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Sebastian Franck

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Sebastian Franck (Begriffsklarung) aufgefuhrt.
Sebastian Franck auf einem Kupferstich von Andreas Luppius (1654-1731); die Authentizitat des Bildnisses gilt als ungewiss.[1]

Sebastian Franck (auch Sebastian Franck von Word, lateinisch Sebastianus Francus Woerdensis, Pseudonyme Friedrich Wernstreyt, Felix Frei; * 1499 in Donauworth; + 1542 in Basel) war ein deutscher Theologe, Schriftsteller, Publizist, Chronist, Geograph, Philosoph, Ubersetzer und Buchdrucker.

Nach seinem Theologiestudium war Franck zunachst als katholischer Priester in der Seelsorge tatig, dann schloss er sich der Reformation an und wurde lutherischer Prediger. Spater verzichtete er auf das geistliche Amt und konzentrierte sich auf die Schriftstellerei, wobei er eine radikalreformatorische und autoritatskritische Haltung einnahm. In Strassburg veroffentlichte er eine Weltchronik, in der er schonungslose Kritik an der kirchlichen und weltlichen Obrigkeit ubte, was zu seiner Ausweisung aus der Stadt fuhrte. In Ulm, wo er ab 1535 eine Druckerei betrieb, geriet er wegen seiner ,,Ketzerei" erneut in einen schweren Konflikt, der wiederum damit endete, dass ihn eine machtige Gegnerschaft vertrieb. Daraufhin wich er 1539 nach Basel aus, wo er sich in seinen letzten Lebensjahren weiterhin als Schriftsteller und Drucker betatigte.

Im Zentrum von Francks Welt- und Geschichtsbild stand eine fur damalige Verhaltnisse ungewohnlich radikale Ablehnung jeder Form von religioser Bevormundung. Als Betroffener der erbitterten Glaubenskampfe der Reformationszeit sah er die Wurzel des Ubels im konfessionellen Dogmatismus. Diesen hielt er fur eine unvermeidliche Folge der Etablierung des institutionellen Kirchenwesens. Daher verwarf er grundsatzlich jede Art von kirchlicher Organisation und pladierte fur Unparteilichkeit in den konfessionellen Streitigkeiten. In den kirchlichen Institutionen sah er die Ursache der Korrumpierung des Christentums. Vor allem verurteilte er die Verbindung von Kirche und Staat und die staatliche Intervention bei religiosen Meinungsverschiedenheiten.

An die Stelle der ausseren Autoritaten einschliesslich der Bibel setzte Franck das ,,innere Wort" im Geist des einzelnen Individuums als handlungsleitende Instanz, Norm der Erkenntnis und alleinige Quelle des Heils. Ausserdem betonte er die Rolle der historischen und individuellen Erfahrung als Erkenntnisquelle. Seine historischen Studien fuhrten ihn zu einer vernichtenden Bilanz der Machtausubung im monarchischen Staat. In gewaltsamem Aufruhr sah er aber keinen Weg zur Besserung der Verhaltnisse.

Die zeitgenossischen Gelehrten wiesen Francks Ansichten scharf zuruck. Die zahlreichen Ausgaben seiner Werke im 16. Jahrhundert zeugen jedoch von dem lebhaften Interesse, auf das sein Gedankengut bei einem breiteren Publikum stiess. Insbesondere in den Niederlanden fanden die Ideen des radikalreformatorischen Schriftstellers in Dissidentenkreisen starke Resonanz. In der Moderne haben ihm seine Autoritatskritik, sein Pazifismus und seine Toleranzforderung viel Anerkennung eingebracht; er wird als Vorlaufer aufklarerischer Denker gewurdigt.

Herkunft, Ausbildung und Tatigkeit als Geistlicher

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Sebastian Franck wurde 1499 in Donauworth geboren. Das oft genannte Geburtsdatum 20. Januar ist spekulativ.[2] Er stammte aus bescheidenen Verhaltnissen. Sein Vater war wahrscheinlich der Weber Sixt Franck. Ein Onkel namens Michael Franck war Gastwirt in Nordlingen.[3]

Nach dem Besuch der Lateinschule in Nordlingen oder der Schule des Benediktinerklosters Heiligkreuz in Donauworth[4] wurde Sebastian Franck am 26. Marz 1515 an der Universitat Ingolstadt als Horer der Artistenfakultat immatrikuliert. Am 13. Dezember 1517 schloss er das Studium der artes liberales mit dem Erwerb des Grades eines Baccalaureus ab. Anschliessend setzte er seine Ausbildung am Kolleg der Dominikaner in Heidelberg mit dem Studium der katholischen Theologie fort. Dort waren Martin Bucer und Martin Frecht, die spater namhafte Reformatoren wurden, seine Studienkollegen. Sowohl in Ingolstadt als auch in Heidelberg dominierte eine konservative Mentalitat. Der Unterricht orientierte sich an der herkommlichen Vorgehensweise der mittelalterlichen Scholastik. Immerhin waren in Ingolstadt schon einige Humanisten tatig - darunter Johannes Aventinus, den Franck schatzte. Spater, in seinen letzten Lebensjahren, stellte Franck ruckblickend fest, er sei als Deutscher in einem barbarischen Zeitalter geboren und habe in einem ,,amusischen" Milieu einen unzulanglichen Unterricht erhalten. Damit bezog er sich auf den Umstand, dass sich das humanistische Bildungswesen in seiner Heimat erst spat und muhsam durchgesetzt hatte, weswegen er in seiner Jugendzeit kaum davon hatte profitieren konnen. Oft beklagte er, dass er seine Bildungslucken nie ganz habe beseitigen konnen. Tatsachlich blieb sein Latein schwerfallig und unbeholfen. Sein Leben lang bedauerte Franck, dass er keine umfassende humanistische Ausbildung erhalten hatte, und bewunderte die kulturelle Erneuerungsbewegung der Humanisten. Er verfugte nur uber begrenzte Griechisch-Kenntnisse und keinerlei Kenntnis des Hebraischen.[5]

Wahrscheinlich war Franck am 26. April 1518 unter den Zuhorern der Heidelberger Disputation, in der Martin Luther, der damals noch Augustinermonch war, seine Rechtfertigungslehre verteidigte. Das junge Publikum war von Luthers Auftreten stark beeindruckt. Bei diesem Anlass kann Franck einen ersten Eindruck von der neuen Theologie erhalten haben.[6]

Brief Francks an den Amtmann in Schwabach vom 3. April 1526, Staatsarchiv Nurnberg. Wegen seines niedrigen Einkommens in Buchenbach bittet Franck um Steuererlass.

Nach dem Abschluss seiner theologischen Ausbildung wurde Franck fruhestens 1523 zum Priester geweiht. Anschliessend war er im Bistum Augsburg, vermutlich in Benzenzimmern, als katholischer Seelsorger tatig. In dieser Zeit wandte er sich jedoch endgultig dem reformatorischen Gedankengut zu und wechselte seine Konfession. Gegen Ende 1524 (oder in den ersten Monaten des Jahres 1525) sandte ihn der Rat der Stadt Nurnberg als lutherischen Prediger nach Buchenbach bei Roth. Dort bekleidete er die Funktion des Fruhmessers, die mit einem geringen und unsicheren Einkommen verbunden war. Sein armliches Gehalt betrug einen dreiviertel Gulden wochentlich. In dieser Zeit erlebte er den Bauernkrieg mit. Spater missbilligte er ruckblickend die Kompromisslosigkeit der Bauern, die vernunftige Vorschlage abgelehnt hatten. Im Jahr 1527 wechselte er nach Gustenfelden, wo er wiederum als Fruhmesser tatig war.[7]

Am 17. Marz 1528 heiratete Franck in Nurnberg Ottilie Beham, die eine Schwester oder nahe Verwandte der bekannten Maler und Kupferstecher Barthel Beham und Sebald Beham war. Die beiden Bruder waren im Januar 1525 wegen ihrer religiosen und politischen Ansichten in Nurnberg verhaftet, vor Gericht gestellt und aus der Stadt verbannt worden. Zusammen mit Georg Pencz galten sie als ,,die drei gottlosen Maler", denn sie wurden beschuldigt, weder die biblische Autoritat noch die weltliche Obrigkeit anzuerkennen. Barthel Beham sympathisierte mit der sozialrevolutionaren Stromung um Thomas Muntzer. Zum Umfeld der Bruder gehorte der Nurnberger Schulrektor und Reformator Hans Denck, der ebenfalls 1525 Nurnberg verlassen musste.[8]

Spatestens um diese Zeit begann Franck, sich mit dem Gedankengut der radikalreformatorischen und sozialrevolutionaren Kreise um die ,,gottlosen Maler" und Denck zu befassen. Dabei durfte seine Frau, die der staatlich verfolgten Tauferbewegung nahestand, eine Rolle gespielt haben. Allerdings arbeitete Franck damals noch mit dem tauferfeindlichen Reformator Andreas Althamer zusammen. Er ubersetzte Althamers gegen Denck gerichtete Schrift Diallage aus dem Lateinischen ins Deutsche, erweiterte sie und stellte ihr ein Vorwort voran. In diesem 1528 gedruckten Werk nahm er eine weitgehend lutherische Position ein.[9]

Als Schriftsteller trat Franck leidenschaftlich fur seine Uberzeugung ein, dass es keinen Glauben ohne Anderung des Lebenswandels geben konne. Damit bekannte er sich zu einer Hauptforderung der radikalreformatorischen Stromung. Ein lebenspraktisches Beispiel behandelte er in seinem ersten eigenstandigen Traktat, das er wahrscheinlich schon um 1528/1529, aber spatestens 1531 verfasste.[10] In dieser Schrift prangerte er das damals sehr verbreitete ,,greuliche Laster der Trunkenheit" an, welches mit der Religion unvereinbar sei. Wenn ein Prediger merke, dass er mit seiner Forderung nach einer Besserung des Lebenswandels auf taube Ohren stosse, solle er schweigen oder davongehen. Die tiefe Frustration, die aus Francks Worten spricht, lasst erkennen, wie wenig er als Seelsorger auszurichten vermochte. Offizielle Moral und Alltagswirklichkeit klafften in dem dorflichen Milieu, in dem er tatig war, weit auseinander. Gegen Ende 1528 oder im folgenden Jahr zog Franck daraus die Konsequenz: Er gab sein geistliches Amt auf und liess sich in Nurnberg nieder, um fortan als Schriftsteller und Ubersetzer ein empfanglicheres Publikum anzusprechen.[11]

Dissidententum und Provokation der Autoritaten

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Nurnberg war damals eine bedeutende, wirtschaftlich und kulturell bluhende Reichsstadt. Die Reformation war dort 1525 offiziell durchgefuhrt worden. Ein Teil der Bevolkerung war fur radikale religiose und sozialreformerische Ideen aufgeschlossen. Der Stadtrat war jedoch misstrauisch und gewillt, gegen die Verbreitung ketzerischer und aufruhrerischer Gedanken hart einzuschreiten. Daher eignete sich Nurnberg nur bedingt als Wohnort fur einen Publizisten wie Franck, der sich zunehmend der herrschenden Hauptstromung des Luthertums entfremdet und der autoritatskritischen Haltung des 1527 verstorbenen Hans Denck genahert hatte. Es waren wohl die relativ repressiven Verhaltnisse in Nurnberg, die Franck dazu bewogen, 1530 oder 1531 nach Strassburg zu ubersiedeln.[12]

Die Reichsstadt Strassburg war seit der Mitte der 1520er Jahre eine Zufluchtsstatte religioser Dissidenten. Spater beschrieb Franck in seinen Schriften die dortige relativ liberale Mentalitat: In Strassburg nehme man Fluchtlinge auf, ohne nach ihrer Herkunft und ihren Fluchtgrunden zu fragen; wer eine Straftat begangen habe, fur die man anderswo gehangt werde, der werde in Strassburg nur ausgepeitscht. Allerdings kam es auch dort zu Ausweisungen aus religiosen Grunden.[13]

An seinem neuen Wohnsitz kam Franck in Kontakt mit anderen Dissidenten, deren Uberzeugungen mit den seinigen teilweise oder weitgehend ubereinstimmten. Zu ihnen zahlten vor allem Kaspar Schwenckfeld und Johannes Bunderlin, wahrscheinlich Christian Entfelder und vermutlich auch Michael Servetus. Schwenckfeld, der einen grossen Wirkungskreis hatte, wurde fur Franck zu einem wichtigen Verbundeten, wenngleich sie in einem zentralen Bereich, der Anthropologie, verschiedener Meinung waren: Schwenckfelds Auffassung von der menschlichen Natur war wesentlich pessimistischer als die Francks und starker lutherisch beeinflusst. Uber Bunderlin, dessen Gedankengut weitgehend den Ideen von Hans Denck entspricht, ausserte sich Franck mit grosser Bewunderung. Ansonsten betrachtete er die zeitgenossischen Theologen und die Dissidentenszene eher distanziert. Insbesondere missbilligte er die Tendenz zur Sektenbildung, den verbreiteten schwarmerischen Enthusiasmus sowie die Neigung zu Traumvisionen. Immer entschiedener wurde im Lauf der Zeit seine Abneigung gegen jedes institutionelle Kirchen- oder Sektenwesen und gegen den Glauben an die Bedeutsamkeit ausserlicher Praktiken.[14]

Grunde fur die Abweisung aller kirchlichen Autoritatsanspruche fand Franck in der Weltgeschichte, mit der er sich intensiv auseinandersetzte. Die Frucht dieser Studien war sein umfangreiches Werk Chronica, Zeitbuch und Geschichtbibel, das im September 1531 in Strassburg erschien. In dieser Weltchronik gelangte Franck zu einem vernichtenden Urteil nicht nur uber das Papsttum, sondern auch uber das Kaisertum und die weltlichen Machthaber im Allgemeinen. Manche Autoren hingegen, die als Haretiker - Vertreter von Irrlehren - galten, stellte er als vorbildliche Christen dar. Zu den lobenswerten ,,Ketzern" zahlte er auch den zeitgenossischen katholischen Humanisten Erasmus, den er damit fur die Stromung des Dissidententums vereinnahmen wollte. Zu diesem Zweck stellte er Ausserungen des Humanisten zusammen, die aus streng kirchlicher katholischer Sicht verdachtig oder haretisch klangen. Dagegen setzte sich Erasmus heftig zur Wehr, denn er wollte keineswegs mit der katholischen Kirche brechen. Er beschwerte sich beim Strassburger Stadtrat und forderte ihn zum Einschreiten auf.[15]

Daraufhin ordnete der Stadtrat am 18. Dezember 1531 die Verhaftung Francks an. Man beschuldigte ihn, die Zensur, die in Strassburg mild und oberflachlich gehandhabt wurde, umgangen zu haben. Er habe die Zensoren getauscht, indem er ihnen nicht den gesamten Text vorgelegt habe und den Eindruck erweckt habe, sein Buch sei nur eine harmlose historische Kompilation. Diese Beschuldigung entsprach wohl zumindest teilweise der Wahrheit. Am 30. Dezember 1531 beschloss der Stadtrat die Ausweisung des missliebigen Publizisten aus Strassburg. Fur Franck und seinen Drucker Balthasar Beck war der Verlauf des Konflikts katastrophal. Die Publikation war wohl ein finanzielles Desaster, denn die noch greifbaren Exemplare des Buchs wurden beschlagnahmt. Allerdings gelang es Beck moglicherweise, einen Teil der Auflage zu verstecken. Dafur spricht die relativ grosse Zahl der Exemplare, die erhalten geblieben sind.[16]

Der Vorgang erregte betrachtliches Aufsehen. Er wurde Kaiser Karl V. zur Kenntnis gebracht, und der fuhrende Strassburger Ratspolitiker Jakob Sturm musste das Verhalten seines Magistrats gegenuber dem aufgebrachten Erzbischof von Mainz, Albrecht von Brandenburg, verteidigen. Fur den Stadtrat war zu dieser Zeit die reichspolitische Lage heikel. Unter diesen Umstanden war Harte angesagt. Das bekam Franck zu spuren. Er hatte nach seiner Vertreibung aus Strassburg zunachst in der nahen Stadt Kehl am Rhein Zuflucht gefunden. Von dort aus bemuhte er sich, den Strassburger Rat zur Aufhebung des Verbannungsbeschlusses zu bewegen. Sein Ansinnen wurde jedoch entschieden abgelehnt. Mit seiner fundamentalen Kritik an der geistlichen und weltlichen Obrigkeit hatte er sich viele Feinde gemacht.[17]

Die konflikttrachtige Zeit in Ulm

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Im Herbst 1532 begab sich Franck nach Esslingen. Dort ubte er den Beruf eines Seifensieders aus, doch mit wenig Erfolg, da die Nachfrage gering war; das Waschen mit Seife war in dieser Gegend nur im Adel ublich. Daher entschloss sich Franck zur Ubersiedlung nach Ulm, wo er sich 1533 mit seiner Frau und seinen beiden Kindern niederliess. Nun nahm er seine Tatigkeit als Autor und Ubersetzer wieder auf. Arbeit fand er in der Druckerei von Hans Varnier. Im Oktober 1534 erhielt er das Ulmer Burgerrecht, allerdings nur unter der Bedingung, dass er keine gefahrlichen Schriften veroffentlichte. Im Herbst 1535 erlaubte ihm der Ulmer Rat, eine eigene Druckerei zu eroffnen.[18]

In Ulm trat Franck weiterhin fur seine stark umstrittenen religiosen Uberzeugungen ein und beharrte auf seiner Ablehnung jeder kirchlichen Amtsautoritat. Dadurch geriet er in einen schweren Konflikt mit den einflussreichen Theologen Martin Frecht, Martin Bucer und Philipp Melanchthon. Man beschuldigte ihn der Zugehorigkeit zur Tauferbewegung. Dieser Vorwurf war geeignet, ihn der weltlichen Obrigkeit verdachtig zu machen, denn die als ,,Wiedertaufer" diskreditierten Dissidenten galten als Aufruhrer. Melanchthon wandte sich an den Landgrafen Philipp von Hessen, der daraufhin in einem Brief vom 31. Dezember 1534 an den Ulmer Stadtrat die Ausweisung des ,,Aufruhrers" forderte. Dieser widersetzte sich jedoch hartnackig, wobei ihm sein neuer Status als Stadtburger zustatten kam. Er betonte, dass er keineswegs ein Wiedertaufer sei. Eine vom Rat eingesetzte Untersuchungskommission ermittelte gegen ihn und legte ein von Frecht verfasstes negatives Gutachten vor, und ein Gutachten der Schulpfleger, bei dem Frecht wohl federfuhrend war, kam zum selben Ergebnis. Unterstutzung fand Franck jedoch bei dem Burgermeister Bernhard Besserer, der in einer Stellungnahme vom 26. Oktober 1535 vor einer Tyrannei der Theologen warnte. Nach einer langwierigen Auseinandersetzung beschloss der Stadtrat am 5. November 1535, Franck das Bleiben zu gestatten, unter der Bedingung, dass er sich strikt einer stadtischen Zensur unterwarf. Es folgte eine relativ ruhige Zeit, in der Franck seine brisante Schrift Die Guldin Arch, die in Ulm nicht erscheinen durfte, in Augsburg drucken liess. Daraufhin wurden seine Widersacher erneut aktiv, und der Stadtrat ordnete am 1. Juli 1538 eine neue Untersuchung an. Nun stellte sich Franck auf den Standpunkt, die Zensurpflicht gelte nur fur Veroffentlichungen in Ulm. Einige Zeit konnte er das Verfahren aufhalten, doch Frecht, der in Ulm der fuhrende Theologe war und die Stadtgeistlichkeit hinter sich hatte, forderte nachdrucklich seine Vertreibung. Schliesslich beschloss der Stadtrat, einer Stellungnahme der Kommission folgend, im Januar 1539 endgultig die Ausweisung des Dissidenten und seiner Familie. Dieser verliess Ulm im Juli mit seiner Frau und funf Kindern und ubersiedelte nach Basel. Dort nahm man ihn auf, obwohl Frecht brieflich vor ihm gewarnt hatte.[19]

Letzte Jahre in Basel

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In Basel oder schon auf dem Weg dorthin starb Francks Gattin Ottilie. Im Jahr 1541 heiratete er Margarete (Barbara) Beck, die Stieftochter des Strassburger Druckers Balthasar Beck, der es zehn Jahre zuvor gewagt hatte, seine Chronica zu veroffentlichen.[20]

In beruflicher Hinsicht erwies sich der Wechsel nach Basel als Erfolg. Franck konnte seine Tatigkeit als Autor und Buchdrucker ungehindert fortsetzen. Schon 1540 brachte er einen Druck heraus. In der Folgezeit arbeitete er mit dem Drucker Nikolaus Brylinger zusammen. Offenbar waren seine Vermogensverhaltnisse nun gunstig: Im Mai 1541 erwarb er das Burgerrecht der Stadt Basel, wobei er die betrachtlichen Gebuhren bar bezahlte, im Juli wurde er in die Safranzunft aufgenommen und im November kaufte er ein Haus zum Preis von 60 Pfund. Nach seinem Tod im Herbst des folgenden Jahres wurde am 31. Oktober 1542 das Inventar seines Nachlasses erstellt, das sich heute im Staatsarchiv Basel-Stadt befindet. Seine Witwe verkaufte im Marz 1543 das Haus fur 147 Pfund.[21]

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Neben eigenstandigen Schriften veroffentlichte Franck auch seine Ubersetzungen lateinischer Werke anderer Autoren, die er damit einem breiteren Lesepublikum zuganglich machte. Zum Teil ubertrug er sie nicht nur in seine Muttersprache, sondern uberarbeitete sie betrachtlich, wobei er insbesondere kommentierende Ausfuhrungen und eigene Uberlegungen einfugte. Daher ist der Ubergang zwischen Ubersetzungen und eigenstandigen Werken fliessend. Die bedeutenderen Schriften und Ubersetzungen sind:

  • Diallage (Nurnberg 1528), die deutsche Ubersetzung einer lateinischen Schrift des Theologen Andreas Althamer, die der Auflosung von Unstimmigkeiten in der Bibel dienen soll. In Francks Vorwort sind bereits Grundzuge seines spateren Denkens skizziert, allerdings noch im Rahmen der lutherischen Theologie.[22]
  • Klagbrief (Nurnberg 1529), die bearbeitete deutsche Fassung eines antikatholischen Pamphlets des englischen Reformators Simon Fish. Franck ubersetzte eine lateinische Version des ursprunglich in englischer Sprache abgefassten Werks, wobei er den Text stark erweiterte und in einer Einleitung seine Auffassung des Buches darlegte.[23]
  • Chronica und Beschreibung der Turkei (Nurnberg und Augsburg 1530), Francks stark bearbeitete, mit eigenen Erorterungen versehene Ubersetzung der lateinischen Schrift Libellus de ritu et moribus Turcorum, einer wichtigen Quelle fur die Geschichte des Osmanischen Reichs. Deren Verfasser, ein Dominikaner aus Siebenburgen, verbrachte im 15. Jahrhundert zweiundzwanzig Jahre als Gefangener im Osmanischen Reich und berichtete danach uber die dortigen Sitten. Den aktuellen Anlass zur Ubersetzung bot die grosses Aufsehen erregende erste turkische Belagerung von Wien im Jahr 1529. In seinem Nachwort mahnte Franck, die Auseinandersetzung mit dem Islam und dem expandierenden Osmanenreich solle den Christen Anlass zu Selbstkritik geben, denn die moralische Verkommenheit, die sie den Turken vorwarfen, sei unter ihnen selbst weit verbreitet. Den Teil des Originaltextes, der die Uberlegenheit des Christentums uber den Islam behandelt, liess Franck in seiner Ubersetzung weg.[24]
Titelholzschnitt der Schrift Von dem grewlichenn laster der trunckenheit, Ausgabe Augsburg 1531, gezeichnet vom Petrarcameister. Rechts Vollerei an der Tafel, links erbricht sich jemand nach der Schwelgerei.
  • Von dem grewlichenn laster der trunckenheit [Von dem greulichen Laster der Trunkenheit] (Augsburg 1531), eine drastische Schilderung der seelischen und korperlichen Folgen des sehr verbreiteten Alkoholmissbrauchs. Hinsichtlich der Aussicht auf Abhilfe ist der Autor skeptisch. Das zentrale Thema ist der schroffe Gegensatz zwischen dem Bekenntnis zum Christentum und der fehlenden Bereitschaft zur Umsetzung christlicher Moral im Alltag.[25]
  • Ein kunstlich hoflich Deklamation (Nurnberg 1531), Francks Ubersetzung der Declamatio lepidissima ebriosi, scortatoris, aleatoris de vitiositate disceptantium des italienischen Humanisten Filippo Beroaldo, eines satirischen, unterhaltsamen Streitgesprachs. Ein Erbstreit zwischen drei Brudern, von denen einer ein Trinker, der zweite ein Hurer und der dritte spielsuchtig ist, wird literarisch dargestellt. Franck stellte seiner Ubersetzung einen ironischen Widmungsbrief an seinen Onkel, den Gastwirt Michael Franck, voran.[26]
  • Chronica, Zeitbuch und Geschichtbibel (Strassburg 1531, bearbeitete Neuausgabe Ulm 1536), Francks umfangreiche, 536 Blatter im Folioformat umfassende Welt- und Kirchengeschichte. Sie gliedert sich in drei Teile: die erste Chronik, die als Chronik des Alten Testaments die Menschheitsgeschichte von Adam bis Christus behandelt, die andere Chronik, genannt das Kaiserjahrbuch, welche die Herrschergeschichte von Julius Caesar bis zum damals regierenden Kaiser, Karl V., darstellt, und die dritte Chronik, die Chronik der Papste und geistlichen Handel. Ein Teil der Papstgeschichte ist die Ketzerchronik, in der dissidente Positionen verstandnisvoll beschrieben werden. Das Material ist aus alteren Geschichtswerken, vor allem der Schedelschen Weltchronik, ubernommen,[27] die Quellen werden genannt. Die Eigenleistung des Autors besteht in den weitreichenden Folgerungen, die er aus der Betrachtung der Geschichte zieht. Franck betont, dass seine Darstellung unparteiisch sei. Damit meint er, dass er aus keiner konfessionellen oder sektiererischen Perspektive urteile. Sein Ziel sei die moralische Erkenntnis und Weisheit, die man durch das Studium der Geschichte erlangen konne. In diesem Sinne sieht er in der Chronik eine ,,Geschichtsbibel". In der Einleitung weist er auf seine Pionierrolle hin: Es bestehe ein Mangel an namhaften Chroniken in deutscher Sprache, und nicht ohne Grund wurden die Deutschen von den Italienern als kulturlose Barbaren betrachtet.[28]
  • Weltbuch (Tubingen 1534), die erste Kosmographie in deutscher Sprache. Dieses Handbuch beschreibt als ,,Spiegel und Bildnis des ganzen Erdbodens" die vier Kontinente Asien, Afrika, Europa und Amerika. Als Geograph folgt Franck hier in erster Linie dem Konzept beschreibender Natur- und Landerkunde des antiken Gelehrten Strabon, nicht der kosmologisch-astronomischen, mathematischen und kartographischen Ausrichtung des Ptolemaus und der zeitgenossischen ,,Nurnberger Geographenschule". Es geht ihm um die qualitativen, nicht die quantitativen Aspekte der Erdbeschreibung. Einen Schwerpunkt bildet die Humangeographie. Besondere Beachtung findet die Volkskunde.[29]
  • Kronbuchlein (Ulm 1534), Francks Bezeichnung fur vier zusammen veroffentlichte kleinere Schriften und Ubersetzungen, mit denen er die Wertlosigkeit aller weltlichen Scheinweisheit und einer Frommigkeit ohne spirituelle Fundierung zeigen will:
    • Lob der Torheit, die erste deutsche Ubersetzung von Erasmus' Moriae encomium[30]
    • Von der Heillosigkeit, Eitelkeit und Ungewissheit aller menschlichen Kunste und Weisheit nebst dem Anhang Lob des Esels, eine Teilubersetzung der Schrift De incertitudine et vanitate scientiarum declamatio invectiva des zeitgenossischen Gelehrten Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim
    • Von dem Baum des Wissens Gutes und Boses, Francks gegenwartsbezogene Auslegung der biblischen Erzahlung vom Baum der Erkenntnis und vom Baum des Lebens
    • Encomium, ein Lob des torichten gottlichen Worts, eine Schrift Francks uber den Unterschied zwischen dem ,,ausseren" und dem ,,inneren" Wort der Bibel
  • Paradoxa ducenta octogina (Ulm 1534), eine Sammlung von paradoxen Aussagen, die der Autor als Ausgangsbasis fur theologisch-religionsphilosophische Erorterungen nutzt. Das Material ist teils der Bibel und anderen Quellen entnommen, teils sind es gangige Spruche; manches hat Franck wohl selbst formuliert. Er will zeigen, dass ein buchstabliches Verstandnis den Paradoxen nicht gerecht werden konne. Es fuhre in den Irrtum und sei die Ursache der Gegensatze zwischen den Sekten und Richtungen. Die verborgene Wahrheit konne man nur durch das ,,innere Wort" erfassen, das dem Menschen innewohne und das man daher in sich selbst finde, nicht in der Aussenwelt. Die Unaufloslichkeit der Paradoxe soll im Leser eine Bewegung auslosen, die ihn geistig voranbringt.[31]
Titelblatt der Schrift Das verbuthschiert mit siben Sigeln verschlossen Buch, Ausgabe Augsburg 1539. Der Holzschnitt zeigt einen Mann mit verbundenen Augen als ,,Nichtleser" - es handelt sich um Moses - vor einem Lesepult, auf dem das mit sieben Siegeln verschlossene Buch liegt.[32]
  • Die Guldin Arch (Die goldene Arche, Augsburg 1538), eine uber funfhundert Folioseiten umfassende Sammlung von Zitaten aus der Bibel, aus theologischen Schriften und aus Werken von ,,Heiden und Philosophen". Die ausgewahlten Stellen sollen der Leserschaft das Spiritualitatsverstandnis des Autors nahebringen. Franck ergreift auch selbst in der Vorrede, in Einschuben und Randbemerkungen das Wort. Er wirft ,,unseren Theologen" - gemeint sind scholastisch denkende Gelehrte - vor, sie wurden alles ,,messen und definieren", als hatten ,,sie allein den Heiligen Geist gefressen".[33]
  • Germaniae Chronicon (Frankfurt am Main und Augsburg 1538), ein umfangreiches Werk, das die politische Geschichte und Kulturgeschichte ,,des ganzen Deutschlands, aller deutschen Volker" behandelt. Es fusst auf der Chronik des Johannes Nauclerus.[34]
  • Das verbuthschiert mit siben Sigeln verschlossen Buch (Augsburg 1539), eine Anleitung zur Lekture der Bibel, die als ,,verbutschiertes" (versiegeltes) Buch dargestellt wird. Der Autor will dem Leser zeigen, wie die ,,sieben Siegel", mit denen die Bibel verschlossen sei, zu offnen seien. Nach seiner Darstellung ergibt sich die Auflosung von Widerspruchen, wenn man von der wortlichen Bedeutung gegensatzlicher biblischer Aussagen absieht und sich der ubergeordneten spirituellen Wahrheit zuwendet, die jeweils beide Aussagen umfasst.[35]
  • Kriegsbuchlein des Friedens (Augsburg 1539), eine unter dem Pseudonym ,,Friedrich Wernstreyt" veroffentlichte Kampfschrift, in der Argumente zur Begrundung von Francks Friedensethik zusammengestellt sind.
  • Sprichworter (Frankfurt am Main 1541), eine grosse Sammlung von fast siebentausend Sprichwortern, sprichwortlichen Redensarten und Redewendungen unterschiedlicher Thematik, teils in lateinischer Sprache mit Ubersetzung. Meist folgen auf einen lateinischen Spruch mehrere ahnliche deutsche, die allerdings teilweise nicht deutschen Ursprungs, sondern Ubertragungen aus dem Lateinischen sind. Eingeschoben sind theologisch-philosophische Erorterungen, die ausserlich an einzelne Sprichworter anknupfen, historische Beispiele und Fabeln. Manche Sprichworter sind erlautert, andere nicht. Franck folgte dem Konzept von Erasmus' Sprichwortsammlung Adagia. Wie Erasmus sah er in der Dunkelheit und Kurze alter Spruchweisheiten Indizien einer verborgenen Wahrheit. Christliches und paganes Sprichwortgut hielt er fur gleichermassen wertvoll. Er billigte aber keineswegs die Behauptungen aller Sprichworter, die er anfuhrte. Vielmehr wollte er dem Leser Gelegenheit bieten, durch die Auseinandersetzung mit den vielfaltigen, teils gegensatzlichen Aussagen sein Urteilsvermogen zu scharfen.[36]

Francks Weltanschauung ist sowohl vom kritischen Geist des Renaissance-Humanismus als auch vom religiosen Emanzipationsstreben der fruhen Reformationszeit gepragt. Zu den Zeitgenossen, von denen er Anregungen empfing, zahlen vor allem der junge Luther, Erasmus und Hans Denck. Wesentliche Impulse verdankte er auch zwei spirituellen Autoren des 14. Jahrhunderts: Johannes Tauler und dem unbekannten Verfasser der Theologia deutsch. Intensiv setzte er sich mit dem Corpus Hermeticum auseinander.[37]

Religiose Gedankenwelt

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Im Zentrum von Francks Gedankenwelt steht das Verhaltnis des Menschen zu Gott. Er ist zwar Theologe, doch seine Lehre verlasst sowohl vom Ansatz als auch von den Konsequenzen her den Boden des herkommlichen theologischen Denkens. Daher ist sie weniger Theologie im ublichen Sinn als vielmehr eine religiose Philosophie.[38] Ein wichtiger Aspekt ist die eschatologische Erwartung des nahenden Weltendes, die Franck mit vielen seiner Zeitgenossen teilt. Angesichts der dusteren Gegenwart und Zukunft sehnt Franck das Ende herbei, betont aber die Ungewissheit des Zeitpunkts und der Einzelheiten.[39]

Fundamentale Kritik am Katholizismus

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Eines der Hauptanliegen Francks ist die Widerlegung des papstlichen Autoritatsanspruchs, mit dem er sich in seiner Papstchronik auseinandersetzt. Anhand des Quellenmaterials will er den Papsten Verfalschung der christlichen Lehre und sonstige Untaten nachweisen. Dabei steht er vor dem Problem, dass er fur die Papstgeschichte auf Nachrichten aus italienischen Quellen angewiesen ist, deren katholische Autoren er wegen ihrer Einbindung in die kirchliche Elite nicht fur vertrauenswurdig halt. Aus seiner Sicht sind sie Karrieristen, die sich nicht um die Wahrheit bemuht haben. Beim Bestreben, dem Papsttum die Grundlage zu entziehen, stutzt er sich vor allem auf eine Argumentation, mit der er beweisen will, dass der Apostel Petrus, der angebliche erste Papst, keineswegs Bischof von Rom gewesen sei und dort den Martyrertod erlitten habe. In Wirklichkeit habe sich Petrus nie in Rom aufgehalten.[40]

Im Gegensatz zu anderen reformatorischen Autoren fuhrt Franck die Korrumpierung des Christentums nicht erst auf die konstantinische Wende im 4. Jahrhundert zuruck. Vielmehr meint er, nur in der Apostelzeit habe es eine wahrhaft christliche Gemeinde gegeben. Der Verfall sei schon unter den unmittelbaren Nachfolgern der Apostel eingetreten. Die Verbindung von Kirche und Staat ab der Zeit Konstantins des Grossen ist fur Franck nur eine weitere Phase im Prozess des zunehmenden Verrats an der christlichen Lehre.[41] Im Unterschied zu Luther und anderen Reformatoren beurteilt Franck nicht nur das Papsttum, sondern auch die Konzile prinzipiell negativ. Sie hatten massgeblich zur Festigung der kirchlichen Tyrannei beigetragen und den Weg zu einem brutalen Umgang mit den Ketzern gebahnt.[42]

Die Entstehung und Entwicklung des Papsttums betrachtet Franck nicht als vermeidbares Ungluck, sondern als Notwendigkeit. Nach seiner Meinung will und muss die Welt ein Papsttum haben; notigenfalls wurde sie - wie er sarkastisch bemerkt - das Papsttum ,,stehlen", um sich einer solchen Autoritat unterwerfen zu konnen.[43]

Das Konzept eines nichtkonfessionellen Christentums

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Im Anhang seiner Turkenchronik formuliert Franck erstmals seine Auffassung, dass die Reformationsbewegung in vier grosse Glaubensrichtungen zerfallt: die lutherische, die zwinglische, die tauferische und eine vierte, die nur im Geist besteht, auf alle ausserlichen Mittel verzichtet und sich jenseits aller konfessionellen Konflikte positioniert. Die vierte, spiritualistische Richtung ist seine eigene. Francks Kernanliegen ist die Verbreitung seines Konzepts eines nichtkonfessionellen ,,unparteiischen Christentums" jenseits der streitenden Bekenntnisse. Sein Ideal, das er allerdings nicht fur erreichbar halt, ist die Uberwindung der Aufspaltung der Christenheit in verschiedene Kirchen und Sekten. Damit meint er aber nicht, dass die Etablierung einer Einheitskirche wunschenswert ware. Vielmehr betrachtet er grundsatzlich jede religiose Gemeinschaft, die sich dogmatisch festlegt, institutionell organisiert und hierarchisch strukturiert, als ein Ubel. Die Entstehung von Konfessionen fuhrt er auf eine Abwendung von Gott und Hinwendung zu unwesentlichen und tendenziell schadlichen Ausserlichkeiten zuruck.[44]

Francks Gegenkonzept ist eine unorganisierte und daher unsichtbare, rein geistige Gemeinschaft der echten Christen. Diese unterscheiden sich nach Francks Verstandnis von ihrer Umwelt durch das Fundament ihrer Uberzeugungen und sind untereinander nur durch ihr Verhaltnis zu ein und derselben Wahrheit verbunden. Sie beziehen ihre religiose Gewissheit nicht aus theologischen Dogmen, die ihnen beigebracht wurden, und nicht einmal aus der Bibel, sondern aus einem Wissen, das sie in sich selbst vorfinden. Daher kann es bei ihnen keinen privilegierten Ausleger geben. Die Quelle des Wissens ist - so Franck - im Inneren des Menschen vorhanden. Man kann zu ihr Zugang erlangen, indem man sich von fragwurdigen ausseren Einflussen befreit und nur auf das ,,innere Wort" achtet. Dieses wird dann zur einzigen Autoritat und Richtschnur. Erst wenn die entscheidende Wende nach innen, zu dem ,,vergrabenen Schatz", vollzogen ist, erschliesst sich dem Menschen das richtige Verstandnis der wirklichen Lehre der Bibel. Wer sich mit dem blossen Wortlaut begnugt und nicht zum verborgenen Sinn vordringt, wird durch die Bibel nicht zu Gott gefuhrt, sondern im Gegenteil sogar von ihm entfernt. Diese Uberzeugung Francks steht in scharfem Gegensatz zum lutherischen Grundsatz ,,sola scriptura", dem zufolge die Heilige Schrift sich selbst auslegt, da ihr Wortlaut klar und der Sinn offenkundig ist.[45]

Diese Lehre setzt eine Kontinuitat zwischen Gott und Mensch voraus, dank der im Menschen eine gottliche Erkenntnisfahigkeit angelegt ist.[46] Dabei ist sich Franck durchaus daruber im Klaren, dass seine Erhebung des ,,inneren Wortes" zur Norm einen problematischen Subjektivismus zur Folge hat: Jeder kann nun den Anspruch erheben, vom inneren gottlichen Wort belehrt zu sein und damit die Wahrheit zu besitzen. Diese Konsequenz nimmt Franck in Kauf. Mit dem Prinzip der vollen Selbststandigkeit ladt er dem einzelnen Individuum auch die Last der vollen Verantwortung auf. Jeder hat fur sich zu prufen, ob das, was er in sich zu horen meint, wirklich das gottliche Wort ist.[47]

Zur unsichtbaren Gemeinschaft der wahren Christen gehoren fur Franck auch viele ,,Turken und Heiden", die ,,Christi Namen nie gehort haben", aber ,,seine Kraft durch das innerliche Wort in sich vernommen und dasselbe fruchtbar gemacht" haben und von Gott ,,belehrt und inwendig gezogen" werden.[48] Der Schopfer sei unparteiisch, er sei auch der ,,Gott der Heiden" und wende sich allen zu, die ihm ,,in der Stille zuhoren". Unter diesen Horern hebt Franck die antiken Philosophen Diogenes von Sinope und Plotin hervor.[49]

Aus dem unbedingten Vorrang des ,,inneren Wortes" gegenuber der gesamten Aussenwelt ergibt sich fur Franck die Forderung nach uneingeschrankter Gewissensfreiheit. Daraus zieht er eine fur seine Zeit aussergewohnliche Konsequenz: Im Gegensatz zu anderen radikalreformatorischen Denkern, die fur eine tolerante Kirche eintreten, verwirft er das Kirchenwesen als solches. Aus dem bisherigen Geschichtsverlauf folgert er, dass konfessionelle Institutionen generell die Gewissensfreiheit verneinen. Mit ihrem Anspruch auf ein Wahrheitsmonopol saen sie Zwietracht, mit ihren Gehorsamsforderungen unterdrucken sie die Glaubigen. Zwar ist das Bose in der romischen Kirche von den Reformatoren aufgedeckt worden, doch in den reformierten Kirchen erscheint das bose Prinzip in neuer Form. Die Autoritat der katholischen Dogmen ist durch die des toten Buchstabens der Bibel ersetzt worden, und so werden die Glaubigen erneut irregefuhrt. Aus dieser Geschichtsdeutung und der Beobachtung der zeitgenossischen gewaltsamen Konflikte leitet sich ein Kernelement von Francks Lehre ab: die prinzipielle Ablehnung jeder Form von religioser Bevormundung. Keiner geistlichen Obrigkeit, sei sie katholisch oder protestantisch, darf eine Lenkungsbefugnis zugebilligt werden; keine hat das Recht, verbindliche Dogmen festzulegen und abweichende Positionen als Irrlehren zu brandmarken und zu verfolgen. Insbesondere das Zusammenwirken von geistlicher und weltlicher Gewalt ist Franck ein Grauel. Heftig greift er die von den Landesherren abhangigen willfahrigen Geistlichen an, unter denen die Hofgeistlichkeit eine herausgehobene Stellung einnimmt. In ihnen sieht er Komplizen schlimmer Herrscher, die deren Untaten religios rechtfertigen und als Christenpflicht darstellen.[50]

Offenbarung, Gnade und Heil

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Fur Franck ist die Bibel keineswegs wie fur die Lutheraner die einzige Offenbarungsquelle und damit alleinige Richtschnur. Die Vorstellung, das gottliche Wort komme nur in einem einzigen Buch zum Ausdruck, ist nach seinem Offenbarungsverstandnis falsch. Vielmehr begleitet das Wort den Menschen, wenn er sich darauf einstellt, zu allen Zeiten und ist vielfaltigen Quellen zu entnehmen. Die Offenbarung vollzieht sich kontinuierlich durch den Verlauf der Geschichte, und es kommt nur darauf an, diesen richtig zu deuten. Somit ist die Bibel nur ein historisches Zeugnis unter anderen. Eine Chronik, die historische Vorgange aus spiritueller Sicht darstellt, kann eine ,,Geschichtsbibel" sein, die dem verstandigen Leser sogar noch besser als die Bibel die gottliche Botschaft erschliesst. Damit wird auch die Bedeutung des historischen Christus relativiert: Er war nach Francks Verstandnis zwar eine Erscheinung des gottlichen ,,Wortes", aber nicht dessen vollstandige Verkorperung; eine solche ist prinzipiell gar nicht moglich, denn sonst ware Gottes Wort endlich. Aus dieser Sicht erscheint Christus nicht als Erloser, sondern nur als Vorbild.[51] Ausserdem ist einem Brief Francks von 1531 zu entnehmen, dass er sich der Argumentation des dissidenten spanischen Theologen Michael Servetus anschloss, mit der dieser die Trinitatslehre ablehnte.[52]

Die Kritik am gangigen Bibelglauben begrundet Franck mit einer Reihe von Argumenten:

  • Wenn die Bibel die Quelle des Heils ware, musste eifrige Bibellekture zu ethischer Besserung fuhren. Dies ist aber nicht der Fall, vielmehr verteidigt jeder sein unsittliches Leben mit Bibelzitaten. Fur jede Art der Lebensfuhrung lasst sich eine biblische Rechtfertigung finden und fur die gegenteilige ebenso, beispielsweise fur Verschwendung und Geiz. Mit Bibelstellen kann man alles beweisen. Nach der Meinung der Lutheraner weiss jeder, der lesen kann und eine Bibel hat, darin den heiligen Geist zu ertappen. Das ist jedoch ein Irrtum.
  • Der Glaube an die buchstabliche Autoritat der Bibel fuhrt zu theologischen Spitzfindigkeiten, die den Blick auf das Wesentliche verstellen. Hierzu zahlt Franck den Theologenstreit um die Realprasenz.
  • In der Bibel finden sich zahlreiche einander widersprechende Aussagen; was wirklich gemeint ist, ist keineswegs - wie die Lutheraner behaupten - offenkundig. Diese Widerspruche konnte es nicht geben, wenn Gott sie nicht gewollt hatte. Er hat sie hineingesetzt, um die Leser zu verunsichern und so zu verhindern, dass sie aus der Schrift einen Abgott machen.
  • In der vorliegenden Bibel fehlen eine Reihe von Schriften, die im Lauf der Zeit verlorengegangen sind, beispielsweise das (heute so genannte) ,,athiopische Henochbuch". Solche Verluste hatte Gott nicht zugelassen, wenn die Heilige Schrift als sein Wort die hochste Autoritat ware.
  • Die menschlichen Sprachen - auch die hebraische - verandern sich im Lauf der Zeit, und eine verdrangt die andere. Daher ist die Sprache ein unzulangliches Instrument fur die Ubermittlung der uberzeitlichen gottlichen Wahrheit.
  • Die Bibel kann nicht verbindliche Norm sein, denn ihre Textuberlieferung ist problematisch, was zu Unsicherheiten fuhrt. Diesbezuglich stutzt sich Franck auf die Vorarbeit der humanistischen Bibelkritik.[53]

Als ,,Heilige Schrift" betrachtet Franck nur das Alte Testament, das nach seiner Ansicht ohne eine rechte Auslegung ein ,,toter Buchstabe" ist. Im Gegensatz dazu fasst er das Neue Testament als ,,mundliche Predigt" auf.[54]

Wahrend Franck den lutherischen Kernsatz ,,sola scriptura" - die ausschliessliche Berufung auf die Bibel - verwirft, teilt er eine andere Grunduberzeugung Luthers: das Heilsverstandnis, dem zufolge der Mensch allein durch den Glauben (sola fide) und die Gnade (sola gratia) sein Heil erlangt. Die guten ,,Werke", die man vollbringt, tragen nach dieser ,,Rechtfertigungslehre" nichts zum Heil bei. Die damit ausgedruckte dezidierte Ablehnung der ,,Werkgerechtigkeit" ist ein Hauptmerkmal der reformatorischen Theologie. Werke durfen nicht als Leistungen des Menschen aufgefasst werden, mit denen er sich ein Verdienst erwirbt, fur das er von Gott einen Lohn erwarten kann. Keinesfalls kann man durch gute Taten ein besserer, gerechterer und frommer Mensch werden. Vielmehr ist das Verhaltnis umgekehrt, wie Franck - einen Vergleich Luthers aufgreifend - betont: Die Fruchte ,,folgen" dem Baum, denn ein guter Baum bringt gute Fruchte hervor, ein schlechter schlechte, und es sind nicht die Fruchte, die ihn gut oder schlecht machen. Ebenso ,,folgen" gute Werke dem Gerechten, weil er bereits gerecht ist. Niemals konnen sie der Gerechtigkeit eines Handelnden ,,vorangehen" und ihn gerecht machen. Man wird nicht gut, indem man Gutes tut. Allerdings weicht Franck in einem wesentlichen Punkt von der lutherischen Rechtfertigungslehre ab: Um jede Werkgerechtigkeit auszuschliessen, bestreitet Luther eine naturnotwendige Verknupfung von Glauben und Werk. Franck hingegen meint, dass sich wahrer Glaube zwangslaufig in Werken zeigen musse, eine Trennung sei unmoglich. Wenn der Glaube nicht durch die Lebenspraxis umgesetzt werde, wenn beispielsweise ein nomineller Christ trunksuchtig sei, konne man folgern, dass es sich nicht um wirklichen Glauben handle. Ein Zwiespalt zwischen Lehre und Leben sei unannehmbar.[55]

Ausserdem unterscheidet sich Francks Gnadenbegriff von dem lutherischen. Franck fuhrt die Fahigkeit des Menschen, zu wahrer Erkenntnis Gottes zu gelangen, nicht auf eine besondere historische Gnadenzuwendung Gottes zuruck, sondern auf eine naturgegebene Anlage des Menschen.[56] Er meint, die menschliche Gotteserkenntnis sei eigentlich eine Selbsterkenntnis Gottes, und darin liege der Sinn der Schopfung, denn ohne die Geschopfe ware Gott sich selbst unbekannt.[57]

Ein zentraler Aspekt von Francks Religiositat ist ihr rein geistiger Charakter. Alle Ausserlichkeiten halt er fur spirituell belanglos. Daher verurteilt er den Glauben an die Bedeutsamkeit und heilspendende Wirkung von Riten und Zeremonien. Die Kulthandlungen halt er fur Ausserungen eines verhangnisvollen Aberglaubens, der von der gottlichen Wahrheit ablenke und schlimme Zwistigkeiten und Spaltungen verursache. Diesen Vorwurf richtet er nicht nur an die Katholiken, bei denen Kultakte eine herausragende Rolle spielen; er dehnt ihn auf alle Kultgemeinschaften aus.[58]

Das Freiheitsideal

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Francks Skepsis gegenuber der ,,Welt" und allem ,,Weltlichen" fuhrt ihn zur Hochschatzung einer inneren Zuruckgezogenheit und Abgeschiedenheit. Er kultiviert das Ideal der Freiheit von Sorgen um irdische Guter. Als Protestant verwirft er zwar den katholischen Zolibat und ist selbst verheiratet, doch kritisiert er auch die gangige Praxis des burgerlichen Ehelebens, die sich einseitig an der ausseren Norm der Treue orientiere und innere Werte vernachlassige. Er macht geltend, dass sich hinter ausserlicher Ehrbarkeit und scheinbarer Frommigkeit ein fragwurdiger Charakter verbergen konne. Verschiedentlich weist er auf die murrische Art und Streitsucht von Ehefrauen hin. Dennoch halt er an einem hohen Eheideal fest. Seine Haltung ist zwiespaltig: Einerseits preist er die eheliche Liebe, andererseits halt er es fur wunschenswert, ,,der Welt abzusterben", also auf weltliche Bindungen zu verzichten und dadurch Freiheit zu erlangen. Das Familienleben und seine eigene Verantwortung als Familienvater bedeuten ihm Last und Unfreiheit. Als Muster eines geistig freien Weisen verehrt er den ,,lachenden Philosophen" Demokrit, den das sinnlose Treiben der Menschen zum Gelachter angeregt habe.[59]

Geschichtsverstandnis

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Die Forderung der Unparteilichkeit

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Fur Franck ist die ganze Welt mit allen Kreaturen ein ,,offenes Buch", eine ,,lebendige Bibel", aus der man ohne jede Anleitung ,,Gottes Kunst studieren" kann. Das gilt insbesondere fur die Geschichte - sowohl fur die Erfahrung der Menschheitsgeschichte als auch fur die personliche Geschichte des nach Erkenntnis strebenden Individuums. Wer den ganzen Verlauf des eigenen Lebens achtsam verfolgt hatte, der hatte ,,eine eigene Chronik von ihm selbst" zu schreiben.[60] Die Geschichte ist die ,,Meisterin des Lebens", die ,,lebt" und dem Betrachter ,,lebendige Beispiele" vor Augen stellt. Gottes Wort kann nicht ,,aus seinem Mund gehen", vielmehr redet er mit dem Menschen ,,im Werk und mit der Tat".[61] Diese Sprache Gottes wird allerdings gewohnlich nicht verstanden. Das Hindernis ist aus Francks Sicht die Unfahigkeit, sich von subjektiven Perspektiven und den damit verbundenen Affekten und Bewertungen zu losen. Solcher Befangenheit stellt Franck seinen Anspruch auf Unparteilichkeit entgegen. Er weist darauf hin, dass Unparteilichkeit ein wesentliches Merkmal Gottes sei. Demnach nimmt der Mensch, der sich von der Parteilichkeit befreit, gewissermassen den gottlichen Standpunkt ein. Gemeint ist eine innere Haltung, die zu allen Kirchen, Sekten, Staaten, Volkern, Parteien, Kulturen und Epochen gleichermassen Distanz halt.[62]

Beim Betrachten der historischen Vorgange und Akteure hat man sich nicht nur vor der eigenen Voreingenommenheit zu huten, sondern auch vor allen Autoritaten. Fremde Meinungen und Behauptungen durfen die eigenstandige Urteilsbildung nicht uberlagern und verzerren. Benotigt wird eine innere Uberlegenheit gegenuber den Sitten und Brauchen der Welt und damit auch gegenuber allen fremden Bewertungskriterien. Sie wird nach Francks Uberzeugung dann gewonnen, wenn man sich bei der Auswertung der kollektiven und individuellen Erfahrungen allein auf das inwendige Wort Gottes verlasst. Dazu bemerkt Franck: ,,Wer aber mit der Welt dahintanzt, der kann die Torheit der Welt nicht sehen, weil er selbst damit beladen darin steckt. Wer aber hinter dem Tanz steht, der allein wird gewahr, was im Tanz geschieht."[63] Er warnt, man durfe keinem Buch vorbehaltlos vertrauen, nicht einmal der Bibel, solange man nicht ,,bei sich" gelernt habe, den Inhalt im Sinne Gottes zu verstehen und zu beurteilen.[64] In diesem Sinne betont er auch, die Beurteilung der Vorgange, die er als Chronist schildert, bleibe dem Leser anheimgestellt.[65] Die Aufgabe des Autors beschrankt sich fur ihn auf das Zusammentragen und Vorweisen des Materials. Der Geschichtsschreiber darf in seinem Werk nicht prasent sein. Er hat Geschichte so darzubieten, wie er sie in seinen Quellen vorfindet.[66]

Die ,,unparteiische" Grundhaltung Francks zeigt sich auch in seinem Umgang mit den nichtchristlichen Religionen. Dabei wendet er sich gegen die gangige Verteufelung der ,,Unglaubigen". Den Uberlegenheitsanspruch vieler Christen gegenuber Andersglaubigen aufgrund des blossen Bekenntnisses zum Christentum weist er zuruck. Nach seiner Ansicht haben alle Kulturen und Zeiten den gleichen Abstand von Gott; Gott hat sein Volk uberall.[67] Mit dem Judentum, dem Islam und dem ,,Heidentum" setzt sich Franck auf dieselbe Weise auseinander wie mit dem Konfessionalismus seiner Umgebung. Er verwirft die Institutionen, Regelsysteme und Kultbrauche der fremden Religionen aus demselben Grund, aus dem er die hierarchischen Strukturen, formalen Vorschriften und Zeremonien der christlichen Glaubensgemeinschaften ablehnt. Insbesondere kritisiert er die buchstabliche Befolgung der traditionellen Gebote im Judentum, denn er sieht darin eine Abhangigkeit von Ausserlichkeiten, die den Glaubigen von Gott entferne und zwangslaufig zum Pharisaismus fuhre.[68] Am Islam tadelt er die enge Verbindung von Staat und Religion und die Ausbreitung mit gewaltsamen Mitteln.[69] Bei den ,,Heiden" missfallen ihm die Kultpraktiken und Gotterbilder, die aus seiner Sicht eine Hinwendung zu gottferner Vordergrundigkeit darstellen.[70] All diese Kritik an religiosen Regeln und Institutionen ubertragt Franck jedoch nicht auf die glaubigen Individuen. Vielmehr legt er Wert auf die Feststellung, dass die individuelle Gotteserfahrung allen Anhangern fremder Religionen, auch den Polytheisten, ebenso wie den Christen offenstehe.[71]

Zur Unparteilichkeit gehort fur Franck auch eine entschiedene Zuruckweisung des Nationalismus. Er lehnt es ab, mit einseitigem Lob des deutschen Volkes ,,ein grosses Feldgeschrei" zu machen, denn die Deutschen hatten zwar bedeutende Taten vollbracht, aber auch oft grosse Tyrannei und Ungerechtigkeit geubt. Kein Volk sei besser als ein anderes.[72]

Herrschermacht und Krieg

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Francks Geschichtsbild ist von tiefem Misstrauen gegen den Staat und die staatliche Macht gepragt. Insbesondere die herkommliche Sakralisierung der Herrschaft ist ihm verhasst. Hinter den grandiosen Fassaden herrscherlicher Selbstdarstellung steckt lauter Elend. Die Weltgeschichte ist einheitlich und verlauft gleichartig, sie wiederholt sich in Katastrophen. Jede Gesellschaft scheitert schliesslich katastrophal, weil sie ihre Fehler nicht wahrnimmt. Einen historischen Fortschritt im Sinne einer Humanisierung oder Einfuhrung christlicher Moralgrundsatze in die Welt der Politik sieht Franck nicht. Die Christianisierung des spatantiken romischen Staates im Verlauf der konstantinischen Wende stellt fur ihn keineswegs eine begrussenswerte Entwicklung dar, sondern ist als umfassende Korrumpierung des Christentums zu beklagen. Die Ernsthaftigkeit der Bekehrung Kaiser Konstantins des Grossen halt er fur zweifelhaft; er berichtet von einer Legende, der zufolge bei der Taufe des Kaisers eine Stimme in der Luft gehort wurde, die verkundete, ein Gift oder eine Seuche sei in die Kirche gefallen.[73] Seither hat sich nach Francks Einschatzung das Verhaltnis von Herrschern und Untertanen kaum verbessert. Obwohl die Kaiser und Konige seit mehr als einem Jahrtausend nominell Christen sind, verhalten sie sich gewohnlich despotisch wie ihre heidnischen Vorganger. Von ihnen ist kaum etwas Gutes zu erwarten. Wohlwollende und verantwortungsbewusste Herrscher sind seit jeher selten. Die Mentalitat der Machthaber ist im Wesentlichen immer noch dieselbe wie zur Zeit der ersten Konige Israels. In den christlichen Staaten folgt die Machtpolitik denselben Gesetzmassigkeiten wie in der vorchristlichen Staatenwelt des Altertums. Die Herrscher sind meist rauberisch, unersattlich und verblendet; hinzu kommt die Anmassung der Papste, die weltliche Macht beanspruchen und erringen. Alle Herrlichkeit der hochmutigen Herrscher beruht letztlich auf Gewalt, ist hinfallig und geht fruher oder spater durch fremde Gewalt zugrunde. Kriege werden mutwillig angezettelt und dann auf dem Rucken der Bevolkerung ausgetragen. Wenn schliesslich nach all dem Blutvergiessen und den Verheerungen allgemeine Ermudung eintritt, versohnen sich die streitenden Fursten und legen ihre Meinungsverschiedenheit bei.[74] Besonders deutlich zeigt sich die eigentliche Natur der militarischen Konflikte im Soldner- und Landsknechtwesen: Der Krieg ist zum Normalzustand geworden, Soldner machen aus dem Kriegshandwerk ein eintragliches Geschaft, stellen sich dem Meistbietenden zur Verfugung und wenden sich schliesslich auch gegen ihre Auftraggeber. Mancher Krieg ware unterblieben, wenn es dieses ,,unnutze Gesind" nicht gabe.[75]

Titelruckseite des Kriegsbuchleins des Friedens, Ausgabe Augsburg 1539. Holzschnitt mit Burgern und Rittern vor einem Zelt im Kriegslager. Kopie einer Illustration von Hans Weiditz.

Im Krieg sieht Franck die schlimmste aller Torheiten. Er verwirft militarische Gewalt generell als fur wahre Christen unzulassigen Weg. Uber Soldaten, die ihre Heimat verteidigen, masst er sich kein Urteil an, doch weist er darauf hin, dass der Friedensweg immer sicherer sei und dass zu seiner Zeit ein christlicher Krieg so selten sei wie Storche im Winter.[76] Mit seiner Polemik gegen das Blutvergiessen will er Gleichgesinnte bestarken.[77] Ein Pazifist im Sinne einer Friedensbewegung ist er aber nicht, denn er glaubt nicht an das Ziel eines kunftigen Weltfriedens. Eine allgemeine Achtung des Krieges halt er fur utopisch. Nach seiner Einschatzung wird sich an dem Unrechtsregime der Herrschenden und an der gewaltsamen Austragung politischer Konflikte niemals etwas grundsatzlich andern, da das politische Geschaft seiner Natur nach teuflisch ist. Man kann - so Franck - den Krieg nicht durch sein Gegenteil, den Frieden, bekriegen und vertreiben. Erreichbar ist nur, dass einzelne Menschen das Wesen der Gewalt durchschauen und sich dann konsequent davon abwenden. An dieses Publikum wendet sich Francks Publizistik.[78]

Als Symbol fur die Fragwurdigkeit der weltlichen Obrigkeit betrachtet Franck, Uberlegungen des Erasmus aufgreifend, den Adler als Wappentier der Kaiser und Fursten. Charakteristisch fur diesen Vogel sei, dass er weder von Natur aus zahm sei noch wie etwa der Falke gezahmt werden konne. Der Adler sei blutgierig und hasse den Frieden. Man sehe seiner Gestalt an, dass er dazu geboren sei, zu rauben, zu morden und zu streiten. Dass die Herrscher gerade diesen Raubvogel in ihren Wappen zu fuhren pflegen, halt Franck fur sehr bedeutsam. Er sieht darin ein Zeichen fur das wahre Wesen der Machthaber, die sich - wie er spottisch bemerkt - als sanftmutige, ganz uneigennutzige Forderer des Gemeinwohls ausgeben. In Wirklichkeit finde man in den Chroniken kaum einen oder zwei, die tatsachlich einer solchen Selbstdarstellung entsprachen.[79]

Trotz seiner scharfen Kritik am Verhalten der Herrscher halt Franck die Monarchie fur vernunftig und notwendig. Er meint, sie verhindere das Elend anarchischer Verhaltnisse und sei daher ein kleineres Ubel als die Dummheit und Unmenschlichkeit des entfesselten Pobels, die er oft anprangert. Das Kaisertum betrachtet er als weltliche Institution, das Gottesgnadentum lehnt er ab. Die Wahlmonarchie zieht er der Erbfolge vor. Uberhaupt verwirft er das Prinzip der Erblichkeit von Machtstellungen und damit die Existenzgrundlage des Adels. Dem Herrschaftsanspruch des Adels fehle eine Begrundung, da Herrschertugenden nicht vererbt wurden. Ausserdem brandmarkt Franck die unter den Adligen verbreitete Rohheit und Gewalttatigkeit.[80] Beifallig aussert er sich hingegen uber den Defensor pacis des Marsilius von Padua, eine gegen Willkurherrschaft gerichtete Schrift.[81]

Zu den wenigen Herrschern, die Franck gunstig beurteilt, zahlen Ludwig der Bayer, den er als Widersacher des Papstes schatzt, und Kaiser Friedrich III., dessen Friedensliebe er lobt. Ein vernichtendes Urteil fallt er hingegen uber Karl den Grossen, der durch seine Kaiserkronung das Reich dem Papsttum ausgeliefert habe, und uber die Karolinger. Wenig halt Franck von dem zu seinen Lebzeiten regierenden Kaiser Karl V., dessen Prunkentfaltung er tadelt und dem er unter anderem die Plunderung Roms durch Landsknechte im Sacco di Roma verubelt. Die Italienpolitik der romisch-deutschen Kaiser lehnt er grundsatzlich als Irrweg ab. Besonders verwerflich erscheint ihm die Verknupfung von politischer Macht und religioser Autoritat in der islamischen Welt.[82]

Aus Francks allgemeinen Uberzeugungen ergibt sich fur ihn auch eine scharfe Ablehnung der gewaltsamen Christianisierung der Sachsen durch Karl den Grossen. Den heidnischen Sachsen halt er zugute, dass sie keine Bilder von ihren Gottern angefertigt hatten, da sie erkannt hatten, dass sich die unbegreifliche Gottheit nicht abbilden lasse. Solche Heiden sind aus Francks Sicht gewissermassen ,,christlicher" als Christen, die Bilderverehrung betreiben.[83]

Widerstand und Gewaltlosigkeit

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Das Unheil sieht Franck grundsatzlich in der Gewalt als solcher. Es geht ihm nicht um die Frage, wer zur Gewaltanwendung legitimiert ist. Daher verwirft er auch die Gegengewalt der Unterdruckten, die sich durch Aufruhr zur Wehr setzen, wie etwa im Bauernkrieg. Gegen bewaffneten Widerstand wendet er ein, Gegengewalt fuhre zu noch schlimmeren Verhaltnissen als die vorherige Unterdruckung, wie der Ausgang des Bauernkriegs zeige. Die Lage der Bauern habe sich durch den Aufstand dramatisch verschlechtert. Tyrannei bewirke Aufruhr und dieser wiederum eine noch hartere Tyrannei. Die Aufgabe des Einzelnen sieht Franck darin, die Despotie und das Elend des Krieges als Gelegenheit zur Erkenntnis aufzufassen und das eigene Leben entsprechend auszurichten, somit selbst kein Unrecht zu begehen. Damit solle man die Lehre aus dem Geschichtsverlauf oder auch aus dem eigenen Schicksal ziehen.[84] Die Belehrung durch leidvolle Erfahrung entspreche dem Willen Gottes, denn sie sei das Mittel, mit dem manche verblendete Menschen zur Einsicht gebracht werden konnten. Allerdings verfehle sogar dieses drastische Mittel meist seinen Zweck, denn die meisten Menschen seien storrisch und kaum belehrbar.[85]

Francks Geschichtsverstandnis schliesst eine Optimierung der politischen Verhaltnisse im Sinne der Verwirklichung eines Staats- und Gesellschaftsideals aus. Die Reformation halt er fur gescheitert, eine wirklich christliche Gesellschaft fur unmoglich. Mit sarkastischer Scharfe verurteilt er den im Tauferreich von Munster unternommenen Versuch, gewaltsam ein Gottesreich auf Erden mit Gutergemeinschaft einzufuhren, und weist auf die katastrophalen Folgen hin.[86]

In der Frage der Gehorsamspflicht gegenuber einer tyrannischen Obrigkeit, die Frevelhaftes anordnet, setzt sich Franck mit den Ansichten Luthers und des spatmittelalterlichen Theologen Johann Wessel (Gansfort) auseinander. Fur Wessel gibt es in solchen Fallen nicht nur ein Recht zum aktiven Widerstand, sondern er halt den Tyrannensturz sogar fur eine naturrechtlich begrundete Aufgabe. Auf jeden Fall fordert Wessel Gehorsamsverweigerung bei unmoralischen Befehlen, da man sonst zum Komplizen werde. Luther vertritt zwar eine Pflicht zur Gehorsamsverweigerung bei frevelhaften Befehlen, halt aber Teilnahme an einem moglicherweise unrechtmassigen Krieg nicht fur absolut unzulassig, sondern lasst dort den Soldaten einen Ermessensspielraum. Die Beteiligung an einem gerechten Verteidigungskrieg betrachtet er sogar als Pflicht. Franck widerspricht Wessel hinsichtlich des aktiven Widerstands, den er grundsatzlich ablehnt, und Luther hinsichtlich des passiven Widerstands, den er strenger einfordert. Im Gegensatz zu Luther halt er die Gehorsamspflicht fur automatisch erloschen, sobald eine Obrigkeit kriegerische Massnahmen ergreift. Falls der Krieg mutwillig angefacht wurde, nimmt Franck eine unbedingte Pflicht zur Gehorsamsverweigerung an; wer sich an einem solchen Unternehmen beteilige, der sei selbst ein Tyrann, Morder und Rauber.[87]

Eine eigene Schule bildete Franck nicht, doch loste seine Lehre ein starkes Echo aus. Die zahlreichen Ausgaben seiner Schriften, die teils in mehrere Sprachen ubersetzt wurden, sorgten fur eine breite Rezeption.[88] Die Heftigkeit, mit der seine Thesen sowohl von katholischer als auch von protestantischer Seite verdammt und bekampft wurden, lasst die Starke der Ausstrahlung seines Gedankenguts erkennen.[89]

Die Stellungnahmen namhafter Zeitgenossen zu Francks Lehre waren fast einhellig ablehnend. Ihre Urteile waren abschatzig und meist von starker Feindseligkeit gepragt. Oft verband sich drastische Kritik an den Ansichten des Dissidenten mit personlicher Schmahung. Seine Hauptgegner waren bekannte und einflussreiche Autoren, die eine lebhafte publizistische Aktivitat entfalteten, wahrend seine Sympathisanten angesichts des obrigkeitlichen Missfallens Zuruckhaltung ubten.

Von katholischer Seite setzte schon bald nach dem Erscheinen der 1531 in Strassburg gedruckten Chronik scharfe Kritik ein. Erasmus, den die Berufung auf seine angeblich ,,ketzerischen" Ansichten in der Chronica in Verlegenheit gebracht hatte, beklagte sich in einem Schreiben vom 2. Marz 1532 an Martin Bucer uber Franck, der eine absurde Schrift verfasst habe. Uberdies sei dieser ,,Schwatzer" (nugo) so unverschamt gewesen, ihm, Erasmus, aus dem Strassburger Gefangnis - anscheinend eher aus einer Kneipe - einen selbstbewussten Brief zu schicken, statt sich zu entschuldigen.[90] Im April 1532 ausserte Albrecht von Brandenburg, der als Kardinal und Erzbischof von Mainz ein fuhrender Reprasentant des Katholizismus in Deutschland war, er habe die Chronica gelesen, sie sei ein sehr schadliches und boses Buch.[91] Der katholische Theologe Johannes Cochlaeus veroffentlichte 1533 zwei Abhandlungen, in denen er gegen einzelne Aussagen der Chronica polemisierte.[92] Eine Provinzialsynode der Kirchenprovinz Koln setzte die Chronica 1549 auf die Liste der verbotenen Bucher.[93]

Sehr feindselig waren auch die Stellungnahmen prominenter Reformatoren. Martin Luther nannte Franck in einer Tischrede von 1540 einen bosen, giftigen Buben.[94] Als der lutherische Theologe Johannes Freder 1545 die hochdeutsche Fassung seines Dialogus dem Ehestand zu Ehren veroffentlichte, in dem er Francks Sprichwortsammlung kritisierte, schrieb Luther dazu die Vorrede, in der er den drei Jahre zuvor verstorbenen Dissidenten ausfuhrlich und vehement angriff. Freder und Luther machten Franck fur die Frauenfeindlichkeit mancher der von ihm gesammelten Sprichworter verantwortlich. Luther beschrieb Franck als boses Lastermaul und Sakramentschander, der alles nur tadle und uber jeden gern das Argste schreibe und rede. Lustvoll wuhle er in Ungluck, Irrtum und Sunde der armen Menschen wie eine ,,unflatige Sau" im Dreck. Er sei eine schandliche Fliege, die sich erst auf den Kot und dann auf das Gesicht des Menschen setzen wolle. Das Interesse der Offentlichkeit an der Geschichte habe er genutzt, um als Chronist sein Gift unter den Honig und Zucker des historischen Stoffs zu mischen und so den grosstmoglichen Schaden anzurichten. Luther schloss mit dem Wunsch, dass Christus den ,,Beelzebub Francken" zerstoren moge.[95]

Heftig polemisierte auch Martin Bucer, einer der prominentesten Theologen der Reformation, gegen Franck. Ihn storte insbesondere die Ablehnung der kirchlichen Ordnung und der Aufsicht der Obrigkeit uber das Kirchenwesen. Bucer schrieb 1535, Franck uberschutte die Welt mit seinen Irrtumern, die er unter prachtigen Titeln als gewisseste Wahrheit verkaufe. Er habe viel Falsches und Boses eingefuhrt und verspotte heilige, gottesfurchtige Lehrer und Kaiser. Der Druck seiner Chronik sei nur erlaubt worden, weil er die Strassburger Zensur belogen habe.[96]

Der lutherische Superintendent in Magdeburg, Nikolaus von Amsdorf, wandte sich in einer 1535 gedruckten Schrift gegen die Unterscheidung des buchstablichen und des geistlichen Sinns der Bibel, die Franck, ,,gar ein grober und ungelehrter Geselle", in seiner Kritik an Luthers Abendmahlslehre vertreten habe.[97]

In Ulm kampfte Martin Frecht in den 1530er Jahren mit grossem Eifer gegen Francks Gedankengut. Er brachte unter anderem vor, Franck bringe taglich ,,unverschamt und frech" seine Bucher unter das Publikum, um das Ansehen, das er ,,bei dem gemeinen Pobel" erlangt habe, zu bewahren.[98]

Im Marz 1540 tagte in Schmalkalden eine Gruppe von angesehenen protestantischen Theologen, die ein Verdammungsurteil uber Schwenckfeld und Franck fallte und ihrem Verdikt durch eine gemeinsame Erklarung Gewicht verlieh. Die zwolf Unterzeichner waren Nikolaus von Amsdorf, Martin Bucer, Johannes Bugenhagen, Anton Corvinus, Caspar Cruciger der Altere, Justus Jonas der Altere, Johannes Kymaeus, Johannes Lening, Philipp Melanchthon, Balthasar Raid, Nikolaus Scheubel und Johannes Timan. Der lateinische Text des Gutachtens stammt von Melanchthon. Das Schriftstuck verurteilt Schwenckfeld, Franck und ,,einige andere Umherstreicher", die das Volk ,,von der richtig bestellten Kirchengemeinschaft abfuhren", in der ,,die Lehre des Evangeliums richtig und rein ubermittelt wird". Durch die Frechheit dieser ,,fanatischen und hochmutigen Heuchler", welche die Wirksamkeit des Predigtamtes leugneten, werde Gott zweifellos schwer beleidigt. Franck habe ein Blendwerk von Wortgefechten hervorgebracht. Er habe die Glaubigen der einen (protestantischen) Kirche, die allein die Braut Christi sei, das Evangelium richtig lehre und die Sakramente richtig verwalte, mit den ,,Papisten" (Katholiken) auf dieselbe Ebene gestellt.[99]

In den Kreisen von Francks protestantischen Gegnern wurden Geruchte uber sein Privatleben verbreitet. Schon 1538 spielte Frecht darauf an und bemerkte dazu, er wolle daruber nicht urteilen. Melanchthon behauptete in den 1550er Jahren, Franck sei ein Ehebrecher und Hurer gewesen, er habe ,,Gulden gemacht" und sei dann davongelaufen.[100]

Eine Ausnahme von der allgemeinen Verurteilung Francks bildete der Humanist Sebastian Castellio (1515-1563), der 1554 eine Anthologie von Aussagen gegen die Ketzerverfolgung herausbrachte und dabei die Strassburger Chronica ausfuhrlich zitierte. Allerdings nannte Castellio den Urheber der zitierten Texte vorsichtshalber nicht namentlich, sondern gab nur ein Pseudonym an.[101]

Johannes Calvin erwahnte 1562 die ,,Traume eines Phantasten namens Sebastian Franck", der als hirnlos bekannt sei.[102]

In den Niederlanden fanden Francks Ideen bei Freigeistern viel Anklang. Dort erschienen in der zweiten Halfte des 16. Jahrhunderts und im fruhen 17. Jahrhundert zahlreiche Ausgaben niederlandischer Ubersetzungen von Werken des deutschen Dissidenten, darunter die 1611 und 1617 in Gouda gedruckte Schrift Van het rycke Christi (Vom Reich Christi), die uberhaupt nur in der niederlandischen Fassung uberliefert ist. Diese Drucke zeugen von der anhaltenden Aktivitat einer Stromung, deren Vertreter von calvinistischer Seite abschatzig als ,,Franckisten" oder ,,Franckonisten" bezeichnet wurden. Der bekannteste ,,Franckist" war Dirck Volkertszoon Coornhert (1522-1590). Ein fuhrender calvinistischer Kritiker war Philips van Marnix (1540-1598), der 1595 und 1598 zwei Traktate gegen niederlandische Libertins publizierte. Als die beiden Haupturheber des von ihm bekampften Gedankenguts betrachtete er den niederlandischen Taufer David Joris und Franck. Marnix forderte den Einsatz staatlicher Gewalt, mit der die Dissidenten zum Schweigen gebracht werden sollten.[103]

Die Kunsthistoriker Jurgen Muller und Thomas Schauerte haben in ihren Buchern uber Pieter Bruegel d. A. auf eine innere, geistige Verbindung zwischen Franck und Bruegel hingewiesen. Der niederlandische Maler habe sich zu seinen zeit- und kirchenkritischen Gemalden durch Franck inspirieren lassen. Prominente Beispiele sind ,,Der Kampf zwischen Karneval und Fasten", ,,Die niederlandischen Sprichworter" sowie die ,,Kinderspiele". Diese Gemalde erzahlten von verfehlter Gottessuche.[104] Eine personliche Begegnung zwischen Franck und Bruegel ist nicht nachgewiesen.

Francks Sprichwortsammlung erzielte ab den 1540er Jahren einen grossen Verkaufserfolg. Es erschienen viele Nachdrucke einer bearbeiteten und benutzerfreundlicher gestalteten Ausgabe von 1548. Im 17. Jahrhundert diente das Werk als Materialbasis fur neue Spruchsammlungen. Auch fur rhetorische Zwecke wurde es verwertet. Unter sprachgeschichtlichem Gesichtspunkt wurde Franck als Forderer und Pfleger der deutschen Sprache gewurdigt.[105]

Im 18. Jahrhundert fand der theologische Streit um Franck wenig Beachtung. Lutherische Gegner seiner Lehren wie Valentin Ernst Loscher und Gustav Georg Zeltner zahlten ihn zur Gattung der ,,Fanatiker". Im katholischen Bereich blieb er weitgehend unerwahnt.[106]

Die erste Dissertation uber Franck und seine Lehre verfasste der Lutheraner und spatere Konigsberger Theologieprofessor Samuel Gottlieb Wald. Er wurde mit dieser Arbeit, in der er Franck als Vorlaufer Immanuel Kants darstellte, 1793 an der Universitat Erlangen promoviert.[107]

Buste Francks auf der Sebastian-Franck-Brucke in Donauworth

In der Forschung dominieren seit dem 19. Jahrhundert positive, teils von Bewunderung gepragte Einschatzungen der Personlichkeit und Leistung Francks. Oft wird sein Denken als zukunftsweisend und gleichsam ,,modern" beschrieben. Mit der Autoritats- und Bibelkritik, dem Antidogmatismus und der weitreichenden Toleranzforderung habe er Impulse gesetzt, die ihrer Zeit weit voraus gewesen seien. Er sei ein Vorlaufer der Aufklarung. Auch mit seinem Pazifismus und dem Konzept der Gewissensautonomie erscheint Franck als Vorlaufer moderner Ideen. Manche Forscher zahlen ihn zu den Reprasentanten einer ,,dritten Kraft", einer Reformstromung, die in der ersten Halfte des 16. Jahrhunderts vergeblich versucht habe, Europa vor den verheerenden Folgen der konfessionellen Aufspaltung zu retten. Ausserdem wird er als bedeutender Volksschriftsteller und Wissensvermittler gewurdigt. Allerdings wird ihm mitunter Pessimismus, zersetzende Kritik, Wirklichkeitsfremdheit und das Fehlen eines konsequent ausgearbeiteten Systems vorgeworfen.[108]

Anerkennung findet die literarische Qualitat der Werke; Franck gilt als einer der uberragenden Prosaschriftsteller der Reformationszeit.[109] Laut der Einschatzung von Johannes Bolte ist seine Sprache klar und kraftvoll, und er hat den Vergleich mit Luther, dem ,,grossten Prosaisten seiner Zeit", nicht zu scheuen.[110] Nach dem Urteil des Dresdner Philosophiehistorikers Siegfried Wollgast ist Franck ,,ein uberragender Meister der deutschen Sprache",[111] und Christoph Dejung befindet, er schreibe ,,die beste deutsche Prosa der Zeit neben Luther".[112] In neuerer Zeit richtet sich ein besonderes Interesse auf die ,,medialen" Aspekte der Schriften Francks: Kompilations- und Aufbereitungsmethoden, Kompositions- und Vermittlungstechnik.[113]

19. Jahrhundert

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In den 1840er Jahren machte sich eine Interpretationsrichtung geltend, die in Franck einen Vorlaufer von Ludwig Feuerbach sah, da er wie dieser die Lehre von Gott als eine durchaus subjektive aufgefasst habe. Dieser Ansicht waren der Historiker Karl Hagen, der in der Frankfurter Nationalversammlung ein Vertreter der Linken war, und der Philosoph Moritz Carriere.[114]

Der Bonner Philologe Franz Weinkauff schrieb den Artikel uber Franck in der Allgemeinen Deutschen Biographie, der 1877 erschien. Weinkauff wurdigte den radikalreformatorischen Schriftsteller als ,,achten freien Protestanten", der als ,,makelloser Charakter und geistreicher Selbstdenker" seinen Uberzeugungen konsequent gefolgt sei. Als volkstumlicher Schriftsteller habe er fur eine breitere Leserschaft Handbucher in musterhaftem Deutsch verfasst und sei ,,dem Dunkel der Gelehrten und dem Fanatismus der Parteien" entgegengetreten. Seine Gegner hatten ihn bosartig angegriffen und verleumdet.[115]

Der Tubinger Kirchenhistoriker Alfred Hegler stellte 1892 in seiner Studie Geist und Schrift bei Sebastian Franck den Gegensatz zwischen Geist und Schrift (Bibeltext) als Kernelement des reformatorischen Spiritualismus dar. Er betonte Francks zentrale Stellung hinsichtlich der Ideenentwicklung innerhalb der radikalen Reformbewegungen. Kritisch merkte er an, Franck habe ,,die geschichtliche und gemeinschaftsbildende Kraft des Christentums verkannt".[116] Hegler verfasste auch den ausfuhrlichen biographischen Artikel in der 3. Auflage der Realencyklopadie fur protestantische Theologie und Kirche, der 1899 erschien. Er sah in Franck einen Pantheisten, ein ,,Mittelglied zwischen der Philosophie der alteren Renaissance und den Anfangen der pantheistischen Spekulation der Neuzeit". In vielem sei Franck ,,der erste Typus des modernen Litteraten". Ein tiefer Denker sei er nicht gewesen, aber ein Schriftsteller von grosser Begabung, ,,immer lebendig, kraftvoll, anschaulich schreibend", eine Personlichkeit, ,,in der sich in gewisser Hinsicht mehr moderne Empfindung ankundigt, als in den Reformatoren".[117]

Der Philosoph Wilhelm Dilthey behandelte Franck eingehend in einem 1891/1892 publizierten Aufsatz. Dilthey befand, Franck sei ein ,,wahrhaft genialer Denker und Schriftsteller" und ein Panentheist gewesen. Er habe die spiritualistische Richtung der deutschen Reformationsbewegung mit einer ruhigen Klarheit durchgefuhrt, ,,die den Sektenhauptern fehlte". In Francks Lehre werde Christus mit dem allen Menschen gemeinsamen ,,Licht der Natur" und mit der Vernunft gleichgesetzt und Adam mit der Selbstsucht im Menschen. Der unsichtbare Christus sei demnach nichts als die ,,gottlich immanente moralische Anlage des Menschen". Aus diesem Konzept ergebe sich eine totale Umdeutung der Rechtfertigungslehre; die Rechtfertigung werde zu einem subjektiven Bewusstseinsvorgang. Franck habe aus seinen Annahmen Konsequenzen abgeleitet, durch die er ,,Vorlaufer oder Begrunder der modernen Religionsphilosophie" geworden sei: ,,In hundert Rinnsalen fliessen die Ideen Franck's der modernen Zeit entgegen."[118]

20. und 21. Jahrhundert

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Der Theologe, Philosoph und Historiker Ernst Troeltsch stellte 1912 fest, die Verwandtschaft von Francks Ideen mit der modernen Religionsphilosophie sei offenkundig, doch habe Dilthey zu stark modernisiert und den Zusammenhang mit der mittelalterlichen Mystik zu wenig betont. Troeltsch sah in Franck ,,einen der edelsten und freiesten Geister" der damaligen Zeit, der als ,,literarischer Prophet der alleinigen Erlosungskraft des Geistes und des inneren Wortes" gelebt habe. Er habe einen kultlosen Individualismus und mystischen Immanenzgedanken vertreten, der nun ,,den Beifall der Modernen" finde.[119]

Ganz anders urteilte der Kirchenhistoriker Karl Holl 1923 uber den ,,heute stark uberschatzten, weil offenbar nur wenig gelesenen" Franck. Dieser habe in hohem Masse von dem aus Buchern Aufgelesenen gelebt. Sein Einfluss sei grosstenteils darauf zuruckzufuhren, dass seine Schriften wegen ihrer Vielseitigkeit und untheologischen Art relativ unterhaltsam seien. Da er die Tragik jeder Gemeinschaftsgrundung tief empfunden habe, sei er fur eine unsichtbare Kirche eingetreten, von der er alles abgestreift habe, was eine Gemeinschaft bedeute. Demgemass sei bei ihm ein ,,fast volliges Zurucktreten des sozialen Sinns" festzustellen. Holl warf Franck mangelndes Verstandnis fur die aufstandischen Bauern vor; in seiner ablehnenden Stellungnahme zum Aufruhr liege ,,ein gutes Stuck Menschenverachtung".[120]

Eine ausfuhrliche kritische Auseinandersetzung mit Francks Geschichtsbild bot der Historiker Rudolf Stadelmann 1929 in seiner Habilitationsschrift. Stadelmann befand, der Protestantismus habe einen scharfen Trennungsstrich zwischen sich und dem von Franck reprasentierten ,,Geist der Verneinung" gezogen. Franck habe als Pessimist die menschliche Gesellschaft prinzipiell verachtet und sich damit gegen den Optimismus des Luthertums gestellt, der nach Stadelmanns Worten ,,zu den allertiefsten Kraftquellen der lutherischen Personlichkeit gehort". Die Geschichtstheorie Francks weise zwar ,,einen genialen Duktus" auf und habe ,,eine grossartige dramatische Bewegtheit und tragischen Ernst", doch bestreite er den Fortschritt und beschranke sich auf ein eintoniges Beklagen von Ubelstanden. Der Nihilismus seiner Geschichtsverachtung sei ,,letzten Endes durchaus ahistorisch".[121]

Positiv beurteilte der Philosoph Ernst Bloch 1936 Francks Position zum sozialen Konflikt, wobei er sich auf sozialkritische Ausserungen in den Paradoxa berief. Er hielt den fruhneuzeitlichen Dissidenten fur einen Vorlaufer seiner eigenen Richtung und nannte ihn ,,einen grossen Freund" und einen ,,der echtesten Bekenntnischristen gegen die Schinder und Morder". Franck sei zwar von den Massen distanziert gewesen, aber zeitlebens ein Verehrer Thomas Muntzers geblieben. Der Ausgang des Bauernkriegs habe ihn tief niedergedruckt, daher seien seine Bucher voll Verzweiflung uber die ,,Welt", die er in einem starren Gegensatz zum Reich der Freiheit und Bruderlichkeit gesehen habe.[122]

An ein breites fachfremdes Publikum wandte sich 1943 der Schriftsteller Will-Erich Peuckert mit seiner umfangreichen Biographie Sebastian Franck. Ein deutscher Sucher. Er pries Francks ,,Treue zu dem fur recht Erkannten und die unerbittliche klare Konsequenz des Denkens". Es sei ihm gelungen, in einer Zeitenwende, als die alten Werte bruchig wurden, vor dem Neuen gultig zu bestehen. Darin liege sein dauerhafter Ruhm.[123]

Der Philosophiehistoriker Wilhelm Nestle bezeichnete Franck 1947 als bedeutenden Kopf, der Luther an Spannweite des Geistes und Folgerichtigkeit des Denkens uberlegen sei. Franck sei der wirkliche Humanist unter den reformatorischen Personlichkeiten ,,im Sinn der Erkenntnis, dass das Menschliche dem Christlichen uberlegen ist". Er erscheine als Vorbote der Toleranzidee der Aufklarung und zeichne sich durch einen freien, ,,allem Menschlichen offenstehenden" Geist aus. Da er seiner Zeit geistig voraus gewesen sei, sei er zu seinen Lebzeiten vielfach unverstanden geblieben.[124]

Der Theologe Eberhard Teufel, der schon 1940 eine ausfuhrliche Forschungsubersicht geboten hatte,[125] veroffentlichte 1954 eine Franck-Biographie, in der er auch das Nachleben behandelte. Er beschrieb Franck als ,,faustischen Menschen", der von allen Parteien in die Einsamkeit abgeruckt sei; er sei ,,der Unbehauste, Heimatlose" geworden, ,,uberall bekampft und ausgestossen".[126]

Der Religionswissenschaftler Kurt Goldammer wies 1956 darauf hin, dass Franck in seiner ,,geradezu antimonarchistischen, kaiser-, fursten- und reichsfeindlichen Kritik der politischen Zustande" Tone angeschlagen habe, ,,die man in dieser Zeit nicht fur moglich halten sollte". Sein ,,erbarmungsloser Versuch der Demaskierung" habe auf die Zeitgenossen ausgesprochen nihilistisch wirken mussen. Als Analytiker habe er den historischen Scherbenhaufen durchsucht und viele interessante Teilstucke herausgelesen, ohne sie zu etwas Einheitlichem und Sinnvollem zusammenfugen zu konnen. Man konne den Autor der Paradoxa ,,den Mann der ungelosten Antithese, den dialektischen Denker ohne Synthesis" nennen.[127]

Der Kulturhistoriker Friedrich Heer lobte 1959 die Leistung Francks, als erster den ,,Fluchnamen ,Ketzer'" zum Heilsnamen und Ehrennamen erhoben zu haben. Der gegen Franck von ,,Konfessionschristen" erhobene Vorwurf des Relativismus sei unberechtigt, denn er sei kein Relativist, wohl aber Relationist gewesen: Er habe ,,die Beziehungen, die Interdependenzen in allen geschichtlichen Gebilden, Religionen, Ideen" erkannt und sich bemuht, ,,den Konfessionen den Giftzahn zu ziehen". Mit seiner Auflosung des dogmatischen Christentums sei er ganz nah an die Fruhaufklarung herangekommen, und von ihm seien durch den Untergrund ,,breite Strome in das Europa des siebzehnten bis zwanzigsten Jahrhunderts" geflossen.[128]

Der in Dresden lehrende marxistische Philosophiehistoriker Siegfried Wollgast befand 1972, dass ,,bei Franck eindeutig Pantheismus vorliegt", was von den ,,burgerlichen Franckforschern" nicht zugegeben werde. Franck sei ,,die theoretisch profilierteste Figur nach dem Scheitern der fruhburgerlichen Revolution".[129]

Oft wird Franck in der Forschung zum ,,linken Flugel der Reformation" gezahlt. Unter diesem Begriff werden einige radikalreformatorische Denker und Stromungen zusammengefasst, die zum lutherischen Kirchenwesen in Opposition standen. Horst Weigelt legte 1972 eine Studie vor, in der er Franck als Reprasentanten des ,,linken Flugels" herausgriff und seine Auseinandersetzung mit der lutherischen Reformation untersuchte.[130]

Im Jahr 1992 begann unter der Leitung des Germanisten Hans-Gert Roloff eine kritische Gesamtausgabe der Werke Francks mit separaten Kommentarbanden zu erscheinen. Das Vorhaben wird an der Freien Universitat Berlin realisiert. Geplant sind sechzehn Bande. Bisher sind drei Textbande und ein Kommentarband herausgebracht worden.[131]

Seit dem spaten 20. Jahrhundert lasst sich ein verstarktes Forschungsinteresse erkennen. Es zeigt sich in einer Reihe von Monographien, darunter die Dissertationen von Christoph Dejung (1970/1980, uber Francks Geschichtsphilosophie),[132] Bruno Quast (1993, uber die Friedensethik),[133] Patrick Hayden-Roy (1994, eine Biographie Francks),[134] Andreas Wagner (2007, uber die gesellschaftliche Bedeutung von Francks Theologie aus sozialwissenschaftlicher Sicht),[135] Yvonne Dellsperger (2008, uber die Strassburger Chronik) und Vasily Arslanov (2017, uber die Arbeitsweise Francks als Historiker und den Zusammenhang zwischen seiner Geschichtsschreibung und seiner Kirchen- und Sektenkritik).[136] Ausserdem erschienen zwei Sammelbande: die Tagungsbeitrage eines ,,Arbeitsgesprachs" uber Franck in Wolfenbuttel (1993)[137] und eine Aufsatzsammlung anlasslich seines 500. Geburtstags (1999).[138]

Jean-Claude Colbus analysierte 2005 die Strassburger Chronica. Er sieht in Franck den Urheber eines ,,Gegenprojekts" zu den kirchlichen Projekten, die aus der Sicht des dissidenten Kritikers Gott nach dem Bilde des Menschen erschaffen und dann dieses Gotzenbild und damit sich selbst verehren. Das Gegenprojekt ist - so Colbus - die Formung des Menschen nach dem Bilde Gottes auf der Grundlage einer individuellen Beziehung zu dem pantheistisch aufgefassten Gott. Dabei erscheint der Mensch als Fragment des Gottlichen. Eine Voraussetzung fur den Erfolg des Gegenprojekts ist die Erlangung der Unparteilichkeit und der damit verbundenen Freiheit. Dadurch wird man Teil einer uberzeitlichen und uberraumlichen, strikt informellen Gemeinschaft. Colbus bezeichnet dies als einen Prozess der Hominisation (Menschwerdung). Er halt Francks individualistisches Gesellschaftskonzept fur den Ausgangspunkt einer neuen Epoche.[139]

Ausgaben und Kommentare

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  • Hans-Gert Roloff (Hrsg.): Sebastian Franck: Samtliche Werke. Kritische Ausgabe mit Kommentar. Peter Lang, Bern u. a. 1992-1993 und Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 2005 ff.
    • Band 1 (Editionsteil): Peter Klaus Knauer (Hrsg.): Fruhe Schriften. 1993, ISBN 3-906750-31-0 (enthalt: Diallage, Klagbrief, Chronica und Beschreibung der Turkei, Ein kunstlich hoflich Deklamation, Von dem greulichen Laster der Trunkenheit)
    • Band 1 (Kommentarteil): Christoph Dejung: Fruhe Schriften: Kommentar. 2005, ISBN 3-7728-2233-9.
    • Band 4: Peter Klaus Knauer (Hrsg.): Die vier Kronbuchlein. 1992, ISBN 3-261-04594-9.
    • Band 11: Peter Klaus Knauer (Hrsg.): Sprichworter. 1993, ISBN 3-906752-23-2.
  • Alfred Hegler (Hrsg.): Sebastian Francks lateinische Paraphrase der Deutschen Theologie und seine hollandisch erhaltenen Traktate. Schnurlen, Tubingen 1901 (kritische Teiledition der Paraphrase mit Untersuchung)
  • Johannes Bolte (Hrsg.): Zwei satirische Gedichte von Sebastian Franck. In: Sitzungsberichte der Preussischen Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse, 1925, S. 89-114 (Edition der Gedichte Sankt Pfennings Lobgesang und Die Gelehrten die Verkehrten)[140]
  • Sebastian Franck: Chronica. Strassburg 1531 (Erstausgabe) (Digitalisat)
  • Sebastian Franck: Chronica. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1969 (Nachdruck der Ausgabe Ulm 1536). Digitalisat dieser Ausgabe
  • Sebastian Franck: Weltbuch. Tubingen 1534 (Digitalisat)
  • Sebastian Franck: Paradoxa. Ulm 1534 (Digitalisat)
  • Sebastian Franck: Paradoxa. Herausgegeben und eingeleitet von Siegfried Wollgast. 2., neubearbeitete Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002608-1 (Ubertragung in modernes Deutsch)
  • Sebastian Franck: Die Guldin Arch. Augsburg 1538 (Digitalisat)
  • Sebastian Franck: Germaniae Chronicon. Augsburg 1538 (Digitalisat)
  • Sebastian Franck: Das verbuthschiert mit siben Sigeln verschlossen Buch. Minerva, Frankfurt am Main 1975, ISBN 3-86598-408-8 (Nachdruck der Ausgabe Augsburg 1539). Digitalisat dieser Ausgabe
  • Sebastian Franck: Schrifftliche vnd gantz grundtliche ausslegung des LXIIII. Psalm. Aupperle, Schwabisch Gmund 1957 (Faksimile der Ausgabe Strassburg 1539). Digitalisat dieser Ausgabe
  • Sebastian Franck: Kriegsbuchlein des Friedens. Augsburg 1539 (Digitalisat)
  • Sebastian Franck: Krieg Buchlin des Friedes. Olms, Hildesheim 1975, ISBN 3-487-05381-0 (Nachdruck der Ausgabe Frankfurt am Main 1550)
  • Sebastian Franck: Das Kriegbuchlin des Friedes. In: Siegfried Wollgast (Hrsg.): Zur Friedensidee in der Reformationszeit. Texte von Erasmus, Paracelsus, Franck. Akademie-Verlag, Berlin 1968, S. 63-278 (Ubertragung in modernes Deutsch)
  • Sebastian Franck: Brief an Johannes Campanus. In: Manfred Krebs, Hans Georg Rott (Hrsg.): Quellen zur Geschichte der Taufer. Band 7: Elsass, Teil 1: Stadt Strassburg 1522-1532. Mohn, Gutersloh 1959, S. 301-325 (Nr. 241; fruhneuhochdeutsche und niederlandische Ubersetzung des lateinischen Originaltextes des Briefs vom 4. Februar 1531)
  • Sebastian Franck: Brief an Johannes Campanus. In: Heinold Fast (Hrsg.): Der linke Flugel der Reformation. Carl Schunemann, Bremen 1962, S. 219-233 (Ubertragung in modernes Deutsch)

Ubersichtsdarstellungen

Gesamtdarstellung

  • Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World. A Biography of Sebastian Franck. Peter Lang, New York u. a. 1994, ISBN 0-8204-2083-2.

Aufsatzsammlungen

Untersuchungen zu einzelnen Themenbereichen

  • Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried". Modalitaten und Strategien der Popularisierung historischen Wissens bei Sebastian Franck (1499-1542). Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2017, ISBN 978-3-374-05065-9.
  • Christoph Dejung: Wahrheit und Haresie. Eine Untersuchung zur Geschichtsphilosophie bei Sebastian Franck. Samisdat, Zurich 1980 (Dissertation Universitat Zurich 1970)
  • Andreas Wagner: Das Falsche der Religionen bei Sebastian Franck. Zur gesellschaftlichen Bedeutung des Spiritualismus der radikalen Reformation. Berlin 2007 (Dissertation FU Berlin, online)
  • Horst Weigelt: Sebastian Franck und die lutherische Reformation. Mohn, Gutersloh 1972, ISBN 3-579-04304-8.

Untersuchungen zu einzelnen Werken

  • Jean-Claude Colbus: La Chronique de Sebastien Franck (1499-1542). Vision de l'histoire et image de l'homme. Peter Lang, Bern u. a. 2005, ISBN 3-03910-371-7 (Rezension von Vasily Arslanov)
  • Yvonne Dellsperger: Lebendige Historien und Erfahrungen. Studien zu Sebastian Francks ,,Chronica Zeitbuoch vnnd Geschichtbibell" (1531/1536). Erich Schmidt, Berlin 2008, ISBN 978-3-503-09837-8.
  • Ralph Hafner: Kompositionsprinzip und literarischer Sinngehalt von Sebastian Francks Florilegium Die Guldin Arch (1538). In: Euphorion 97, 2003, S. 349-378.
  • Albrecht Hagenlocher: Sebastian Francks ,Kriegbuchlin des Friedes'. In: Franz Josef Worstbrock (Hrsg.): Krieg und Frieden im Horizont des Renaissance-Humanismus. VCH, Weinheim 1986, ISBN 3-527-17014-6, S. 45-67.
  • Peter Klaus Knauer: Der Buchstabe lebt. Schreibstrategien bei Sebastian Franck (= Berliner Studien zur Germanistik. Band 2). Peter Lang, Bern u. a. 1993, ISBN 3-906751-56-2 (zu den Kronbuchlein)
  • Ulrich Meisser: Die Sprichwortersammlung Sebastian Francks von 1541. Rodopi, Amsterdam 1974, ISBN 90-6203-121-8.
  • Bruno Quast: Sebastian Francks ,Kriegbuchlin des Frides'. Studien zum radikalreformatorischen Spiritualismus. Francke, Tubingen/Basel 1993, ISBN 3-7720-2022-4.

Bibliographien

  • Christoph Dejung: Sebastian Franck. In: Andre Seguenny (Hrsg.): Bibliotheca dissidentium. Repertoire des non-conformistes religieux des seizieme et dix-septieme siecles. Band 7, Valentin Koerner, Baden-Baden 1986, ISBN 3-87320-106-2, S. 39-119.
  • Klaus Kaczerowsky: Sebastian Franck. Bibliographie. Verzeichnisse von Francks Werken, der von ihm gedruckten Bucher sowie der Sekundar-Literatur. Guido Pressler, Wiesbaden 1976, ISBN 3-87646-034-4 (enthalt bibliographische Angaben zu allen fruhneuzeitlichen Drucken)
Commons: Sebastian Franck - Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Sebastian Franck - Quellen und Volltexte
  1. | Die Umschrift bezeichnet Franck irrig als schlesischen Adligen (Verwechslung mit Kaspar Schwenckfeld), die Kleidung ist anachronistisch; siehe dazu Siegfried Wollgast: Vorwort. In: Siegfried Wollgast (Hrsg.): Beitrage zum 500. Geburtstag von Sebastian Franck (1499-1542). Berlin 1999, S. 7-12, hier: 11 f.
  2. | Jean-Claude Colbus: La Chronique de Sebastien Franck (1499-1542). Bern 2005, S. 13 f.; Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World, New York 1994, S. 3.
  3. | Jean-Claude Colbus: La Chronique de Sebastien Franck (1499-1542). Bern 2005, S. 15; Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World, New York 1994, S. 3 f.
  4. | Siehe dazu Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried". Leipzig 2017, S. 21 f.; Christoph Dejung: Wahrheit und Haresie, Zurich 1980, S. 93 f.; Andreas Wagner: Das Falsche der Religionen bei Sebastian Franck, Berlin 2007, S. 90-94 (online).
  5. | Jean-Claude Colbus: La Chronique de Sebastien Franck (1499-1542). Bern 2005, S. 16 f.; Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World, New York 1994, S. 4-6; Christoph Dejung: Wahrheit und Haresie, Zurich 1980, S. 94-96.
  6. | Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World. New York 1994, S. 6 f.; Christoph Dejung: Wahrheit und Haresie, Zurich 1980, S. 96 f.
  7. | Jean-Claude Colbus: La Chronique de Sebastien Franck (1499-1542). Bern 2005, S. 17-19; Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World, New York 1994, S. 8-12; Christoph Dejung: Wahrheit und Haresie, Zurich 1980, S. 100-105; Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried", Leipzig 2017, S. 22-27.
  8. | Siegfried Wollgast: Der deutsche Pantheismus im 16. Jahrhundert. Berlin 1972, S. 73-75; Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World, New York 1994, S. 10 f.; Christoph Dejung: Wahrheit und Haresie, Zurich 1980, S. 104, 108-113.
  9. | Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World. New York 1994, S. 11-17; Christoph Dejung: Wahrheit und Haresie, Zurich 1980, S. 105-108.
  10. | Zur Datierung siehe Peter Klaus Knauer (Hrsg.): Sebastian Franck: Samtliche Werke. Band 1: Fruhe Schriften, Bern 1993, S. 503 f.; Christoph Dejung: Sebastian Franck: Samtliche Werke, Band 1: Fruhe Schriften: Kommentar, Stuttgart-Bad Cannstatt 2005, S. 543-551, 594; Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried", Leipzig 2017, S. 43-45.
  11. | Jean-Claude Colbus: La Chronique de Sebastien Franck (1499-1542). Bern 2005, S. 20-24; Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World, New York 1994, S. 17-25.
  12. | Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World. New York 1994, S. 25-42; zur Datierung des Weggangs nach Strassburg S. 42 und Anm. 157.
  13. | Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World. New York 1994, S. 43-50; Klaus Deppermann: Sebastian Francks Strassburger Aufenthalt. In: Jan-Dirk Muller (Hrsg.): Sebastian Franck (1499-1542). Wiesbaden 1993, S. 103-118, hier: 103-108.
  14. | Klaus Deppermann: Sebastian Francks Strassburger Aufenthalt. In: Jan-Dirk Muller (Hrsg.): Sebastian Franck (1499-1542). Wiesbaden 1993, S. 103-118, hier: 109-111; Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World, New York 1994, S. 50-68.
  15. | Klaus Deppermann: Sebastian Francks Strassburger Aufenthalt. In: Jan-Dirk Muller (Hrsg.): Sebastian Franck (1499-1542). Wiesbaden 1993, S. 103-118, hier: 112-114; Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World, New York 1994, S. 68-96.
  16. | Christoph Dejung: Wahrheit und Haresie. Zurich 1980, S. 244 f.; Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World, New York 1994, S. 96-99.
  17. | Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World. New York 1994, S. 98-101.
  18. | Christoph Reske: Die Buchdrucker des 16. und 17. Jahrhunderts im deutschen Sprachgebiet. 2., uberarbeitete und erweiterte Auflage. Wiesbaden 2015, S. 1016 f.; Yvonne Dellsperger: Sebastian Franck und der Buchdruck. In: Michael Stolz, Adrian Mettauer (Hrsg.): Buchkultur im Mittelalter. Berlin 2005, S. 243-259, hier: 247 f.; Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World, New York 1994, S. 103-108; Christoph Dejung: Wahrheit und Haresie, Zurich 1980, S. 246-248.
  19. | Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World. New York 1994, S. 139-191; Eberhard Teufel: ,,Landraumig", Neustadt an der Aisch 1954, S. 54-86, zu Besserer S. 74 f.
  20. | Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World. New York 1994, S. 193.
  21. | Christoph Reske: Die Buchdrucker des 16. und 17. Jahrhunderts im deutschen Sprachgebiet. 2., uberarbeitete Auflage. Wiesbaden 2015, S. 82; Eberhard Teufel: ,,Landraumig", Neustadt an der Aisch 1954, S. 94-102.
  22. | Siehe dazu Christoph Dejung: Wahrheit und Haresie. Zurich 1980, S. 105-108; Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World, New York 1994, S. 11-17; Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried", Leipzig 2017, S. 28-43.
  23. | Siehe dazu Jean-Claude Colbus: La Chronique de Sebastien Franck (1499-1542). Bern 2005, S. 46-57.
  24. | Siehe zu diesem Werk Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried". Leipzig 2017, S. 57-93; Christoph Dejung: Sebastian Franck: Samtliche Werke, Band 1: Fruhe Schriften: Kommentar, Stuttgart-Bad Cannstatt 2005, S. 335-369.
  25. | Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried". Leipzig 2017, S. 43-49.
  26. | Siehe dazu Christoph Dejung: Sebastian Franck: Samtliche Werke. Band 1: Fruhe Schriften: Kommentar, Stuttgart-Bad Cannstatt 2005, S. 515-517.
  27. | Zu Francks Verhaltnis zur Schedelschen Chronik siehe Jean-Claude Colbus: Sebastien Franck et la Chronique de Nuremberg: une compilation selective entre lettre et esprit. In: Marie Couton u. a. (Hrsg.): Emprunt, plagiat, reecriture aux XVe, XVIe, XVIIe siecles, Clermont-Ferrand 2006, S. 267-288.
  28. | Eine Inhaltsubersicht bietet Simon L. Verheus: Zeugnis und Gericht. Nieuwkoop 1971, S. 8-24, eine ausfuhrliche Untersuchung Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried", Leipzig 2017, S. 95-268.
  29. | Joachim Knape: Geohistoriographie und Geoskopie bei Sebastian Franck und Sebastian Munster. In: Jan-Dirk Muller (Hrsg.): Sebastian Franck (1499-1542). Wiesbaden 1993, S. 239-271, hier: 239-243, 253.
  30. | Siehe dazu Manfred Kessler: Sebastian Franck aus Word als Ubersetzer unter den Bedingungen der Zensur. In: Zeitschrift des historischen Vereins fur Schwaben. Band 99, 2006, S. 7-30, hier: 19-30.
  31. | Siehe zu diesem Werk Siegfried Wollgast (Hrsg.): Sebastian Franck: Paradoxa. 2., neubearbeitete Auflage. Berlin 1995, S. XXIII-LIX (Einleitung).
  32. | Zur Bedeutung des Bildes siehe Stephan Waldhoff: Judentum als Metapher. In: Siegfried Wollgast (Hrsg.): Beitrage zum 500. Geburtstag von Sebastian Franck (1499-1542). Berlin 1999, S. 159-208, hier: 166-173.
  33. | Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World. New York 1994, S. 180-182.
  34. | Siehe dazu Christoph Dejung: Wahrheit und Haresie. Zurich 1980, S. 8-11.
  35. | Zu den Siegeln siehe Stephan Waldhoff: Judentum als Metapher. In: Siegfried Wollgast (Hrsg.): Beitrage zum 500. Geburtstag von Sebastian Franck (1499-1542). Berlin 1999, S. 159-208, hier: 184-195.
  36. | Siehe dazu Barbara Bauer: Die Philosophie des Sprichworts bei Sebastian Franck. In: Jan-Dirk Muller (Hrsg.): Sebastian Franck (1499-1542). Wiesbaden 1993, S. 181-221, hier: 181 f., 189-195, 217-221.
  37. | Siehe zu diesen Einflussen Siegfried Wollgast: Sebastian Francks theologisch-philosophische Auffassungen. Aspekte. In: Siegfried Wollgast (Hrsg.): Beitrage zum 500. Geburtstag von Sebastian Franck (1499-1542). Berlin 1999, S. 15-87, hier: 19-21, 51-63; Kristine Hannak: Geist=reiche Critik, Berlin 2013, S. 73-80, 88-98; Meinulf Barbers: Toleranz bei Sebastian Franck, Bonn 1964, S. 40-43, 49 f.; Ralph Hafner: Kompositionsprinzip und literarischer Sinngehalt von Sebastian Francks Florilegium Die Guldin Arch (1538). In: Euphorion. Band 97, 2003, S. 349-378, hier: 364-367.
  38. | Andre Seguenny: Franck, Sebastian. In: Theologische Realenzyklopadie. Band 11, Berlin 1983, S. 307-312, hier: 309; Siegfried Wollgast: Sebastian Francks theologisch-philosophische Auffassungen. Aspekte. In: Siegfried Wollgast (Hrsg.): Beitrage zum 500. Geburtstag von Sebastian Franck (1499-1542). Berlin 1999, S. 15-87, hier: 63-73.
  39. | Siehe dazu Christoph Dejung: Wahrheit und Haresie. Zurich 1980, S. 1-19.
  40. | Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried". Leipzig 2017, S. 169 f., 172-177.
  41. | Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried". Leipzig 2017, S. 180-182.
  42. | Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried". Leipzig 2017, S. 196 f.
  43. | Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried". Leipzig 2017, S. 205-207.
  44. | Zur grundsatzlichen Ablehnung des Kirchenwesens und aller Konfessionen siehe Horst Weigelt: Sebastian Franck und die lutherische Reformation. Gutersloh 1972, S. 34-46.
  45. | Horst Weigelt: Sebastian Franck und die lutherische Reformation. Gutersloh 1972, S. 23-33, 42-46, 51-56; Andre Seguenny: Franck, Sebastian. In: Theologische Realenzyklopadie. Band 11, Berlin 1983, S. 307-312, hier: 309-311; Jan-Dirk Muller: Zur Einfuhrung. Sebastian Franck: der Schreiber als Kompilator. In: Jan-Dirk Muller (Hrsg.): Sebastian Franck (1499-1542). Wiesbaden 1993, S. 13-38, hier: 24-27; Yvonne Dellsperger: Lebendige Historien und Erfahrungen, Berlin 2008, S. 112-116; Meinulf Barbers: Toleranz bei Sebastian Franck, Bonn 1964, S. 140-144, 162 f.
  46. | Priscilla Hayden-Roy: Hermeneutica gloriae vs. hermeneutica crucis. Sebastian Franck and Martin Luther on the Clarity of Scripture. In: Archiv fur Reformationsgeschichte 81, 1990, S. 50-68, hier: 51-58. Vgl. Steven E. Ozment: Mysticism and Dissent, New Haven/London 1973, S. 159-165.
  47. | Rudolf Kommoss: Sebastian Franck und Erasmus von Rotterdam. Berlin 1934, S. 47 f.
  48. | Sebastian Franck: Brief an Johannes Campanus. In: Manfred Krebs, Hans Georg Rott (Hrsg.): Quellen zur Geschichte der Taufer. Band 7: Elsass, Teil 1: Stadt Strassburg 1522-1532, Gutersloh 1959, S. 301-325, hier: 317 (deutsche Ubersetzung des verlorenen lateinischen Textes nach der Ausgabe von 1563).
  49. | Kuno Raber: Studien zur Geschichtsbibel Sebastian Francks, Basel 1952, S. 45-48; Meinulf Barbers: Toleranz bei Sebastian Franck, Bonn 1964, S. 113 f.
  50. | Meinulf Barbers: Toleranz bei Sebastian Franck. Bonn 1964, S. 122-131, 139; Horst Weigelt: Sebastian Franck und die lutherische Reformation, Gutersloh 1972, S. 34-38.
  51. | Andre Seguenny: Franck, Sebastian. In: Theologische Realenzyklopadie. Band 11, Berlin 1983, S. 307-312, hier: 310 f.; Horst Weigelt: Sebastian Franck und die lutherische Reformation, Gutersloh 1972, S. 46-48.
  52. | Sebastian Franck: Brief an Johannes Campanus. In: Manfred Krebs, Hans Georg Rott (Hrsg.): Quellen zur Geschichte der Taufer. Band 7: Elsass, Teil 1: Stadt Strassburg 1522-1532, Gutersloh 1959, S. 301-325, hier: 322.
  53. | Horst Weigelt: Sebastian Franck und die lutherische Reformation. Gutersloh 1972, S. 47-51; Otto Langer: Inneres Wort und inwohnender Christus. Zum mystischen Spiritualismus Sebastian Francks und seinen Implikationen. In: Jan-Dirk Muller (Hrsg.): Sebastian Franck (1499-1542). Wiesbaden 1993, S. 55-69, hier: 57-60; Sven Grosse: Fundamentalkommunikation - Luther, Karlstadt und Sebastian Franck im Disput uber die Medialitat der Bibel. In: Johanna Haberer, Berndt Hamm (Hrsg.): Medialitat, Unmittelbarkeit, Prasenz, Tubingen 2012, S. 99-116, hier: 106-110; Arnold Reimann: Sebastian Franck als Geschichtsphilosoph, Berlin 1921, S. 56-60.
  54. | Siegfried Wollgast: Sebastian Francks theologisch-philosophische Auffassungen. Aspekte. In: Siegfried Wollgast (Hrsg.): Beitrage zum 500. Geburtstag von Sebastian Franck (1499-1542). Berlin 1999, S. 15-87, hier: 82 f.
  55. | Yvonne Dellsperger: Lebendige Historien und Erfahrungen. Berlin 2008, S. 106-109; Bruno Quast: Sebastian Francks ,Kriegbuchlin des Frides', Tubingen/Basel 1993, S. 103-107.
  56. | Siehe dazu Otto Langer: Inneres Wort und inwohnender Christus. Zum mystischen Spiritualismus Sebastian Francks und seinen Implikationen. In: Jan-Dirk Muller (Hrsg.): Sebastian Franck (1499-1542). Wiesbaden 1993, S. 55-69, hier: 60-68; Andre Seguenny: Franck, Sebastian. In: Theologische Realenzyklopadie. Band 11, Berlin 1983, S. 307-312, hier: 310.
  57. | Sebastian Franck: Paradoxa 7 und 8.
  58. | Kuno Raber: Studien zur Geschichtsbibel Sebastian Francks. Basel 1952, S. 65.
  59. | Jean Lebeau: <> et la philosophie de l'histoire de Sebastian Franck. In: Bibliotheque d'Humanisme et Renaissance 33, 1971, S. 241-269, hier: 259-261; Ulrich Meisser: Die Sprichwortersammlung Sebastian Francks von 1541, Amsterdam 1974, S. 366-370, 422-425. Vgl. Paul Joachimsen: Zur inneren Entwicklung Sebastian Francks. In: Blatter fur Deutsche Philosophie. Band 2, 1928/29, S. 1-28, hier: 28; Kuno Raber: Studien zur Geschichtsbibel Sebastian Francks, Basel 1952, S. 48-53.
  60. | Sebastian Franck: Chronica. Strassburg 1531, S. a3v und a4v. Vgl. Steven E. Ozment: Sebastian Franck. Kritiker einer ,,neuen Scholastik". In: Hans-Jurgen Goertz (Hrsg.): Radikale Reformatoren, Munchen 1978, S. 201-209, hier: 203 f.; Jan-Dirk Muller: Zur Einfuhrung. Sebastian Franck: der Schreiber als Kompilator. In: Jan-Dirk Muller (Hrsg.): Sebastian Franck (1499-1542). Wiesbaden 1993, S. 13-38, hier: 34-38.
  61. | Sebastian Franck: Weltbuch. Tubingen 1534, Vorrede S. 2a.
  62. | Meinulf Barbers: Toleranz bei Sebastian Franck. Bonn 1964, S. 112-114; Yvonne Dellsperger: Lebendige Historien und Erfahrungen, Berlin 2008, S. 63-65; Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World, New York 1994, S. 69-72.
  63. | Sebastian Franck: Chronica. Ulm 1536, fol. 122v. Vgl. Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried". Leipzig 2017, S. 273 f.; Yvonne Dellsperger: Lebendige Historien und Erfahrungen, Berlin 2008, S. 37-45.
  64. | Sebastian Franck: Weltbuch. Tubingen 1534, Vorrede S. 4a.
  65. | Sebastian Franck: Chronica. Strassburg 1531, S. a1v.
  66. | Jan-Dirk Muller: Zur Einfuhrung. Sebastian Franck: der Schreiber als Kompilator. In: Jan-Dirk Muller (Hrsg.): Sebastian Franck (1499-1542). Wiesbaden 1993, S. 13-38, hier: 27-33; Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World, New York 1994, S. 69-72.
  67. | Sebastian Franck: Weltbuch. Tubingen 1534, Vorrede S. 3a. Vgl. Christoph Dejung: Geschichte lehrt Gelassenheit. In: Siegfried Wollgast (Hrsg.): Beitrage zum 500. Geburtstag von Sebastian Franck (1499-1542). Berlin 1999, S. 89-126, hier: 119.
  68. | Meinulf Barbers: Toleranz bei Sebastian Franck. Bonn 1964, S. 145-150.
  69. | Meinulf Barbers: Toleranz bei Sebastian Franck. Bonn 1964, S. 150-153.
  70. | Meinulf Barbers: Toleranz bei Sebastian Franck. Bonn 1964, S. 153-156.
  71. | Meinulf Barbers: Toleranz bei Sebastian Franck. Bonn 1964, S. 156.
  72. | Gertraud Zaepernick: Welt und Mensch bei Sebastian Franck. In: Pietismus und Neuzeit. Band 1, 1974, S. 9-24, hier: S. 17 f. und Anm. 15, 16.
  73. | Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried". Leipzig 2017, S. 189 f.; Kuno Raber: Studien zur Geschichtsbibel Sebastian Francks, Basel 1952, S. 9-12, 15, 22.
  74. | Kuno Raber: Studien zur Geschichtsbibel Sebastian Francks. Basel 1952, S. 12, 15 f., 21-23.
  75. | Sebastian Franck: Kriegsbuchlein des Friedens. Augsburg 1539, S. 2a-3a. Vgl. Jean-Claude Colbus: La Chronique de Sebastien Franck (1499-1542). Bern 2005, S. 378 f.
  76. | Sebastian Franck: Kriegsbuchlein des Friedens. Augsburg 1539, S. 3a.
  77. | Albrecht Hagenlocher: Sebastian Francks ,Kriegbuchlin des Friedes'. In: Franz Josef Worstbrock (Hrsg.): Krieg und Frieden im Horizont des Renaissance-Humanismus. Weinheim 1986, S. 45-67, hier: 58.
  78. | Stephan Waldhoff: Der Evangelist des gewappneten Moses. In: Zeitschrift fur Kirchengeschichte 107, 1996, S. 327-354, hier: 330-332; Bruno Quast: Sebastian Francks ,Kriegbuchlin des Frides', Tubingen/Basel 1993, S. 128; Kuno Raber: Studien zur Geschichtsbibel Sebastian Francks, Basel 1952, S. 21-23.
  79. | Wilhelm Kuhlmann: Staatsgefahrdende Allegorese. In: Literaturwissenschaftliches Jahrbuch. Band 24, 1983, S. 51-76, hier: 58-67; Yvonne Dellsperger: Lebendige Historien und Erfahrungen, Berlin 2008, S. 71-75; Kuno Raber: Studien zur Geschichtsbibel Sebastian Francks, Basel 1952, S. 12-15.
  80. | Andre Seguenny: Historia magistra vitae. In: Marijn de Kroon, Marc Lienhard (Hrsg.): Horizons europeens de la Reforme en Alsace, Strasbourg 1980, S. 107-118, hier: 113-115; Christoph Dejung: Wahrheit und Haresie, Zurich 1980, S. 132 f.; Yvonne Dellsperger: Lebendige Historien und Erfahrungen, Berlin 2008, S. 83 f.; Arnold Reimann: Sebastian Franck als Geschichtsphilosoph, Berlin 1921, S. 87 f.
  81. | Arnold Reimann: Sebastian Franck als Geschichtsphilosoph. Berlin 1921, S. 71.
  82. | Jean-Claude Colbus: La Chronique de Sebastien Franck (1499-1542). Bern 2005, S. 363, 400; Kuno Raber: Studien zur Geschichtsbibel Sebastian Francks, Basel 1952, S. 15-17, 24 f.; Arnold Reimann: Sebastian Franck als Geschichtsphilosoph, Berlin 1921, S. 71-73.
  83. | Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried". Leipzig 2017, S. 193-195.
  84. | Kuno Raber: Studien zur Geschichtsbibel Sebastian Francks. Basel 1952, S. 17-21. Vgl. zu Francks Haltung zum Bauernkrieg Siegfried Wollgast: Sebastian Francks theologisch-philosophische Auffassungen. Aspekte. In: Siegfried Wollgast (Hrsg.): Beitrage zum 500. Geburtstag von Sebastian Franck (1499-1542). Berlin 1999, S. 15-87, hier: 15 f.
  85. | Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried". Leipzig 2017, S. 273; Kuno Raber: Studien zur Geschichtsbibel Sebastian Francks, Basel 1952, S. 27.
  86. | Yvonne Dellsperger: Lebendige Historien und Erfahrungen. Berlin 2008, S. 91-95. Vgl. Robert Stupperich: Sebastian Franck und das munsterische Taufertum. In: Rudolf Vierhaus, Manfred Botzenhart (Hrsg.): Dauer und Wandel der Geschichte, Munster 1966, S. 144-162, hier: 157-162.
  87. | Bruno Quast: Sebastian Francks ,Kriegbuchlin des Frides'. Tubingen/Basel 1993, S. 107-112; Stephan Waldhoff: Der Evangelist des gewappneten Moses. In: Zeitschrift fur Kirchengeschichte. Band 107, 1996, S. 327-354, hier: 339; Albrecht Hagenlocher: Sebastian Francks ,Kriegbuchlin des Friedes'. In: Franz Josef Worstbrock (Hrsg.): Krieg und Frieden im Horizont des Renaissance-Humanismus. Weinheim 1986, S. 45-67, hier: 48-51.
  88. | Zur Verbreitung durch den Buchhandel nach Quellen der 1560er Jahre siehe Siegfried Wollgast: Der deutsche Pantheismus im 16. Jahrhundert, Berlin 1972, S. 251.
  89. | Siehe zu den Anfeindungen und zur Rezeption Christoph Dejung: Wahrheit und Haresie. Zurich 1980, S. 250-258; Andre Seguenny: Franck, Sebastian. In: Theologische Realenzyklopadie. Band 11, Berlin 1983, S. 307-312, hier: 308 f.
  90. | Percy Stafford Allen (Hrsg.): Opus epistolarum Des. Erasmi Roterodami, Band 9, Oxford 1938, S. 454.
  91. | Eberhard Teufel: ,,Landraumig". Neustadt an der Aisch 1954, S. 36.
  92. | Eberhard Teufel: ,,Landraumig". Neustadt an der Aisch 1954, S. 48 f.; Siegfried Wollgast: Der deutsche Pantheismus im 16. Jahrhundert, Berlin 1972, S. 85.
  93. | Siegfried Wollgast: Der deutsche Pantheismus im 16. Jahrhundert. Berlin 1972, S. 81 Anm. 53.
  94. | D. Martin Luthers Werke. Kritische Gesamtausgabe.Tischreden, Band 4, Weimar 1916, S. 594 f.
  95. | D. Martin Luthers Werke. Kritische Gesamtausgabe, Band 54, Weimar 1928, S. 171-175; vgl. S. 168-170 und Siegfried Wollgast: Der deutsche Pantheismus im 16. Jahrhundert, Berlin 1972, S. 110-112 sowie Eberhard Teufel: ,,Landraumig", Neustadt an der Aisch 1954, S. 97-99, 103-106.
  96. | Eberhard Teufel: ,,Landraumig". Neustadt an der Aisch 1954, S. 49-51. Vgl. Siegfried Wollgast: Der deutsche Pantheismus im 16. Jahrhundert. Berlin 1972, S. 82-85.
  97. | Eberhard Teufel: ,,Landraumig". Neustadt an der Aisch 1954, S. 51 f.
  98. | Eberhard Teufel: ,,Landraumig". Neustadt an der Aisch 1954, S. 81-84.
  99. | Eberhard Teufel: ,,Landraumig". Neustadt an der Aisch 1954, S. 89-94.
  100. | Eberhard Teufel: ,,Landraumig". Neustadt an der Aisch 1954, S. 82 f., 108; Siegfried Wollgast: Der deutsche Pantheismus im 16. Jahrhundert, Berlin 1972, S. 109.
  101. | Zu Castellio siehe Hans R. Guggisberg: Sebastian Franck und Sebastian Castellio. Ein Diskussionsbeitrag. In: Jan-Dirk Muller (Hrsg.): Sebastian Franck (1499-1542). Wiesbaden 1993, S. 293-302; Meinulf Barbers: Toleranz bei Sebastian Franck, Bonn 1964, S. 172-177.
  102. | Johannes Calvin: Response a un certain holandois. In: Mirjam van Veen (Hrsg.): Ioannis Calvini scripta didactica et polemica. Band 1, Genf 2005, S. 209-273, hier: 226.
  103. | Guillaume van Gemert: Zur Funktionalisierung Franckschen Gedankenguts in den Niederlanden. In: Siegfried Wollgast (Hrsg.): Beitrage zum 500. Geburtstag von Sebastian Franck (1499-1542). Berlin 1999, S. 209-247, hier: 212-219; Cornelis Augustijn, Theo Parmentier: Sebastian Franck in den nordlichen Niederlanden 1550 bis 1600. In: Jan-Dirk Muller (Hrsg.): Sebastian Franck (1499-1542). Wiesbaden 1993, S. 303-318; Mirjam van Veen (Hrsg.): Ioannis Calvini scripta didactica et polemica, Band 1, Genf 2005, S. 209-273, hier: 25 f.
  104. | Pieter Bruegel : das vollstandige Werk. sowie Bruegel - Samtliche Gemalde. Koln 2018 und 2020, ISBN 978-3-8365-5688-0, ISBN 978-3-8365-8093-9; s. a. die Sendung des Deutschlandfunks vom 24. Januar 2019 zum 450. Todestag von Pieter Bruegel dem Alteren, abgerufen am 10. Februar 2021.
  105. | Barbara Bauer: Die Philosophie des Sprichworts bei Sebastian Franck. In: Jan-Dirk Muller (Hrsg.): Sebastian Franck (1499-1542). Wiesbaden 1993, S. 181-221, hier: 183-187.
  106. | Eberhard Teufel: ,,Landraumig". Neustadt an der Aisch 1954, S. 116 f.; Siegfried Wollgast (Hrsg.): Beitrage zum 500. Geburtstag von Sebastian Franck (1499-1542), Berlin 1999, S. 8 f. (Vorwort). Vgl. Kristine Hannak: Geist=reiche Critik. Berlin 2013, S. 74 f.
  107. | Samuel Gottlieb Wald: De vita, scriptis et systemate mystico Sebastiani Franci. Erlangen 1793 (online).
  108. | Peter Klaus Knauer: Der Buchstabe lebt. Bern 1993, S. 7-16, 18-24. Vgl. Jan-Dirk Muller: Buchstabe, Geist, Subjekt: Zu einer fruhneuzeitlichen Problemfigur bei Sebastian Franck. In: Modern Language Notes. Band 106, 1991, S. 648-674, hier: 649.
  109. | Urteile uber die literarische Qualitat sind zusammengestellt bei Peter Klaus Knauer: Der Buchstabe lebt. Bern 1993, S. 16-18.
  110. | Johannes Bolte (Hrsg.): Zwei satirische Gedichte von Sebastian Franck. In: Sitzungsberichte der Preussischen Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse, 1925, S. 89-114, hier: 91.
  111. | Siegfried Wollgast (Hrsg.): Beitrage zum 500. Geburtstag von Sebastian Franck (1499-1542). Berlin 1999, S. 7 f. (Vorwort).
  112. | Christoph Dejung: Wahrheit und Haresie. Zurich 1980, S. 157.
  113. | Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried". Leipzig 2017, S. 13, 19.
  114. | Siegfried Wollgast: Der deutsche Pantheismus im 16. Jahrhundert. Berlin 1972, S. 35-37; Peter Klaus Knauer: Der Buchstabe lebt, Bern 1993, S. 4 f.
  115. | Franz Weinkauff: Franck: Sebastian F. In: Allgemeine Deutsche Biographie. Band 7, Leipzig 1877, S. 214-219.
  116. | Alfred Hegler: Geist und Schrift bei Sebastian Franck. Freiburg 1892, S. 288.
  117. | Alfred Hegler: Franck, Sebastian. In: Realencyklopadie fur protestantische Theologie und Kirche. 3., verbesserte Auflage. Band 6, Leipzig 1899, S. 142-150, hier: 149 f. Vgl. zu Hegler Siegfried Wollgast: Der deutsche Pantheismus im 16. Jahrhundert. Berlin 1972, S. 41-43.
  118. | Wilhelm Dilthey: Auffassung und Analyse des Menschen im 15. und 16. Jahrhundert. In: Archiv fur Geschichte der Philosophie. Band 5, 1892, S. 337-400, hier: 389-394.
  119. | Ernst Troeltsch: Die Soziallehren der christlichen Kirchen und Gruppen. Tubingen 1912, S. 886-888.
  120. | Karl Holl: Gesammelte Aufsatze zur Kirchengeschichte. Band 1, 2. und 3., vermehrte und verbesserte Auflage, Tubingen 1923, S. 435 f. und Anm. 3 und S. 459 f. Vgl. Eberhard Teufel: Die ,,Deutsche Theologie" und Sebastian Franck im Lichte der neueren Forschung. In: Theologische Rundschau 12, 1940, S. 99-129, hier: 116-119.
  121. | Rudolf Stadelmann: Vom Geist des ausgehenden Mittelalters. Halle/Saale 1929, S. 247-253.
  122. | Ernst Bloch: Aus Sebastian Francks ,,Paradoxa" (1936). In: Ernst Bloch: Philosophische Aufsatze zur objektiven Phantasie. Frankfurt am Main 1969, S. 65-72, hier: 65-67.
  123. | Will-Erich Peuckert: Sebastian Franck. Ein deutscher Sucher. Munchen 1943, S. 555-557.
  124. | Wilhelm Nestle: Die Krisis des Christentums. Stuttgart 1947, S. 86, 227 f.
  125. | Eberhard Teufel: Die ,,Deutsche Theologie" und Sebastian Franck im Lichte der neueren Forschung. In: Theologische Rundschau. Band 12, 1940, S. 99-129.
  126. | Eberhard Teufel: ,,Landraumig". Sebastian Franck, ein Wanderer an Donau, Rhein und Neckar. Neustadt an der Aisch 1954, S. 9.
  127. | Kurt Goldammer: Friedensidee und Toleranzgedanke bei Paracelsus und den Spiritualisten. II. Franck und Weigel. In: Archiv fur Reformationsgeschichte. Band 47, 1956, S. 180-211, hier: 184, 192.
  128. | Friedrich Heer: Die dritte Kraft. Frankfurt am Main 1959, S. 478, 480 f.
  129. | Siegfried Wollgast: Der deutsche Pantheismus im 16. Jahrhundert. Sebastian Franck und seine Wirkungen auf die Entwicklung der pantheistischen Philosophie in Deutschland. Berlin 1972, S. 11, 151.
  130. | Horst Weigelt: Sebastian Franck und die lutherische Reformation. Gutersloh 1972 (zum ,,linken Flugel" S. 11 f., 21).
  131. | Zu Einzelheiten siehe die Editionsankundigung in dem von Siegfried Wollgast herausgegebenen Band Beitrage zum 500. Geburtstag von Sebastian Franck (1499-1542), Berlin 1999, S. 255-259.
  132. | Christoph Dejung: Wahrheit und Haresie. Zurich 1980.
  133. | Bruno Quast: Sebastian Francks ,Kriegbuchlin des Frides'. Tubingen/Basel 1993.
  134. | Patrick Hayden-Roy: The Inner Word and the Outer World. New York 1994.
  135. | Andreas Wagner: Das Falsche der Religionen bei Sebastian Franck. Dissertation FU Berlin 2007 (online).
  136. | Vasily Arslanov: ,,Seliger Unfried". Leipzig 2017.
  137. | Jan-Dirk Muller (Hrsg.): Sebastian Franck (1499-1542). Wiesbaden 1993.
  138. | Siegfried Wollgast (Hrsg.): Beitrage zum 500. Geburtstag von Sebastian Franck (1499-1542). Berlin 1999.
  139. | Jean-Claude Colbus: La Chronique de Sebastien Franck (1499-1542). Bern 2005, S. 431-438, S. 441 und Anm. 3.
  140. | Fur das Gedicht uber die Gelehrten wird die Autorschaft Francks bezweifelt von Carlos Gilly: Uber zwei Sebastian Franck zugeschriebene Reimdichtungen. In: Jan-Dirk Muller (Hrsg.): Sebastian Franck (1499-1542). Wiesbaden 1993, S. 223-238.
Personendaten
NAME Franck, Sebastian
ALTERNATIVNAMEN Franck von Word, Sebastian; Francus Woerdensis, Sebastianus; Frei, Felix (Pseudonym); Wernstreyt, Friedrich (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Theologe, Schriftsteller, Publizist, Chronist, Geograph, Ubersetzer und Buchdrucker
GEBURTSDATUM 1499
GEBURTSORT Donauworth
STERBEDATUM 1542
STERBEORT Basel
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