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Braunerde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopadie

Die Braunerde (Abk. der deutschen Bodensystematik: BB) ist ein haufig vorkommender Bodentyp des gemassigt humiden Klimas mit der Horizontabfolge Ah/Bv/C (Anreicherung von Humus < 30 Masse-%/Eisenoxidation, Mineralneubildung/wenig oder gar nicht verwitterter loser oder fester mineralischer Untergrund). Typpragende Prozesse sind die Verbraunung und Verlehmung auch im Unterboden mit Bildung eines Bv-Horizonts. Braunerden entwickeln sich uberwiegend aus silikatischem, kalkfreiem oder kalkarmem Ausgangsgestein.

Eigenschaften und Nutzung

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Braunerden entstehen aus Ah/C-Boden, wie Rankern, Regosolen, Rendzinen und Pararendzinen durch fortschreitende Bodenentwicklung. Je nach Ausgangsgestein unterscheiden sich Braunerden stark in ihren Eigenschaften. Braunerden aus Lockergesteinen wie z. B. Geschiebelehm weisen meist eine mittlere Basensattigung und eine mittlere bis hohe nutzbare Feldkapazitat (Wasserspeichervermogen) auf und werden oft ackerbaulich genutzt. Der Prozess der Verbraunung und die dadurch entstehenden Boden mit verbrauntem Bv-Horizont sind fur Mitteleuropa typisch. Braunerden und Braunerde-Ubergangssubtypen sind in Deutschland sehr weit verbreitet.

Die Eigenschaften und damit auch die landwirtschaftliche Nutzung hangen stark vom Ausgangsmaterial der Bodenbildung ab. Das trifft besonders auf die Porenverteilung sowie den Wasser- und Lufthaushalt zu. Grundsatzlich lassen sich Braunerden leicht bearbeiten und haben einen pH-Wert im massig bis stark sauren Bereich. Auf steinfreien und tiefgrundigeren Braunerden wird ublicherweise Ackerbau betrieben, auf schlechteren, dann oft staunassen Braunerden Grunlandwirtschaft. Braunerden auf silikatischem Festgestein an den Hangen der Mittelgebirge sind meist flachgrundig bei hohem Grobbodenanteil, geringer Nahrstoffversorgung und nutzbarer Feldkapazitat. Sie werden meist forstwirtschaftlich genutzt.

Als naturliche Vegetation wurde sich unter dem vorherrschenden Klima in Mitteleuropa ein Mischwald aus Rotbuche mit Eiche und anderen Arten wie Fichte, Hainbuche, Esche und Winterlinde[1] einstellen.

Profil einer typischen Braunerde

Stellung in der Bodensystematik

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Die Braunerden bilden eine Klasse in der Abteilung der Terrestrischen Boden in der deutschen Bodensystematik. Derzeit enthalt die Klasse nur den Bodentyp Braunerde. Fruher zahlte auch der Typ Parabraunerde zu dieser Klasse. In der internationalen Bodenklassifikation World Reference Base for Soil Resources (WRB) gehoren die meisten Braunerden zu den Cambisols und - wenn sie aus Sand bestehen - zu den Arenosols mit dem Brunic Qualifier. Humusreiche Braunerden gehoren zu den Phaeozems oder Umbrisols und Lockerbraunerden vielfach zu den Andosols. In der US-amerikanischen Soil Taxonomy gehoren sie zumeist zu den Inceptisols.

Der Name Braunerde wurde von Emil Ramann 1905 gepragt und umfasste zunachst auch durch Tonverlagerung gepragte Lessiveboden. Zeitweise wurden starker verlehmte Braunerden als Braunlehme bezeichnet. Der Bundesverband Boden (BVB), der Ingenieurtechnische Verband fur Altlastenmanagement und Flachenrecycling (ITVA) und die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft (DBG) haben die Braunerde zum Boden des Jahres 2008 ernannt.

Braunerdesubtypen

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Sand-Braunerde im Berliner Grunewald (Ah/Bv/C)
Humusbraunerde (Ah/Ah-Bv/Bv/IIBv/C) in der Montanstufe des Sudschwarzwalds.

Je nach Zusatzmerkmalen und Nahrstoffreichtum unterscheidet man u. a.:

  • (Norm-)Braunerde
    • mit Ah/Bv/C - Profil
  • Kalkbraunerde
    • mit A(c)h/Bcv/C(c) - Profil
  • Humusbraunerde
    • mit Ah/Ah-Bv/(Bv/)C - Profil
  • Lockerbraunerde
    • mit Ah/(Ah-)Bfv/lC - oder Ah/Ah-Bfv/II...- Profil
  • Pelosol-Braunerde
    • mit Ah/Bv/IIP/C - Profil
  • Podsol-Braunerde
    • mit (Ahe/)Ae/Bhs, Bsh, Bs/(Bhs-Bv/)Bv/C - Profil
  • Pseudogley-Braunerde
    • mit Ah/Bv/(Bv-)Sw/(II)Sd - oder Ah/Sw-Bv/(Sd-Bv/)Sd - Profil
  • Gley-Braunerde
    • mit Ah/Bv/(Bv-Go, Go-Bv/)Go/Gr - Profil
  • Flache Braunerde uber Terra fusca
    • mit Ah/Bv/II(Bv-)(r)T/cC - Profil
  • Braunerde uber Terra fusca
    • mit Ah/Bv/II(Bv-)(r)T/cC - Profil
  • Flache Braunerde uber Fersiallit
    • mit Ah/Bv/IIrBj/Cj/Cv - Profil
  • Braunerde uber Ferrallit
    • mit Ah/Bv/IIrBu/Cj/Cv - Profil
  • E. Leitgeb, R. Reiter, M. Englisch, P. Luscher, P. Schad, K. H. Feger, (Hrsg.): Waldboden. Ein Bildatlas der wichtigsten Bodentypen aus Osterreich, Deutschland und der Schweiz. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2013, ISBN 978-3-527-32713-3 (387 Seiten, circa 270 farbige Abb.).
  • W. Amelung, H.-P. Blume, H. Fleige, R. Horn, E. Kandeler, I. Kogel-Knabner, R. Kretschmar, K. Stahr, B.-M. Wilke: Scheffer/Schachtschabel - Lehrbuch der Bodenkunde. 17. Auflage. Springer Spektrum, Heidelberg 2018, ISBN 978-3-662-55870-6.
  • IUSS Working Group WRB: World Reference Base for Soil Resources 2014, update 2015. International soil classification system for naming soils and creating legends for soil maps. World Soil Resources Reports 106. FAO, Rom 2015, ISBN 978-92-5-108369-7 (PDF 2,3 MB).
Commons: Braunerde - Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. | http://archiv.nationalatlas.de/wp-content/art_pdf/Band3_84-87_archiv.pdf

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