Ratten
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| Ratten | ||||||||||||
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Wanderratte (Rattus norvegicus) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Rattus | ||||||||||||
| Fischer von Waldheim, 1803 |
Die Ratten (Rattus) sind eine Nagetiergattung aus der Gruppe der Altweltmause (Murinae). Die Gattung umfasst etwa 65 Arten, von denen die meisten in Sudostasien, Neuguinea und Australien verbreitet sind. Als Kulturfolger haben insbesondere die Wanderratte und Hausratte, die in Deutschland vom Aussterben bedroht ist, eine weltweite Verbreitung erlangt. Von der wilden Wanderratte stammt die domestizierte, als Haustier gehaltene Farbratte ab. In einem weiteren Sinn wird die Bezeichnung Ratten unsystematisch auch auf viele andere Vertreter der Altweltmause und anderer Nagetiere angewandt.
Merkmale
Allgemeiner Korperbau
Ratten sind eine vielgestaltige Gruppe, die einzelnen Arten unterscheiden sich betrachtlich. Sie erreichen eine Kopfrumpflange von 8 bis 30 Zentimetern, die Schwanzlange ist variabel, je nach Art kann der Schwanz deutlich kurzer bis deutlich langer als der Rumpf sein. Die Wanderratte, eine der schwersten Arten, erreicht 200 bis 400 Gramm - einzelne Tiere konnen bis zu 500 Gramm wiegen. Viele Arten sind deutlich leichter, so erreichen Polynesische Ratten auf Hawaii ein Durchschnittsgewicht von 38 Gramm.
Das Fell kann weich oder hart sein, bei einigen Arten sind die Haare zu Stacheln modifiziert. An der Oberseite variiert seine Farbung von schwarz uber diverse Grau- und Brauntone bis hin zu gelblich und rotlich, an der Unterseite ist es meist weisslich oder hellgrau. Die Pfoten und der mit Schuppenringen versehene Schwanz sind haufig nur sparlich oder gar nicht behaart.
Der Magen der Ratten ist in zwei Abteilungen untergliedert: Vormagen und Magenkorper. Der Vormagen besitzt eine drusenlose (kutane) Schleimhaut, der Magenkorper die gewohnliche Magenschleimhaut. Beide Abteilungen sind durch eine Schleimhautfalte getrennt. In deren Bereich mundet auch die Speiserohre in den Magen. Diese Falte macht ein Erbrechen fur Ratten nahezu unmoglich.[1] Der Aufschluss schwer verdaulicher Nahrungsbestandteile erfolgt im grossen Blinddarm.
Ratten besitzen keine Schweissdrusen; die Warmeabgabe erfolgt vor allem an den haarlosen Stellen wie Schwanz und Ohren. Je nach Art haben die Weibchen zwei bis sechs Paar Zitzen.
Kopf und Zahne
Ratten haben eine spitze Schnauze. Die Zahnformel lautet I 1/1 - C 0/0 - P 0/0 - M 3/3, insgesamt also 16 Zahne. Die Schneidezahne sind wie bei allen Nagetieren zu wurzellosen, dauerwachsenden Nagezahnen umgebildet. Zwischen den Schneide- und den Backenzahnen befindet sich eine grosse, Diastema genannte Lucke.
Im nasenseitigen Augenwinkel befindet sich die Hardersche Druse (Nickhaut-Druse), die ein porphyrinhaltiges, rotliches Sekret produziert. Dieses Sekret wird beim Putzen verteilt. Bei kranken Tieren mit vermindertem Putztrieb kommt es zu einer Ansammlung dieses Sekrets im Augenwinkel oder zu einem Abfluss uber den Tranenkanal zur Nasenoffnung.
Der Geruchssinn von Ratten ist gut entwickelt, daher werden sie zu den Makrosmatikern unter den Tieren gezahlt (siehe Abschnitt: Ratten als Unterstutzer des Menschen). Der feine Geruchssinn dient den Tieren in freier Wildbahn nicht nur der Nahrungssuche, sondern spielt auch bei der Kommunikation mit Artgenossen eine wichtige Rolle.
Auch das Gehor ist gut ausgepragt. Ratten horen wie andere Kleinnager bis in den Ultraschallbereich hinein. Das im Innenohr befindliche Gleichgewichtsorgan ist komplex gebaut und sehr leistungsfahig.
Verbreitung und Lebensraum
Das ursprungliche Verbreitungsgebiet der Ratten umfasste Sudostasien von Indien und China uber die indonesische Inselwelt und reichte bis nach Neuguinea und Australien. Ratten gehoren damit zu den wenigen Plazentatieren, die die Wallace-Linie uberschritten haben und in der australischen Region heimisch wurden. Von allen landgebundenen Plazentatieren haben dies vor Ankunft der Menschen nur noch weitere Altweltmause geschafft. Heute sind die Wander- und die Hausratte weltweit verbreitet, auch die Pazifische Ratte hat ihr Verbreitungsgebiet auf zahlreiche pazifische Inseln ausgedehnt.
Ratten leben zum uberwiegenden Teil in Waldern. Ihre Lebensraume konnen von tief gelegenen Regenwaldern bis Gebirgswaldern variieren, die meisten Arten meiden die Nahe des Menschen. Einige Arten haben sich als Kulturfolger hingegen an die Nahe des Menschen angepasst und finden sich sowohl in Hausern als auch in Reisfeldern und anderen landwirtschaftlich genutzten Flachen.
Lebensweise und Ernahrung
Ratten konnen boden- oder baumbewohnend sein. Viele Arten konnen gut klettern und errichten Nester in den Baumen als Unterschlupfe. Andere ziehen sich in Erdbaue, Felsspalten oder in hohle Baumstamme zuruck.
Die besser erforschten, kulturfolgenden Arten leben in Gruppen von bis zu 60 Tieren, wobei die Gruppenmitglieder sich am Geruch erkennen. Gruppen setzen sich aus einem oder mehreren Mannchen und mehreren Weibchen zusammen, beide Geschlechter etablieren eine Rangordnung. Es sind territoriale Tiere, die Reviere werden gegen Eindringlinge verteidigt. Uber die Lebensweise der meisten Arten ist jedoch kaum etwas bekannt.
Ratten sind ublicherweise dammerungs- und nachtaktiv.[3] In den 1970er Jahren machte ein von Georges Ungar entdeckter Stoff, der u. a. bei Ratten eine unubliche Dunkelangst erzeugte und deswegen ,,Scotophobin" genannt wurde, von sich reden. Diese Forschungsergebnisse werden aber allgemein nicht anerkannt, da Erinnerungen und Erfahrungen im Gehirn von Saugetieren nicht molekular, sondern durch Verknupfung von Nervenzellen gespeichert werden.[4]
Ratten sind Allesfresser, die eine grosse Vielfalt an pflanzlicher und tierischer Nahrung zu sich nehmen. Die meisten Arten bevorzugen Samen, Korner, Nusse und Fruchte, erganzen den Speiseplan aber mit Insekten und anderen Kleintieren. Wanderratten beispielsweise nutzen daneben auch Vogel und deren Eier, kleine Saugetiere und andere Wirbeltiere und auch Fische als Nahrung. Die Arten, die in der Nahe des Menschen leben, finden ihre Nahrung haufig in Vorratslagern, auf Feldern oder im Abfall. Haus- und Wanderratten konnen nicht nur alles fressen, was Menschen essen, sondern noch zusatzliche Stoffe wie Pelze, Seife, Papier und Bienenwachs.
Fortpflanzung
Unter gunstigen klimatischen Voraussetzungen kann die Fortpflanzung das ganze Jahr uber erfolgen, vielfach gibt es jedoch feste Paarungszeiten. So tragen die neuguineischen Ratten in der Trockenzeit von Juni bis Oktober kaum oder keine Wurfe aus, auch die australischen Rattenarten pflanzen sich saisonal fort: bei den Tieren im Suden des Kontinents liegt der Hohepunkt der Geburten im Fruhling und Fruhsommer.
Die Anzahl der Wurfe pro Jahr hangt daher auch vom Klima ab. Bei sich ganzjahrig reproduzierenden Arten konnen es bis zu zwolf Wurfe im Jahr sein, bei anderen hingegen nur einer bis drei. Die Tragzeit ist variabel, bei der Hausratte rund 21 bis 22 Tage, bei der Wanderratte geringfugig langer. Bei anderen Arten kann sie von 19 bis 30 Tage variieren.
Wanderratten konnen bis zu 22 Neugeborene zur Welt bringen, der Durchschnitt liegt bei acht bis neun. Bei den meisten Arten sind es jedoch deutlich weniger, so ergaben Untersuchungen von Arten auf der Malaiischen Halbinsel drei bis sechs Neugeborene und auf Neuguinea nur ein bis drei Neugeborene. Neugeborene Wanderratten wiegen bei der Geburt rund funf bis sieben Gramm und sind nackt und blind, mit funfzehn Tagen offnen sich ihre Augen und ihr Fell ist vorhanden. Junge Wanderratten sind mit rund 22 Tagen entwohnt und verlassen ihr Nest.
Wanderratten konnen mit zwei bis drei Monaten und Hausratten mit drei bis funf Monaten geschlechtsreif sein. Bei anderen Arten dauert es langer, so pflanzen sich Pazifische Ratten manchmal erst nach dem ersten Winter fort.
Ratten und Menschen
Ratten im Gefolge des Menschen
Von den weltweit uber 60 Arten der Ratten haben sich mehrere dem Menschen weitgehend angeschlossen und leben zeitweilig oder dauernd in seiner Umgebung. Dies sind die Wanderratte (R. norvegicus), die Hausratte (R. rattus), die Pazifische Ratte (R. exulans), die kletteruntaugliche Reisfeldratte (R. argentiventer), die Himalajaratte (R. nitidus) sowie die Zentralasiatische Ratte (R. pyctoris).
Nach Mitteleuropa kamen die Hausratten wohl erst mit der romischen Besiedlung, als ,,Schiffratte" hat sie ihr Verbreitungsgebiet seit der Antike ausgedehnt. Die Wanderratte hat vermutlich erst im 18. Jahrhundert Mitteleuropa erreicht. Bedingt durch die veranderte Bauweise von Hausern und Schiffen hat sie die Hausratte im 20. Jahrhundert weitgehend verdrangt. Die Pazifische Ratte wurde im Zuge der Ausbreitung der Lapita-Kultur in Ozeanien verbreitet.
Ratten haben durch den Menschen abgelegene Inseln erreicht und stellen dort oft eine Bedrohung fur die einheimische Tierwelt dar. Insbesondere Wanderratten, die Eier und Jungvogel sowie kleine Wirbeltiere fressen, sind so fur den drastischen Ruckgang oder gar das Aussterben mehrerer Arten verantwortlich.
Archaologie
In der Archaologie spielen insbesondere die Hausratte (Rattus rattus) und die Wanderratte (Rattus norvegicus) fur die Erforschung der Ausbreitungsmechanismen der mittelalterlichen Pest eine besondere Rolle. Fruher wurden diese beiden Rattenarten als unverzichtbare Zwischenwirte fur die Ausbreitung der Pest in Europa gehalten. Dies ging so weit, dass Forscher aus der Ausbreitung der Pest auf das Rattenvorkommen zuruckschlossen.[5] Da beide Rattenarten im Mittelalter in Europa heimisch waren, aber nur die Hausratte die fur eine Ubertragung erforderliche Nahe zum Menschen bevorzugt, wurde fur die Funde von Rattenknochen die Unterscheidung zwischen den Skeletten der beiden Arten erforderlich. Sie lassen sich nur uber die Form des Schadeldaches[6] und die Grosse und Form des Zwischenraums zwischen den Schneide- und den Backenzahnen im Unterkiefer und der Kauflache der Backenzahne unterscheiden.[7]
Da die Kauflachen mit zunehmendem Alter schwinden, ist dieses Merkmal nur bei Jungtieren anwendbar. Die archaologischen Funde der in Betracht kommenden Rattenart zeigen, dass die Ausbreitung der Pest mit dem Lebensraum der Ratte nicht ubereinstimmt: In Nordeuropa wurde fur das Mittelalter eine Rattenpopulation ermittelt, die fur die Ausbreitung der Pest, die in Norwegen die Bevolkerung erheblich reduziert hat, nicht ausreicht. Der alteste Skelettfund der Hausratte in Skandinavien stammt aus dem 9. Jahrhundert in Birka.[8] Daraus wurden in der Forschung gegensatzliche Schlussfolgerungen gezogen: Benedictow postulierte, dass man nicht an der richtigen Stelle nach den Skeletten gesucht habe. Es musse wesentlich mehr gegeben haben. Damit konnte er sich aber nicht durchsetzen. Die so genannten ,,Revisionisten" (Shrewsbury, Twigg, Scott/Duncan und Cohn) schlossen aus dem Fehlen der Rattenfunde, dass es sich um eine andere Seuche gehandelt haben musse. Andere Forscher, die das Bakterium Yersinia pestis in den Zahnen mittelalterlicher Skelette nachweisen konnten, schlossen aus dem gleichen Befund, dass die Ratte als Zwischenglied nicht notwendig sei, sondern es auch andere Ubertragungswege gegeben haben musse.[9]
Ratten als Schadlinge
Grunde fur die Rattenbekampfung
Die wenig spezialisierten und somit sehr anpassungsfahigen freilebenden Tiere gelten gemeinhin als Nahrungsmittelschadlinge. Der in der Landwirtschaft durch sie verursachte Schaden ist enorm, sodass gegen sie Schadlingsbekampfungsmittel eingesetzt werden. Zudem treten sie in Gartenanlagen auf, wo besonders Wurzeln und Knollen angenagt werden. Sie nutzen dabei auch gern Gange, welche durch Maulwurfe gegraben wurden. Auch Gebaude werden in Mitleidenschaft gezogen, weil diese Nager Wasser- und Abwasserleitungen beschadigen konnen. Zudem ist die Verbreitung von Krankheitserregern durch die Ratten ein Problem.
Freilebende Ratten konnen, ebenso wie nahezu alle anderen Tiere, als Vektoren direkt oder indirekt diverse Krankheitserreger mit den von ihnen ausgelosten Krankheiten ubertragen. Zu den uber 70 auf den Menschen ubertragbaren Krankheiten (Zoonosen) zahlen Salmonellen, Leptospiren, das Streptobacillus moniliformis und Hantaviren.[10] Uber den Rattenfloh (Xenopsylla cheopis), der durch seinen Biss auch Menschen mit dem Bakterium Yersinia pestis infizieren kann, konnen freilebende Ratten indirekt Ubertrager der Pest sein. Ob die Epidemien in der Antike und vor allem im Mittelalter in Europa (Schwarzer Tod) auf Ratten allein zuruckzufuhren sind, wird angezweifelt. Daneben sind Ratten neben anderen kleinen Nagern Reservoirwirte fur diverse Borrelienarten (Bakterien), die dann von Vektoren wie Zecken auf Tier und Mensch ubertragen werden konnen.
Betreiber von abwassertechnischen Anlagen sind nach den deutschen Unfallverhutungsvorschriften zur Rattenbekampfung verpflichtet. Dies betrifft vor allem die Kommunen und Abwasserzweckverbande. Grund dieser Vorschrift war ursprunglich die Bekampfung der Weil-Krankheit.
Risiken und Nebenwirkungen beim Einsatz von Rodentiziden
Freilebende Ratten werden vielerorts noch immer mit Giftstoffen bekampft. Die fur die Bekampfung von Nagetieren entwickelten Rodentizide - insbesondere 4-Hydroxycumarine - behindern durch sogenannte Antikoagulatien die Blutgerinnung. Die todliche Wirkung des Frasskoders tritt in der Regel erst drei bis sieben Tage nach Aufnahme ein, sodass vor allem Ratten die einsetzende Giftwirkung nicht mit dem Giftkoder assoziieren und keine Koderscheu entwickeln konnen. In Deutschland ist der praventive Einsatz dieser Art von Kodern mittlerweile verboten. Einerseits verenden zahlreiche Tiere, die nicht als Zieltiere der Bekampfung angedacht waren, und andererseits verenden auch alle Raubvogel und Aasfresser nach dem Verzehr eines vergifteten Kadavers. Daruber hinaus werden Antikoagulanzien der zweiten Generation zudem als PBT-Stoffe eingestuft; d. h. sie sind persistent, bioakkumulierend und toxisch eingestuft.[11]
Ratten als Unterstutzer des Menschen
In ihrer Eigenschaft als Makrosmatiker setzt der Mensch schon lange Tiere mit einem besonders ausgepragten Geruchssinn zum Aufspuren bestimmter Substanzen ein. Als trainiertes Diensttier lassen sich Ratten unter anderem als Minensuchtiere und zum Anzeigen von Sprengstoff ausbilden. Dabei ist der Aufwand hinsichtlich Futterung, Transport und Unterbringung deutlich geringer als bei Sprengstoffspurhunden.
Wanderratten werden als Laborratten zudem haufig in Tierversuchen eingesetzt. Ihr Beitrag in der Forschung wird von Experten als wesentlich eingeschatzt, wobei ihre Bedeutung durch das Erschliessen weiterer Anwendungsbereiche noch immer zunimmt. Einige Studien ergaben, dass bis zu 99 Prozent der in Laboren genutzten Versuchstiere Kleinsauger sind, in der Regel Ratten oder Mause.[12]
Farbratten, die aus Zuchtformen der Wanderratte entstanden sind, werden ausserdem als Heimtier eingesetzt. Halter schatzen dabei insbesondere ihre sozialen Eigenschaften, einschliesslich ihrer Freude an Interaktion und ihre Intelligenz. Aufgrund ihrer Beliebtheit als Heimtier ist die Ratte mittlerweile sowohl als Patient in der Kleintierpraxen als auch in der veterinarmedizinischen Ausbildung fest etabliert.[13][14]
Ratten als Nahrungsmittel
In manchen Kulturkreisen wird traditionell auch das Fleisch von Nagetieren, wie unterschiedlichen Mausearten und auch Ratten verzehrt.
In Europa kam es lediglich aus Not, wahrend der Belagerung von Paris, wahrend des Deutsch-Franzosischen Krieges in den Jahren 1870-71, zum Verzehr von Rattenfleisch. Da die Pariser Bevolkerung hungerte, wurde in dieser Zeit das Fleisch von Ratten und Katzen zum Verkauf angeboten.[15]
Bedrohung der Ratten
Die Allgegenwart einiger Rattenarten darf nicht daruber hinwegtauschen, dass viele Rattenarten in ihrem Bestand bedroht sind. Wie bei vielen anderen Tieren sind besonders Inselendemiten betroffen. Die Grunde dafur liegen in der Verfolgung durch eingeschleppte Raubtiere, in der Bejagung und der Zerstorung ihres Lebensraums.
Zwei auf der Weihnachtsinsel vorkommende Arten, die Maclear-Ratte (Rattus macleari) und die Weihnachtsinsel-Ratte (Rattus nativitatis), sind ausgestorben. Die IUCN listet 2023 sechs Arten als ,,stark gefahrdet" (endangered): R. burrus, R. hainaldi, R. montanus, R. ranjiniae, R. simalurensis und R. vandeuseni. Sieben weitere Arten gelten als ,,gefahrdet" (vulnerable): R. hoogerwerfi, R. lugens, R. palmarum, R. nikenii, R. richardsoni, R. satarae, R. stoicus und R. elaphius, R. feliceus, R. xanthurus als ,,potenziell gefahrdet" (near threatened). Fur 13 Arten sind ,,zu wenig Daten vorhanden" (data deficient). Rund die Halfte aller Rattenarten ist ,,nicht gefahrdet" (least concern).
Ratten in der Kultur
Die westliche Kultur sieht die Ratte hauptsachlich mit negativen Attributen behaftet. In der Fabel gelten Ratten - im Gegensatz zu Mausen - als hinterhaltig, feige und verschlagen. An diese Eigenschaften knupft die Verwendung als Schimpfwort fur Menschen an.
Der asiatische und indische Raum hingegen misst der Ratte uberwiegend positive Eigenschaften zu. So dient sie dem hinduistischen Gott Ganesha als Reittier und wird als Symbol fur Intelligenz angesehen. Im Karni-Mata-Tempel werden tausende Ratten von Glaubigen mit Nahrung versorgt; es gilt als gluckbringend, wenn einem Besucher eine der ,,heiligen" Ratten uber den Fuss lauft. Im chinesischen Tierkreis sowie generell in der chinesischen Astrologie nimmt die Ratte oder Maus (chinesisch Shu , Pinyin shu) die erste Position ein. Eine Ratte steht unter anderem fur Ehrlichkeit und Kreativitat.
Medienprasenz
In der Literatur tauchen Ratten als Verursacher schlimmster seelischer und korperlicher Qualen auf, etwa in Edgar A. Poes Die Grube und das Pendel oder George Orwells 1984. Weit bekannt ist die Sage des Rattenfangers von Hameln.
Neuere Kinderbucher versuchen dagegen, der Ratte durch eine positivere ,,Charakterisierung" gerechter zu werden. Eine positive Rolle spielt eine Ratte in Kenneth Grahames Buch Der Wind in den Weiden von 1908.[16]
Filme, in denen Ratten auftraten, waren vor der Jahrtausendwende uberwiegend im Bereich des Horrorfilms angesiedelt, eine Art der Darstellung, die bereits in den spaten 1950er Jahren ublich war, als der B-Movie Die Nacht der unheimlichen Bestien in die Kinos kam. Doch auch im Tierhorrorfilm kommt die Ratte in der Regel nicht gut weg - Beispiele sind unter anderem Willard (1971), Ben (1972), Die Insel der Ungeheuer (1976), Unheimliche Begegnung (1983) oder Die Stunde der Ratte (1989). Doch auch andere Genres schicken Ratten als Protagonisten ins Rennen, wie die Horrorfilme Der Rattengott (1976) und Nachtschicht (1990) oder die Dystopie Riffs III - Die Ratten von Manhattan (1984).[17]
Mittlerweile wird die Ratte zunehmend auch als intelligente, positive Figur dargestellt, beispielsweise in den beiden US-amerikanischen computeranimierten Filmen Flutsch und weg von 2006 und Ratatouille aus dem Jahr 2007.[17][18]
Metaphorischer Gebrauch
Zahlreiche Umschreibungen der deutschen Sprache bedienen sich des Wortes ,,Ratte", so ,,Landratte", ,,Rattenkonig" (fur ein vollkommenes Wirrsal), ,,Rattenloch" (fur eine uble Absteige) oder ,,Rattenschwanz" (fur eine uberlange unangenehme Kette von Folgewirkungen).[19]
Der Ausspruch ,,Die Ratten verlassen das sinkende Schiff" ist eine Umschreibung der Tatsache, dass Ratten an Bord eines Schiffes versuchen, sich in Sicherheit zu bringen, wenn dieses - etwa aufgrund der Locher, die sie selbst in den Rumpf genagt haben - unterzugehen droht. Der Sinn wird auf Menschen ubertragen, die vor einer kniffligen oder gefahrlichen Situation, die sie moglicherweise selbst verursacht haben, zu fliehen versuchen, wenn diese sich langsam abzeichnet.
In der Politik werden Gegner, die man vernichten mochte, mitunter als Ratten bezeichnet. Otto von Bismarck bezeichnete 1893 die SPD als ,,die Ratten im Land", die ,,vertilgt werden" sollten.[20] In der NS-Propaganda wurden Juden oft mit Ratten gleichgesetzt.[21] Adolf Hitler schrieb z. B. in Mein Kampf, Juden seien sich nur in der Aussicht auf Beute oder bei Gefahr einig: ,,fallen beide Grunde weg, so treten die Eigenschaften eines krassesten Egoismus in ihre Rechte, und aus dem einigen Volk wird im Handumdrehen eine sich blutig bekampfende Rotte von Ratten".[22] Der CSU-Politiker Franz Josef Strauss lehnte 1978 ab, den Journalisten Bernt Engelmann wegen dessen Veroffentlichungen uber Strauss' Engagement in der NS-Zeit auf Unterlassung zu verklagen, denn ,,gegen Ratten und Schmeissfliegen" fuhre man keine Prozesse.[23]
Regionale Bezeichnungen
In Luxemburg, den deutschsprachigen Gebieten der Schweiz und Belgiens sowie in den meisten Teilen Deutschlands ist ,,die Ratte" als Bezeichnung absolut dominierend. Daneben tritt im ostfrankischen und bairischen, weniger im alemannischen Sprachraum, oft ,,der Ratz", in Sudtirol und Teilen Osterreichs auch ,,die Ratze" auf.[24]
Systematik
Aussere Systematik
Wilson & Reeder (2005) fuhren die Ratten als Namensgeber der Rattus-Gattungsgruppe, einer vorwiegend in Sudostasien beheimateten Gruppe innerhalb der Altweltmause. Zu dieser Gruppe zahlen noch die Gattungen Luzon-Breitzahnratten (Abditomys), Bandikutratten (Bandicota), Weisszahnratten (Berylmys), Philippinen-Moosmause (Bullimus), Sulawesi-Bergratten (Bunomys), Ryukyu-Ratten (Diplothrix), Sody-Baumratten (Kadarsanomys), Komodo-Ratten (Komodomys), Limnomys, Pestratten (Nesokia), Seram-Ratten (Nesoromys), Palawan-Ratten (Palawanomys), Flores-Riesenratten (Papagomys), Sulawesi-Riesenratten (Paruromys), Flores-Langnasenratten (Paulamys), Sunda-Riesenratten (Sundamys), Taeromys, Tarsomys und Mearns-Luzonratten (Tryphomys). Insgesamt umfasst die Rattus-Gruppe rund 110 Arten.
Nach den genetischen Untersuchungen von Lecompte u. a. (2008) sind die Tiere der Rattus-Gruppe Teil einer vorwiegend in Sudostasien, Neuguinea und Australien verbreiteten Radiation der Altweltmause, den Rattini. Diese Radiation umfasst noch die Crunomys-Gruppe, die Dacnomys-Gruppe, die Maxomys-Gruppe und die Micromys-Gruppe. Auch die Melasmothrix-Gruppe gehort vermutlich hierher.
Innere Systematik
Wilson & Reeder (2005) teilen die Gattung in 66 Arten auf, die in sechs Artengruppen sowie einige keiner Gruppe zugehorigen Arten unterteilt werden:
- norvegicus-Gruppe
- die Wanderratte (Rattus norvegicus) war ursprunglich in Ostasien beheimatet, im Gefolge des Menschen hat sie eine weltweite Verbreitung erreicht.
- die Himalajaratte (Rattus nitidus) lebt in der Himalaya-Region und in Sudostasien.
- die Zentralasiatische Ratte (Rattus pyctoris) (fruher R. turkestanicus oder R. rattoides) kommt in Zentralasien und der Himalaya-Region vor.
- exulans-Gruppe
- die Pazifische Ratte (Rattus exulans) lebt in Sudostasien und wurde auf zahlreichen pazifischen Inseln eingeschleppt.
- rattus-Gruppe
- die Hausratte (Rattus rattus) lebte ursprunglich in Sudostasien und ist heute als Kosmopolit weltweit verbreitet.
- die Indonesische Glattfellratte (Rattus adustus) ist nur von einem Exemplar bekannt, das auf der indonesischen Insel Enggano (sudlich von Sumatra) gefunden wurde.
- die Indochinesische Waldratte (Rattus andamanensis) bewohnt das nordliche Sudostasien.
- die Reisfeldratte (Rattus argentiventer) ist in Sudostasien weit verbreitet.
- die Kinabalu-Ratte (Rattus baluensis) lebt am Mount Kinabalu im nordlichen Borneo.
- die Aceh-Ratte (Rattus blangorum) ist nur von zwei Exemplaren, die im westlichen Sumatra gefunden wurden, bekannt.
- die Nikobaren-Inselratte (Rattus burrus) ist auf den Nikobaren endemisch.
- die Seram-Ratte (Rattus ceramicus) lebt nur auf der Molukken-Insel Seram.
- die Hoffmann-Ratte oder Minahassaratte (Rattus hoffmanni) lebt auf Sulawesi.
- Rattus koopmani ist nur von einem Exemplar bekannt, das auf Peleng, einer Sulawesi vorgelagerten Insel, gefunden wurde.
- die Kleine Reisfeldratte (Rattus losea) kommt in Sudostchina und Sudostasien vor.
- die Mentawai-Ratte (Rattus lugens) bewohnt die Mentawai-Inseln vor der Kuste Sumatras.
- die Schwarze Mindoro-Bergratte (Rattus mindorensis) lebt in Gebirgsregionen auf der philippinischen Insel Mindoro.
- die Lompobattang-Sulawesi-Ratte (Rattus mollicomulus) bewohnt ein kleines Gebiet im Suden Sulawesis.
- die Osgood-Ratte (Rattus osgoodi) ist in einem kleinen Gebiet im sudlichen Vietnam endemisch.
- die Nikobaren-Palmenratte (Rattus palmarum) kommt nur auf den Nikobaren vor.
- die Sahyadris-Waldratte (Rattus satarae) lebt in den Westghats in Indien.
- die Simalur-Ratte (Rattus simalurensis) bewohnt die Simalur-Insel, die Sumatra vorgelagert ist.
- die Andamanen-Ratte (Rattus stoicus) ist auf den Andamanen endemisch.
- die Asiatische Hausratte (Rattus tanezumi) ist in Ost- und Sudostasien weit verbreitet.
- die Tawi-Tawi-Waldratte (Rattus tawitawiensis) lebt auf der zum Sulu-Archipel gehorenden Insel Tawi-Tawi.
- die Malaiische Feldratte (Rattus tiomanicus) kommt auf der Malaiischen Halbinsel und im westlichen Indonesien vor.
- fuscipes-Gruppe -in Australien heimische
- die Australische Dunkelratte (Rattus colletti) bewohnt den Norden des Northern Territory.
- die Australische Buschratte (Rattus fuscipes) lebt an der Sud- und Ostkuste Australiens.
- die Australische Sumpfratte (Rattus lutreolus) kommt im ostlichen Australien sowie auf Tasmanien vor.
- die Dunkle Feldratte oder Australische Rohrfeldratte (Rattus sordidus) ist in Queensland und dem sudlichen Neuguinea beheimatet.
- die Blasse Feldratte oder Blasse Australische Feldratte (Rattus tunneyi) hat ein bruchstuckhaftes Verbreitungsgebiet im westlichen, nordlichen und ostlichen Australien.
- die Australische Langhaarratte (Rattus villosissimus) lebt im mittleren und nordlichen Australien.
- leucopus-Gruppe -auf Neuguinea und angrenzenden Inseln lebend
- die Vogelkop-Bergratte (Rattus arfakiensis) lebt im westlichen Neuguinea. Ihr Artstatus ist unklar.
- die Westliche Neuguinea-Bergratte (Rattus arrogans) bewohnt Gebirgslander im westlichen und mittleren Neuguinea.
- die Manus-Ratte (Rattus detentus) lebt endemisch auf Manus[25]
- die Sula-Archipel-Ratte (Rattus elaphinus) lebt auf mehreren der zu den Molukken zahlenden Sula-Inseln.
- Rattus feileri lebt auf Taliabu.
- die Seram-Stachelratte (Rattus feliceus) kommt auf der Molukken-Insel Seram vor.
- die Giluwe-Bergratte (Rattus giluwensis) ist nur von einem Gebiet im ostlichen Neuguinea bekannt, aber moglicherweise weiter verbreitet.
- Rattus halmaheraensis kommt auf Halmahera vor.
- die Japen-Ratte (Rattus jobiensis) lebt auf mehreren Inseln vor der Nordwestkuste Neuguineas.
- die Kap-York-Ratte (Rattus leucopus) kommt in weiten Teilen Neuguineas und an der Nordspitze Queenslands vor.
- die Ostliche Neuguinea-Ratte (Rattus mordax) ist im ostlichen Neuguinea beheimatet.
- die Papua-Neuguinea-Ratte (Rattus niobe) lebt im ostlichen Neuguinea.
- die Gemeine Neuguinea-Ratte (Rattus novaeguineae) bewohnt die mittleren Regionen Neuguineas.
- die Obi-Ratte (Rattus ombirah) bewohnt die Molukkeninsel Obi.
- die Arianus-Ratte (Rattus omichlodes) ist von einem kleinen Gebiet im Westen Neuguineas bekannt.
- die Pocock-Hochlandratte (Rattus pococki) lebt im mittleren Bergland Neuguineas.
- die Grosse Neuguinea-Stachelratte (Rattus praetor) ist in weiten Teilen Neuguineas, dem Bismarck-Archipel und moglicherweise auch auf den Salomonen beheimatet.
- die Richardson-Neuguinea-Ratte (Rattus richardsoni) ist von mehreren Stellen im neuguineischen Bergland bekannt.
- die Stein-Stachelratte oder Mount-Kunupi-Ratte (Rattus steini) bewohnt weite Teile Neuguineas.
- die Taliabu-Ratte (Rattus taliabuensis) kommt auf Taliabu vor.
- die Van-Deusen-Neuguinea-Ratte (Rattus vandeuseni) lebt in Gebirgsregionen im Sudosten Neuguineas.
- die Schlanke Neuguinea-Ratte (Rattus verecundus) kommt in weiten Teilen des neuguineischen Berglandes vor.
- xanthurus-Gruppe - auf Sulawesi und angrenzenden Inseln lebend
- die Sudwestliche Gelbschwanzratte (Rattus bontanus) lebt in sudwestlichen Sulawesi.
- die Affenschwanzratte (Rattus marmosurus) kommt in der Mitte und der nordlichen Halbinsel Sulawesis vor.
- die Peleng-Gelbschwanzratte (Rattus pelurus) ist auf den Peleng-Inseln vor der Ostkuste Sulawesis endemisch.
- die Sudostliche Gelbschwanzratte (Rattus salocco) bewohnt die sudostliche Halbinsel Sulawesis.
- die Nordostliche Gelbschwanzratte (Rattus xanthurus) lebt auf der nordlichen Halbinsel Sulawesis.
- keiner Gruppe zugeordnet
- die Annandale-Ratte oder Malayische Sundaratte (Rattus annandalei) lebt auf der Malaiischen Halbinsel und Sumatra. Neuere Abhandlungen listen sie in der Gattung Sunda-Riesenratten.
- die Enggano-Ratte (Rattus enganus) ist auf der Insel Enggano vor der Sudkuste Sumatras endemisch.
- die Philippinische Waldratte (Rattus everetti) kommt nahezu auf den gesamten Philippinen vor.
- die Hainald-Ratte (Rattus hainaldi) bewohnt die indonesische Insel Flores.
- die Hoogerwerf-Sumatra-Ratte (Rattus hoogerwerfi) lebt im nordlichen Sumatra.
- die Sumatra-Bergratte (Rattus korinchi) ist nur von Berglandern im nordlichen Sumatra bekannt.
- die Maclear-Ratte (Rattus macleari) lebte auf der Weihnachtsinsel. Diese Art ist ausgestorben.
- die Sri-Lanka-Bergratte (Rattus montanus) ist auf Sri Lanka endemisch.
- die Molukken-Greifschwanzratte (Rattus morotaiensis) kommt auf der Molukken-Insel Halmahera vor.
- die Weihnachtsinsel-Ratte (Rattus nativitatis) war auf der Weihnachtsinsel endemisch. Diese Art ist ausgestorben.
- die Kerala-Feldratte (Rattus ranjiniae) bewohnt das sudliche Indien.
- die Neuirland-Waldratte (Rattus sanila) ist nur von subfossilen Uberresten von der Insel Neuirland (Papua-Neuguinea) bekannt. Es ist unklar, ob die Art noch existiert.
- die Timorratte (Rattus timorensis) ist nur durch ein 1990 auf der Insel Timor gefangenes Tier bekannt.
Es gibt zumindest neun bislang unbeschriebene Arten, die unter anderem in Thailand, auf den Molukken und im mittleren Australien leben.
Es ist noch nicht genau geklart, ob die Gattung der Ratten monophyletisch ist, das heisst alle Nachkommen eines gemeinsamen Vorfahren umfasst. Wilson & Reeder (2005) halten es fur denkbar, dass zumindest einige der Arten, die keiner Gruppe zugeordnet sind, in andere Gattungen ubertragen werden konnen.
Literatur
- Rafik Schami: Das letzte Wort der Wanderratte. Marchen, Fabeln und phantastische Geschichten. dtv, 1987, ISBN 3-423-10735-9.
- Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999, ISBN 0-8018-5789-9.
- Heide Platen: Das Rattenbuch. Uber die Allgegenwart unserer heimlichen Nachbarn. Goldmann Verlag, 2001, ISBN 3-442-15005-1.
- Wolfgang Maier: Rodentia, Nagetiere. In: Wilfried Westheide, Reinhard Rieger (Hrsg.): Spezielle Zoologie. Teil 2: Wirbel- oder Schadeltiere. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/Berlin 2004, ISBN 3-8274-0307-3.
- Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bande. 3. Auflage. The Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.
- Emilie Lecompte, Ken Aplin, Christiane Denys, Francois Catzeflis, Marion Chades, Pascale Chevret: Phylogeny and biogeography of African Murinae based on mitochondrial and nuclear gene sequences, with a new tribal classification of the subfamily. In: BMC Evolutionary Biology. Bd. 8, Artikel 199, 2008, S. 1-21, doi:10.1186/1471-2148-8-199.
- Kelly G. Lambert: Lehrmeister Ratte. Was wir von den erfolgreichsten Saugetieren der Welt lernen konnen. Springer Spektrum, Berlin, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-37340-4.
- Sam Savage: Firmin. Ein Rattenleben. Roman. Ullstein 2008, ISBN 978-3-550-08742-4.
Dokumentation
- Stadtratten - Unbekannte Parallelwelt. Regie: Maria Wischnewski, RBB, Deutschland, 53 Minuten, 2022
Weblinks
Einzelnachweise
- | Adam Rijnberk (Hrsg.): Anamnese und korperliche Untersuchung kleiner Haus- und Heimtiere 12 Tabellen. Georg Thieme Verlag, 2004, ISBN 3-8304-1045-X, S. 374 (eingeschrankte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- | Wolfgang Legrum: Riechstoffe, zwischen Gestank und Duft: Vorkommen, Eigenschaften und ... Springer DE, 2011, ISBN 978-3-8348-1245-2, S. 13,67 (eingeschrankte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- | Die Hausratte | Nds. Landesamt fur Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Abgerufen am 23. Marz 2023.
- | W. L. Byrne, D. Samuel, E. L. Bennett, M. R. Rosenzweig, E. Wasserman: Memory transfer. In: Science. Band 153, Nr. 3736, 5. August 1966, ISSN 0036-8075, S. 658-659, doi:10.1126/science.153.3736.658, PMID 5939939.
- | Zum Beispiel O. J. Benedictow: Plague in the late medieval Nordic countries. 1992.
- | R. Tanaka: A Statistical Study on Fundamental Specific Differences in Skull Characters between the Roof Rat and the Norway Rat. In: Quarterly Journal of the Taiwan Museum. Vol. 5, Nr. 1, 1952, S. 57-70.
- | D. R. Rosevear: The Rodents of West-Africa. London 1970, S. 273.
- | B. Wigh: Animal husbandry in the Viking Age Town of Birka and his Hinterland. In: Birka studies. Vol. 7, 2001, S. 1-169.
- | Zum Beispiel Lars Walloe: Var middelalderens pester og moderne pest samme sykdom? In: Historisk Tidskrift. (Trondheim). Bd. 89, Heft 1, 2010, S. 14-28 und M. Drancourt u. a.: Yersinia pestis as a telluric, human ectoparasite-born organism. In: The Lancet Infectious Diseases. Bd. 6, 2006, S. 234-241.
- | Ubersicht wesentlicher Erkrankungen bei rattenzauber.de (Memento vom 20. Januar 2010 im Internet Archive)
- | Korinna Pohl: Rodentizide. Umweltbundesamt, 6. Oktober 2021, abgerufen am 2. Marz 2023.
- | Daniel Klein: Laborratten gewinnen in der biomedizinischen Forschung immer mehr an Bedeutung vom 2. Marz 2022 eureka, A dose of Science, aufgerufen am 1. Marz 2023
- | Tipps fur die Haltung der Farbratte TFA Wissen, aufgerufen am 1. Marz 2023
- | Fachbereich Veterinarmedizin. Heimtierbehandlung Freie Universitat Berlin, aufgerufen am 1. Marz 2023
- | Hunger im belagerten Paris 1870 Als die Elefanten Castor und Pollux im Kochtopf landeten Der Spiegel, abgerufen am 28. Februar 2023
- | Kenneth Grahame. Wind in den Weiden buecher.de, aufgerufen am 1. Marz 2023
- | a b Rattenfilme Moviepilot, aufgerufen am 1. Marz 2023
- | Paris in Disneys "Ratatouille":Ratte sich, wer kann Suddeutsche Zeitung, aufgerufen am 1. Marz 2023
- | Redewendungen und Sprichworter mit Tieren. Ratten phraseo.de, aufgerufen am 1. Marz 2023
- | Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 3: Von der ,,Deutschen Doppelrevolution" bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1849-1914. C.H. Beck, Munchen 1995, S. 905.
- | Monika Urban: Von Ratten, Schmeissfliegen und Heuschrecken. Judenfeindliche Tiersymbolisierungen und die postfaschistischen Grenzen des Sagbaren. Herbert von Halem Verlag, Koln 2014, ISBN 3-7445-0845-5, S. 99-106.
- | Christian Hartmann, Thomas Vordermayer, Othmar Plockinger, Roman Toppel (Hrsg.): Hitler, Mein Kampf. Eine kritische Edition. Institut fur Zeitgeschichte Munchen - Berlin, Munchen 2016, Bd. 1, S. 783.
- | Gerhard Strauss, Ulrike Hass, Gisela Harras: Brisante Worter von Agitation bis Zeitgeist. Ein Lexikon zum offentlichen Sprachgebrauch. De Gruyter, Berlin/New York 1989, ISBN 3-11-012078-X, S. 663 f.
- | Ratte/Ratz(e). Eine Site der Philologisch-Historischen Fakultat der Universitat Augsburg, abgerufen am 24. Dezember 2012.
- | Robert M. Timm, Valter Weijola, Ken P. Aplin, Stephen C. Donnellan, Tim F. Flannery, Vicki Thomson, Ronald H. Pine: A New Species of Rattus (Rodentia: Muridae) from Manus Island, Papua New Guinea. In: Journal of Mammalogy. April 2016. doi:10.1093/JMammal/gyw034