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Virtual Hosting

aus Wikipedia, der freien Enzyklopadie
Schema vom Virtual Hosting

Virtual Hosting bezeichnet das Hosting von Internetdiensten auf einem aus dem Internet erreichbaren Server, wobei sich mehrere Kunden einen gemeinsamen Server teilen. Virtual Hosting findet insbesondere im Bereich des Webhostings Anwendung, wo es auch als Shared Webhosting bezeichnet wird.

Internetdienstanbieter verwenden Virtual Hosting, um auf einem physischen Server mehrere logisch getrennte Kundenumgebungen anbieten zu konnen.[1] Die virtuellen Hostingumgebungen teilen sich die Ressourcen des Server-Hosts wie Festplattenplatz, Arbeitsspeicher oder Rechenleistung. Wie viel Ressourcen dem Kunden in einer virtuellen Hostingsumgebung zur Verfugung stehen, legt der Anbieter fest, beispielsweise durch Disk Quotas. Ublicherweise konnen die Kunden unterschiedliche Pakete buchen, die sich in den zur Verfugung stehenden Ressourcen und im Preis unterscheiden. Durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und ggf. auch Uberbuchung kann Virtual Hosting zu wesentlich geringeren Preisen als das Hosting von dedizierten Servern angeboten werden.

Im Unterschied zu virtuellen Maschinen hat der Kunde beim virtuellen Hosting meistens keinen Zugriff auf das Betriebssystem des Servers.

Damit Kunden auf ihrer gebuchten virtuellen Hostingumgebung ihre Internetanwendungen einrichten und betreiben konnen, stellen die meisten Anbieter webbasierte Kundenportale zur Verfugung. Klassische Moglichkeiten sind das Verwalten von Dateien auf ihrem Webspace und die Einrichtung von Datenbanken.

Technische Umsetzung

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Beim Webhosting gibt es mehrere Ansatze zur Unterscheidung eines virtuellen Hosts:[2]

Die Ansatze per URL-Pfad und Portnummer haben den Nachteil, dass sie eine fur den Anwender sichtbare Anpassung der URL erfordern.[3] Der Ansatz per IP-Adresse hat den Nachteil, dass eine eigene IP-Adresse pro virtuellen Host benotigt wird und es sich bei IP-Adressen um eine knappe Ressource handelt.[4] Sollte der Anwendungszweck eine eigene und exklusive IP-Adresse erfordern, so bildet ein virtueller Server eine mogliche Alternative.

Ublicherweise erfolgt der Zugriff auf eine Website per sprechendem Domainnamen anstatt einer IP-Adresse in der URL. Beim Virtual Hosting per Host-Header sind mehrere logische Hosting-Umgebungen unter derselben IP-Adresse erreichbar. Die Unterscheidung erfolgt uber den Domainnamen. Eine HTTP-Verbindung erfolgt allerdings zu einer IP-Adresse und Portnummer, sodass fur den Webserver zunachst nicht ersichtlich ist, welcher Domainname angesprochen werden soll. Der Webbrowser ubermittelt diese Information daher im Host-Header, der in HTTP/1.1 eingefuhrt wurde.[5]

Ein ahnliches Problem ergibt sich bei verschlusselten HTTPS-Verbindungen. Hier muss der Server ein X.509-Zertifikat zur Authentifizierung an den Browser ubermitteln, das auf den korrekten Domainnamen der Website ausgestellt ist. Zu diesem Zeitpunkt hat er den Host-Header aber noch nicht erhalten. Daher ubermittelt der Browser den angefragten Domainnamen beim Aufbau einer verschlusselten TLS-Verbindung uber die TLS-Erweiterung Server Name Indication an den Server.

  • David Gourley, Brian Totty, Marjorie Sayer, Anshu Aggarwal, Sailu Reddy: HTTP: The Definitive Guide. O'Reilly Media, ISBN 978-1-4493-7958-2 (englisch).

Einzelnachweise

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  1. | Gourley 2009, Seite 413.
  2. | Gourley 2009, Seite 415.
  3. | Gourley 2009, Seite 415f.
  4. | Gourley 2009, Seite 417.
  5. | Gourley 2009, Seite 417f.