Flugdeck
Ein Flugdeck ist die meist flache Oberseite eines Flugzeugtragers, auf dem Flugzeuge starten und landen konnen. Man spricht aber auch auf kleineren Schiffen, z. B. Fregatten, falls sie mit Hubschrauberlandeplattformen ausgestattet sind, ebenfalls von einem Flugdeck.
Bei den ersten Flugzeugtragern bestand das Flugdeck aus einer langen, aus Holz gefertigten Ebene, die auf den Rumpf eines Schiffs aufgesetzt war. Spater wurde das Flugdeck Teil des Rumpfs und dann aus Stahl gefertigt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit den Dusenflugzeugen genau gleich verfahren wie mit den Propellerflugzeugen. Propellerflugzeuge nahmen nach dem langsamen Anflug auf das Signal des Deckoffiziers hin einfach die Leistung weg und plumpsten an der richtigen Stelle auf das Deck. Der Unterschied war nun, dass Dusenflugzeuge mit Leistung anfliegen mussten und die Triebwerke nur langsam reagierten. Damit war kein Durchstarten im letzten Moment moglich. Wer die Fangseile verpasste, krachte zwingend in die Barriere, die das vordere Schiffsdeck schutzte. Nach vielen Unfallen auf dem geraden Deck mit dem Fangnetz wurde gegen heftigen Widerspruch vieler Offiziere im September 1951 in Grossbritannien ein Versuch auf der HMS Triumph beschlossen. Nach der Idee von Dennis Cambell (CBE) wurde eine um 10 Grad von der Schiffsachse abgewinkelte Landeflache aufgemalt. Mit dieser versetzten Landung konnte ein Flugzeug ohne Gefahrdung des gesamten Vorderdecks anfliegen und im Notfall durchstarten. Entgegen der Behauptungen der Offiziere gab es dabei keine Probleme durch Kranken oder Drift. Auch bei der US Navy waren hochste Kommandanten aus Prinzip dagegen, trotzdem wurde 1952 der Versuch mit dem aufgemalten Schragdeck auf der USS Midway wiederholt.[1] Der erste Trager mit einem Schraglandedeck inklusive seitlichem Anbau war nach einem Umbau die USS Antietam.[2]
Bei vielen Nachkriegs-Flugzeugtragern sind mehrere Katapulte in das Flugdeck eingelassen, um ein Flugzeug beim Start zusatzlich zu beschleunigen. Uber das Flugdeck sind Fangseile gespannt, mit deren Hilfe das Flugzeug bei der Landung schnell abgebremst wird. Ohne diese Hilfsmittel kommen Flugzeugtrager aus, die fur Hubschrauber und senkrechtstartende Flugzeuge konzipiert sind. Bei manchen Tragern ist fur den Start eine Art Sprungschanze ins Flugdeck integriert.
Bei grossen Flugzeugtragern ist die Landebahn heute schrag zum Schiffsrumpf gebaut, bei den US-Tragern ist das Winkeldeck um 9deg nach backbord ausgerichtet. Dadurch konnen dort Flugzeuge landen, wahrend gleichzeitig andere Flugzeuge vom vorderen Bereich des Decks starten.
Von Glattdecktragern abgesehen, erhebt sich uber dem Flugdeck eine ,,Insel" genannte Struktur, in der sich neben der Brucke des Schiffs die Flugdeck-Uberwachung, Radar-Systeme und Ahnliches befinden. Auch auf kleineren Schiffen gibt es ublicherweise in den Aufbauten eine nach hinten zum Flugdeck ausgerichtete Station, von der aus anfliegende Hubschrauber eingewiesen werden.
Uber Aufzuge ist das Flugdeck mit dem Hangardeck verbunden, das den Raum unter dem Flugdeck einnimmt. Im Hangar werden die Flugzeuge gewartet, repariert und geparkt, wenn sie nicht auf dem Flugdeck bleiben konnen. Ausserdem werden auf diesen Decks logistische Aufgaben durchgefuhrt, beispielsweise das Vorbereiten der Waffen fur die Flugzeuge. Der Hangar auf Schiffen mit Hubschrauberlandeplattform schliesst sich meistens bugwarts vom Flugdeck an.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- | How One Pilot's "CRAZY" Landing Method Cut Carrier Crashes by 80%
- | The angled deck story (Memento vom 4. Marz 2016 im Internet Archive) (DRFC's own account)