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MetOp

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MetOp
Phase: / Status: aktiv

MetOp
Typ Wettersatellit
Organisation Eumetsat
COSPAR-Bezeichnung 2006-044A
Missionsdaten
Startdatum 19. Oktober 2006
Startplatz Baikonur
Tragerrakete Sojus-2-1a/Fregat
Missionsdauer je 14 Jahre
Bahndaten
Koordinatenursprung Erde
Bahnhohe 820 km
Allgemeine Raumfahrzeugdaten
Startmasse 4100 kg
Abmessungen 17,6 x 6,7 x 5,4 m
(H x B x T)
Hersteller Astrium
Spezifische Raumfahrzeugdaten
Elektrische Leistung 3900 W
Sonstiges
Nachfolgende
Mission
MetOp-SG
1998 Programmstart
19. Oktober 2006 Start MetOp-A
17. September 2012 Start MetOp-B
2018 Start MetOp-C

MetOp (Meteorological Operational Satellite) ist eine Serie von drei europaischen Wettersatelliten mit erdnaher polarer Umlaufbahn. MetOp wurde vom europaischen Wettersatelliten-Betreiber EUMETSAT und der europaischen Weltraumagentur ESA in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Astrium, der franzosischen Weltraumagentur CNES und der US-Wetterbehorde NOAA fur das EUMETSAT Polar System (EPS) entwickelt. Das EPS dient der operationellen Meteorologie und der Klimabeobachtung. Die Satellitenkonstruktion basiert auf einer Version der von Astrium gebauten Polaren Plattform des Envisat Satelliten.

Durch hohere Auflosung der Bilder, bessere Beobachtung der Polar- und Nordatlantikregion und durch Messung der Temperatur- und Feuchtigkeitsverteilung in bislang unerreichter Genauigkeit tragt MetOp dazu bei, das zuverlassige Vorhersageintervall von drei auf funf Tage zu verlangern.

Entstehung des Programms

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Ein polarumlaufender Wettersatellit fur Europa war erstmals Ende der 60er Jahre im Gesprach. Da zu dieser Zeit die USA aber die Daten ihrer zivilen Wettersatelliten zur Verfugung stellten, bestand kaum die Notwendigkeit zur Entwicklung eines eigenen polarumlaufenden Satelliten. Anfang der 80er Jahre jedoch suchte die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) nach einem Partner fur die Fortfuhrung des Dienstes. 1998 schliesslich gaben die Ratsgremien von EUMETSAT und ESA erstmals ihre Zustimmung zu Konstruktion, Entwicklung, Start und Betrieb des Europaischen Polarsystems (EPS). EUMETSAT und NOAA unterzeichneten eine Vereinbarung uber ein gemeinsames Initial Joint Polar System (IJPS), bestehend aus zwei polarumlaufenden Satelliten und den zugehorigen Bodenstationen. In einer weiteren Vereinbarung einigte man sich auf den Betrieb bis mindestens 2019.

Die erdnahe polare Umlaufbahn der MetOp-Satelliten macht sie zu einer idealen Erganzung der geostationaren Wettersatelliten der Meteosat-Reihe. Durch die geringe Hohe von nur ca. 820 km ist die Auflosung der abbildenden Sensoren wesentlich besser als bei geostationaren Satelliten, die in einer Hohe von knapp 35.800 km arbeiten. Allerdings verkleinert sich im gleichen Massstab das Blickfeld der Instrumente. Satelliten mit polarer Umlaufbahn konnen innerhalb eines Tages nahezu die gesamte Erdoberflache abtasten, ein bestimmtes Gebiet kann MetOp aber nur einmal pro Umlauf fur ca. 15 Minuten beobachten, wahrend geostationare Satelliten kontinuierlich ein einziges Gebiet abdecken.

Ein weiterer Vorteil der Satelliten auf polaren Umlaufbahnen ist die bessere Abdeckung der Polarregionen. Die Meteosat-Satelliten beobachten ausschliesslich den Teil der Erdkugel, der von ihrer scheinbar festen Position uber dem Aquator sichtbar ist. Weit vom Aquator liegende Gebiete werden unter einem flachen Winkel gemessen, worunter die raumliche Auflosung leidet.

Der erste Satellit MetOp-A mit einer Startmasse von 4.093 kg startete - nach mehreren Startabbruchen - am 19. Oktober 2006 um 16:28 Uhr UTC in Baikonur. Als Tragerrakete diente die modifizierte Sojus-2-1a/Fregat, die vorher nur einen suborbitalen Teststart zu verzeichnen hatte. Weil MetOp ein wesentlich grosseres Volumen besitzt als die zuvor mit der Sojus-Fregat gestarteten Nutzlasten, verwendete die Sojus-2-1a/Fregat zum ersten Mal eine voluminose ST-Nutzlastverkleidung (weitgehend identisch in Grosse und Form mit der Nutzlastverkleidung der Ariane 4[1]).

69 Minuten nach dem erfolgreich verlaufenen Start wurde MetOp-A von der Fregat-Oberstufe ausgesetzt und hat Anfang 2007 den Betrieb aufgenommen. Er umkreist die Erde auf einer polaren (genauer gesagt sonnensynchronen) Umlaufbahn in ca. 820 km Hohe mit einer Bahnneigung von 98,72deg.

Der Satellit besteht aus zwei Modulen: Das Servicemodul (service module) ist fur die Energieversorgung, die Lageregelung und die Steuerung (S-Band Ubertragung der Telemetrie und Telekommandos) zustandig und wurde von der EADS in Frankreich auf Basis der SPOT-Erdbeobachtungssatelliten entwickelt. Das Nutzlastmodul (payload module) enthalt die Instrumente und die Datenubertragung der Nutzlastdaten zum Boden (im Wesentlichen X-Band) und wurde von der EADS in Deutschland (Friedrichshafen) entwickelt.

Der Satellit beobachtet mit seinen 13 Instrumenten das Wettergeschehen. Einige von ihnen sind baugleich mit Instrumenten des amerikanischen NOAA-18-Wettersatelliten, der eine ahnliche Funktion erfullt. Zusatzlich liefert MetOp Umweltdaten an die beteiligten Umweltinformationssysteme. Dazu vermisst er hochgenau die Temperatur- und Feuchtigkeitsverteilung, ebenso Spurengase in der Atmosphare wie Ozon, CO und CO2, Stickoxide, Schwefeldioxid und Methan.

Auf MetOp-A fliegen eine Reihe von Instrumenten, die operationelle Messungen der Atmosphare sowie Land- und Meeresoberflachen vornehmen.

  • IASI (Infrared Atmospheric Sounding Interferometer): Messung von Temperatur der Luft und der Oberflache der Ozeane, sowie Messung der Luftfeuchtigkeit, Gehalt an Spurengasen
  • MHS (Microwave Humidity Sounder): Messung der Luftfeuchtigkeit der Atmosphare
  • GRAS (Global Navigation Satellite System Receiver for Atmospheric Sounding): Messung der Temperatur in der oberen Troposphare und der Stratosphare mit hoher vertikaler Auflosung
  • ASCAT (Advanced Scatterometer): Messung der Windgeschwindigkeit und Windrichtung uber der Meeresoberflache und von Bodenfeuchte uber Land.
  • GOME-2 (Global Ozone Monitoring Experiment-2): Erstellung von Ozonprofilen der Atmosphare
  • AMSU-A1/AMSU-A2 (Advanced Microwave Sounding Units): Messung des Meereises, der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit unter allen Wetterbedingungen
  • HIRS/4 (High-resolution Infrared Radiation Sounder): Messung der Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit
  • AVHRR/3 (Advanced Very High Resolution Radiometer): Bilderstellung im sichtbaren und nahem infraroten Bereich von Wolken und Oberflachen
  • A-DCS (Advanced Data Collection System): Sammlung von Daten anderer boden- oder seegestutzter Beobachtungsstationen
  • SEM-2 (Space Environment Monitor): Teilchendetektor bestehend aus Total Energy Detector (TED) fur niederenergetische Teilchen und dem Medium Energy Proton and Electron Detector (MEPED) fur Teilchen mittlerer Energie
  • SARP-3 (Search And Rescue Processor)
  • SARR (Search And Rescue Repeater): Empfang und Weitergabe von Notsignalen

MetOp-B und MetOp-C

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Der Start des Nachfolgesatellit MetOp-B verzogerte sich aufgrund des Absturzes einer Sojus-Rakete im August 2011. Nach weiteren Verschiebungen wurde MetOp-B am 17. September 2012 ins All gebracht.[2] Der dritte Satellit MetOp-C startete am 7. November 2018.[3]

Die Kosten sollten voraussichtlich 2,5 Mrd. EUR betragen. Davon gingen 0,5 Mrd. EUR an die ESA fur Entwicklung, Konstruktion und Transport der Satelliten und ca. 2 Mrd. EUR an EUMETSAT fur deren laufenden Betrieb und Empfang und Auswertung der Daten.

MetOp Second Generation

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Die zweite Generation der MetOp-Satelliten MetOp-SG soll aus sechs Exemplaren bestehen. Der erste Satellit MetOp A1 wurde am 13. August 2025 gestartet.[4] Der erste Satellit der MetOp-B-Serie soll im Sommer 2026 starten. Der letzte Satellit der Reihe (MetOp B3) soll im 1. Quartal 2040 starten.[5]

Einzelnachweise

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  1. | Meldung ,,Europe's new MetOp weather satellite reaches polar orbit" auf der ESA Homepage
  2. | Klaus Donath: Europaischer Wettersatellit MetOp-B gestartet. raumfahrer.net, 17. September 2012, abgerufen am 18. September 2012.
  3. | Wettersatellit "Metop-C" gestartet. ZDF, 7. November 2018, archiviert vom Original am 18. April 2019; abgerufen am 19. Februar 2022.
  4. | Successful launch of Metop-SGA1 to take weather forecasting to new heights | EUMETSAT. 13. August 2025, abgerufen am 13. August 2025 (englisch).
  5. | Eumetsat: Planned launches. Abgerufen am 8. Juli 2025 (englisch).
Satelliten und Raumsonden mit Beteiligung der ESA
Erfolgte Starts:

COS-B (1975) * GEOS 1 und 2 (1977, 1978) * OTS-1 und -2 (1977, 1978) * ISEE 2 (1977) * IUE (1978) * Marecs A und B (1981, 1984) * Exosat (1983) * ECS (1983-1988) * Giotto (1985) * Olympus (1989) * Hipparcos (1989) * Hubble (1990) * Ulysses (1990) * ERS 1 und 2 (1991, 1995) * EURECA (1992) * ISO (1995) * SOHO (1995) * EGNOS (1996-2014) * Huygens (1997) * XMM-Newton (1999) * Cluster (2000) * Artemis (2001) * Proba-1 (2001) * Envisat (2002) * Integral (2002) * Mars Express (2003) * Smart-1 (2003) * Double Star (2003) * Rosetta (2004) * CryoSat (2005) * SSETI Express (2005) * Venus Express (2005) * Corot (2006) * MetOp-A, -B und -C (2006, 2012, 2018) * GOCE (2009) * Herschel (2009) * Planck (2009) * Proba-2 (2009) * SMOS (2009) * CryoSat-2 (2010) * Hylas (2010) * Alphasat I-XL (2013) * Proba-V (2013) * Swarm (2013) * Gaia (2013) * Sentinel-1A bis -1D (2014, 2016, 2024, 2025) * Sentinel-2A bis -2C (2015, 2017, 2024) * LISA Pathfinder (2015) * Sentinel-3A/3B (2016, 2018) * ExoMars Trace Gas Orbiter (2016) * Schiaparelli (2016) * Sentinel-5P (2017) * ADM-Aeolus (2018) * BepiColombo (2018) * Cheops (2019) * Solar Orbiter (2020) * Sentinel-6A (2020) * JWST (2021) * Juice (2023) * Euclid (2023) * Proba-V CC (2023) * EarthCARE (2024) * AWS (2024) * Hera (2024) * Proba-3 (2024) * Biomass (2025) * MetOp-SG A1 (2025) * Sentinel-6B (2025) * HydroGNSS (2025)

Geplante Starts:

Smile (2026) * Lunar Pathfinder (2026) * MetOp-SG (2026-2040) * Flex & Sentinel-3C (2026), Altius (2027) * Forum (2027) * Plato (2027) * Sentinel CO2M (2027, 2028) * Comet Interceptor (2028/29) * ExoMars Rosalind Franklin (2028) * Genesis (2028) * Ramses (2028) * RISE (2028) * Sentinel-2D (2028) * Sentinel-3D (2028) * Clearspace-1 (2029) * Harmony (2029) * Argonet (2031) * Ariel (2031) * Vigil (2031) * EnVision (2031-2033) * Sentinel-2 NG (2033-?) * Sentinel-3 NG (2033-?) * LISA (2035)

Konstellationen
von mindestens
zehn Satelliten:

Meteosat (seit 1977) * Galileo (seit 2005) * IRIDE (seit 2025)

Geplant: LEO-PNT (2026-2028) * IRIS2 (ab 2030)