Establishment
Establishment (englisch establishment [I'staeblISm@nt] ,Einrichtung', ,organisierte Korperschaft') bezeichnet eine politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich einflussreiche Milieugruppierung oder Klasse, eine etablierte Elite. Meist ist die Machtelite in einem Land bzw. einer Region gemeint. Die Verwendung des Begriffs impliziert bisweilen eine ablehnend-kritische Haltung. Im Sprachgebrauch der DDR-Ideologie wurden damit ,,etablierte staatsmonopolistische Ordnungs- und Herrschaftsstrukturen" gekennzeichnet.[1]
Gepragt wurde der Ausdruck vor allem durch die Jugend- und Studentenbewegung der mittleren 1960er Jahre als Schlagwort fur die herrschenden Krafte, deren Tun auf Festigung ihrer Macht und Unterdruckung der nicht privilegierten Schichten ausgerichtet war. Im Zuge der 68er-Bewegung war er ein standiges Schlagwort z. B. der damals entstehenden ,,Republikanischen Clubs". Ein damaliger Sponti-Spruch lautet: Wer zweimal mit derselben pennt, gehort schon zum Establishment.
Die Tea-Party-Bewegung in den Vereinigten Staaten wird haufig als populistische Anti-Establishment-Bewegung bezeichnet.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Norbert Elias, John L. Scotson: Etablierte und Aussenseiter (= Suhrkamp Taschenbuch. Nr. 1882). Originaltitel: The Established and the Outsiders. A Sociological Enquiry into Community Problems. Ubersetzt von Michael Schroter, 1965. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-518-38382-5.
- Norbert Elias, Herminio Martins, Richard Whitley: Scientific Establishments and Hierarchies (= Sociology of the Sciences Yearbook. Band 6). Springer, 1982, ISBN 9027713227.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- | Kleines Fremdworterbuch, VEB Verlag Enzyklopadie, 2. unveranderte Auflage, Liz.-Nr. 433-130/195/73 - ES 7 D, Leipzig 1973, S. 111.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Roland Nelles: Zum Gluck gibt es das Establishment. In: Spiegel Online, 11. Februar 2017 (Kommentar).