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Ratingagentur

aus Wikipedia, der freien Enzyklopadie
Sitz der Ratingagentur Scope in Berlin

Ratingagenturen (englisch Credit rating agency, CRA) sind private Unternehmen, die gewerbsmassig die Kreditwurdigkeit (Bonitat) von Staaten und deren untergeordneten Gebietskorperschaften, Unternehmen, Finanzinstrumenten, Finanzprodukten und Forderungen bewerten. Der Vorgang der Bonitatseinstufung sowie das Resultat desselben wird Rating genannt, die vergebene Bonitatsstufe (Ratingklasse) wird abkurzend mit einem Ratingsymbol oder Ratingcode bezeichnet.

Die Agenturen fassen das Ergebnis ihrer Untersuchung (Rating) in einer Buchstabenkombination (Ratingcode, kurz auch nur Rating) zusammen, die in der Regel von AAA bzw. Aaa (beste Qualitat) bis D (zahlungsunfahig) reicht. Die Ratingcodes spiegeln dabei zunachst nur eine Rangfolge wider. Ausserdem wird im Rating auch die Widerstandsfahigkeit gegen Konjunkturschwankungen berucksichtigt, sodass zumindest hohere Ratings auf ein dauerhaft stabiles Unternehmen hinweisen.[1]

Ratingagenturen, die sich innerhalb der Europaischen Union zur Bewertung bestimmter Risiken auf Finanzmarkten formlich anerkennen lassen, werden als External Credit Assessment Institution (ECAI) bezeichnet. Ratingagenturen unterliegen in der Regel staatlicher Aufsicht. So kann ohne Genehmigung der EU in Europa keine Ratingagentur gegrundet werden. Die EU kann Agenturen bei Verstossen gegen EU-Recht die Lizenz entziehen. Die Aufsicht uber die Agenturen liegt bei der europaischen Wertpapieraufsicht European Securities and Markets Authority (ESMA) und den Behorden der Mitgliedsstaaten.

Anforderungen an Ratings

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Marktteilnehmer am Geld- und Kapitalmarkt (Anleger, Kreditinstitute und Versicherungen) und Glaubiger haben ein Interesse daran, dass die Bonitat ihrer Schuldner von unabhangigen und fachkundigen Dritten untersucht wird. Dazu muss von den Agenturen die Wahrscheinlichkeit gemessen werden, ob und inwieweit die Finanzprodukte am Falligkeitstag vollstandig (nebst Zinsen) zuruckgezahlt werden.

Die Ratingaktivitaten der Agenturen mussen im Einklang mit den Grundsatzen der Integritat, Transparenz, Rechenschaftspflicht, Verlasslichkeit und guten Unternehmensfuhrung stehen und mussen unabhangig, objektiv und von angemessener Qualitat sein.

Betrug und Insolvenzen - selbst von Banken - kamen zu Beginn des 19. Jh. im durch Mobilitat und Einwanderung gepragten amerikanischen Westen haufiger vor als in den statischen, durch gefestigte Herrschaftsstrukturen gepragten Gesellschaften Europas, in denen das Ideal des "ehrenwerten Kaufmanns" gepflegt wurde. 1841 grundete Lewis Tappan die Mercantile Agency, die gegen Entgelt mithilfe von Spitzeln und anonymer Informanten (darunter Rechtsanwalte oder Kassierer) Geschaftsprofile erstellte. 1857 beschaftigte die Mercantile Agency bereits 200 solcher Informanten. Henry Varnum Poor perfektionierte dieses System bei Eisenbahngesellschaften, veroffentlicht 1868 im Manual of the Railroads of the United States, das Anleger und potentielle Anleger uber die Eisenbahngesellschaften informierte.[2] Ein systematisches Rating fur die US-Eisenbahngesellschaften folgte ab 1909 durch John Moody, den Grunder der Agentur Moody's. Seit Marz 1918 gibt es bei Moody's ein Rating fur Staatsanleihen (,,Emissionsrating"; nicht fur die Staaten selbst), uber 120 Staatsanleihen wurden bereits 1929 durch die Agenturen geratet.[3] Im April 1919 definierte Moody's diese Ratings als die relative Kreditwurdigkeit einer Regierung mit den Komponenten der Fahigkeit (Kreditfahigkeit) und des Willens zur Schuldenruckzahlung. Die Agenturen versaumten 1931 die Vorhersage der Staatsschuldenkrisen und uberreagierten in der Folge mit massiven Herabstufungen.[4] Im Februar 1936 ordnete die US-Bankenaufsicht (englisch Comptroller of the currency) an, dass die Banken nur noch Emissionen und Forderungen mit einem Mindest-Rating (englisch investment grade) ubernehmen durften, und loste damit einen Zwang zur Ubernahme externer Ratings aus.

Das weltweite Wirtschaftswachstum ab 1958 in Industrielandern veranlasste die 1941 aus einer Fusion hervorgegangene Standard & Poor's zwischen 1968 und 1974 zur Einstellung der Ratings staatlicher Emissionen. S & P gehort seit 1966 zum US-Medien-Konzern McGraw-Hill Financial, Fitch gehort mehrheitlich der franzosischen Fimalac Holding S.A. (60 %) und restlichen 40 % der Hearst Corporation. Einzige borsennotierte Agentur ist Moody's.

Im Juli 1975 setzte die US-Borsenaufsicht (United States Securities and Exchange Commission) fest, dass die Rating-Agenturen die einzigen sein sollten, die die gesetzliche Verpflichtung der Unternehmen erfullen durfen, sich bewerten zu lassen, ehe sie fur den amerikanischen Kapitalmarkt zugelassen werden. Dies musste von mindestens zwei zugelassenen Rating-Agenturen geschehen. Zugelassen wurden dafur ausdrucklich nur Standard & Poor's, Moody's und Fitch Ratings.[5] Als sich die Landerrisiken besonders in Entwicklungslandern hauften, begannen die Agenturen 1982 mit Landerratings, 1986 startete Moody's die Bewertung von Fremdwahrungsrisiken.[6]

Im Jahre 1988 entstand unter Fuhrung der Deutschen Bank und der Borsenzeitung eine deutsche Rating-Initiative. Sie strebte eine europaische Ratingagentur an. Daher entstand 1991 die Projektgesellschaft fur Europaisches Rating mbH mit dem Ziel, eine europaische Agentur zu grunden. Der alleinige Gesellschafter war die Herausgebergemeinschaft Wertpapier-Mitteilungen Keppler, Lehmann GmbH & Co. An diesem Gesellschafter waren mehrere Banken beteiligt. Die Initiative blieb jedoch ohne Erfolg,[7] vielmehr setzte sich das US-Ratingsystem durch. Danach sind die Agenturen gesetzlich beauftragt, die Kreditwurdigkeit aller Marktteilnehmer zu bewerten. Die US-Finanzaufsicht Security Exchange Commission (SEC) soll zwar die Agenturen uberwachen, lasst ihnen aber freie Hand in der Definition der Kriterien. Die Bewerteten selbst finanzieren das Rating. Die Agenturen bleiben Falschbewertungen haftungsfrei, weil sie das Grundrecht der ,,freien Meinung" (1. Zusatzartikel zur US-Verfassung von 1791, Bestandteil der Bill of Rights) in Anspruch nehmen konnen. Dieses zunachst in den USA und fur die USA ausgebildete System wurde in den 80er Jahren uber den Internationalen Wahrungsfonds (IWF) zunachst den Entwicklungslandern auferlegt, in den 90er Jahren uber die Bank fur Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) globalisiert (Basel II) - auch die EU hat sich dem unterworfen.[8]

In den 1990er Jahren versuchte die deutsche Kreditwirtschaft gemeinsam mit Bertelsmann, eine eigene Ratingagentur zu grunden. 1996 arbeiteten das hessische Wirtschaftsministerium und die Deutsche Borse zusammen, doch kam es nicht zu einer Institutionalisierung. Zeitweise sollte eine Art Bonitatswachter an der Europaischen Zentralbank installiert werden, was diese jedoch ablehnte.

Als erste deutsche Ratingagentur wurde die Creditreform Rating im August 2009 von der BaFin als Ratingagentur fur bankaufsichtliche Risikogewichtung nach Solvabilitatsverordnung und Basel II anerkannt. Die Anerkennung gilt fur das Marktsegment Andere Forderungen (darunter Bonitatsbeurteilung von Unternehmen und Unternehmensanleihen). Als erste und derzeit einzige europaische Ratingagentur wurde die Euler Hermes Rating GmbH im November 2010 von der BaFin und dem Committee of European Securities Regulators anerkannt und registriert. Diese Registrierung ermoglicht es institutionellen Investoren - gemass der Verordnung (EG) Nr. 1060/2009 des Europaischen Parlaments und des Rates uber Ratingagenturen -, zukunftig auch in Papiere zu investieren, die von EU-registrierten Ratingagenturen bewertet wurden. So uberarbeitet die BaFin derzeit die Anlageverordnung fur Versicherungsunternehmen, um der neuen EU-Verordnung gerecht zu werden.[bafin 1] Als weitere spezialisierte Ratingagentur in Deutschland bewertet die GBB-Rating die im privaten Einlagensicherungsfonds zusammengeschlossenen Banken.[9]

Auch andere nationale und internationale Finanz- und Bankaufsichtsbehorden erkannten die Bedeutung der Ratings und integrierten diese verstarkt in die Regulierungen zur Banken- und Finanzaufsicht. Uber die seit Januar 2014 geltende Kapitaladaquanzverordnung (CRR) werden die Kreditinstitute in den EU-Mitgliedstaaten im Standardansatz gezwungen, von den Agenturen vergebene Bonitatsnoten ihrer Kreditnehmer zu ubernehmen (Art. 113 Abs. 1 CRR).

Die Europaische Zentralbank zieht neben den drei grossen Agenturen S&P, Moody's und Fitch auch die kanadische DBRS hinzu. Diese vier Ratingagenturen sind die von der BaFin gefuhrten Hauser fur eine ,,Verwendungsfahigkeit unbeauftragter Bonitatsbeurteilungen".[10] Ohne Genehmigung der EU kann in Europa keine Ratingagentur gegrundet werden, sie kann vorhandenen Agenturen bei Verstossen gegen EU-Recht die Lizenz entziehen. Die Aufsicht uber die Hauser liegt bei der europaischen Wertpapieraufsicht European Securities and Markets Authority (ESMA) und den Behorden der Mitgliedsstaaten.

International wird anders verfahren. So ist in China die Dagong Global Credit anerkannt, die etwa die USA nicht mit der Hochststufe AAA einstuften, sondern angesichts der Staatsverschuldung nur mit A+. Dagong (,,Grosse Arbeit") versteht sich als Alternative zum westlichen Ratingsystem, das von den ,,Big Three" aus den USA, Standard & Poor's, Moody's und Fitch, beherrscht wird. Dagong wurde 1994 auf Initiative der chinesischen Zentralbank als Privatunternehmen nach chinesischem Recht gegrundet. Laut Aussage des Grunders und gegenwartigen Chefs Guan Jiazhong haben sich die Big Three durch ihre Fehlurteile vor der Finanzkrise endgultig diskreditiert. Ihr Prinzip sei falsch, denn sie interessieren sich in erster Linie nicht fur die Einkommenssituation eines Landes oder Unternehmens, sondern nur fur die Fahigkeit, Kredite zu beschaffen. Das Leitprinzip von Dagong sei dagegen, dass Kredite der realen Wirtschaft und letztlich dem Wohlstand der Bevolkerung dienen.[11]

Im Mai 2010 akzeptierte die EZB griechische Staatsanleihen unabhangig von ihrer Bonitatsnote als Sicherheit. Dabei nahm sie allerdings Abschlage auf den Nominalwert vor. Dies gilt inzwischen auch fur portugiesische Anleihen. Sollten die Agenturen Griechenland hingegen fur zahlungsunfahig erklaren, wurde auch die EZB keine Anleihen mehr kaufen.

In den USA werden zehn Unternehmen als staatlich anerkannte Statistische Ratingorganisationen gefuhrt, deren Ratings fur Kapitalmarktzwecke herangezogen werden durfen (Stand 2011). Dies sind Standard & Poor's, Moody's, Fitch Ratings, Kroll Bond Rating Agency, A. M. Best Company, die kanadische DBRS, Japan Credit Rating Agency, die japanische Rating and Investment Information (R&I), Egan-Jones Rating Company und Morningstar.[12] Heute gibt es weltweit etwa 150 Ratingagenturen,[13] doch bilden die drei grossen US-Ratingagenturen mit etwa 95 % Marktanteil ein Oligopol.[14]

Europaische Ratingagentur

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Angesichts der sich ab 2007 ereignenden Weltfinanzkrise schlug die Bertelsmann-Stiftung in einer Machbarkeitsstudie vor, eine internationale unabhangige und nicht gewinnorientierte Ratingagentur zu grunden.[15] Daraufhin sollte eine europaische Ratingagentur mit Sitz in Frankfurt am Main gegrundet werden, um das Oligopol der Ratingagenturen Fitch, Moody's und Standard & Poor's aufzuheben, das verbriefte Wertpapiere unrealistisch gut bewertet und somit die Krise mitverursacht hatte. Dieser Plan scheiterte jedoch 2013, weil weder Roland Berger noch Markus Krall als Leiter einer hierzu gegrundeten Projektgesellschaft genug privates Stiftungskapital gewinnen konnten.[16]

2023 beschloss der Rat der Europaischen Zentralbank, die Ratingagentur Scope Ratings GmbH als externe Ratingagentur fur die im Rahmenwerk fur Bonitatsbeurteilungen im Eurosystem beschriebenen Zwecke zuzulassen.[17]

Ratingagenturen spielen auf den globalen Finanz-, Wertpapier- und Bankenmarkten eine wichtige Rolle, da Kreditinstitute, Anleger, Kreditnehmer, Emittenten und Regierungen unter anderem die Ratings dieser Agenturen nutzen, um fundierte Anlage- und Finanzentscheidungen zu treffen. Ratingagenturen sind fur die Funktionsfahigkeit der Finanzmarkte von grosser Bedeutung, weil die europaischen Kreditinstitute im Standardansatz gesetzlich verpflichtet sind, die Ratings der Agenturen zu ubernehmen. Von den Ratings hangen weltweit bedeutsame Entscheidungen ab, denn bei schlechten Ratings sind institutionelle Anleger oder Kreditinstitute verpflichtet, Finanzprodukte zu veraussern, bei Krediten die Kreditmargen zu erhohen oder Kreditkundigungen auszusprechen. Umgekehrt durfen derartige schlecht geratete Finanzprodukte nicht erworben werden oder Kreditwurdigkeitsprufungen fallen negativ aus.

Ablauf des Ratingprozesses

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Der Ratingprozess beginnt mit dem Auftrag eines Emittenten oder Kreditnehmers an eine Agentur, dem sogenannten Mandatsvertrag. Grundsatzlich kann aber auch ein Investor oder Kreditgeber den Auftrag an die Ratingagentur erteilen.[1] Vertragsinhalt ist der Auftrag an die Agentur, die Bonitat des Schuldners gegen Herausgabe veroffentlichter Informationen, aber auch nicht offentlich zuganglicher Unternehmensinterna zu uberprufen.[18] Unternehmensinterna sind etwa genaue Angaben bzw. Informationen uber die zehn grossten Kunden, Lieferanten usw., uber Finanzplane und uber die wichtigsten Wettbewerber, genaue Kosten- und Ertragsstrukturen sowie Planungen. Agenturintern schliesst sich die Analyse der quantitativen und qualitativen Faktoren an; diese Analyse kann durch Interviews mit den Finanzvorstanden der Schuldner erganzt werden.

Sodann geben zwei Analysten (Junior- und Senior-Analyst) eine Ratingempfehlung ab; uber diese entscheidet das Rating-Komitee abschliessend. Dessen Entscheidung wird zunachst dem Auftraggeber vorgelegt und nach dessen Genehmigung veroffentlicht.

Auch uber jedes Rating-Update, das mindestens einmal jahrlich stattfindet, entscheidet das Rating-Komitee autonom, dann aber ohne Abstimmung mit dem Schuldner. Geheime Informationen werden in der Ratingnote, nicht jedoch bei den verbalen Begrundungen berucksichtigt. Es ist Unternehmensgeheimnis einer Agentur, welche Faktoren sie berucksichtigt und wie diese gewichtet werden. Auch zugrunde liegende mathematische Formeln sind offentlich nicht zuganglich.

Durch Updates soll sichergestellt werden, dass das Rating der aktuellen Kreditwurdigkeit entspricht. Die nicht mandatierten Agenturen werten lediglich die offentlich zuganglichen Unternehmensinformationen aus und analysieren diese ebenfalls zum Zweck der Erstellung eines sogenannten Sekundar-Ratings (unsolicited ratings). Der unterschiedliche Informationsgrad kann daher einen geringeren Zuverlassigkeitsgrad aufweisen als die mandatierten Ratings.

Die Agenturen haben fur verschiedene Schuldnertypen unterschiedliche Ratingverfahren entwickelt, um den individuellen betriebswirtschaftlichen Eigenheiten jedes Schuldners gerecht zu werden. Trotz der Informationsvorsprunge der mandatierten Agentur gegenuber den Sekundar-Agenturen hat die Vergangenheit gezeigt, dass die Agenturen im Regelfall lediglich einen oder hochstens zwei notches bzw. Ratingstufen beim gleichen Schuldner differieren. Auch die unterschiedlichen Rating-Methoden der Agenturen scheinen sich im Zeitablauf nicht substanziell auf das Rating-Resultat auszuwirken.

Eine Studie der Universitat Heidelberg uber die Bewertung der Kreditwurdigkeit von Staaten durch Ratingagenturen sieht Hinweise auf eine haufige Abanderung des eingereichten Rating-Vorschlags bei der abschliessenden Entscheidung durch das Rating-Komitee.[19]

Abhangigkeiten und Interessenkonflikte

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Im Hinblick auf die moglichen Abhangigkeiten und Interessenkonflikte der Ratingagenturen unterscheidet man zwischen rechtlichen und wirtschaftlichen Aspekten.

  • Rechtliche Aspekte:

Seit Dezember 2004 folgen die Agenturen schriftlich festgelegten Verhaltensregeln (englisch Code of Conduct) der Internationalen Organisation der Wertpapieraufsichtsbehorden,[20] wonach die Ratingagenturen ihre Unabhangigkeit zu bewahren und Interessenkonflikte zu vermeiden haben. Nach Ziff. 2.1 durfen die Agenturen wegen befurchteter Auswirkungen es nicht unterlassen, eine Ratingmassnahme durchzufuhren. Die Ermittlung eines Ratings darf nach Ziff. 2.3 nur durch ratingrelevante Faktoren beeinflusst werden. Das erstellte Kreditrating darf Ziffer 2.4 zufolge nicht durch die bestehende oder kunftige Geschaftsbeziehung zum Kunden beeinflusst werden.

Seit September 2009 regelt die in allen EU-Mitgliedstaaten geltende Verordnung EG Nr. 1060/2009 die Integritat, Transparenz, Verantwortung, gute Unternehmensfuhrung und Verlasslichkeit von Ratingtatigkeiten. Eine Ratingagentur unternimmt nach Art. 6 Abs. 1 dieser VO alle erforderlichen Schritte, um sicherzustellen, dass die Abgabe eines Ratings nicht von bestehenden oder potenziellen Interessenkonflikten oder Geschaftsbeziehungen der Agentur selbst beeinflusst wird. Dabei hat sie nach Art. 8 Abs. 1 dieser VO offenzulegen, welche Methoden, Modelle und grundlegenden Annahmen sie bei ihren Ratingtatigkeiten anwendet. Einige Veranderungen brachte die Verordnung (EU) 462/2013 vom Mai 2013, indem sie sich zusatzlich mit Landerratings, verbotenen Uberkreuzbeteiligungen innerhalb von Ratingagenturen oder der zivilrechtlichen Haftung, die zu Schadensersatz durch die Ratingagentur fuhren kann, auseinandersetzt.

Agenturen mussen als anerkannte und registrierte Ratingagentur (External Credit Assessment Institution) im Sinne des Art. 113 Abs. 1 Kapitaladaquanzverordnung (englische Abkurzung CRR) gelten, damit ihre Ratings bankenaufsichtsrechtliche Anerkennung finden und die Kreditinstitute darauf zuruckgreifen konnen. In Art 135 Abs. 1 CRR schliesslich ist geregelt, dass die CRR-Kreditinstitute zur Ermittlung der Bonitat die Ratings anerkannter Ratingagenturen heranziehen durfen.

  • Wirtschaftliche Aspekte:

Die Ratingagenturen veroffentlichen Gebuhrentabellen, auf deren Grundlage gestaffelte Gebuhren vom Auftraggeber zu entrichten sind. Auch Nutzer der Agenturen (Kreditinstitute, Versicherungen) zahlen Gebuhren. Die Gebuhren richten sich im Hinblick auf den Auftraggeber nach der Hohe der Emission und/oder der Betriebsgrosse. Die Mindestgebuhr betragt je nach Agentur 20.000 US-Dollar, die durch das Emissionsvolumen und die Intensitat der Prufung jedoch deutlich uberschritten wird. Die Pauschalgebuhren fur Banken und Versicherungen sind geringer.

Es wird immer wieder eingewandt, dass das Interesse am Erhalt eines Mandats und an kunftigen Ratingauftragen die Objektivitat ihrer Urteile einschranken konnte.[21] Durch die begrenzte Anzahl der Agenturen, ihre grossen Kundenstamme und die relativ starre Struktur der Ratinggebuhren erscheint die Abhangigkeit jedoch eher gering.[22] Die drei grossen Agenturen haben eine Betriebsgrosse erreicht, bei welcher der Weggang eines gerateten (beurteilten) Kunden nicht schwerwiegt. Die Abhangigkeit der Agenturen von den Gebuhren eines einzelnen Mandanten ist stetig gesunken, spatestens seitdem es fur Kreditinstitute mit dem Kreditrisiko-Standardansatz gesetzliche Pflicht ist, Agenturratings zu ubernehmen. Die Vielzahl der gerateten Emittenten, Kreditnehmer, Finanzinstrumente oder Staaten lasst deren Anteil am Gesamtumsatz einer Agentur sinken, so dass keine wesentlichen Umsatzabhangigkeiten bestehen. Der Verdacht einer okonomischen Abhangigkeit vom zu bewertenden Auftraggeber ist daher gering. Zudem konnten auch empirische Studien bislang dafur keine Anzeichen finden.[23] Diese Thematik ist nicht spezifisch fur Ratingagenturen, sondern trifft auch mandatierte Steuerberater oder Wirtschaftsprufer in gleichem Masse.[24]

Verschiedene Skalen werden fur die Ratings verwendet. Einen Uberblick uber die Skalen der fuhrenden Agenturen anhand anerkannter Vergleichstabellen gibt nachfolgende Tabelle:[25]

Moody's[26] S&P [27] Fitch[28] DBRS Englische
Bezeichnung
Deutsche
Beschreibung
Long
Term
Short
Term
Long
Term
Short
Term
Long
Term
Short
Term
Long
Term
Short
Term
Aaa P-1 AAA A-1+ AAA F1+ AAA R-1 (high) Prime (Triple A) Schuldner hochster Bonitat, Ausfallrisiko auch langerfristig so gut wie vernachlassigbar
Aa1 AA+ AA+ AAhigh R-1 (middle) High grade Sichere Anlage, Ausfallrisiko so gut wie vernachlassigbar, langerfristig aber etwas schwerer einzuschatzen
Aa2 AA AA AA
Aa3 AA- AA- AAlow
A1 A+ A-1 A+ F1 Ahigh R-1 (low) Upper medium grade Sichere Anlage, sofern keine unvorhergesehenen Ereignisse die Gesamtwirtschaft oder die Branche beeintrachtigen
A2 A A A
A3 P-2 A- A-2 A- F2 Alow R-2 (high)
Baa1 BBB+ BBB+ BBBhigh R-2 (middle) Lower medium grade Durchschnittlich gute Anlage. Bei Verschlechterung der Gesamtwirtschaft ist aber mit Problemen zu rechnen
Baa2 P-3 BBB A-3 BBB F3 BBB R-2 (low)
Baa3 BBB- BBB- BBBlow R-3
Ba1 Not Prime BB+ B BB+ B BBhigh R-4 Non-investment grade
speculative
Spekulative Anlage. Bei Verschlechterung der Lage ist mit Ausfallen zu rechnen
Ba2 BB BB BB
Ba3 BB- BB- BBlow
B1 B+ B+ Bhigh R-5 Highly speculative Hochspekulative Anlage. Bei Verschlechterung der Lage sind Ausfalle wahrscheinlich
B2 B B B
B3 B- B- Blow
Caa1 CCC+ C CCC C CCC D Substantial risks Nur bei gunstiger Entwicklung sind keine Ausfalle zu erwarten
Caa2 CCC CC CC Extremely speculative
Caa3 CCC- In default with little
prospect for recovery
Moody's: in Zahlungsverzug
Standard & Poor's: hohe Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls oder Insolvenzverfahren beantragt, aber noch nicht in Zahlungsverzug
Ca CC C C
C
C SD / RD / D / Selective/Restricted default Teilweiser, begrenzter oder vollstandiger Zahlungsausfall
D D In default

Probleme des Ratingverfahrens

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Anhand einzelner grosser Skandalfalle wurde genau dokumentiert, wie die Agenturen bei ihren Rating-Einstufungen zu Fehlbeurteilungen kommen. Hierbei ging es um vollige Schieflagen der Agenturen im Zusammenhang mit den spektakularen Fallen Enron (1997), WorldCom (2001), Parmalat (2003) sowie um die Fehleinschatzungen bei den Staatskrisen in Asien (1997) und Argentinien (2001) oder etwa der grossten kommunalen Insolvenz des Orange County in Kalifornien im Dezember 1994. Es handelt sich nicht um Einzelfalle, wie die flachendeckenden Fehlbewertungen der verbrieften Hypothekenwertpapiere und der Banken im Vorfeld der letzten Finanzkrise 2007/8 ebenso zeigten wie die plotzliche Herabstufung der europaischen Krisenstaaten Griechenland, Portugal, Irland und Spanien.[29] Dabei zeigte sich auch, dass diese Mangel nicht uberwiegend agenturspezifisch sind, sondern dass weitere Kreditinstitute oder andere Investoren hiervon teilweise betroffen waren.

Transparenz der Informationsbeschaffung

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Rating-Agenturen mussen sich Zugang zum Schuldner und dessen jungste ratingrelevanten und mit der Unternehmenswirklichkeit ubereinstimmenden Informationen verschaffen. Hierbei sind die Agenturen, insbesondere in kritischen Fallen, mit denselben Informationsbeschaffungsproblemen konfrontiert wie Kreditinstitute und sonstige Glaubiger. Das liegt an der hier analog anwendbaren Akerlof'schen adverse selection theory, wonach Schuldner dazu neigen, jene Informationen zuruckzuhalten, zu verharmlosen, zu spat oder gar nicht zu veroffentlichen, die fur sie einen wirtschaftlichen Nachteil (hoherer Kreditzins oder gar Kreditkundigung) zur Folge haben konnten. Im Falle Enron beharrten die Agenturen etwa darauf, dass ihre Ratings akkurat die Bonitat reflektierten, die sich auf der Grundlage der vorhandenen Informationen ergab[30] ,,Vorhandene Informationen" waren die den Agenturen zuganglichen Informationen, nicht aber die zuruckgehaltenen Informationen.

Umgekehrt ist ebenfalls in den Blickpunkt geraten, dass Rating-Agenturen, um die Transparenz zu erhohen, ihre Bewertungsmodelle offentlich zuganglich machten; auch wurden Ratingexperten von interessierten Investmentbanken abgeworben. Letztere waren dadurch in der Lage, das zu uberprufende Produkt im Sinne der Prufungskriterien weitaus besser aussehen zu lassen als es tatsachlich war (siehe auch ,,Bilanzkosmetik").[31]

Teufelskreis ,,trigger event"

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Ursache fur eine Unternehmenskrise sind in vielen Fallen unternehmensinterne Faktoren. Jedoch kann es durch die Bewertung der Unternehmensbonitat durch Ratingagenturen schnell zu weitergehenden Problemen kommen, die sich in Form eines Teufelskreises gegenseitig bedingen.

Emissionsbedingungen und Kreditvertrage beinhalten regelmassig verschiedene Arten von Anpassungs- und Kundigungsklauseln, die mit den Ratings einer Agentur verknupft sind. Jede Ratingverschlechterung (downgrading) kann bei vertraglich vereinbarten Klauseln oder Nebenabreden (financial covenants) ein trigger event, namlich fur den Glaubiger ein Kundigungsgrund sein. Zudem fuhren auch die sogenannten Cross-Default-Klauseln zu Kundigungen von Kreditvertragen, die selbst keinen ratingbedingten trigger enthalten. Eine Ratingagentur kann durch Herabsetzen des Ratings eine Unternehmenskrise schnell verschlimmern (oder sogar erst schaffen), sollte es zu ratingbedingten, automatisierten Kreditkundigungen kommen.

Ferner kann jede Ratingverschlechterung uber automatisierte Zinserhohungen (margin-grids) zu einer Erhohung der Kreditzinsen beitragen. Dies lost ebenso einen Teufelskreis aus, weil uber die erhohten Kreditkosten (ceteris paribus) die Gewinne des Schuldners sinken oder dessen Verluste steigen - womit die Bonitat des Unternehmens weiter sinkt. Institutionellen Anlegern ist eine Anlage in Unternehmen unterhalb einer bestimmten Ratingstufe untersagt, so dass auch Fonds und Versicherungen bei ihren Kauf- und Verkaufsentscheidungen derartigen Ratingvoraussetzungen unterliegen.

Letztlich werden Glaubiger oder potenzielle Geschaftspartner des herabgestuften Unternehmens vorsichtiger, investieren weniger oder steigen gar aus dem Unternehmen aus und machen mit diesem Verhalten weitere Herabstufungen im Sinne einer sich selbst erfullenden Prophezeiung wahrscheinlich. Dieser circulus vitiosus war bei der Enron-Insolvenz - neben anderen Ursachen - entscheidend. Diese trigger hatten dort die Falligstellung von Krediten in Hohe von 690 Millionen Dollar ausgelost.[32]

Interessenkonflikte

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Den Agenturen wird zuweilen vorgeworfen, dass sie zu enge Beziehungen zum (Finanz-)Vorstand von Schuldnern (Emittenten) pflegen, was zu ubertriebenem gegenseitigen Einfluss fuhren kann oder sie gar der Gefahr der Irrefuhrung aussetzt. In regelmassigen Treffen mit Schuldnern werden diese durch die Agenturen dahingehend beeinflusst, welche Massnahmen zu ergreifen oder zu unterlassen seien, um ein bestimmtes Rating zu erhalten oder aufrechtzuerhalten. Da Schuldner und nicht Investoren die grosste Einnahmequelle der Agenturen darstellen, liegt hier die Gefahr eines Interessenkonfliktes nahe: Drohende Herabstufungen konnten zu Streitigkeiten oder gar einem Verlust der Gebuhren zahlenden Schuldner durch Wechsel der Agentur fuhren. Die Gefahr eines Interessenkonflikts wird als geringer eingestuft, wenn eine Agentur viele Auftraggeber hat. Auf dem Markt der strukturierten Finanzprodukte kontrollieren jedoch etwa seit 2002 die sechs grossten Auftraggeber die Halfte und die zwolf grossten vier Funftel des Ratingmarktes.[33]

Siehe hierzu: Prinzipal-Agent-Theorie[34]

Mit vorsatzlich falschen Informationen, schlimmstenfalls in den Jahresabschlussen, soll der interessierten Offentlichkeit eine bessere wirtschaftliche Situation vorgetauscht werden. Dabei mussen die Betrugsanstrengungen allerdings so plausibel angelegt sein, dass Analysten lange Zeit keinen Verdacht schopfen und die vorliegenden Informationen fur zutreffend und plausibel halten. Enron und Parmalat waren derartige Falle von Bilanzbetrug. Die betrugerischen, von renommierten Wirtschaftsprufern testierten Manipulationen fielen zunachst weder den Wirtschaftsprufern noch den Analysten der Agenturen und auch nicht den analysierenden Banken auf. Die Agenturen haben zudem selbst betrogen. Wie durch Ermittlungen des US-Kongresses und durch zahlreiche Veroffentlichungen unwidersprochen belegt wurde, haben die Big Three Gefalligkeitsratings erteilt, unwillige Analysten gemobbt und zum Ausscheiden gezwungen, die emittierenden Banken gleichzeitig mithilfe von Tochterfirmen beraten. Sie haben insbesondere den Investmentbanken, die alle schnell neue Finanzprodukte auf den boomenden Markt bringen wollten, ein ,,rating hopping and shopping" ermoglicht: Wenn die eine Agentur mit einer Bestbewertung zogerte, wechselte die Bank schnell zur nachsten Agentur oder drohte damit. Erleichtert wurde dies u. a. durch die Praxis ,,revolving door": Mitarbeiter von Banken und der staatlichen Aufsichtsbehorde SEC wechseln zur Ratingagentur und zuruck.[35]

Ratingagenturen als Zertifizierer

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Kreditgeber wie Banken oder kommerzielle Investoren mussen bei fehlerhaften eigenen Ratings als aktive Glaubiger mit Kreditausfallen rechnen. Damit haben ihre Ratings einen existenzsichernden, eigenverantwortlichen Status. Rating-Agenturen hingegen erstellen Schuldnerratings, ohne dem Schuldner selbst Kredite zu gewahren. Ihr Status ist damit der eines Zertifizierers ohne eigenes Risiko. Das sichert ihnen einerseits einen Teil ihrer Objektivitat, vermindert aber andererseits die Eigenverantwortung beim Rating.

Ratingfehler der Agenturen wirken sich somit fur sie nicht existenzbedrohend aus. Die Agenturen bezeichnen deshalb ihre Ratings schlicht als ,,Meinungen", die keinerlei Kauf-, Halte- oder Verkaufempfehlungen darstellen. Dies ist inzwischen - durch die Insolvenz des Orange-County ausgelost - in den USA auch verfassungsgerichtlich geklart.[36] Danach hatte ein Bezirksgericht entschieden, dass Rating-Agenturen keine Finanzberatung erteilen, sondern ihre Ratings der verfassungsrechtlich geschutzten freien Meinungsausserung unterliegen. In Deutschland befasste sich das Kammergericht Berlin mit der Frage, ob Ratingagenturen sich fur die von ihnen publizierten Mitteilungen rechtlich verantworten mussen.[37] Es vertrat die Ansicht, dass die Mitteilungen insoweit von der Meinungsfreiheit gedeckt seien, als sie auf der Basis einer neutralen, sachkundigen und im Bemuhen um objektive Richtigkeit erstellten Analyse beruhen. Bei Banken indes stellen Ratings eine u. U. existenzielle Entscheidungsgrundlage fur die Gewahrung, Bestandshaltung und vorzeitige Ruckforderung von Krediten dar.

Zulassungsverfahren

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Durch die Bundesanstalt fur Finanzdienstleistungsaufsicht werden fur die bankenaufsichtliche Risikogewichtung (zur Eigenkapitalunterlegung) folgende Rating-Agenturen anerkannt,[1] obwohl diesen derzeit noch keine Genehmigung fur die Ausubung von Ratingtatigkeiten gemass neuer EU-Verordnung erteilt wurde:[bafin 2]

  • Creditreform Rating, eine deutsche Rating-Agentur, Sitz in Neuss (Verband der Vereine Creditreform e. V.)
  • Dominion Bond Rating Service (DBRS), eine Rating-Agentur mit Sitz in Toronto
  • Fitch Ratings, mehrheitlich im Besitz der Fimalac, mit Sitz in New York
  • Japan Credit Rating Agency Ltd., mit Sitz in Tokio
  • Scope Ratings, eine europaische Rating-Agentur mit Hauptsitz in Berlin[38]
  • The McGraw-Hill Companies unter der Marke Standard & Poor's Ratings Services, mit Sitz in New York
  • Moody's Investors Service, mit Sitz in New York

US-Ratingagenturen konnen fur Fehleinschatzungen nicht zu Schadensersatz herangezogen werden, da Ratings von der US-Verfassung als blosse ,,Meinungen" (im Rahmen legitimer Meinungsfreiheit) betrachtet werden.[39] Seit der Enron-Krise ist es immer wieder zu Kritik an Ratingagenturen gekommen. 2003 gab es Kritik an den Ratingagenturen von Seiten des Wirtschafts- und Wahrungsausschusses des Europaischen Parlaments. Kernpunkte des von ihm vorgelegten Berichts vom 6. Oktober 2003, der infolge der Enron-Krise 2002 in Auftrag gegeben worden war, waren Interessenkonflikte und Intransparenz der Entscheidungsgrundlagen, hinzu kamen Vorwurfe, die Agenturen agierten zu prozyklisch, das heisst, sie verstarkten ausschliesslich laufende Entwicklungen.[40]

Im Januar 2006 warf die BaFin der Rating-Agentur Scope Panikmache vor, nachdem diese einen offenen US-Immobilienfonds negativ bewertet hatte.[41] Im Rahmen der Finanzkrise ab 2007 hat die Kritik an den Ratingagenturen stark zugenommen und in den USA und Europa eine politische Debatte auf hochster Ebene ausgelost. Den Agenturen wird vorgeworfen, mit der Vergabe teilweise unrealistisch guter Ratings, oft gar mit der Bestnote AAA bewertete verbriefte Wertpapiere, den Marktteilnehmern ein zu niedriges Risiko signalisiert und dadurch den Finanzmarkten einen falschen Anreiz gegeben zu haben. Die Glaubwurdigkeit der Ratingagenturen bzw. die Aussagekraft der von ihnen vergebenen Ratings werden auch im Zusammenhang mit dem Vorwurf des Wertpapierbetrugs gegen Goldman Sachs in Frage gestellt, da die fraglichen Wertpapiere mit dem besten Rating versehen waren. Auch die Rolle, die die Ratings in der griechischen Staatsschuldenkrise und der Eurokrise spielen, sorgt dafur, dass die Ratingagenturen mit politischen Interessen kollidieren. An der Borse spiegelt sich der Glaubwurdigkeitsverlust in den Anleihenkursen bzw. den Risikoaufschlagen wider, die oft von den diesbezuglichen Ratings stark abweichen.[42]

Kritisch gesehen wird, dass die Ratingagenturen von Auftraggebern bezahlt werden, deren Finanzprodukte sie gleichzeitig bewerten sollen, was einen Interessenkonflikt darstellt. Den Ratingagenturen wird vorgeworfen, sie unterlagen diesem Interessenkonflikt, indem sie zu gute Ratings in Aussicht stellten oder vergaben, um sich Auftrage oder Folgeauftrage zu sichern.[43] Der Interessenskonflikt zwischen Agenturen und den Emittenten als ihren Auftraggebern trate nicht auf, wenn statt der Emittenten die Kapitalanleger die Ratings in Auftrag gaben. Wenn Anleger jedoch bezahlte Ratings veroffentlichen mussen, um ihrerseits ihren Kunden Anlageentscheidungen zu begrunden, konnen andere Kapitalanleger kostenlos diese Auskunfte erhalten (Trittbrettfahrerproblem). Deshalb beziehen inzwischen die Ratingagenturen fast ausschliesslich uber Auftrage von Emittenten ihre Einkunfte.[1]

Von Wirtschaftsexperten wird insbesondere die Intransparenz des Ratingverfahren kritisiert. Aus Grunden des Betriebsgeheimnisses geben die Ratingagenturen nicht bekannt, aufgrund welcher Daten und Bewertungen sie zu ihrer Einschatzung kommen. Die errechneten Ratings lassen sich dadurch nicht klar nachvollziehen, man muss sie einfach glauben. Nach Ansicht mancher Okonomen sind die Daten aus Geschaftsberichten und volkswirtschaftlichen Kennzahlen hinsichtlich der Trefferquote, was einen Zahlungsausfall angeht, deutlich besser als die Bewertungen der Ratingagenturen.[44] Auch Landerratings, etwa fur Island, stiessen auf Kritik. Island stand infolge des Kollapses seines Bankensektors 2008 kurz vor dem Bankrott. Doch noch wenige Monate zuvor war es von Moody's mit der Hochstnote AAA bewertet worden. Dabei hatte es bereits 2006 Geruchte um mogliche Probleme der Banken des Landes gegeben, was Ratinganalysten als ubertrieben bezeichneten.

Zudem wurde kritisiert, dass die kleine Zahl an global relevanten Ratingagenturen diesen eine oligopolistische Macht verschaffe. Die wesentliche Kritik besteht allerdings im Aufweis der engen Kapitalverflechtungen der Ratingagenturen mit den heute den Finanzmarkt dominierenden Akteuren, den Hedgefonds und grossen Vermogensverwaltern. So ist der bekannte US-Spekulant Warren Buffett uber seine Holding Berkshire Hathaway seit langem mit wechselnden Anteilen an Moody's beteiligt. So sind die weltgrossten Vermogensverwalter wie Capital Group, Blackrock, Vanguard, State Street und T. Rowe Price die Hauptaktionare von Standard & Poor's und Moody's, entweder gleichzeitig oder mit wechselnden Anteilen. So sind Insidergeschafte auch durch diese Verflechtungen vorprogrammiert, wenn noch hinzukommt, dass etwa Blackrock die Bonitat von Staaten bewertet und zugleich beim Schuldenmanagement berat.[45] Weil die den Ratingmarkt zu 97 Prozent beherrschenden drei grossten Ratingagenturen (,,Big Three") so eng mit der Wall Street verflochten sind, sind sie nicht in der Lage, eine objektive Sicht von aussen einzunehmen. Der damalige Chef von Standard & Poor's, Deven Sharma, stellte nach der Finanzkrise von 2007/2008 deshalb fest: ,,Wir sind grundlich daneben gelegen, wir haben die Subprime-Verbriefungen zu gut bewertet. Dabei hat den drastischen Einbruch am US-Immobilienmarkt aber kaum jemand vorausgesehen."[46]

Eine Studie der Universitat Heidelberg mit Vergleich der Arbeit von neun Ratingagenturen zur Kreditwurdigkeit von Staaten ergab, dass die Agenturen nicht bei allen Landern die gleichen Kriterien anlegten. Das jeweilige Heimatland und Lander, die dem Heimatland in ihren Kenndaten ahnelten, erhielten vergleichsweise bessere Noten als andere Lander.[19]

Eine andere Forschergruppe, die die Ratings von Moody's im Zeitraum von 1980 bis 2010 untersuchte, stellte fest, dass Staaten und Kommunen wesentlich strenger bewertet werden als Unternehmen und Finanzprodukte. Die Forschergruppe untersuchte alle Anleihen, die das Rating A von Moody's erhalten hatten, mit der Haufigkeit ihrer Zahlungsausfalle. Keine einzige Staatsanleihe, nur 0,49 % der Kommunalanleihen, 1,8 % der Unternehmensanleihen, 4,9 % der Finanzanleihen und sogar 27 % der Finanzprodukte (Derivate) fielen aus, obwohl alle Anleihen dasselbe Rating erhalten hatten. Die Ratings, die funf Jahre spater fur dieselben Papiere vergeben wurden, wichen ebenfalls stark voneinander ab: 3 % der Staats-, 6 % der Kommunalanleihen, 17,8 % der einfachen Finanzpapiere, 27,4 % der Unternehmenspapiere und 33,3 % der strukturierten Wertpapiere wurden abgewertet.[47] Werner Rugemer kritisiert, ,,dass Staaten und Kommunen am strengsten und strukturierte Produkte am grosszugigsten bewertet wurden"[48]. Zudem berechnen die Ratingagenturen fur die Staats- und Kommunalanleihen die niedrigsten und fur strukturierte Finanzprodukte die hochsten Gebuhren, wahrend die Gebuhren der Unternehmensanleihen in der Mitte rangieren. ,,Hoch bezahlte Ratings werden freundlicher benotet als niedrig bezahlte"[48], schlussfolgert Rugemer, da die Finanzprodukte weitaus mehr ausfielen als die Staats- und Kommunalanleihen, obwohl alle dasselbe Rating erhielten.[48]

Im Jahr 2011 verkauften die grossten drei Ratingagenturen Standard and Poor's, Moody's und Fitch insgesamt 2,734 Millionen Ratings, wobei sie lediglich 3598 Rating-Analysten und Rating-Supervisoren beschaftigten.[49] Im Durchschnitt hat ein Analyst in einem Jahr 760 Ratings erstellt, was in etwa zwei Ratings pro Tag bedeutet. Werner Rugemer kritisiert, dass die Ratings uberhaupt keine qualitative Aussage haben konnen, da sie wie am Fliessband produziert werden, wenn man bedenkt, dass ein strukturiertes Finanzprodukt einer Bank, eines Konzerns oder eines Staates bis zu 300 Seiten lang ist.[50]

Politische Konsequenzen

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Als eine Reaktion auf die angenommene Mitverantwortlichkeit der Ratingagenturen fur die Finanzkrise ist am 16. September 2009 die EU-Rating-VO (Verordnung Nr. 1060/2009) in Kraft getreten, die verschiedene Massnahmen betreffend Interessenkonflikte, Ratingqualitat, Transparenz und interne Fuhrungsstruktur von Ratingunternehmen vorsieht. Insbesondere schlagt der Regierungsentwurf des Ausfuhrungsgesetzes zu dieser Verordnung vor, dass Rating-Agenturen kunftig der Kontrolle durch die BaFin als Aufsichtsbehorde unterliegen, welche im Falle eines Verstosses gegen die Verordnung Bussgelder festsetzen kann.

Anfang 2010 ausserten verschiedene Politiker die Forderung nach einer europaischen Ratingagentur, um ein Gegengewicht gegen die amerikanischen zu schaffen.[51] Der deutsche Wirtschaftsweise Peter Bofinger sprach sich im Mai 2010 angesichts der griechischen Finanzkrise und der Gefahr eines Ubergreifens auf weitere Lander fur die Grundung einer ,,europaischen, nicht gewinnorientierten Ratingagentur" aus. Die drei grossen Agenturen Standard Poor's, Moody's und Fitch hatten ,,bisher in jeder Krise massiv versagt", seien dafur bislang aber noch nicht zur Rechenschaft gezogen worden. Es gebe weder einen echten Wettbewerb unter den Ratingagenturen noch hafteten sie fur ihre Beurteilungen.[52]

Nach der Herabstufung portugiesischer und italienischer Anleihen forderte die EU-Justizkommissarin Viviane Reding im Juli 2011, entweder die drei wichtigsten Agenturen zu zerschlagen oder die Grundung zusatzlicher Agenturen zu fordern.[53]

Am 15. November 2011 hat die EU-Kommission neue Vorschlage fur strengere Vorschriften fur Ratingagenturen vorgestellt. Danach sollen sich Finanzinstitute bei ihrer Anlagetatigkeit nicht mehr ausschliesslich auf Ratings stutzen, Landerratings sollen transparenter und haufiger erstellt werden und Ratingagenturen sollen unabhangiger werden, hoherem Wettbewerb ausgesetzt werden sowie starker fur die von ihnen erstellten Ratings haften.[54] Die zeitweise verfolgte Idee, eine Rechtsgrundlage einzufuhren, uber die die Veroffentlichung von Ratings europaischer Staaten vorubergehend verboten werden sollte,[55] wurde allerdings nicht weiter verfolgt. Mit der RL 2013/14/EU sind die Unionsmitgliedstaaten nun verpflichtet bis langstens 21. Dezember 2014 geeignete Massnahmen umzusetzen, um einen ubermassigen Ruckgriff auf Ratings ohne eigene Bonitatsprufung der Emittenten zu verhindern. Dadurch soll die Qualitat der getatigten Anlagen von Einrichtungen fur die betriebliche Altersversorgung (EBAV), von Organismen zur Gemeinsamen Anlage in Wertpapieren (OGAW) und von Alternativen Investmentfonds (AIF) verbessert und die Anleger in solche Fonds besser geschutzt werden. Verwalter von EBAV, OGAW-Verwaltungs- und Investmentgesellschaften sowie AIF durfen sich daher zukunftig bei der Bewertung der Risiken, die mit von EBAV, OGAW und AIF getatigten Anlagen verbunden sind, nicht ausschliesslich und automatisch auf Ratings stutzen oder diese als einzigen Parameter verwenden.[56] Dies ist eine direkte Folge der Finanzkrise, weil ,,es bei Investitionen in Schuldtiteln zu einem ubermassigen Ruckgriff auf Ratings durch die Anleger, einschliesslich EBAV, OGAW und Alternativer Investmentfonds (AIF)" gekommen ist.[57]

Im November 2012 erhob Italien vor einem italienischen Gericht wegen Marktmanipulationen Anklage gegen sieben Manager von zwei Ratingagenturen (S&P und Fitch).[58]

  • Patrick Andrieu: Ratingagenturen in der Krise - Uber die Einfuhrung von Qualitatsstandards fur Ratings durch die Europaische Union. Peter Lang, Frankfurt 2010, ISBN 978-3-631-59902-0.
  • Denise A. Bauer: Ein Organisationsmodell zur Regulierung der Rating-Agenturen - Ein Betrag zur regulierten Selbstregulierung am Kapitalmarkt. Nomos Verlag, Baden-Baden 2009, ISBN 978-3-8329-4897-9.
  • Uwe Blaurock: Verantwortlichkeit von Ratingagenturen - Steuerung durch Privat- oder Aufsichtsrecht? ZGR 2007, S. 603-653.
  • Benjamin Cortez, Stephan Schon: Ratingagenturen im Schlaglicht der Finanzmarktkrise. Wirtschaftswissenschaftliches Studium (WiSt) 2010, S. 170-175.
  • Julius Forschner: Die Haftung der Ratingagenturen. In: JSE. 1/2012, S. 5 ff.
  • Brigitte Haar: Nachhaltige Ratingqualitat durch Gewinnabschopfung? - Zur Regulierung und ihrer Implementierung im Ratingsektor. Zeitschrift fur Bankrecht und Bankwirtschaft (ZBB) 2009, S. 177 ff.
  • Dirk Reidenbach: Aktienanalysten und Ratingagenturen - Wer uberwacht die Uberwacher? Peter Lang, Frankfurt 2006, ISBN 3-631-55487-7.
  • Werner Rugemer: Rating-Agenturen. Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart transcript Verlag, Bielefeld, 2012, ISBN 978-3-8376-1977-5.
  • Ulrich G. Schroeter: Ratings - Bonitatsbeurteilungen durch Dritte im System des Finanzmarkt-, Gesellschafts- und Vertragsrechts. Eine rechtsvergleichende Untersuchung, Mohr Siebeck, Tubingen 2014, ISBN 978-3-16-152043-3.
  • Andreas Witte: Verbot von Kreditratings fur Staatsanleihen? Einige Uberlegungen zu einer aktuellen Diskussion aus volkerrechtlicher und grundrechtlicher Perspektive. WM 2011, S. 2253 ff.
  • Schlaglichter der Wirtschaftspolitik - Monatsbericht des BMWi Dezember 2010: ,,Machtvolle Berater" (PDF; 3,9 MB)

Einzelnachweise

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  1. | a b c d BMWi: Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht Dezember 2010, "Machtvolle Berater", S. 10 f.
  2. | Standard & Poor's Corporate History, 1997, S. 4
  3. | Norbert Gaillard, A Century of Sovereign Ratings, 2011, S. 4
  4. | Norbert Gaillard, A Century of Sovereign Ratings, 2011, S. 106
  5. | gemass SEC rule 15c3-1 so genannte Nationally Recognized Statistical Ratings Organizations (NRSRO).
  6. | Norbert Gaillard, A Century of Sovereign Ratings, 2011, S. 9
  7. | Christopher Borchers: Aufsichtsfunktionen in privater Hand - Rolle und Bedeutung von Rating Agenturen. Potsdam 2002, S. 9.
  8. | Werner Rugemer, Ratingagenturen. Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart, Bielefeld 2012, S. 27 ff.
  9. | Christina Weymann Bernd Bretschneider: Archiv_Singleview. 6. April 2018, abgerufen am 12. Dezember 2019.
  10. | Bonitatsnoten. Warum Ratingagenturen so machtig sind. In: Financial Times Mobil. 9. Juli 2011.
  11. | Werner Rugemer: Ratingagenturen. Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart. Bielefeld 2012, S. 176 ff.
  12. | Bonitatsnoten. Warum Ratingagenturen so machtig sind. In: Financial Times Mobil. 9. Juli 2011.
  13. | Robert Saverin, ,,Machtvolle Berater", in: Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht Dezember 2010, S. 13
  14. | Jan Siebert, Ratingagenturen auf den internationalen Finanzmarkten, 2014, S. 19
  15. | Thomas Trares: Ratingagenturen: EU beschliesst scharfere Regeln. Genios Verlag, Munchen 2012
  16. | Stefanie Schulte: Ende einer guten Idee. In: Borsen-Zeitung. 30. April 2013, S. 1.
  17. | EZB lasst Scope Ratings als externe Ratingagentur gemass Rahmenwerk fur Bonitatsbeurteilungen im Eurosystem zu, Europaische Zentralbank, abgerufen am 22. September 2025.
  18. | Doron Kliger, Oded Sarig: The information value of Bond ratings. In: Journal of Finance. Bd. 55,6 (2000), S. 2882.
  19. | a b Malte Buhse: Das Monopol der Schwarzseher. In: Zeit online. 30. Januar 2014, abgerufen am 1. Februar 2014.
  20. | IOSCO, Code of Conduct, geandert im Mai 2008
  21. | Peter Hoffmann, Bonitatsbeurteilung durch Credit Rating, 1991, S. 105
  22. | Christian Wappenschmidt, Ratinganalyse durch internationale Ratingagenturen, 2009, S. 31 f. mit weiteren Nachweisen
  23. | Carol Ann Frost, Credit Rating Agencies in Capital Markets, Marz 2006, S. 479
  24. | Matthias Sattler, Vereinbarkeit von Abschlussprufung und Beratung, 2011, S. 108
  25. | Eidgenossische Finanzmarktaufsicht, Konkordanztabellen (PDF), abgerufen am 12. November 2014.
  26. | Moody's, Rating Symbols & Definitions, abgerufen am 12. November 2014
  27. | S&P Global Ratings Definitions. In: standardandpoors.com. 18. September 2019, abgerufen am 28. Februar 2020 (amerikanisches Englisch).
  28. | Fitch Ratings, Definitions of Ratings and Other Forms of Opinion, abgerufen am 12. November 2014.
  29. | Werner Rugemer: Ratingagenturen. Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart. Bielefeld 2012, S. 135 ff.
  30. | Edward Wyatt: Credit Agencies Waited Months to Voice Doubt About Enron. In: The New York Times. 8. Februar 2002.
  31. | Gretchen Morgenson, Louise Story: As Rating Agencies Shared Data, Wall St. Seized Advantage. In: The New York Times. 23. April 2010. / Louise Story: Prosecutors Ask if 8 Banks Duped Rating Agencies. In: The New York Times. 12. Mai 2010.
  32. | Riva D. Atlas: Enron's Collapse: Credit Ratings; Enron Spurs Debt Agencies To Consider Some Changes. In: The New York Times. 22. Januar 2002.
  33. | Vgl. BMWi-Monatsbericht 2010/12 International Monetary Fund: Global Financial Stability Report. October 2010, S. 12.
  34. | Stellvertretend fur alle: Jens Rosenbaum, Universitat Trier: Der Einsatz von Rating-Agenturen zur Kapitalmarktregulierung in den USA: Ursachen und Konsequenzen. Februar 2004, S. 6 f. Diese Theorie hangt eng mit der Lehre von der Informationsasymmetrie zusammen.
  35. | Werner Rugemer: Ratingagenturen. Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart. Bielefeld 2012, S. 103 ff.
  36. | County of Orange vs. The McGraw-Hill Companies, d/b/a Standard & Poor's Ratings Services, United States District Court, Central District of California, Case No. SACV 96-0765.
  37. | KG, Urteil vom 12. Mai 2006-9 U 127/05- (Memento vom 30. September 2009 im Internet Archive).
  38. | Der Tagesspiegel vom 30. Juni 2016, Konzentration auf das Kerngeschaft: FERI Gruppe veraussert Ratingagentur (Memento vom 24. Juli 2016 im Internet Archive)
  39. | Sachverstandigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Jahresgutachten 2007/2008 (PDF; 4,6 MB), S. 160: ,,Konstitutiv fur das Geschaftsmodell der Agenturen ist die Tatsache, dass sie sich im Grunde als Finanzjournalisten sehen, die lediglich ,,Meinungen" zu Unternehmen abgeben, wobei sie sich durch das in den Vereinigten Staaten verfassungsrechtlich verbriefte Recht der Meinungsfreiheit geschutzt sehen. Entscheidend ist diese Einschatzung vor allem fur die Frage von Schadensersatzverpflichtungen, da Agenturen damit - anders als Wirtschaftsprufer - fur fehlerhafte Angaben nicht verantwortlich gemacht werden konnen."
  40. | Jens Rosenbaum: Der politische Einfluss von Rating-Agenturen. Dissertation. Wiesbaden 2009, S. 56-57.
  41. | Der Tagesspiegel vom 19. Januar 2006, Fondsbranche droht strengere Regulierung - Weiteres Institut schliesst offenen Immobilienfonds
  42. | Even if Bailout Ends Contagion, Euroland Is Changed Forever. In: Wallstreet Journal. 3. Mai 2010.
  43. | ,,Officials said they want rules to eliminate conflicts of interest at credit rating agencies that gave top investment grades to the exotic and ultimately shaky financial instruments that have been a source of market turmoil. The core problem, they said, is that the agencies are paid by companies to help them structure financial instruments, which the agencies then grade." Stephen Labaton: Obama Plans Fast Action to Tighten Financial Rules. In: The New York Times. 24. Januar 2009.
  44. | Wurfeln wurde keine schlechteren Ergebnisse hervorbringen. boerse.ARD.de, 15. Marz 2012, archiviert vom Original am 19. Juli 2012; abgerufen am 15. Marz 2015 (Interview mit Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Instituts (HWWI)).
  45. | Werner Rugemer: Ratingagenturen. Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart. Bielefeld 2012, S. 61 ff.
  46. | Interview mit Deven Sharma, Handelsblatt vom 6. Juli 2010
  47. | Werner Rugemer: Rating-Agenturen. Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart. Transcript Verlag, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-8376-1977-5. Hier S. 95-96.
  48. | a b c Werner Rugemer: Rating-Agenturen. Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart. Transcript Verlag, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-8376-1977-5. Hier S. 96.
  49. | http://www.sec.gov/news/studies/2011/2011_nrsro_section15e_examinations_summary_report.pdf. Abgerufen am 7. September 2014
  50. | Werner Rugemer: Rating-Agenturen. Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart. Transcript Verlag, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-8376-1977-5. Hier S. 115.
  51. | Kritik an Rating-Agenturen wachst -Ruf nach unabhangiger Behorde. (Memento des Originals vom 27. Januar 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht gepruft. Bitte prufe Original- und Archivlink gemass Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/de.reuters.com Reuters, 29. April 2010.
  52. | Wirtschaftsweiser fordert weitreichende EU-Reform. (Memento vom 3. Juni 2010 im Internet Archive) ddp-Meldung, 7. Mai 2010.
  53. | EU-Justizkommissarin will Rating-Agenturen zerschlagen. In: Die Zeit. 11. Juli 2011.
  54. | EU-Kommission will qualitativ bessere Ratings. Europaische Kommission, abgerufen am 17. November 2011.
  55. | EU will Landerratings verbieten. In: Financial Times Deutschland. 20. Oktober 2011, S. 1.
  56. | Siehe: RICHTLINIE 2013/14/EU DES EUROPAISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 21. Mai 2013 zur Anderung der Richtlinie 2003/41/EG uber die Tatigkeiten und die Beaufsichtigung von Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge, der Richtlinie 2009/65/EG zur Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften betreffend bestimmte Organismen fur gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW) und der Richtlinie 2011/61/EU uber die Verwalter alternativer Investmentfonds im Hinblick auf ubermassigen Ruckgriff auf Ratings, ABl L 145/1.
  57. | Erwagung 2 in der RL 2013/14/EU.
  58. | Marktmanipulation durch Ratingagenturen: Italien verklagt Ratingagenturen S&P und Fitch. auf: focus.de, 12. November 2011.
  1. | -- (Memento vom 24. November 2010 im Internet Archive).
  2. | -- (Memento vom 9. Dezember 2010 im Internet Archive)
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