Genoa Systems
| Genoa Systems
| |
|---|---|
| Rechtsform | Corporation |
| Grundung | 1984 |
| Auflosung | 1999/2000 (?) |
| Auflosungsgrund | Insolvenz |
| Sitz | San Jose, Kalifornien |
| Branche | Computer, Hardware |
| Website | |
Die Genoa Systems Corporation war ein US-amerikanischer Hersteller von Computerhardware mit Sitz in San Jose, Kalifornien. In den 1980er und 1990er Jahren war das Unternehmen vor allem ein namhafter Anbieter von Grafikadaptern.
In Erwartung eines schnell wachsenden Massenmarktes fur Internet-Dienstleistungen versuchte sich das Unternehmen ab 1998 vom Hardwarehersteller in einen Anbieter von Software-Services fur Endverbraucher zu wandeln. Der erhoffte Erfolg blieb jedoch aus und das Unternehmen fiel in Konkurs.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Genoa Systems wurde 1984 in Kalifornien gegrundet. Fur den 8-Bit ISA-Bus im EGA-Standard zahlten die Produkte neben den Adaptern des Marktfuhrers IBM schnell zu den am Markt am weitesten verbreiteten. Aufgrund dessen und weil die Genoa-Karten schon fruh eine hohere Auflosung als die im IBM-Standard festgeschriebenen 640 x 350 Pixel und mehr als 64 kB Grafikspeicher bereitstellen konnten, wurden sie bei OEM-Herstellern zu einem Quasi-Standard. Zahlreiche Softwarehersteller lieferten Treiberanpassungen, damit innerhalb von Programmen wie AutoCAD oder WordStar auch hohere Auflosungen fur ,,Genoa-Karte" oder ,,Genoa-kompatibel" ausgewahlt und verwendet werden konnten.
Im Jahr 1987 entwickelte und vertrieb Genoa Systems den SuperEGA-Chip, der eine Bildschirmauflosung von 800 x 600 Pixel darstellen konnte.[1] Im darauffolgenden Jahr war das Unternehmen eines der acht Grundungsmitglieder der Video Electronics Standards Association (VESA),[2] die als erstes Ziel die Standardisierung dieser Auflosung unter der Bezeichnung Super Video Graphics Array (SVGA) verfolgte. Daruber hinaus war Genoa Systems mit seiner FlickerFree-Technik, die eine Bildwiederholrate von 72 Hz erlaubte, ein Pionier fur flimmerfreie Bildschirmdarstellung.
Ab 1991 konzentrierte sich das Unternehmen mit seinen ,,WindowsVGA"-Karten auf Entwicklungen fur das Microsoft-Betriebssystem und brachte 1993 seine ersten 24-Bit-True-Color-Kombilosungen aus Grafikkarte und Mainboard auf Basis des VESA Local Bus als ,,TurboBahn" auf den Markt.[1] Soundkarten folgten unter dem Namen ,,AudioBahn".
Im Rahmen der Consumer Electronics Show (CES) des Jahres 1995 trat das Unternehmen erstmals auch als Retailer direkt an Endkunden heran.[3] Zuvor waren die Produkte ausschliesslich uber OEM und Zulieferer erhaltlich.
Fur den damals noch jungen Markt der 3D-Beschleuniger brachte Genoa Systems, neben der im Jahr 1995 fur den PCI-Bus erschienenen Phantom 64, ein neues Modell unter der Bezeichnung Phantom 3D heraus. Gleichzeitig produzierte man Video Capture-Karten, VGA2TV-Konverter und baute die Mainboard-Reihe TurboExpress weiter aus.
1998 kundigte Genoa seine Wandlung vom reinen Hardwarehersteller zum Solution-Provider fur Internetanwendungen (Banking, Surfen, Bildung, Shopping, E-Mail und Gaming) an. Genoa Info-Appliance (GIA)-Losungen sollten bald umfassend fur netzwerkfahige PCs, mobile Computer, multimediafahige Set-Top-Boxen oder sogar Embedded-Systeme mit Infrarot-Keyboard fur Wohn- oder Kinderzimmer verfugbar sein.[4] Man nahm an, durch eine neue Gerategeneration der ,,unter-500 Dollar"-Klasse und die Annaherung der Technik von PC und TV, werde sehr schnell ein Massenmarkt entstehen.
Das Unternehmen war jedoch bald darauf zahlungsunfahig und wurde um das Jahr 2000 aufgelost.
Unternehmensstruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben dem Hauptsitz in den USA, bestanden international verschiedene Tochtergesellschaften, u. a.
Produkte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Grafikkarten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Spectrum CGA/SuperSpectrum CGA
- Spectra EGA CARD
- SuperEGA/SuperEGA Hires+/SuperVGA
- WindowsVGA 24/WindowsVGA 64
- WinVGA 32/WinVGA 64
- Phantom 32/Phantom 64 und Phantom 3D/3DX
- V-Raptor 3D
TV- und Video-Capture-Karten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Digital Video Wizard 1000
- VideoBlitz
- VideoMotion Capture/VideoMotion MPEG-TV
- VideoMotion Conferencing (Bundle)
- VGA2TV (NTSC/PAL/Sound) und VGA2TV Remote (Bundle mit Fernbedienung)
Soundkarten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- AudioBlitz
- AudioBahn/AudioBahn 16/AudioBahn 16+
Modem/Fax
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- High Speed FAX/MODEM (ISA) und (PCMCIA)
Mainboards
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- TurboExpress 486VL/486PCI
- TurboExpress 586TX/586HX/586FX/586VX/586VX PRO
- TurboExpress 686SP/686DP
- TurboExpress PII AGP-LX
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- | a b About Genoa. In: Homepage www.genoasys.com. Genoa Systems Corporation, archiviert vom Original (nicht mehr online verfugbar) am 15. Juni 1998; abgerufen am 2. August 2013 (englisch).
- | Mark Brownstein: NEC Forms Video Standards Group. In: InfoWorld. Band 10, Nr. 46. InfoWorld Media Group, 14. November 1988, ISSN 0199-6649 (Artikel im Volltext in der Google-Buchsuche).
- | Rachelle Arcayena: Genoa Systems enters the retail distribution channel at the Consumer Electronics Show in Las Vegas. Presseerklarung. In: The Free Library. Genoa Systems Corporation, 6. Januar 1995, archiviert vom Original (nicht mehr online verfugbar) am 10. November 2014; abgerufen am 2. August 2013 (englisch). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht gepruft. Bitte prufe Original- und Archivlink gemass Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.thefreelibrary.com
- | Genoa Systems Corporation gibt erstes Modell einer Reihe von Internetanwendungen heraus - Das Genoa Info-Appliance (GIA). Presseerklarung. In: APA-OTS Originaltext-Service. Genoa Systems Corporation, 18. Marz 1998, abgerufen am 2. August 2013.
- | Kontakt zu uns. In: Homepage www.genoa.de. Genoa Computer Systems GmbH, archiviert vom Original (nicht mehr online verfugbar) am 20. Oktober 2000; abgerufen am 2. August 2013.