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Das ,,Wing Commander", das gar keins ist: ,,Privateer II - The Darkening" (1996) Bevor Erin Roberts seinem Bruder Chris zu dessen
neuer Firma ,,Digital Anvil" folgte, vollendete er noch sein erstes eigenes
Projekt. ,,Privateer II - The Darkening" erschien im Dezember 1996 und ist
von der spielerischen Seite her betrachtet durchaus ein logischer Nachfolger
des ersten ,,Privateer", doch die Story spielt nicht mehr im ,,Wing Commander"-Universum.
Wie im Vorganger dreht sich alles ums Geld. Man kann wieder Handeln oder Auftrage erfullen und muss sich dabei allerlei boser Buben erwehren. Verdientes Geld wird in Ausrustung und neue Raumschiffe investiert, wobei die verschiedenen fliegenden Untersatze zwar in grosserer Zahl erhaltlich, aber untereinander arg austauschbar sind. Auch der Handel ist leider weniger nachvollziehbar als bei ,,Privateer": Wahrend dort logischerweise z.B. Lebensmittel auf einer Minenbasis immer ein gern gesehenes Gut sind, muss man sich im Nachfolger oft auf sein Gluck verlassen, um einen Gewinn beim Verkauf zu erzielen. Auch die Zufalls-Missionen konnen sich nicht immer damit brusten, durchdacht zu sein, denn manchmal muss man fur einen doch sehr massig bezahlten Einsatz durch die halbe Spielwelt reisen, die nun nur noch aus einem einzigen, in zahlreiche Abschnitte unterteilten Sonnensystem besteht. Die Raumkampfe erfuhren einige Detailveranderungen, im Grossen und Ganzen laufen sie aber ab, wie gehabt. Trumpf ist in ,,The Darkening" mal wieder die Story. Diese wird in aufwendig produzierten Videosequenzen erzahlt, die von schwankender Qualitat sind. Zwar tummeln sich einerseits in der Handlung weit weniger Klischees als in der ,,Wing Commander"-Reihe, doch andererseits ist so manche Dialogzeile so brullend damlich, dass man nur den Kopf schutteln kann. Auch der Regiestil ist eher ungewohnlich, was an sich ja nicht schlecht sein muss, aber da die im Interlace-Modus dargestellten Filmchen aufgrund des verwendeten Kompressionsverfahrens doch ein wenig krumelig sind, kann man bei so manchem schnellen Schwenk durch dunkle Raume kaum etwas erkennen. Die Schauspieler hingegen uberzeugen. Die Hauptrolle ubernimmt der britische Mime Clive Owen, der von vielen sogar als nachster ,,James Bond" gehandelt wird. Auch John Hurt (,,Alien", ,,1984"), Jurgen Prochnow (,,Das Boot"), Oscar-Preistrager Christopher Walken und David Warner (,,Titanic", ,,Star Trek VI") sind mit dabei. Interessanterweise spielten Prochnow und Warner spater auch in Chris Roberts ,,Wing Commander"-Kinofilm mit. Und so beginnt alles: Auf einem Planeten irgendwo am Rande der Unendlichkeit sturzt ein Raumschiff ab. Es gibt nur einen Uberlebenden: Lev Arris. Ausser seinem Namen und einem mit ein wenig Geld gefullten Konto scheint dieser Mann jedoch keine Vergangenheit zu besitzen. Dass er seit dem Absturz unter Amnesie leidet, hilft seiner Identitatsfindung auch nicht gerade weiter. Doch als ob das alles nicht schon schlimm genug ware, sind ihm auch noch Killer zwei verschiedener Fraktionen auf den Fersen, die, um ihn in die Finger zu bekommen, kurzerhand das Krankenhaus, in dem er behandelt wird, in Schutt und Asche legen. Auf der Suche nach seiner Vergangenheit gerat Arris immer tiefer in einen Sumpf aus Verbrechen, Korruption und offenem Krieg, in dem er eine gewichtige Rolle spielt... ,,Privateer II - The Darkening" ist das wohl umstrittenste Spiel, das sich entfernt der ,,Wing Commander"-Serie zuordnen lasst. Viele Fans des Vorgangers waren enttauscht, dass kleine Unzulanglichkeiten sich schonmal zu gelegentlichen Nerv-Faktoren summieren. Andere hingegen waren begeistert. Doch unabhangig von irgendwelchen Erwartungen betrachtet, ist und bleibt ,,The Darkening" ein insgesamt gelungenes Spiel, das in PC Player 12/96 verdientermassen 4 von 5 Sternen und eine ,,Gold Player"-Auszeichnung erhielt.
Der Sprung auf die grosse Leinwand: ,,Wing Commander" - Der Film (1999) Schon vor seinem Weggang von
Origin 1996 machte Chris Roberts keinen Hehl daraus, dass er bei den
Drehs der Filmsequenzen zu ,,Heart of the Tiger" und ,,The Price of Freedom"
Hollywoodluft geschnuppert hatte. Ein Geruch, der ihm offensichtlich gefiel,
und so startete im Marz 1999 schliesslich der Filmversion von ,,Wing
Commander" in den US-Kinos - Regie: Niemand anders als Chris Roberts hochstpersonlich.
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