August 2023[34] | |
| Malta Malta | 20. Februar 2012[35] | 12. September 2024[35] |
Tschechien war von November 2003 bis November 2008 ein ECS-Staat, Rumanien von Februar 2006 bis Januar 2011, Polen von April 2007 bis September 2012, Ungarn von April 2003 bis Februar 2015 und Estland von November 2009 bis Februar 2015. Mittlerweile sind diese Staaten Vollmitglieder.
Staaten mit Kooperationsvertrag
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Voraussetzung fur eine ECS-Mitgliedschaft ist das vorherige Unterzeichnen eines Kooperationsvertrages. Dies ist der erste Schritt in Richtung wachsender Kooperation zwischen ESA und dem betreffenden Staat, bis hin zur Vollmitgliedschaft. Kanada hat eine seit sehr langer Zeit laufende Kooperation mit ESA, hat aber bisher nicht den Wunsch geaussert ein Vollmitglied von ESA zu werden.
Folgende Staaten haben einen Kooperationsvertrag mit der ESA, ohne ECS-Staaten zu sein:
| Bewerberstaat | Kooperationsvertrag |
|---|---|
| Kanada Kanada | 1. Januar 1979[36] |
| Turkei Turkei | Juli 2004 |
| Ukraine Ukraine | Januar 2008 |
| Israel Israel | Januar 2011[37] |
| Mexiko Mexiko | 14. Februar 2023[38] |
Abkommen mit der NASA
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die wichtigsten Abkommen der ESA bestehen in der Zusammenarbeit mit der NASA. Sie reichen zuruck bis in die Anfange der ESA und der nationalen Weltraumagenturen, die heute Teil der ESA sind. Neben den zahlreichen gemeinsamen Missionen bestehen auch weitere, tiefergreifende Abkommen zur gegenseitigen Zusammenarbeit. Ein neues Abkommen aus dem Jahr 2021 betrifft eine gemeinsame Uberwachung des Klimawandels.[39] Regelmassig leistet ESA Beitrage zu NASA-Missionen und umgekehrt.
Abkommen mit Roskosmos
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gab ein Kooperations- und Partnerschaftsabkommen zwischen der ESA und Roskosmos. Angefangen hatte die europaisch-russische Kooperation 1990[40] mit Wissenstransfers, Ausbildung von Astronauten und der Durchfuhrung von ESA-Experimenten bei russischen Missionen. So fand z. B. der erste Aussenbordeinsatz eines ESA-Astronauten im Rahmen der Euromir-95 Mission statt.
In der neuesten Auflage des Rahmenvertrags zwischen der ESA und Roskosmos vom 19. Januar 2005 wurde eine Partnerschaft bei der Entwicklung, dem Bau und der Nutzung von Tragerraketen vereinbart.[41] Dazu gehorte der Aufbau einer Startplattform fur Sojus-Raketen am Centre Spatial Guyanais, dem europaischen Weltraumbahnhof in Franzosisch-Guayana. Zwischen dem erste Start am 21. Oktober 2011 und dem letzten Start am 10. Februar 2022 wurden insgesamt 27 Raketen gestartet. Mit dem Uberfall Russlands auf die Ukraine endeten alle Raketenstarts und faktisch auch weitgehend die Zusammenarbeit mit Roskosmos.
Abkommen mit der ISRO
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 30. Juli 2021 unterzeichnete die ISRO ein Abkommen mit der ESA zur gegenseitigen Unterstutzung in missionskritischen Situationen fur ausgewahlte Raumfahrtmissionen, beispielsweise fur die Launch and Early Orbit Phase nach Raketenstarts, das Einschwenken in eine Umlaufbahn oder eine Landung auf einem Himmelskorper. Das Abkommen unterstutzt den Austausch von Navigationsdaten, Unterstutzung im Missionsbetrieb und die Weiterleitung von Daten. Es kam beziehungsweise kommt beispielsweise bei der Mondmission Chandrayaan-3 und dem Sonnenobservatorium Aditya-L1 zum Einsatz und betrifft auch das bemannte Raumfahrtprogramm Gaganyaan. Im Gegenzug kann die ESA die Trackingstationen der ISTRAC und die Tiefraumstation des Indian Deep Space Network in Byalalu bei Bangalore fur eigene Missionen nutzen.[42]
Kooperationen mit den Weltraumorganisationen der Mitgliedstaaten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ESA unterhalt enge Beziehungen mit verschiedenen nationalen Weltraumagenturen der Mitgliedstaaten. Bisher gab es schon fur einzelne Missionen eine Zusammenarbeit. Angestrebt wird aber eine bessere Integration und Nutzung von Einrichtungen der nationalen Weltraumagenturen uber die Grenzen hinweg, eine verbesserte Ausfallsicherheit durch die Nutzung solcher Einrichtungen als Backup fur das Europaische Raumflugkontrollzentrum (ESOC) und der Austausch von Erfahrungen aus Forschung, Entwicklung und im Einsatz. Dieses soll die Stabilitat der Einrichtungen der ESA im Betrieb verstarken und gibt im Gegenzug den nationalen Raumfahrtorganisationen Zugriff auf Ressourcen und Erfahrungen der ESA. Insgesamt soll damit der Auslastungsgrad aller Ressourcen und damit die Kosteneffizienz verbessert werden.
Diverse Einrichtungen der ESA werden lokal bereits gemeinsam mit den nationalen Raumfahrtorganisationen betrieben. Es besteht beispielsweise seit 2018 eine Kooperation mit dem DLR zur Nutzung von dessen GSOC-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen,[43] und mit der franzosischen Raumfahrtagentur CNES in Toulouse.
Frankreichs Rolle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die ESA hat den Hauptsitz in Paris, das unterstreicht eine fuhrende Rolle Frankreichs.
- Frankreich bezahlt den zweithochsten Beitrag am ESA-Budget.
- Starke nationale Weltraumagentur CNES mit dem grossten Budget unter allen ESA-Weltraumagenturen
- Hauptstandort der Entwicklung und des Betriebs der Ariane-Raketen, einschliesslich der Triebwerksentwicklung
- Betrieb des Weltraumbahnhofs in Kourou auf franzosischem Terrain
- Entwicklung von Satellitenbussen
Deutschlands Rolle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Deutschland ist grosster Beitragszahler.
- Die Europaische Weltraumorganisation ist in Deutschland mit drei Standorten vertreten.
- Das Europaische Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt ist seit 1967 fur den Betrieb samtlicher ESA-Satelliten und fur das dazu notwendige weltweite Netz der ESTRACK-Bodenstationen verantwortlich. Es hat auch die Kontrolle bei Raketenstarts und unterstutzt Deep-Space-Missionen mit Antennenstationen.
- Das Europaische Astronautenzentrum (EAC) in Koln ist ein Kompetenzzentrum zur Auswahl, Ausbildung, medizinischen Betreuung und Uberwachung von Astronauten. Zudem betreut es Astronauten und deren Angehorige wahrend der Vorbereitung und Durchfuhrung der Weltraummissionen.
- Das Columbus-Kontrollzentrum (Col-CC) der ESA unterstutzt das europaische Columbus-Labor als integralen Bestandteil der ISS. Das Col-CC befindet sich auf dem Gelande des Deutschen Zentrums fur Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei Munchen. In diesem Zusammenhang vertritt das Deutsche Zentrum fur Luft- und Raumfahrt (DLR) die Interessen der Bundesrepublik Deutschland bei der ESA.
- Das Institut fur Raumfahrtantriebe der DLR in Lampoldshausen testet im Auftrag der ESA Raketentriebwerke.
Italiens Rolle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Italien brachte die Expertise in der Entwicklung von Raketen und Satelliten bei der Grundung der ESA ein. Italien war die vierte Nation nach den USA, der Sowjetunion und Kanada, die einen Satelliten ins All brachte.
- Entwicklung und Betrieb der leichten Vega-Tragerraketen
- Europaisches Weltraumforschungsinstitut (ESRIN) in Frascati nahe Rom
- Entwicklung und Bau des ISS-Moduls Harmony
Kooperationen mit Universitaten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Europaische Weltraumorganisation richtete mit mehreren Universitaten gemeinsame Forschungslabore namens ESA_Lab ein. ESA Labs existieren an folgenden Universitaten (Stand 2019, ohne Anspruch auf Vollstandigkeit):
- Technische Universitat Darmstadt[44]
- Ecole des hautes etudes commerciales de Paris (HEC Paris)[45]
- Universite de recherche Paris Sciences et Lettres[46]
- University of Central Lancashire[47]
Ministerrat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Oberstes ESA-Gremium ist der Ministerrat. Alle drei Jahre (ehemals alle zwei Jahre) halt er eine Ministerkonferenz ab, an der alle Mitglieds- und Partnerlander der ESA teilnehmen. Der Ministerrat hat das letzte Wort bei Beschluss und Finanzierung der Projekte. Die Konferenz tagt jeweils in einer Stadt eines Mitgliedstaats. Es werden zukunftige Projekte und deren finanzielle Mittel beschlossen und, sofern ein Antrag vorliegt, uber die Aufnahme neuer Partner und Mitglieder entschieden.
Im November 2012 fand die Konferenz in Neapel statt; dort wurde unter anderem die Finanzierung der Entwurfsstudien der Ariane 6 genehmigt.[48] In Luxemburg wurde am 2. Dezember 2014 getagt. Hier wurde insbesondere der Bau der Ariane 6 beschlossen.[49] Am 1. und 2. Dezember 2016 traf sich der Ministerrat in Luzern. Die weitere Finanzierung der ISS bis 2024 und von ExoMars wurde festgesetzt.[50] Erstmals im dreijahrigen Rhythmus fand die Konferenz im November 2019 in Sevilla statt. Dort wurde unter anderem die Finanzierung der Ariane 6 sowie die Beteiligung an der Mondorbitstation LOP-G beschlossen.[51]
Die nachste Ministerratskonferenz fand im November 2022 in Paris statt.[52] In einer Zeit hoher Inflation stockte sie das nominelle ESA-Budget um 17 % auf.[53] Es wurde auch uber Projekte fur Kleinraketen beraten, die in Zukunft fur den Start von Cubesats und anderen Kleinsatelliten eine wichtige Rolle spielen konnten.[54] Wahrend der Konferenz wurden 17 neue ESA-Astronauten vorgestellt.
Bei der nachsten Ministerratskonferenz im November 2025 erhohten die Mitgliedstaaten den ESA-Etat fur die folgenden drei Jahre um 32 % (inflationsbereinigt 17 %) auf rund 22 Milliarden Euro.[55] Als nachste L-Klasse-Mission wurde eine Raumsonde zum Saturnmond Enceladus ausgewahlt.
Finanzierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ESA finanziert sich aus dem Staatshaushalt der Mitgliedstaaten. Die Anteile der einzelnen Staaten richten sich nach deren Bruttoinlandsprodukt. Es wird dabei unterschieden zwischen verpflichtenden Tatigkeiten, an denen sich alle Mitgliedstaaten beteiligen mussen, sowie einer Reihe freiwilliger Programme, bei denen es den einzelnen Staaten freigestellt ist, ob und in welchem Umfang sie sich beteiligen mochten. Im Gegensatz zum Ausschreibungswesen der EU richtet sich die Vergabe der ESA-Auftrage an die Industrie - gemass dem Geo-Return-Abkommen - nach dem Finanzierungsanteil des zugehorigen Mitgliedstaates. Aufgrund der Convention for the establishment of a European Space Agency,[56] einem Vertrag zwischen der ESA und jedem Mitgliedstaat, gelten - wie auch mit der NATO oder der OECD - einige rechtliche Sonderregelungen. Unter anderem sind samtliche Einkunfte der ESA und den zugehorigen Mitarbeitern von der Besteuerung und den Sozialversicherungssystemen der jeweiligen Mitgliedstaaten ausgenommen. Aus diesem Grund besteht eine interne Steuer fur ESA-Mitarbeiter.[57] Fur Mitarbeiter wird eine eigene Kranken-, Unfall- und Berufsunfahigkeitsversicherung sowie eine Pensionskasse gewahrleistet.[58]
Um die internationale Arbeit zu erleichtern, ist der Transport von Gutern der ESA vom Zoll, der Einfuhrumsatzsteuer und sonstigen Transportbeschrankungen des jeweiligen Mitgliedstaates ausgenommen. Auch der Kauf von Gutern, die fur die Arbeiten der ESA notwendig sind, ist von der Umsatzsteuer befreit.
| Jahr | 2012 | 2013[59] | 2014[60] | 2015[61] | 2016[62] | 2017[63] | 2018[64] | 2019[65] | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mitgliedstaaten | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil |
| Osterreich Osterreich | 52,2 | 1,8 % | 50,1 | 1,6 % | 50,2 | 1,5 % | 51,5 | 1,6 % | 47,6 | 1,3 % | 47,1 | 1,2 % | 47,4 | 1,2 % | 57,0 | 1,4 % |
| Belgien Belgien | 169,8 | 5,8 % | 187,7 | 6,0 % | 188,6 | 5,6 % | 189,5 | 5,8 % | 188,9 | 5,0 % | 206,0 | 5,5 % | 203,4 | 5,1 % | 191,4 | 4,6 % |
| Tschechien Tschechien | 11,5 | 0,4 % | 13,7 | 0,4 % | 13,9 | 0,4 % | 14,2 | 0,4 % | 15,6 | 0,4 % | 32,7 | 0,9 % | 32,5 | 0,8 % | 33,1 | 0,8 % |
| Danemark Danemark | 27,8 | 0,9 % | 25,7 | 0,8 % | 23,4 | 0,7 % | 26,8 | 0,8 % | 29,5 | 0,8 % | 30,5 | 0,8 % | 31,6 | 0,8 % | 31,5 | 0,8 % |
| Estland Estland | 0,9 | 0,0 % | 2,5 | 0,1 % | 2,6 | 0,1 % | 2,7 | 0,1 % | ||||||||
| Finnland Finnland | 19,4 | 0,7 % | 19,5 | 0,6 % | 19,9 | 0,6 % | 19,6 | 0,6 % | 21,6 | 0,6 % | 19,4 | 0,5 % | 19,4 | 0,5 % | 19,5 | 0,5 % |
| Frankreich Frankreich | 751,4 | 25,6 % | 747,5 | 24,0 % | 754,6 | 22,6 % | 718,2 | 22,2 % | 844,5 | 22,6 % | 855,9 | 22,7 % | 961,2 | 24,2 % | 1.174,4 | 28,1 % |
| Deutschland Deutschland | 713,8 | 24,3 % | 772,7 | 24,8 % | 765,7 | 22,9 % | 797,4 | 24,6 % | 872,6 | 23,3 % | 858,4 | 22,7 % | 920,7 | 23,1 % | 927,1 | 22,2 % |
| Griechenland Griechenland | 8,6 | 0,3 % | 15,1 | 0,5 % | 14,5 | 0,4 % | 12,1 | 0,4 % | 11,9 | 0,3 % | 14,6 | 0,4 % | 10,5 | 0,3 % | 10,5 | 0,3 % |
| Ungarn Ungarn | 5,0 | 0,1 % | 6,2 | 0,2 % | 6,2 | 0,2 % | 5,2 | 0,1 % | ||||||||
| Irland Irland | 15,6 | 0,5 % | 17,3 | 0,6 % | 18,4 | 0,6 % | 18,0 | 0,6 % | 23,3 | 0,6 % | 17,8 | 0,5 % | 17,4 | 0,4 % | 19,5 | 0,5 % |
| Italien Italien | 350,5 | 12,0 % | 400,0 | 12,9 % | 350,0 | 10,5 % | 329,9 | 10,2 % | 512,0 | 13,7 % | 550,0 | 14,6 % | 470,0 | 11,8 % | 420,2 | 10,1 % |
| Luxemburg Luxemburg | 15,0 | 0,5 % | 15,0 | 0,5 % | 18,3 | 0,5 % | 23,0 | 0,7 % | 22,0 | 0,6 % | 22,3 | 0,6 % | 26,6 | 0,7 % | 29,9 | 0,7 % |
| Niederlande Niederlande | 60,3 | 2,1 % | 79,5 | 2,6 % | 125,1 | 3,7 % | 74,7 | 2,3 % | 102,6 | 2,7 % | 72,0 | 1,9 % | 91,1 | 2,3 % | 77,7 | 1,9 % |
| Norwegen Norwegen | 63,1 | 2,2 % | 56,3 | 1,8 % | 57,1 | 1,7 % | 59,8 | 1,8 % | 59,6 | 1,6 % | 63,5 | 1,7 % | 64,0 | 1,6 % | 64,4 | 1,5 % |
| Polen Polen | 36,4 | 1,2 % | 28,9 | 0,9 % | 28,7 | 0,9 % | 30,0 | 0,9 % | 29,9 | 0,8 % | 34,6 | 0,9 % | 34,6 | 0,9 % | 34,6 | 0,8 % |
| Portugal Portugal | 15,8 | 0,5 % | 16,1 | 0,5 % | 16,3 | 0,5 % | 16,7 | 0,5 % | 16,0 | 0,4 % | 17,0 | 0,5 % | 18,2 | 0,5 % | 18,0 | 0,4 % |
| Rumanien Rumanien | 7,6 | 0,3 % | 16,0 | 0,5 % | 22,5 | 0,7 % | 25,4 | 0,8 % | 26,1 | 0,7 % | 30,0 | 0,8 % | 42,6 | 1,1 % | 45,4 | 1,1 % |
| Spanien Spanien | 184,0 | 6,3 % | 149,6 | 4,8 % | 139,2 | 4,2 % | 131,7 | 4,1 % | 152,0 | 4,1 % | 151,2 | 4,0 % | 204,9 | 5,2 % | 201,8 | 4,8 % |
| Schweden Schweden | 65,3 | 2,2 % | 75,0 | 2,4 % | 94,6 | 2,8 % | 80,3 | 2,5 % | 73,9 | 2,0 % | 72,3 | 1,9 % | 72,4 | 1,8 % | 74,4 | 1,8 % |
| Schweiz Schweiz | 105,6 | 3,6 % | 108,3 | 3,5 % | 126,5 | 3,8 % | 134,9 | 4,2 % | 146,4 | 3,9 % | 145,1 | 3,8 % | 149,4 | 3,8 % | 158,4 | 3,8 % |
| Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich | 240,0 | 8,2 % | 300,0 | 9,6 % | 270,0 | 8,1 % | 322,3 | 9,9 % | 324,8 | 8,7 % | 300,0 | 7,9 % | 334,8 | 8,4 % | 369,6 | 8,8 % |
| Kanada Kanada | 18,7 | 0,6 % | 15,5 | 0,5 % | 19,5 | 0,6 % | 15,5 | 0,5 % | 13,2 | 0,4 % | 13,1 | 0,3 % | 19,7 | 0,5 % | 11,8 | 0,3 % |
| Slowenien Slowenien | 3,4 | 0,1 % | 2,7 | 0,1 % | 2,4 | 0,1 % | ||||||||||
| Sonstige Ertrage | 222,1 | 6,7 % | 149,8 | 4,6 % | 204,4 | 5,5 % | 209,8 | 5,6 % | 194,5 | 4,9 % | 199,6 | 4,8 % | ||||
| ESA gesamt | 2.932,4 | 3.109,5 | 3.339,3 | 3.241,2 | 3.740,0 | 3.780,0 | 3.980,0 | 4.180,0 | ||||||||
| Jahr | 2020[66] | 2021[67] | 2022[68] | 2023[69] | 2024[2] | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mitgliedstaaten | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil |
| Osterreich Osterreich | 51,2 | 1,0 % | 54,8 | 1,2 % | 49,8 | 1,0 % | 65,5 | 1,3 % | 62,4 | 1,2 % |
| Belgien Belgien | 210,0 | 4,3 % | 255,8 | 5,6 % | 238,7 | 5,0 % | 260,0 | 5,3 % | 292,6 | 5,6 % |
| Tschechien Tschechien | 44,7 | 0,9 % | 43,0 | 0,9 % | 45,4 | 0,9 % | 49,2 | 1,0 % | 48,4 | 0,9 % |
| Danemark Danemark | 33,8 | 0,7 % | 33,0 | 0,7 % | 33,8 | 0,7 % | 35,1 | 0,7 % | 35,1 | 0,7 % |
| Estland Estland | 3,7 | 0,1 % | 2,7 | 0,1 % | 2,0 | 0,0 % | 6,9 | 0,1 % | 7,0 | 0,1 % |
| Finnland Finnland | 27,4 | 0,6 % | 27,5 | 0,6 % | 28,7 | 0,6 % | 39,0 | 0,8 % | 33,5 | 0,6 % |
| Frankreich Frankreich | 1.311,7 | 26,9 % | 1.065,8 | 23,4 % | 1.178,2 | 24,5 % | 1.000,9 | 20,4 % | 1.048,4 | 20,1 % |
| Deutschland Deutschland | 981,7 | 20,1 % | 968,6 | 21,3 % | 1.017,5 | 21,1 % | 1.046,8 | 21,4 % | 1.171,6 | 22,4 % |
| Griechenland Griechenland | 20,6 | 0,4 % | 19,9 | 0,4 % | 20,0 | 0,4 % | 21,0 | 0,4 % | 16,1 | 0,3 % |
| Ungarn Ungarn | 11,7 | 0,2 % | 16,8 | 0,4 % | 21,2 | 0,4 % | 24,7 | 0,5 % | 23,2 | 0,4 % |
| Irland Irland | 24,8 | 0,5 % | 18,8 | 0,4 % | 22,9 | 0,5 % | 21,4 | 0,4 % | 22,8 | 0,4 % |
| Italien Italien | 665,8 | 13,7 % | 589,9 | 13,0 % | 680,2 | 14,1 % | 580,1 | 11,8 % | 881,2 | 16,9 % |
| Luxemburg Luxemburg | 29,9 | 0,6 % | 46,9 | 1,0 % | 47,5 | 1,0 % | 42,0 | 0,9 % | 41,6 | 0,8 % |
| Niederlande Niederlande | 100,3 | 2,1 % | 87,9 | 1,9 % | 99,6 | 2,1 % | 95,6 | 2,0 % | 117,1 | 2,2 % |
| Norwegen Norwegen | 86,3 | 1,8 % | 83,2 | 1,8 % | 71,8 | 1,5 % | 75,4 | 1,5 % | 71,4 | 1,4 % |
| Polen Polen | 38,4 | 0,8 % | 39,0 | 0,9 % | 44,8 | 0,9 % | 44,7 | 0,9 % | 47,7 | 0,9 % |
| Portugal Portugal | 21,0 | 0,4 % | 28,0 | 0,6 % | 25,2 | 0,5 % | 30,8 | 0,6 % | 19,4 | 0,4 % |
| Rumanien Rumanien | 34,3 | 0,7 % | 43,0 | 0,9 % | 39,4 | 0,8 % | 56,4 | 1,2 % | 51,0 | 1,0 % |
| Spanien Spanien | 249,5 | 5,1 % | 223,6 | 4,9 % | 220,7 | 4,6 % | 285,7 | 5,8 % | 297,5 | 5,7 % |
| Schweden Schweden | 83,2 | 1,7 % | 80,0 | 1,8 % | 75,0 | 1,6 % | 84,0 | 1,7 % | 80,0 | 1,5 % |
| Schweiz Schweiz | 167,0 | 3,4 % | 172,6 | 3,8 % | 174,7 | 3,6 % | 184,5 | 3,8 % | 188,2 | 3,6 % |
| Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich | 464,3 | 9,5 % | 418,8 | 9,2 % | 437,9 | 9,1 % | 609,6 | 12,4 % | 448,9 | 8,6 % |
| Kanada Kanada | 28,0 | 0,6 % | 24,9 | 0,5 % | 16,9 | 0,4 % | 19,0 | 0,4 % | 11,0 | 0,2 % |
| Slowenien Slowenien | 3,2 | 0,1 % | 3,1 | 0,1 % | 2,7 | 0,1 % | 3,4 | 0,1 % | 3,9 | 0,1 % |
| Lettland Lettland | 0,3 | 0,0 % | 1,1 | 0,0 % | 1,1 | 0,0 % | 0,5 | 0,0 % | ||
| Litauen Litauen | 3,0 | 0,1 % | 1,8 | 0,0 % | 0,9 | 0,0 % | ||||
| Slowakei Slowakei | 3,0 | 0,1 % | 3,5 | 0,1 % | ||||||
| Sonstige Ertrage | 181,3 | 3,7 % | 197,6 | 4,3 % | 216,1 | 4,5 % | 209,5 | 4,3 % | 203,2 | 3,9 % |
| ESA gesamt | 4.870,0 | 4.550,0 | 4.814,8 | 4.900,0 | 5.230,0 | |||||
| Jahr | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | |
| Europaische Union Europaische Union | 867,7 | 77,5 % | 911,1 | 77,7 % | 623,9 | 81,8 % | 1.030,5 | 86,5 % | 1.324,8 | 87,8 % | 1.697,9 | 86,1 % | 1.314,9 | 80,9 % | 1.249,7 | 81,3 % |
| EUMETSAT / ECS-Staaten | 5,8 | 0,5 % | 4,6 | 0,4 % | 75,0 | 9,8 % | 122,4 | 10,3 % | 147,9 | 9,8 % | 182,7 | 9,3 % | 221,1 | 13,6 % | 187,2 | 12,2 % |
| Sonstige Ertrage | 246,5 | 22,0 % | 256,8 | 21,9 % | 63,8 | 8,4 % | 38,8 | 3,3 % | 35,6 | 2,4 % | 90,7 | 4,6 % | 88,5 | 5,4 % | 99,5 | 6,5 % |
| Gesamt | 1.120,0 | 1.172,5 | 762,7 | 1.191,7 | 1.510,0 | 1.970,0 | 1.620,0 | 1.540,0 | ||||||||
| Jahr | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | Mio. EUR | Anteil | |
| Europaische Union Europaische Union | 1.536,4 | 84,9 % | 1.687,4 | 87,0 % | 2.030,6 | 79,6 % | 1.714,6 | 71,6 % | 1.822,6 | 71,2 % |
| EUMETSAT / ECS-Staaten | 200,4 | 11,1 % | 194,7 | 10,0 % | 171,6 | 6,7 % | 127,4 | 5,3 % | 116,4 | 4,6 % |
| Sonstige Ertrage | 73,2 | 4,0 % | 57,9 | 3,0 % | 350,4 | 13,7 % | 551,0 | 23,1 % | 821,2 | 32,1 % |
| Gesamt | 1.810,0 | 1.940,0 | 2.552,6 | 2.395,4 | 2.760,2 | |||||
| Jahr | 2016[70] | 2017[71] | 2018[72] | 2019[73] | 2020[74] | 2021[75] | 2022[76] | 2023[77] | 2024[2] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wissenschaftsprogramm | 9,7 % | 8,9 % | 9,2 % | 9,2 % | 8,1 % | 8,6 % | 8,1 % | 8,4 % | 8,1 % |
| bemannte Raumfahrt, Mikrogravitation robotische Erkundung |
1 | 11,0 % | 13,1 % | 12,0 % | 9,7 % | 10,4 % | 13,0 % | 12,5 % | 11,2 % |
| Telekommunikation integrierte Anwendungen |
6,8 % | 5,6 % | 4,9 % | 6,8 % | 7,0 % | 6,7 % | 7,2 % | 8,7 % | 6,8 % |
| Erdbeobachtung | 30,5 % | 26,9 % | 26,0 % | 24,3 % | 23,0 % | 22,2 % | 22,5 % | 25,0 % | 30,5 % |
| Navigation | 11,6 % | 17,6 % | 14,0 % | 13,1 % | 16,5 % | 18,9 % | 21,4 % | 16,0 % | 13,5 % |
| Weltraumsicherheit | 0,2 % | 0,3 % | 0,4 % | 0,5 % | 1,2 % | 2,5 % | 1,6 % | 3,2 % | 3,5 % |
| Technologie | 1,9 % | 2,0 % | 3,2 % | 2,1 % | 3,2 % | 3,4 % | 3,1 % | 3,1 % | 2,5 % |
| Raumtransport | 20,0 % | 18,9 % | 19,8 % | 22,5 % | 23,0 % | 18,1 % | 14,1 % | 12,6 % | 13,3 % |
| grundlegende Aktivitaten | 4,4 % | 4,1 % | 4,2 % | 4,2 % | 3,8 % | 4,2 % | 4,1 % | 4,3 % | 4,1 % |
| Prodex-Kooperationsprogramm | 1 | 0,8 % | 1,2 % | 1,2 % | 0,9 % | 1,0 % | 0,9 % | 0,7 % | 0,7 % |
| Kommerzialisierung | 1,2 % | 1,4 % | |||||||
| allgemeines Budget | 4,1 % | 3,9 % | 3,9 % | 4,1 % | 3,5 % | 4,0 % | 3,9 % | 4,3 % | 4,2 % |
| Kooperationsstaaten | 0,1 % | 0,1 % | 0,1 % | 0,1 % | 0,1 % | < 0,1 % | < 0,1 % | < 0,1 % | 0,1 % |
Projekte und Aktivitaten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ESA betreibt und unterstutzt eine Vielzahl von Projekten und Aktivitaten. Diese werden teilweise in eigener Tragerschaft und teilweise in Kooperation mit anderen Raumfahrtagenturen durchgefuhrt, zudem in Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten und mit der europaischen Raumfahrtindustrie.
ESA-Programme und -Saulen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die laufenden Projekte der ESA fallen in die Zustandigkeit verschiedener Programme und Bereiche, die jeweils uber ein eigenes Budget verfugen. Dies sind mit Stand 2023:[78][77]
- Weltraumwissenschaft; hierzu zahlen beispielsweise Raumsonden und Weltraumteleskope
- bemannte und robotische Erkundung und Experimente in der Mikrogravitation
- Erdbeobachtung
- Telekommunikation (Kommunikationssatelliten) und integrierte Anwendungen
- Satellitennavigation (Galileo)
- Weltraumsicherheit, vormals SSA-Programm
- Raumtransport - Entwicklung von Tragerraketen und Raumschiffen
- Prodex-Programm (PROgramme de Developpement d'Experiences scientifiques) - Koordination der Beteiligung von Instituten und Industrie an ESA-Experimenten[79]
- Kommerzialisierung (seit 2023)
- Kooperationsstaaten-Programm
- Technologie - Technologiezentren, Laboratorien, Entwicklung- und Testeinrichtungen usw., deren Dienste von verschiedenen Programmen genutzt werden
- Betrieb
Im Jahr 2018 schlug der damalige ESA-Direktor Jan Worner vor, die ESA-Aktivitaten ab etwa 2020 ,,um vier Saulen herum auszutragen".[80] Diese vier ,,Saulen" bzw. Sparten sind eine vereinfachte, zusammenfassende Darstellung der meisten ESA-Programme und -Bereiche. Seit Herbst 2019 bilden sie die Grundlage der Aussendarstellung auf der ESA-Website und sind dort wie folgt farblich markiert:[78]
- Science & Exploration (Wissenschaft & Erkundung), bestehend aus Weltraumwissenschaft und bemannter und robotischer Erkundung[81]
- Space Safety (Weltraumsicherheit, siehe Space Safety; anfangs Safety & Security genannt[82]), bestehend aus den Bereichen Planetare Verteidigung, Weltraummull und Mullbeseitigung, Weltraumwetter, Sicherheitsanwendungen (Safety & Security Applications) und Informationssicherheit (Cyber resilience)[83]
- Applications (Anwendungen), bestehend aus den Bereichen Erdbeobachtung, Telekommunikation, Satellitennavigation und Technologietransfer (,,Downstream")[84]
- Enabling & Support, bestehend aus Technologie (,,Building missions"), Raumtransport und Betrieb (Operations)[85]
Alle sonstigen Aktivitaten und Veroffentlichungen, die sich keiner Saule zuordnen lassen (beispielsweise das Prodex- und das Kooperationsstaatenprogramm) sind ebenso wie viele historische Projekte mit dem Etikett Agency versehen. Hierzu zahlen auch die Verwaltung der ESA, die Offentlichkeitsarbeit, die politischen Aktivitaten, die Planung der Budgets, die Finanzierung der Projekte, der Abschluss von Vertragen etc.
Die Struktur und Farbgebung der nachfolgenden Abschnitte orientiert sich an diesem Saulenmodell, weicht jedoch in zwei Punkten von der ESA-Darstellung ab:
- Der Bereich Science & Exploration ist in bemannte und unbemannte Raumfahrt unterteilt, um einen Uberblick uber die bemannte europaische Raumfahrt zu geben. Die ESA fasst hingegen die bemannte Raumfahrt mit unbemannten Landesonden und Mikrogravitationsexperimenten zusammen, entsprechend ihrer organisatorischen und finanziellen Struktur.
- Alle historischen Missionen sind den heutigen Programmen und Saulenfarben zugeordnet; der Bereich ,,Agency" entfallt.
Unbemannte Weltraumforschung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die unbemannte Erforschung des Weltraums ist heute Teil der ESA-Sparte Science & Exploration (Wissenschaft & Erkundung), in der die Programme Space Science (Weltraumwissenschaft) und Human and Robotic Exploration (bemannte und unbemannte Erkundung) zusammengefasst sind.[81] Die Beteiligung an den Wissenschaftsmissionen ist fur die ESA-Mitglieder verpflichtend, bei den anderen Bereichen erfolgt die Beteiligung freiwillig.
Zu den unbemannten Weltraumforschungsprojekten der ESA zahlen Entwicklung und Betrieb von Raumsonden und Weltraumteleskope wie Solar Orbiter, JUICE, CHEOPS, BepiColombo und Gaia. Auch an den Teleskopprojekten Hubble und Webb ist die ESA beteiligt. Die Langzeitplanungen der ESA fur den Forschungsbereich wurden in aufeinanderfolgenden Rahmenprogrammen entwickelt. Mitte der 1980er-Jahre wurde zunachst der Plan Horizon 2000 definiert, der Mitte der 1990er-Jahre durch Horizon 2000 Plus aktualisiert wurde. Im Rahmen des darauf folgenden Prozesses Cosmic Vision wurde der seitdem gultige Plan Cosmic Vision 2015-2025 entwickelt,[86] mit den ubergreifenden Fragen: Was sind die Bedingungen fur die Entstehung von Planeten und das Aufkommen des Lebens? Wie funktioniert das Sonnensystem? Was sind die grundlegenden physikalischen Gesetze des Universums? Wie entstand das Universum und woraus besteht es?
Unter Robotic Exploration werden Missionen mit Rovern und ferngesteuerten oder autonome Robotern verstanden, beispielsweise zur Gewinnung von Probenmaterial auf der Oberflache von anderen Himmelskorpern.[87] Hierzu zahlen die Titan-Sonde Huygens und ExoMars Rosalind Franklin.
Missionsklassen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ESA initiiert regelmassig neue wissenschaftliche Missionen. Diese werden anhand von Kriterien wie der Entwicklungszeit und dem zugeordneten Budget in Klassen eingeteilt.[88] Missionen aus den Bereichen Anwendungen und Weltraumsicherheit werden nicht aus den Pflichtbeitragen der ESA-Mitgliedstaaten finanziert, sondern durch freiwillige Beitrage, teils auch aus EU-Mitteln, und werden daher nicht in Klassen eingeteilt.
- Large-Class-Missionen (L-class) sind technologisch fuhrende Missionen unter alleiniger Leitung und Verantwortung der ESA, die ungefahr alle zehn Jahre gestartet werden sollen. Sie haben eine lange Entwicklungszeit und sind auf eine lange Missionsdauer ausgelegt. Der Kostenrahmen betragt ungefahr 900 Millionen Euro je Mission. Die bisher ausgewahlten L-Klasse-Missionen sind JUICE (L1), ATHENA (L2) und LISA (L3) und eine Mission zum Saturnmond Enceladus (L4).
- Medium-Class-Missionen (M-class) konnen unter der Fuhrerschaft der ESA oder gemeinsam mit anderen Partnern durchgefuhrt werden. Diese Missionen sind in ihrer Gestaltung flexibler. Es sollen ungefahr zwei M-Klasse-Missionen in einem Jahrzehnt gestartet werden. Der Kostenrahmen betragt ungefahr 500 Millionen Euro pro Mission. Die gegenwartig verfolgten M-Klasse-Missionen sind Solar Orbiter (M1), Euclid (M2), PLATO (M3), ARIEL (M4), und EnVision (M5)
- Small-Class-Missionen (S-class) sind ein neueres Konzept, das Raumfahrtagenturen der Mitgliedstaaten eine fuhrende Rolle erlaubt. Das Budget ist auf 50 Millionen Euro beschrankt, und es soll ungefahr alle vier Jahre eine Mission starten. Die erste S-Klasse-Mission ist das Cheops-Weltraumteleskop.
- Fast-Class-Missionen (F-class) sollen bekannte Technologie fur neue Aufgaben anwenden und eine kurze Entwicklungszeit haben. F-Klasse-Missionen sollen neben den M-Klasse-Missionen gestartet werden. Die erste geplante F-Klasse-Mission ist die Raumsonde Comet Interceptor.
- Missions of Opportunity: Diese Missionen sind nicht lange vorgeplant, sondern erlauben der ESA, sich bei Gelegenheit kurzfristig an Missionen anderer Weltraumagenturen zu beteiligen. Beteiligungen dieser Art gibt es fur Hinode, IRIS, Proba-3, XRISM, Einstein Probe, MMX, das Nancy Grace Roman Space Telescope und Solar-C. Auch die Microscope-Mission unter der Fuhrung der CNES war eine solche Mission. Das maximale Budget fur diese Missionen ist jeweils auf 50 Millionen Euro begrenzt, und der wissenschaftliche Nutzen fur Wissenschaftler der ESA-Mitgliedstaaten muss von Anfang an feststehen. Insbesondere muss durch die Teilnahme Zugang zu wissenschaftlichen Daten ermoglicht werden, die sonst nicht erreichbar waren.
Auswahl- und Umsetzungsprozess
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Alle wissenschaftlichen Projekte der ESA durchlaufen einen vorgegebenen Auswahl- und Umsetzungsprozess. In den 2010er Jahren beschrieb das Wissenschaftsdirektorat der ESA diesen Prozess in vier Phasen:[89]
- Ideenfindung (Call for Ideas): Wahrend dieser Phase wird die wissenschaftliche Gemeinschaft um Missionsvorschlage gebeten. Diese Vorschlage werden durch Peer-Review-Kommissionen gepruft, und es werden Empfehlungen gegeben, welche Vorschlage die nachste Phase erreichen sollen.
- Einschatzungsphase (Assessment Phase): Nun werden maximal vier Missionen vom Science Programme Committee (SPC) ausgewahlt. Das jeweilige Missionsteam entwirft zusammen mit ESA-Ingenieuren die Nutzlast. Dabei soll der wissenschaftliche Wert und die technische Realisierbarkeit der Mission gezeigt werden. Eine der vier Missionen wird dann vom Space Science Advisory Committee (SSAC) fur die nachste Phase ausgewahlt.
- Definitionsphase: Hier sollen die Kosten und der Zeitplan fur die Mission geplant werden. Am Ende wird der Vertragspartner, der mit dem Bau der Instrumente und anderer Komponenten betraut wird, ausgewahlt.
- Entwicklungsphase: In dieser Phase wird das Programm zusammen mit dem ausgewahlten Industriepartner entwickelt und verwirklicht.
Seit der Auflage von Cosmic Vision wird der Prozess in zehn Schritten dargestellt:[90]
- Die ESA veroffentlicht einen Aufruf zur Abgabe von Missionsvorschlagen (Call for Missions Proposal), der die Rahmenbedingungen fur eine neue Mission beschreibt, einschliesslich der verfugbaren Finanzmittel und des erwarteten Startdatums.
- Die Wissenschaftsgemeinschaft reicht Missionsvorschlage ein.
- Die ESA pruft diese Vorschlage auf ihre Machbarkeit.
- Machbare Vorschlage werden in einem Peer-Review-Prozess beurteilt, unter anderem durch das Space Science Advisory Committee (SSAC) der ESA. Einer oder mehrere Missionskandidaten werden ausgewahlt, und es finden erste Machbarkeitsstudien statt (,,Phase 0"). Neben den vorschlagenden Wissenschaftlern werden hierbei auch schon Industriepartner mit einbezogen.
- Nach einem weiteren Peer-Review und einem wissenschaftlichen Review durch das SSAC (,,Phase A") wahlt das SPC die zu realisierende Mission aus.
- In einer detaillierten Studienphase wird zusammen mit Industriepartnern die technische und programmatische Machbarkeit gepruft (,,Phase B1").
- Das SPC nimmt die Mission zur Realisierung an.
- Das Weltraum- und Bodensegment der Mission wird entwickelt (Phase B2, C und D[91])
- Das Raumfahrzeug wird gestartet.
- Das Raumfahrzeug wird betrieben und liefert Daten.
Die Schritte 4 und 5 entsprechen der Einschatzungsphase des Vier-Phasen-Modells, die Schritte 6 und 7 der Definitionsphase.
Abgeschlossene Forschungsprojekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Diese Missionen haben ihre aktive Phase abgeschlossen, in der sie Daten gesammelt haben. Alle Missionsdaten wurden langfristig archiviert, um auch kunftigen Generationen von Forschern zur Verfugung zu stehen.
| Betriebszeit | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1975-1982 | COS-B | Erste Mission der ESA, Untersuchung von Gamma-Strahlungsquellen. |
| 1977-1987 | ISEE 2 | Programm aus drei Raumflugkorpern zur Erforschung der Wechselwirkungen des Sonnenwindes mit der Magnetosphare der Erde. ISEE 1 und 3 waren NASA-Satelliten. ISEE 3 wurde nach der Primarmission als Kometensonde ICE genutzt. |
| 1978-1996 | IUE | Weltraumteleskop im Bereich Ultraviolettstrahlung, die durch die Atmosphare absorbiert wird; erstes Weltraumteleskop der ESA |
| 1978-1985 | GEOS 2 | Messungen der Erdmagnetosphare aus einer geostationaren Umlaufbahn, Ersatz fur den durch einen Raketenfehlstart verloren gegangenen Satelliten GEOS 1. |
| 1983-1986 | EXOSAT | Erste Mission der ESA, die Rontgenquellen im Weltall untersuchte. |
| 1985-1992 | Giotto | Erste Tiefraummission der ESA zum Halleyschen Kometen und dem Kometen Grigg-Skjellerup. Giotto fand erstmals Spuren von organischem Material auf einem Kometen. |
| 1989-1993 | Hipparcos | Astrometriesatellit, kartographierte etwa 100.000 Sterne mit sehr hoher und mehr als 2,5 Millionen Sterne mit niedrigerer Prazision. |
| 1990-2009 | Ulysses | Sonde, die als erste uber die Sonnenpole flog. Lieferte Erkenntnisse uber das Magnetfeld der Sonne und den Sonnenwind; war bis dahin die langlebigste ESA-Mission. (ESA und NASA, in Europa gebaut). |
| 1992-1993 | Eureca | Europas freifliegende Plattform war der erste wiederverwendbare Satellit der ESA und fuhrte Mikrogravitationsexperimente und vieles mehr aus. Eureca wurde von einem Space Shuttle ausgesetzt und von einem anderen wieder eingefangen. |
| 1995-1998 | ISO | Weltraumteleskop im Infrarotbereich |
| 1997-2005 | Huygens | Im Januar 2005 landete die Sonde Huygens auf dem grossten Saturn-Mond, Titan, fotografierte die Oberflache und fuhrte chemische Analysen durch. Huygens ist damit die erste Sonde, die auf einem Mond eines anderen Planeten landete. (Beitrag der ESA zur NASA/ASI-Mission Cassini) |
| 2003-2006 | SMART-1 | Erste ESA-Mission zum Mond, die die chemische Zusammensetzung der Oberflache bestimmen sollte. Dabei wurde das PPS 1350 als Ionenantrieb erfolgreich getestet. Am 3. September 2006 planmassiger Aufschlag auf dem Mond. |
| 2003-2008 | Double Star | Diese Mission der ESA und der chinesischen CNSA untersuchte ahnlich den Cluster-II-Satelliten mit zwei gemeinsam arbeitenden Satelliten die Effekte der Sonne auf das Klima. |
| 2005-2014 | Venus Express | Raumsonde, die nach dem Muster des Mars Express die Venus untersuchte. |
| 2008-2009 | Chandrayaan-1 | Eine Mission der ISRO, einige der Instrumente wurde von der ESA und europaischen Partnern bereitgestellt, ausserdem Unterstutzung in kritischen Phasen. |
| 2009-2013 | Herschel | Infrarot-Weltraumteleskop, das im zweiten Lagrange-Punkt die Entstehung von Sternen und Galaxien beobachtete. |
| 2009-2013 | Planck | Das Planck-Weltraumteleskop mass die kosmische Hintergrundstrahlung mit hoher Genauigkeit. Damit wurden Ruckschlusse auf den Urknall gezogen. |
| 2006-2014 | COROT | Dieses Weltraumteleskop der CNES mit Beteiligung der ESA suchte nach Gasplaneten (Hot Jupiters) und erdahnlichen Planeten ausserhalb des Sonnensystems. |
| 2004-2016 | Rosetta | Die Sonde flog zum Kometen Tschurjumow-Gerassimenko und setzte im November 2014 ein Landegerat ab; letzteres wurde unter deutsch-franzosischer Leitung betrieben. Am 30. September 2016 planmassiger Aufprall auf dem Kometen. |
| 2015-2017 | LISA Pathfinder | LISA Pathfinder (ehem. SMART-2) war ein Satellit zur Erprobung der Technologien fur die angestrebte LISA-Mission. Getestet wurde die Erkennung von Gravitationswellen, Formationsfluge und Interferenzmessungen. |
| 2013-2025 | Gaia | Astrometrische Durchmusterung, mass hochprazise Positionen, Magnituden, Bewegung, Farben und Spektren von 2,5 Milliarden Himmelsobjekten. Mehrere Kataloge wurden veroffentlicht, der endgultige Katalog wird drei Jahre nach Missionsende erwartet. |
Missgluckte Forschungsprojekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Betriebszeit | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1996 | Cluster | Die Ariane 5 startete am 4. Juni 1996 zu ihrem Erstflug. Nach genau 36,7 Sekunden sprengte sich die Rakete selbst mitsamt ihrer Nutzlast, den vier Cluster-Satelliten, nachdem sie durch die aerodynamischen Belastungen eines extremen Kurswechsels auseinanderzubrechen begann. Vier Ersatzsatelliten sind erfolgreich im Einsatz. |
| 2016 | Schiaparelli | Eine Landesonde, die infolge einer Fehlfunktion hart auf der Marsoberflache aufschlug und dabei zerstort wurde. |
Laufende Forschungsprojekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Diese Projekte befinden sich in der aktiven Phase, in der Daten gewonnen werden.
-
Mars Express
-
Modell von Gaia
| Startjahr | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1990 | Hubble-Weltraumteleskop | Teleskop im optischen, UV- und IR-Bereich, eine der langlebigsten und erfolgreichsten ESA-Missionen. Zu diesem uberwiegend von der NASA getragenen Projekt steuerte die ESA unter anderem dessen hochauflosende Teleobjektivkamera bei. |
| 1995 | SOHO | Sonnen- und Heliospharenobservatorium gemeinsam mit der NASA. Hat Entdeckungen uber das Innere und die Atmosphare der Sonne gemacht und uberwacht permanent Sonnensturme. Geplant war der Einsatz fur zwei Jahre, daraus wurde eine der langsten laufenden Missionen der ESA und NASA. Ca. 2025 wird das Ende durch Treibstoffmangel erwartet. |
| 1999 | XMM-Newton | Weltraumobservatorium mit drei Wolters-Teleskopen fur die Rontgenastronomie. |
| 2000 | Cluster II | Vier im Verbund betriebene Satelliten; diese vermitteln ein dreidimensionales Bild von Kollisionen zwischen dem Sonnenwind und dem Magnetfeld der Erde und von den damit verbundenen magnetischen Sturmen im Weltraum. (ESA und NASA, in Europa gebaut) |
| 2002 | Integral | Erstes Weltraumteleskop, das Objekte sowohl im sichtbaren, Gammastrahlen- als auch Rontgen-Bereich beobachten kann. Eines der Hauptziele ist die Erforschung von Gamma-Bursts. |
| 2003 | Mars Express | Marsorbiter, erste europaische Marssonde. Besitzt neben einer hochauflosenden Stereokamera ein Fourier-Spektrometer zur Suche von Wasservorkommen. (ESA plus Landegerat unter britischer Leitung) |
| 2016 | ExoMars Trace Gas Orbiter | Mission zur Erforschung der Marsatmosphare innerhalb des ExoMars-Projekts. Der Lander Schiaparelli ging beim Landeversuch verloren. ExoMars dient als Relaisstation fur diverse Marsmissionen auch anderer Weltraumagenturen. |
| 2018 | BepiColombo | Gemeinsame ESA-JAXA-Mission, soll den Planeten Merkur kartographieren und dessen Magnetosphare genau untersuchen.[92] Geplantes Einschwenken in den Merkurorbit Ende 2026. |
| 2019 | CHEOPS | Ein Weltraumteleskop, das die Haupteigenschaften bereits entdeckter Exoplaneten feststellen soll. |
| 2020 | Solar Orbiter | Der Solar Orbiter soll der Sonne bis auf 45 Sonnenradien nahekommen und dabei Aufnahmen der Sonnenatmosphare mit einer Auflosung von 100 km pro Pixel liefern. Auch die Polarregionen der Sonne, die von der Erde nicht sichtbar sind, sollen studiert werden. |
| 2021 | James Webb Space Telescope | Dieses bislang grosste und aufwandigste Weltraumteleskop wurde von der NASA in Zusammenarbeit mit der ESA und CSA als Nachfolger des Hubble-Teleskops entwickelt. |
| 2023 | JUICE | Mission zu den Jupitermonden Europa, Kallisto und Ganymed. Juice soll nach zwei Vorbeiflugen an Europa und einem an Kallisto in einen Orbit um Ganymed eintreten. |
| 2023 | Euclid | Weltraumteleskop zur detaillierten Vermessung der Rotverschiebung |
| 2024 | Proba-3 | Technologieerprobungssatellit fur hochprazisen Formationsflug und Koronografie, von der ESA primar in der Sparte Enabling & Support,[93] aber auch unter Science & Exploration gefuhrt.[94] |
Forschungsprojekte in Entwicklung und Bau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die folgenden Science-&-Exploration-Projekte haben die Assessment-Phase (Einschatzungsphase) durchlaufen und sollen verwirklicht werden.
| Startjahr (geplant) |
Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 2026 | SMILE | Mission von ESA und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS). SMILE soll die Wechselwirkung zwischen der Magnetosphare der Erde und dem Sonnenwind untersuchen. |
| 2026 | Lunar Pathfinder | Ein Mondorbiter, der als Relaissatellit fur robotische Mondsonden dienen soll, insbesondere fur jene auf der Mondruckseite und in der Sudpolregion.[95] Der Orbiter wird von dem britischen Unternehmen SSTL im Auftrag der ESA gebaut und betrieben und tragt auch Retroreflektoren der NASA. |
| 2026 | PLATO | Planetary Transits and Oscillations of stars (PLATO) ist eine Sonde zum Auffinden und Untersuchen extrasolarer Planeten mit einem Schwerpunkt auf erdahnliche Planeten in der habitablen Zone um sonnenahnliche Sterne. |
| evtl. 2028 | ExoMars Rosalind Franklin | Eine Rovermission zum Mars in Zusammenarbeit mit der NASA. |
| 2028 oder 2029 | Comet Interceptor | Diese Raumsonde soll zusammen mit ARIEL gestartet und am Lagrange-Punkt L2 des Erde-Mond-Systems geparkt werden. Sobald sich eine Gelegenheit ergibt, soll sie von dort aus zu einem neuen Kometen oder einem interstellaren Objekt weiterfliegen und dieses untersuchen. |
| 2031 | ARIEL | Mit dem Weltraumobservatorium Ariel - kurz fur Atmospheric Remote-sensing Infrared Exoplanet Large-survey mission - sollen vier Jahre lang rund 1000 Exoplaneten beobachtet und speziell deren Atmosphare untersucht werden[96][97][98] |
| 2031 | EnVision | Venusorbiter, welcher die Venusatmosphare und -oberflache untersuchen soll.[99] |
| 2031 | Argonet | Mondlander[100] |
| 2035 | LISA | Mit drei Detektorsatelliten sollen Gravitationswellen nachgewiesen werden. Dazu soll der Abstand zwischen drei in Formation fliegenden Detektoren prazise gemessen. Dieser Abstand wurde sich durch ankommende Gravitationswellen verandern. |
Vorgeschlagene Forschungsprojekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei diesen Projekten ist noch unklar, ob sie wirklich in dieser Form gestartet werden sollen.
| Startjahr | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 2030 | Earth Return Orbiter | Marsorbiter, dessen Aufgabe die Aufnahme der Proben des von der NASA gebauten Mars Ascent Vehicle in der Mars-Umlaufbahn und der Transport zur Erde ware.[101][102][103] |
| fruhe 2030er |
Arrakihs | Eine vorgeschlagene F-Klasse-Mission zur Untersuchung des kosmologischen Modells LCDM, erganzend zum Euclid-Teleskop.[104][105] |
| 2034 | Athena | Vorgeschlagenes Weltraumobservatorium als Nachfolger von XMM-Newton, bestehend aus zwei in Formation fliegenden Elementen, dem Detektor und dem Spiegel. |
| TandEM | Mission zu den Saturnmonden Titan und Enceladus. Vorgeschlagen ist eine Orbiter-Raumsonde, welche einen Ballon sowie einen Lander mit sich fuhren soll. |
Nicht verwirklichte Forschungsprojekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dies ist eine kleine Auswahl von vorgeschlagenen und geplanten Missionen, die nicht realisiert wurden.
| Jahr | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 2014 | ESMO | ESMO sollte eine von Studenten mitentwickelte Mondsonde sein. |
| nach 2015 | Darwin | Darwin ware ein aus vier (ursprunglich geplant acht) einzelnen Satelliten bestehendes Teleskop gewesen, das erdahnliche Planeten finden und zusatzlich deren Atmosphare analysieren sollte. |
| 2018 | XEUS | Diese Mission ware der Nachfolger der XMM-Newton-Mission gewesen. Sie hatte aus zwei in Formation fliegenden Elementen, dem Detektor und dem Spiegel bestehen sollen. XEUS sollte sich damit auf die Suche nach den ersten Schwarzen Lochern begeben. Wurde ersetzt durch ATHENA. |
| 2022 | AIM | Diese Mission hatte den Einschlag der NASA-Raumsonde DART beobachten sollen. Die Mission wurde durch Hera ersetzt. |
Bemannte Raumfahrt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die bemannten Raumfahrtaktivitaten der ESA zahlen zu dem ESA-Programm Human and Robotic Exploration (bemannte und unbemannte Erkundung), die seit 2019 der Sparte Science & Exploration (Wissenschaft & Erkundung) zugeordnet ist.[81] Die ESA betreibt in Koln ein eigenes Ausbildungs- und Trainingszentrum zur Auswahl und Vorbereitung von Astronauten, hat aber bisher kein eigenes bemanntes Raumfahrtprogramm. Stattdessen beteiligt sie sich an diversen Programmen anderer Weltraumagenturen mit eigenen Beitragen und liefert im Gegenzug wichtige technische Komponenten und Personal im Bodensegment. Dazu gehoren die Aktivitaten in Bezug auf die Internationale Raumstation (ISS) und das europaische Astronautenkorps. Die ESA ist am Artemis-Mondprogramm der NASA mit dem Europaischen Servicemodul (ESM) des Orion-Raumschiffs beteiligt und kann dafur im Gegenzug eigene Astronauten zum Mond schicken.
Raumstation- und Raumschiffmodule
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Startjahr | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1983-2009 | Spacelab | Das wiederverwendbare Weltraumlabor Spacelab wurde zusammen mit dem Space Shuttle insgesamt 22 Mal eingesetzt, die Palettenmodule noch bis zum Ende des Shuttle-Programms. |
| 2008 | Columbus | Das Weltraumlabor Columbus ist ein Beitrag der ESA zur Internationalen Raumstation (ISS). Es wurde 2008 an die Station angekoppelt und dient als Mehrzwecklabor fur eine multidisziplinare Forschung unter Bedingungen der Schwerelosigkeit. Columbus hat ein eigenes Kontrollzentrum unter dem Dach der DLR in Oberpfaffenhofen. |
| 2021 | ERA | Europaischer Roboterarm, der 2021 am russischen Segment der ISS angebracht wurde. |
| seit 2022 | ESM | Europaisches Servicemodul des bemannten Orion-Raumschiffs fur das Artemis-Programm |
| 2026 (geplant) | IBDM | Der International Berthing and Docking Mechanism (IBDM) wird als Andockadapter fur bemannte Raumschiffe entwickelt. Er soll bei dem Raumgleiter Dream Chaser zum Ankoppeln an die ISS eingesetzt werden.[106][107] |
| 2028 (geplant) | Lunar I-HAB | Das mit Beteiligung der JAXA gebaute Lunar-I-HAB-Modul soll 125 m3 nutzbaren Raum zur geplanten Mondraumstation LOP-G hinzufugen.[108][109][110] |
| 2030 (geplant) | Lunar View | Das Lunar-View-Modul soll als Treibstofflager und Kommunikationsanlage fur den LOP-G dienen.[108][111][112] |
Das unbemannte ISS-Versorgungsraumschiff ATV ist im Abschnitt Raumtransporter aufgefuhrt.
Astronautenkorps
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Name | Nationalitat | Alter[114] | Eintritt am | Raumfluge | Status |
|---|---|---|---|---|---|
| Sophie Adenot | Frankreich Frankreich | 43 | 23. Nov. 2022 | Berufsastronautin, Erstflug geplant fur 2026[115] | |
| Pablo Alvarez Fernandez | Spanien Spanien | 37 | 23. Nov. 2022 | Berufsastronaut | |
| Rosemary Coogan | Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich | 34 | 23. Nov. 2022 | Berufsastronautin | |
| Samantha Cristoforetti | Italien Italien | 48 | 20. Mai 2009 | 2 | Berufsastronautin |
| Alexander Gerst | Deutschland Deutschland | 49 | 20. Mai 2009 | 2 | Berufsastronaut |
| Raphael Liegeois | Belgien Belgien | 38 | 23. Nov. 2022 | Berufsastronaut, Erstflug geplant fur 2026[115] | |
| Matthias Maurer | Deutschland Deutschland | 55 | 2. Feb. 2017 | 1 | Berufsastronaut |
| Andreas Mogensen | Danemark Danemark | 49 | 20. Mai 2009 | 2 | Berufsastronaut |
| Luca Parmitano | Italien Italien | 49 | 20. Mai 2009 | 2 | Berufsastronaut |
| Thomas Pesquet | Frankreich Frankreich | 47 | 20. Mai 2009 | 2 | Berufsastronaut |
| Marco Sieber | Schweiz Schweiz | ca. 37 | 23. Nov. 2022 | Berufsastronaut | |
| Slawosz Uznanski | Polen Polen | 41 | 1. Sep. 2023 | 1 | Projektastronaut fur Kurzmissionen |
| Marcus Wandt | Schweden Schweden | 37 | 1. Juni 2023 | 1 | Projektastronaut fur Kurzmissionen |
Neben funf neuen Berufsastronauten wahlte die ESA im September 2022 erstmals auch zwolf Reservisten aus, die bei Bedarf fur eine zukunftige Mission einberufen werden konnen. Neben Marcus Wandt und Slawosz Uznanski, die mittlerweile zu Projektastronauten ernannt wurden, sind dies:[116]
| Name | Nationalitat |
|---|---|
| Sara Garcia Alonso | Spanien Spanien |
| Meganne Christian | Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich |
| Anthea Comellini | Italien Italien |
| John McFall | Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich |
| Andrea Patassa | Italien Italien |
| Carmen Possnig | Osterreich Osterreich |
| Arnaud Prost | Frankreich Frankreich |
| Amelie Schoenenwald | Deutschland Deutschland |
| Ales Svoboda | Tschechien Tschechien |
| Nicola Winter | Deutschland Deutschland |
Telekommunikation, Erdbeobachtung, Navigation und Technologietransfer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ESA ist an zahlreichen Satellitenprojekten beteiligt, die Anwendungen von Raumfahrttechnologie darstellen und haufig Auswirkung auf das Alltagsleben haben, oder die die Erde erforschen. Dazu gehoren Wetter- und sonstige Erdbeobachtungssatelliten, Kommunikationssatelliten und Satellitennavigationssysteme. Ein guter Teil dieser Missionen sind von der EU unterstutzt oder in Auftrag gegeben. Die Satelliten unter der Sparte Applikations werden von der ESA in Zusammenarbeit mit der europaischen Raumfahrtindustrie entwickelt. Der Beitrag der ESA besteht zumeist in der Planung und dem Test neuer Weltraumtechnologien. Der Betrieb der Satelliten wird, wenn moglich, nach einer langeren Testphase an eine fur das jeweilige Satellitenprogramm gegrundete unabhangige Gesellschaft abgegeben. Beispiele sind Eutelsat bei den ECS-Satelliten und Meteosat bei den Wettersatelliten, EUSPA bei den Navigationssatelliten. Im 2019 eingefuhrten Saulenmodell sind diese Projekte der Sparte ,,Applications" (Anwendungen) zugeordnet. Sie umfassen die folgenden ESA-Programme:[117]
- Telecommunication: Die ESA entwickelt in diesem Sektor hauptsachlich Mittel zur Kommunikation auf der Erde mit Kommunikationssatelliten. Beispielsweise werden neue Kommunikationsstandards erarbeitet und getestet und neue Technologie wie Laserkommunikation entwickelt und getestet.
- Earth Observation (Erdbeobachtung): Dieser Bereich umfasst die Erdbeobachtungssatelliten der ESA. Hierzu zahlen die Earth-Explorer-Missionen und Wettersatelliten. Unter anderem werden mit langfristigen Messungen Umwelt- und Klimaparameter wie Eisdicke, Erdmagnetfeld, Gaskonzentrationen, Oberflachentemperaturen und Vegetation erfasst und die Risiken von Durren, Waldbranden, Vulkanausbruchen und Fluten uberwacht.
- Navigation: Hierzu gehort die Entwicklung und der Betrieb von Satellitennavigation. Das Navigationssystem Galileo wurde gemeinsam mit der EU konzipiert und aufgebaut; sein Betrieb wurde weitgehend in einen eigenen Bereich ausgelagert. Bei der Planung der nachsten Generationen von Navigationssatelliten ist die ESA weiterhin beteiligt. Im Rahmen der Moonlight-Initiative finanziert die ESA die Technologientwicklung fur ein Navigationssystem fur Mondmissionen.[118]
- Downstream: Dieses beschaftigt sich mit der Kommerzialisierung der Raumfahrt, Nutzung von Weltraumtechnologie durch Unternehmen, Unternehmensgrundungen etc. Dazu gehort der ESA Commercialisation Gateway, Open Space Innovation Platform, Business Incubation.
Abgeschlossene Satellitenprojekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Betriebszeit | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1977-2017 | Meteosat 1-7 | Europaische geostationare Wettersatelliten der ersten Generation. Ab Meteosat-4 waren es offiziell operationelle Satelliten. |
| 1978-1990 | OTS-2 | Der Orbital Test Satellite war der erste Kommunikationssatellit der ESA und diente zur Technologieerprobung. Das Erstexemplar OTS-1 ging beim Start durch die Explosion der Tragerrakete verloren. |
| 1981-2002 | Marecs A und B2 | Maritime Kommunikationssatelliten fur das Inmarsat-System. |
| 1983-2002 | ECS 1-5 | Erste operationelle Kommunikationssatelliten der ESA, zwischen 1983 und 1988 gestartet. ECS 3 ging bei einem Fehlstart verloren. Die Satelliten wurden von Eutelsat unter dem Namen Eutelsat I F-1 bis F-5 betrieben. Als letzter ging Eutelsat I F-4 2002 ausser Betrieb. |
| 1989-1993 | Olympus | Olympus war ein grosser, experimenteller Hochleistungsfernsehsatellit, der im BSS-Band arbeitete und Experimente im Ku-Band und Ka-Band durchfuhrte. |
| 1991-2000 | ERS-1 | Mit dem ersten ,,Earth-Remote-Sensing"-Satellit begann fur die ESA eine neue Ara der Erdfernerkundung. Mit sechs Instrumenten wurden umfangreiche Daten zum Zustand der Meere, der Atmosphare und der Landoberflachen gesammelt. |
| 1995-2011 | ERS-2 | ERS-2 setzte die Arbeit von ERS-1 zur Untersuchung der Erde mit Radar-, Mikrowellen- und Infrarotsensoren fort und besass ausserdem ein neues Instrument zur Uberwachung des Ozonlochs mit. ERS-2 war eine Enabling-and-Support-Mission. |
| 2001-2013 | Artemis | Nachrichtensatellit; sollte direkte Verbindungen zu Mobilfunknutzern am Boden sowie Laserkommuninkation zwischen Satelliten und Bodenstationen demonstrieren und Navigationssignale fur EGNOS ubertragen. (ESA und JAXA) |
| 2002-2012 | Envisat | Der mit acht Tonnen grosste Fernerkundungssatellit weltweit. Beobachtete die Erde mit weiterentwickelten Ausfuhrungen der bei ERS-2 eingesetzten Instrumente sowie mit mehreren neuen optischen Sensoren. |
| 2009-2013 | GOCE | GOCE lieferte Daten uber das globale und regionale Gravitationsfeld der Erde. Dadurch wurde die Forschung im Bereich der Meereszirkulation, der Physik des Erdinnern, der Erdvermessung und -beobachtung und der Anderung der Meeresspiegel vorangebracht. |
| 2016-2022 | Sentinel-1B | Erganzung zu Sentinel-1A (Teil von Copernicus). In Nachfolge von ERS und Envisat wurden Radaraufnahmen nach dem SAR-Prinzip im C-Band angefertigt, um die Datenkontinuitat fur Langzeitforschungen zur Klimafolgenforschung zu gewahrleisten. |
| 2018-2023 | ADM-Aeolus | Diese Mission sollte genauere Daten uber atmospharische Bewegungen (Wind) liefern und damit Vorhersagen mit numerischen Wettervorhersagemodellen verbessern. |
Missgluckte Satellitenstarts
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die folgenden Satelliten erreichten wegen missgluckter Raketenstarts keine oder nicht die geplante Erdumlaufbahn. In den meisten Fallen wurde ein Ersatz geschaffen oder ein weiterentwickelter Nachfolger konnte dann die Missionsziele erreichen.
| Jahr | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1977 | GEOS 1 | Geplant waren Messungen der Erdmagnetosphare im GEO, jedoch wegen eines Tragerraketenfehlers in einer elliptischen Bahn gestrandet und konnte nur einen Teil der Ziele erreichen. GEOS 2 arbeitete planmassig |
| 1977 | OTS-1 | OTS-1 war der erste, zur Technologieerprobung bestimmte Kommunikationssatellit der ESA. Er ging durch Explosion der Delta-Tragerrakete verloren. |
| 1982 | Marecs B | Dieser fur das Inmarsat-System bestimmte Kommunikationssatellit ging verloren, weil die dritte Stufe der Ariane-1-Tragerrakete versagte. Der Start des Ersatzsatelliten Marecs B2 war erfolgreich. |
| 1985 | ECS 3 | ECS 3 ging zusammen mit einem anderen Satelliten verloren als die dritte Stufe der Ariane 3 nicht zundete. Es wurde ein Ersatz gestartet. |
| 2005 | CryoSat | Der Cryosat-Satellit war mit einem Hohenradar ausgestattet, mit dem die Dicke der polaren Eisschicht gemessen werden sollte. Der Satellit erreichte jedoch aufgrund eines Fehlers der Tragerrakete keine Umlaufbahn. Mit CryoSat-2 wurde 2010 erfolgreich ein Ersatz ins All geschickt. |
Aktive Satellitenprojekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Startjahr | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 2001, 2009 | Proba-1 und -2 | Kleinsatelliten, der weitgehend autonom und intelligent operieren; Erprobung neuer Erdbeobachtungstechnologien. Diese Satelliten ordnet die ESA primar der Sparte Applications zu,[119] wegen ihrer Technologieerprobungsfunktion aber auch der Sparte Enabling & Support.[93] |
| 2002-2015 | MSG | Zweite Generation der Meteosat-Satelliten. MSG-1 ist als Meteosat-8, MSG-2 als Meteosat-9, MSG-3 als Meteosat-10 im Betrieb. (ESA und EUMETSAT) |
| 2004 | EGNOS | Ein Projekt zur Unterstutzung der Satellitennavigation durch Angabe des Fehlers auf die Positionsbestimmung. |
| 2005 | Galileo | Satellitennavigationssystem im Auftrag der EU als Alternative zum russischen GLONASS oder amerikanischen GPS. Erlaubt hohere Genauigkeit und Verfugbarkeit sowie die Ortung von Notrufsendern. |
| 2006-2018 | METOP A, B, C | Wettersatelliten auf einer polaren Umlaufbahn, die als Nachfolger zweier Satelliten der NOAA dienen sollen. METOP-A startete 2006, METOP-B 2012 und METOP-C 2018. (ESA und EUMETSAT) |
| 2006 | ARTES-11 | Im Rahmen des Projekts wurde unter dem Namen SmallGEO ein Satellitenbus fur kleine, geostationare Satelliten entwickelt. ,,Artes" steht fur ,,Advanced Research in Telecommunication Systems". Die Entwicklung erfolgte durch ein Konsortium unter der Leitung der OHB.[120][121][122] Die Plattform wurde mehrmals weiterentwickelt. |
| 2009 | SMOS | Durch SMOS sollen globale Karten der Bodenwasserkonzentration und des Salzgehaltes der Meere erstellt werden. Dies wurde vor allem das Verstandnis des Wasserkreislaufs und die Klima- und Unwettervorhersagen verbessern. |
| 2010 | CryoSat-2 | Der Satellit Cryosat-2 hat ein Hohenradar, mit dem die Dicke der polaren Eisschicht gemessen werden kann. Der Satellit ist ein Ersatz fur den 2005 durch einen Tragerraketenfehler verlorengegangenen CryoSat. |
| 2010 | Hylas 1 | Kleiner flexibler Nachrichtensatellit, der mit ESA-Unterstutzung entwickelt wurde. |
| 2013 | Proba-V | Proba-V vermisst und kartografiert die Vegetation auf der Erde. Die ESA fuhrt diese Mission primar in der Sparte Enabling & Support,[123] aber auch als Teil des Erdbeobachtungsprogramms unter den Applications.[124] |
| 2013 | Alphasat I-XL | Experimenteller Kommunikationssatellit von ESA und CNES auf Basis der Satellitenplattform Alphabus. Inmarsat will den Satelliten fur Mobilfunk im L-Band einsetzen. An Bord sind vier Experimente der ESA, u. a. Sendeeinrichtungen im Q/V Band (36-56 GHz) und Laserkommunikation mit anderen Satelliten. |
| 2013 | SWARM | SWARM besteht aus drei Satelliten, die die Dynamik des Erdmagnetfeldes untersuchen. |
| 2014 | Sentinel-1A | Erdbeobachtungssatellit im Rahmen von Copernicus, der Radar-Aufnahmen nach dem SAR-Prinzip im C-Band anfertigt und damit die Datenkontinuitat von ERS und Envisat gewahrleistet. |
| 2015-2024 | Sentinel-2A, 2B, 2C | Erdbeobachtungssatelliten im Rahmen von Copernicus, die multispektrale Aufnahmen der Erde im optischen und infraroten Bereich erstellen. |
| 2016-2018 | Sentinel-3A, 3B | Erdbeobachtungssatelliten im Rahmen von Copernicus, die Ozeanfarben sowie Oberflachentemperaturen messen. |
| 2017 | Sentinel-5P | Erdbeobachtungssatellite im Rahmen von Copernicus, der Emissionen wie Ozon, Stickoxid oder Methan misst. |
| 2021 | Sentinel-6A | |
| 2022-2042 (geplant)[125] |
MTG | Die dritte Generation der erfolgreichen Meteosat-Satelliten.[126] |
| 2023 | Proba-V CC | Proba-V CC vermisst und kartografiert die Vegetation auf der Erde. Dabei erprobt der Satellit, ob das bereits fur Proba-V genutzte Beobachtungsinstrument auch auf einem Cubesat einsetzbar ist.[127] |
| 2024 | EarthCARE | Mit der EarthCARE-Mission sollen Daten uber die Wechselwirkungen zwischen Strahlungs-, Aerosol- und Wolkenbildungsprozessen gesammelt werden. Damit werden genauere Wetter- und Klimamodelle ermoglicht. Gemeinsame Mission mit der JAXA. |
| 2024 | Arctic Weather Satellite | |
| 2024 | Sentinel-1C | Ersatz fur Sentinel-1B (Teil von Copernicus), welcher seit Dezember 2021 unter Fehlfunktionen leidet.[128][129] |
| 2025 | Biomass | Satellit zur Vermessung der Biomasse der Walder und zum besseren Verstandnis des Kohlenstoffkreislaufs auf der Erde. |
| 2025-2040 (geplant) |
MetOp-SG | Wettersatelliten |
| 2025 | Sentinel-1D | |
| 2025 | Sentinel-6B | |
| 2025 | HydroGNSS | zwei Satelliten zur Beobachtung des Wasserkreislaufs der Erde[130] |
Geplante Satellitenprojekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Diese Applications-Projekte haben die Assessment-Phase (Einschatzungsphase) uberstanden haben und sollen verwirklicht werden:
| Startjahr (geplant) |
Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 2026-2028 | LEO-PNT | Navigationssatelliten, Teil des Programms FutureNAV. |
| 2027 | Forum | Messung der von der Erde abgegebene Warmestrahlung im fernen Infrarotbereich |
| ab 2027[131] | Galileo 2 | neue Generation der EU-Navigationssatelliten, entwickelt mit Beratung durch die ESA[132] |
| Ende 2027 | Altius | Forschungssatellit zur Uberwachung der Stratosphare |
| Ende 2027 | Flex | Vermessung der Chlorophyllfluoreszenz |
| 2027-2028 | Sentinel CO2M | Beobachtung des regionalen CO2-Ausstosses |
| 2028[133] | Genesis | Geodatischer Satellit zur Vermessung der Erde im Millimetermassstab fur Verbesserung des International Terrestrial Reference Frame. Teil des Programms FutureNAV. |
| 2029[134] | Harmony | Radarsatelliten, die das Signal von Sentinel-1 aus unterschiedlichen Perspektiven empfangen. |
| 2030 | Truths | Klimaforschungs- und Erdbeobachtungssatellit zur Messung der Strahlungsbilanz der Erde[135] |
Weltraumsicherheit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bereits seit den 1980er Jahren beruft die ESA internationale Konferenzen zu dem Thema Weltraumschrott ein, die jeweils im Europaischen Raumflugkontrollzentrum stattfinden. Die Aufklarungs- und Lobbyarbeit bezuglich der von der ESA gesehenen Gefahren durch zunehmenden Weltraumschrott wurde seit den 2010er Jahren verstarkt.[136][137]
Von 2009 bis 2020 betrieb die ESA ihre Aktivitaten zur Weltraumsicherheit als Space Situational Awareness Programme. Durch Weltraumuberwachung sollen mogliche Gefahren fruhzeitig erkannt und mogliche Schaden verhindert oder abgemildert werden:
- Uberwachung von Satellitenbahnen und Weltraummull
- Uberwachung von erdnahen Objekten wie Asteroiden auf ihrer Bahn durch den Weltraum. Die Daten zu erdnahen Objekten werden veroffentlicht.[138]
- Uberwachung des Weltraumwetters durch das Space Weather Office, das Weltraumwetterwarnungen ausgibt; Satellitenbetreiber konnen dadurch Gegenmassnahmen treffen.
Ab 2020 wurden diese Aktivitaten der Sparte Safety & Security zugeordnet, die mittlerweile in Space Safety umbenannt wurde. Sie wurden ausgeweitet und erhielten ein wesentlich grosseres Budget. Am 12. April 2022 wurde das Space Safety Centre als eigenes Buro am ESOC in Darmstadt eroffnet. Das ESA Space Debris Office gibt den ESA's Annual Space Environment Report heraus, der seit 2017 uber die Entwicklung und Prognosen von Weltraumschrott Auskunft gibt.[139]
Die ESA-Projekte zur Weltraumsicherheit umfassen unter anderem die Optical Ground Station, das Flyeye-Teleskop, das Near-Earth Object Coordination Centre und die Hera-Mission zur Auslotung der Asteroidenabwehr. Weitere Projekte sind das Clean Space Programme zur aktiven Beseitigung von Weltraumschrott und das Projekt ESA Vigil zur Einrichtung eines Sonnenwetter-Fruhwarnsystems.[140] ESA unterstutzt das indische Sonnenobservatorium Aditya-L1 und kann im Gegenzug die Daten nutzen. Der Bereich Informationssicherheit (Cybersecurity) kam neu dazu. Mit der Europaischen Verteidigungsagentur arbeitet die ESA bezuglich des Schutzes von Systemen und Netzwerken zusammen, die kritisch fur die Raumfahrt sind.[141]
Gestartete Weltraumsicherheitsprojekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Startjahr | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 2024[142] | Hera | Mission zum Asteroiden (65803) Didymos,[143] Teil von AIDA. |
Geplante Weltraumsicherheitsprojekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die folgenden Projekte haben die Assessment-Phase (Einschatzungsphase) durchlaufen und sollen verwirklicht werden. Es wird ausserdem nach Moglichkeiten gesucht, Raumfahrzeuge anderer geplanter Missionen, auch anderer Raumfahrtorganisationen, mit Sensoren oder Instrumenten zur Beobachtung des Weltraumwetters zu bestucken, um zusatzliche Daten zur raumlichen Auswertung von anderen Stellen des Sonnensystems zu gewinnen.
| Startjahr (geplant) |
Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| April 2028 | Ramses | Soll den Asteroiden Apophis im Februar 2029 wahrend des Vorbeiflugs an der Erde begleiten und beobachten. |
| 2028 | RISE | Technologieerprobungsmission fur das On-Orbit Servicing geostationarer Satelliten[144][145] |
| 2029[146] | Clearspace-1 | Mit Clearspace-1 soll Technologie fur die Beseitigung von Weltraummull erprobt werden. Es wird ein mit vier Greifarmen ausgestattetes Raumfahrzeug entwickelt, das den ESA-Satelliten Proba-1 anfliegen und in die Erdatmosphare bringen soll, wo beide gemeinsam vergluhen. |
| 2031[147] | ESA Vigil | Dieses Sonnenobservatorium soll am Sonne-Erde-Lagrange-Punkt L5 das Sonnenmagnetfeld, Sonnenwinde und magnetische Sturme messen und langere Vorhersagen des Weltraumwetters ermoglichen. Damit soll es helfen, Warnungen auszugeben.[148] |
| noch nicht festgelegt | SAGA | Technologiedemonstration fur Quantenkommunikation. Diese Mission fallt in den Bereich Cybersecurity bzw. Cyberresilience und konnte in Zukunft die Sicherheit von Datenverbindungen verbessern. |
Raumtransport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Raumtransportprojekte der ESA (Space Transportation) sind heute der Sparte Enabling & Support zugeordnet.
Tragerraketen und Startanlagen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ESA liess zwei Baureihen von Tragerraketen entwickeln - die Ariane fur mittlere und schwere Nutzlasten und die Vega fur kleinere - und verschaffte Europa damit einen unabhangigen Zugang zum Weltraum. Die Ariane wird von der ArianeGroup unter franzosischer Leitung gebaut, die Vega von Avio in Italien. Zusatzlich entstand in Zusammenarbeit mit Russland das Raketenmodell Sojus-ST, welches von 2011 bis 2022 im Einsatz war. Alle diese Raketen wurden nur fur unbemannte Missionen ausgelegt.
Betrieben und vermarktet werden bzw. wurden Ariane, Vega und Sojus-ST von Arianespace. Auf Wunsch von Italien, das die Weiterentwicklung der Vega in erheblichem Masse finanziert, wird die Verantwortung fur diese Rakete jedoch spatestens 2026 ganz auf Avio ubergehen, sodass Arianespace dann vorlaufig nur noch die Ariane anbietet.
Bislang starten alle von der ESA mitfinanzierten, einsatzbereiten Raketen vom Raumfahrtzentrum Guayana in Kourou (Franzosisch-Guayana), wo fur jeden Raketentyp eine entsprechende Startanlage errichtet wurde. Der Start in der Nahe des Aquators bietet fur den Transport in niedrig geneigte Umlaufbahnen prinzipielle Vorteile gegenuber aquatorfernen Startplatzen auf der Nord- oder Sudhalbkugel. Durch die Erdrotation hat die Rakete am Aquator bereits die auf der Erdoberflache maximal vermittelbare Grundgeschwindigkeit und benotigt weniger Treibstoff, um die benotigte Geschwindigkeit zu erreichen. Fur Starts in Polarbahnen ist dieser Standort hingegen ungunstig.
Der erste Start einer Ariane 1 fand 1979 statt. Das aktuelle Modell Ariane 6 sollte gegenuber der ausgemusterten Ariane 5 deutlich kostengunstiger sein, ist aber wesentlich teurer als geplant.[149] Der Erstflug der Ariane 6 war fur 2021 geplant und fand nach mehreren Verschiebungen im Juli 2024 statt.
Die kleinere Tragerrakete Vega absolvierte im Februar 2012 ihren Jungfernflug. Die leistungsfahigere Version Vega-C startete erstmals 2022 und loste 2024 die Vega ab. Als noch leistungsfahigeres Modell ist die Vega-E in Entwicklung. Sie soll zudem aus der Abhangigkeit von der ostukrainischen Raumfahrtindustrie losen, die bislang das Vega-Oberstufentriebwerk und die Dusen der unteren Stufen liefert. Zudem entwickelt die ArianeGroup die neue, teilweise wiederverwendbare Kleinrakete Maia. Diese entsteht im Gegensatz zu Ariane und Vega in Eigenregie des Herstellers, wird aber ebenfalls von der ESA mitfinanziert, auch durch das Prometheus-Triebwerk und das Themis-Projekt fur eine wiederverwendbare Raketenstufe.[150][151]
Neben der Maia fordert die ESA die Entwicklung weiterer Kleinraketen in den Mitgliedstaaten, insbesondere die deutsche Spectrum und RFA One, die spanische Miura 5 und die britische Prime.[151]
| Einsatzdauer | Name | Erlauterung |
|---|---|---|
| 1979-1986 | Ariane 1 | 16 Starts, davon 2 Fehlstarts |
| 1986-1989 | Ariane 2 | 6 Starts, davon 1 Fehlstart |
| 1984-1989 | Ariane 3 | 11 Starts, davon 1 Fehlstart |
| 1988-2003 | Ariane 4 | 116 Starts, davon 3 Fehlstarts |
| 1996-2023 | Ariane 5 | 117 Starts, davon 2 Fehlstarts und 2 Teilerfolge |
| 2011-2022 | Sojus-ST | 25 Starts, davon 1 Teilerfolg |
| 2012-2024 | Vega | 22 Starts, davon 2 Fehlstarts und 2 Teilerfolge |
| seit 2022 | Vega-C | 6 Starts bis Ende 2025, davon 1 Fehlstart |
| seit 2024 | Ariane 6 | 5 Starts bis Ende 2025, davon 1 Teilerfolg |
| ab 2027 oder 2028 (geplant) |
Vega-E |
Raumtransporter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Startjahr | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 2008-2014 | ATV | Das ATV (Automated Transfer Vehicle) war ein unbemannter, einmal verwendbarer Raumfrachter. Funf dieser Raumfahrzeuge wurden gebaut und beforderten Nachschub zur Internationalen Raumstation (ISS). |
| 2015 | IXV | Das Intermediate eXperimental Vehicle (IXV) war ein unbemanntes und automatisches Raumfahrzeug der ESA zur Erforschung der Wiedereintrittsphasen in die Erdatmosphare sowie eine Testplattform fur dafur benotigte Techniken, welche auch in kunftigen wiederverwendbaren Raumfahren verwendet werden konnen. |
| ab 2028 (geplant) | Space Rider | wiederverwendbares unbemanntes Raumflugzeug, das mit der Vega-E starten soll |
Sonstige Einrichtungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben den oben genannten Haupteinrichtungen und Grunderzentren unterhalt die ESA auch Technologiezentren, Laboratorien, Entwicklung- und Testeinrichtungen, die Missionskontrollzentren, Datenzentren und ESTRACK. Die Produkte und Dienstleistungen dieser Einrichtungen - mit Ausnahme der Grunderzentren, die dem Bereich Applications zugeordnet sind[84] - werden von vielen verschiedenen ESA-Projekten genutzt und zahlen heute zur Sparte Enabling & Support.[85]
Zu den ESA-Labors zahlt das Special Mission Infrastructure Lab Environment (SMILE), eine Testumgebung fur Raumfahrtmissionen des Europaischen Raumflugkontrollzentrums (ESOC) in Darmstadt. Das Labor hat Zugriff auf den Technologieerprobungssatelliten Ops-Sat.
| Startjahr | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 2001, 2009 | Proba-1 und -2 | Kleinsatelliten, der weitgehend autonom und intelligent operieren; Erprobung neuer Erdbeobachtungstechnologien. Diese Satelliten ordnet die ESA primar der Sparte Applications zu,[119] wegen ihrer Technologieerprobungsfunktion aber auch der Sparte Enabling & Support.[93] |
| 2019 | Ops-Sat | Technologieerprobungssatellit im Cubesat-Format fur neue Missionskontrollverfahren, mit rekonfigurierbarer Softwareumgebung auf Linux-Basis.[152] Wiedereintritt in die Erdatmosphare am 22. Mai 2024.[153] |
| 2023 | Proba-V CC | Proba-V CC vermisst und kartografiert die Vegetation auf der Erde. Dabei erprobt der Satellit, ob das bereits fur Proba-V genutzte Beobachtungsinstrument auch auf einem Cubesat einsetzbar ist.[127] |
| 2024 | Proba-3 | Technologieerprobungssatellit fur hochprazisen Formationsflug und Koronografie, von der ESA primar in der Sparte Enabling & Support,[93] aber auch unter Science & Exploration gefuhrt.[94] |
Offentlichkeitsarbeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ESA veroffentlichte von November 2010 bis Juni 2014 in Zusammenarbeit mit dem DLR die Podcast-Reihe Raumzeit.[154] Moderiert wurde der Podcast von Tim Pritlove, der Mitarbeiter des DLR und der ESA zu den verschiedenen Themen und Aufgaben dieser interviewte. Zudem ist seit Mai 2011 die sogenannte ESA KIDS Plattform[155] online. Dort konnen Kinder und Jugendliche sich uber die Europaische Weltraumorganisation informieren.
ESA-Angestellte warben auch in mehreren Vortragen auf dem 33. C3-Kongress des Chaos Computer Club im Dezember 2016 fur Unterstutzung bei Projekten wie dem ,,Moon Village".[156]
Zur Gestaltung der ESA-Website siehe ESA-Programme und -Saulen.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Thomas Hoerber, Paul Stephenson: European Space Policy: European integration and the final frontier. Routledge, London 2017, ISBN 978-1-138-03903-2.
- Christophe Venet[157]: L'Europe dans les etoiles. La relation franco-allemande dans le spatial, in: Dokumente - Documents. Zeitschrift fur den deutsch-franzosischen Dialog, H. 3. Verlag Dokumente, Bonn 2012 ISSN 0012-5172 S. 32-36 (franzosisch)
- Marcel Dickow: Die Weltraumpolitik der EU. Zivile Flaggschiffe und Optionen fur die GSVP. In: SWP-Studien 2011, Oktober 2011, S. 26 ff
- Andrew Wilson: ESA Achievements, 3rd edition. ESA Publications Division, Noordwijk 2005, ISSN 0250-1589
- ESA History Advisory Committee: A history of the European Space Agency 1958-1987 (ESA special publication 1235). European Space Agency 2001, ISBN 92-9092-536-1, ISSN 1609-042X (Vol. 1 (PDF; 3,2 MB), Vol. 2; PDF; 5,2 MB)
- Rudiger von Preuschen: The European Space Agency, in International and Comparative Law Quarterly 27, 1978, S. 46-60
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Akten und weitere Quellen der Europaischen Weltraumorganisation im Historischen Archiv der EU
- Website der ESA (englisch)
- Deutschsprachige Website der ESA
- YouTube-Kanal der ESA (englisch)
- Ubereinkommen zur Grundung einer Europaischen Weltraumorganisation (Vertragstext bei admin.ch)
- ESA-Programme, die (Vor-)Studien zu moglichen zukunftigen Missionen durchfuhren
- Future Missions Department (englisch)
- ESA Advanced Concepts Team Website (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- | European Space Agency (Hrsg.): Ubereinkommen und Geschaftsordnung des Rates der ESA. Dezember 2010, S. 126, Anlage I Entschliessung Nr. 8: Gebrauch der Sprachen, Punkt 2 (esa.int [PDF; abgerufen am 3. Januar 2019]).
- | a b c Funding. Abgerufen am 14. Januar 2024 (englisch).
- | Die ESA: Fakten und Zahlen. ESA, abgerufen am 11. September 2023.
- | Ratsentschliessung ABl. 2000, C 371/2
- | Oppermann/Classen/Netteshein, Europarecht, 4. Auflage. Munchen 2009, S. 637, Rn. 22
- | Matthias Uhl: Stalins V-2. Der Technologietransfer der deutschen Fernlenkwaffentechnik in die UdSSR und der Aufbau der sowjetischen Raketenindustrie 1945 bis 1959. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 2001, ISBN 3-7637-6214-0, S. 304.
- | Tom Bower: Verschworung Paperclip. NS-Wissenschaftler im Dienst der Siegermachte. List, Munchen 1988, ISBN 3-471-77164-6.
- | A European vision. Abgerufen am 20. Marz 2024 (englisch).
- | a b ESA Convention booklet. Abgerufen am 1. November 2025 (englisch).
- | BGBl. 1976 II S. 1861
- | BGBl. 1981 II S. 371
- | 30 Jahre ESA - Europas Raumfahrt auf Erfolgkurs, 31. Mai 2005, abgerufen am 9. Februar 2011.
- | ESA moves two missions to Falcon 9. Spacenews, 20. Oktober 2022.
- | EU finalizing contract with SpaceX for Galileo launches. Spacenews, 7. November 2023.
- | Inauguration of the European Space Deep-Tech Innovation Centre (ESDI) - first ESA presence in Switzerland. Abgerufen am 28. Mai 2025 (englisch).
- | ESA Business Incubation Centres, abgerufen am 1. Marz 2023.
- | ESA: Estland auf dem Weg zum 21. ESA-Mitgliedsland. Abgerufen am 1. November 2025.
- | Polish flag raised at ESA, vom 19. November 2012
- | Slovenia signs Association Agreement. ESA, 5. Juli 2016, abgerufen am 29. Mai 2021 (englisch).
- | Slovenia full member of European Space Agency. 1. Januar 2025, abgerufen am 5. Januar 2025 (englisch).
- | Ungarn wird 22. ESA-Mitgliedsland, vom 24. Februar 2015
- | Latvia becomes ESA Associate Member State. ESA, 29. Juli 2020, abgerufen am 29. Mai 2021 (englisch).
- | Lithuania becomes ESA Associate Member state. ESA, 21. Mai 2021, abgerufen am 29. Mai 2021 (englisch).
- | Slovakia becomes ESA Associate Member state. ESA, 13. Oktober 2022, abgerufen am 3. Januar 2023 (englisch).
- | Rahmenabkommen zwischen der Europaischen Gemeinschaft und der Europaischen Weltraumorganisation. In: Amtsblatt der Europaischen Union. L, Nr. 261, 6. August 2004, S. 64.
- | Member States & Cooperating States. ESA, abgerufen am 12. November 2023.
- | Oppermann/Classen/Nettesheim, Europarecht, 4. Auflage. Munchen 2009, S. 638, Rn. 22
- | ESA and EU celebrate a fresh start for space in Europe. Abgerufen am 4. Februar 2025 (englisch).
- | Verordnung (EU) 2021/696 des Europaischen Parlaments und des Rates vom 28. April 2021 zur Einrichtung des Weltraumprogramms der Union und der Agentur der Europaischen Union fur das Weltraumprogramm und zur Aufhebung der Verordnungen (EU) Nr. 912/2010, (EU) Nr. 1285/2013 und (EU) Nr. 377/2014 sowie des Beschlusses Nr. 541/2014/EU, abgerufen am 5. Februar 2025
- | Bulgaria becomes tenth ESA European Cooperating State, ESA, 3. Oktober 2015 (englisch).
- | a b ESA Welcomes New Members, Deepens Ties With Other States. Parabolic Arc, 13. April 2015, abgerufen am 3. Oktober 2015 (englisch).
- | Cyprus becomes 11th ESA European Cooperating State, 12. Juli 2016 (englisch).
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- | https://www.heise.de/news/ESA-bekommt-Rekordetat-von-22-Milliarden-Euro-11095891.html
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- | ESA budget 2019. Abgerufen am 28. Februar 2020 (englisch).
- | ESA budget 2020. Abgerufen am 28. Februar 2020 (englisch).
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- | ESA budget 2022. Abgerufen am 23. November 2022 (englisch).
- | ESA budget 2023. Abgerufen am 18. Marz 2023 (englisch).
- | ESA budget by domain for 2016, abgerufen am 14. November 2023.
- | ESA budget by domain for 2017, abgerufen am 14. November 2023.
- | ESA budget by domain for 2018, abgerufen am 14. November 2023.
- | ESA budget by domain for 2019, abgerufen am 14. November 2023.
- | ESA budget by domain for 2020, abgerufen am 14. November 2023.
- | ESA budget by domain for 2021, abgerufen am 14. November 2023.
- | ESA budget by domain for 2022, abgerufen am 14. November 2023.
- | a b ESA budget by domain for 2023, abgerufen am 14. November 2023.
- | a b ESA Pillars und ESA Programmes auf der ESA-Homepage, abgerufen am 12. November 2023.
- | Prodex auf der ESA-Website, abgerufen am 15. November 2023.
- | Press release from Eurospace and ESA. Abgerufen am 15. April 2022 (englisch).
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48.84812.3044Koordinaten: 48deg 50' 53,2'' N, 2deg 18' 15,8'' O