DEBUG
DEBUG ist ein Systemprogramm zur Fehlersuche (Debugger), das von Tim Paterson fur das 86-DOS entwickelt worden ist. Nach der Ubernahme durch Microsoft war DEBUG.COM ein steter Bestandteil von MS-DOS, ab MS-DOS Version 3.20 wurde es in DEBUG.EXE umbenannt und war noch bei vielen Versionen des Nachfolgers Windows als Kommandozeilenprogramm zu finden, auch unter den auf Windows 9x folgenden NT-basierten Versionen bis einschliesslich Windows 7 (nur 32-Bit-Version, bei Vista auch noch in der 64-Bit-Version ,,x64"), fehlt allerdings ab Windows 7 x64.[1]
Fur kommerzielle Anwendung war das Programm zwar weniger geeignet als richtige Assembler-Programme, aber mit seiner Hilfe konnten Computernutzer, die sich mit den Interna des Gerates auseinandersetzen wollten, ihr System untersuchen, kleinere Probleme beheben oder kreative Erweiterungen vornehmen. Neben der Moglichkeit, vorhandene Programme Schritt fur Schritt auszufuhren und sich Speicher- und Laufwerksinhalte direkt anzusehen, gab es auch die Moglichkeit, selbst Programme in der Assemblersprache zu schreiben, die sich allerdings auf den Real Mode des 8086-Prozessors und -Befehlssatzes beschranken mussten.
Auch FreeDOS, das eine freie Nachbildung von MS-DOS darstellt, und andere MS-DOS-Konkurrenten wie DR-DOS (ab Novell DOS 7.0) enthalten jeweils einen ahnlichen Debugger, der mit dem Programm von Microsoft den Namen und die Handhabung vieler Befehle gemein hat. In FreeDOS endet der Programmname des Debuggers, wie auch in IBM PC DOS und sehr fruhen MS-DOS Versionen auf die Dateiendung .COM, ausserdem enthalt FreeDOS noch eine erweiterte Version Namens DEBUGX.COM die es erlaubt Protected Mode (DPMI) Programme zu debuggen. Da die Entwicklung von MS-DOS bereits Ende der 1990er eingestellt wurde, bieten diese Programme teilweise erweiterte Moglichkeiten im Vergleich zum Original.
Das bei Novell DOS 7.0 mitgelieferte DEBUG.EXE unterstutzt die Real-Mode-Befehle bis hoch zum Pentium. In den DR-DOS-Versionen vor Novell DOS 7.0 hiess der mitgelieferte Debugger SID und hatte mit dem Debugger von MS-DOS in der Bedienung keinerlei Gemeinsamkeiten.
DEBUG wird wie jedes DOS-Programm gestartet, meist direkt auf dem MS-DOS-Prompt (COMMAND.COM).
C:\>debugMS-DOS-DEBUG nutzt das Bindestrich-/ Minus-Zeichen - als Bereitschaftszeichen. Eine typische Ausgabe des Programms, als Beispiel fur das Erscheinungsbild, ist z. B.:
AX=0000 BX=0000 CX=0000 DX=0000 SP=FFEE BP=0000 SI=0000 DI=0000
DS=176F ES=176F SS=176F CS=176F IP=0100 NV UP EI PL NZ NA PO NC
176F:0100 BEC6DB MOV SI,DBC6
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Versionsgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| MS-DOS-Version | Debug-Befehl | Debug-Version | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| >= 1.0 | DEBUG.COM | 1.0 | Nur auf dem IBM PC verfugbar. |
| >= 2.0 | DEBUG.COM | 2.10 | |
| >= 2.11 | DEBUG.COM | 2.30 | |
| < 3.2 | DEBUG.COM | 2.40 | |
| >= 3.2 | DEBUG.EXE | 2.40 | Dateiformat in 16-Bit-DOS-EXE geandert. |
| >= 5.0 | DEBUG.EXE | 2.40 | Erstmals integrierte Hilfe mit ? sowie Kommandozeilenhilfe mit /?
|
| >= 7.0 bzw. Windows 9x | DEBUG.EXE | 2.40 |
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- | Daniel B. Sedory: A Guide to DEBUG (The Microsoft DEBUG.EXE Program). In: The Starman's Realm. 2. August 2020, abgerufen am 4. April 2022 (englisch): ,,Final Chapter? - Yes, DEBUG and some other early DOS utilities were removed from the Command Line of the 64-bit version of Windows 7, and will never again appear in any new Microsoft OS."