Angarium
Das Angarium (altgriechisch Aggareion) war die Institution der koniglichen Botenreiter im alten Persien.[1] Entlang der grossen Heeresstrassen befanden sich in der Distanz von je einem Tagesritt Stationen, in denen die dort ankommenden Boten durch bereitstehende frische Kuriere abgelost wurden. Dies garantierte eine schnelle Nachrichtenubermittlung. Die Boten standen ausschliesslich im Dienst des Grosskonigs.
Spater bezeichnete das Angarium im Romischen Reich auch die gesetzlich erzwungenen, kostenlosen Transportleistungen, die fur den romischen Staat erbracht werden mussten. Zum Teil wurden diese verpflichtenden Leistungen auch durch vom Staat festgelegte Entschadigungszahlungen abgegolten. Die zwangsweise requirierten Fahrzeuge und Tiere fanden Verwendung fur das offentliche Transport- und Nachrichtenwesen sowie u. a. bei Truppenverschiebungen. Libanios prangerte in einer Rede den Missbrauch an, dass die zum Markt nach Antiochia gekommenen Bauern bei der Ruckkehr den stadtischen Bauschutt auf ihren Eseln oder Kamelen wegschaffen mussten.[2] In spatantiken juristischen Texten war Angaria der Name fur die langsamsten und schwersten Wagen des offentlichen Fuhrwesens. Sie durften mit einer maximalen Last von 1500 Pfund beladen werden.[3]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Otto Seeck: Angarium. In: Paulys Realencyclopadie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,2, Stuttgart 1894, Sp. 2185.
Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- | Herodot, Historien 8, 98; Xenophon, Kyrupadie 8, 6, 17.
- | Otto Seeck: Angarium. In: Paulys Realencyclopadie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,2, Stuttgart 1894, Sp. 2185. Anne Kolb: Angaria. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 1, Metzler, Stuttgart 1996, ISBN 3-476-01471-1, Sp. 699-700.
- | Otto Seeck: Angaria. In: Paulys Realencyclopadie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,2, Stuttgart 1894, Sp. 2184 f.