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< Back | Wikipedia | Home | Dark Mode MDMAEcstasy ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Ecstasy (Begriffsklarung) aufgefuhrt. Arzneistoffangaben Wirkstoffklasse Psychoaktives Amphetaminderivat Eigenschaften Molare Masse 193,25 g/mol Schmelzpunkt
155 degC (2,6 k Pa) Loslichkeit22,97 mg/ml in Wasser (Hydrochlorid) Sicherheitshinweise GHS-GefahrstoffkennzeichnungHydrochlorid Gefahr H- und P-Satze H: 301 - 336 P: 301+310+330 Toxikologische Daten97 mg*kg -1 (LD 50, Maus, i.p.) Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 degC, 1000 hPa).MDMA steht fur die chirale chemische Verbindung 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin. Es gehort strukturell zur Gruppe der Methylendioxyamphetamine. MDMA ist insbesondere als weltweit verbreitete Partydroge bekannt, gewinnt seit Jahren aber auch Relevanz als Medikament fur die Psychotherapie zur Behandlung von verschiedenen psychischen Storungen, allen voran Posttraumatische Belastungsstorung, Soziale Angststorung und Depression. Hierfur teil-legalisiert wurde es in den letzten Jahren unter anderem in der Schweiz, Australien und Kanada. MDMA war in den 1980er Jahren mit der Droge Ecstasy - auch kurz E genannt - synonym und ist es in der Wahrnehmung vieler Konsumenten sowie in der Medienberichterstattung bis heute. Tatsachlich wird aber seit den 1990er Jahren nur MDMA in Form von Pillen ,,Ecstasy" genannt und kann dann auch andere Inhaltsstoffe beigemischt haben, in Abgrenzung zu reinem MDMA in kristallisierter oder pulverisierter Form, fur das seit den 2010er Jahren auch die Bezeichnungen Molly und Emma verwendet werden. Die freie Base MDMA ist ein Ol und enthalt die funktionelle Gruppe eines sekundaren Amins R 2 NH. Die freie Base bildet mit Salzsaure ein kristallines Hydrochlorid R 2 NH*HCl. Die Anfang der 1990er Jahre publik gewordene Behauptung, Fritz Haber hatte im Zuge seiner Doktorarbeit MDMA hergestellt, konnte nicht bestatigt werden. Die Prufung der Dissertation aus dem Jahr 1891 ergab keine entsprechenden Anhaltspunkte. Vielmehr synthetisierte der Chemiker Anton Kollisch im Labor des Pharmakonzerns E. Merck erstmals MDMA (damals als Methylsafrylamin bezeichnet) als Zwischenprodukt der Synthese von Hydrastinin und dessen Derivaten. Am 24. Dezember 1912 beantragte die Firma Merck hierfur das Patent, das am 16. Mai 1914 erteilt wurde. Es beschreibt im Wesentlichen einen generellen Syntheseweg diverser Amphetamine mit sauerstoffgebundenen Substituenten am Benzolring. MDMA war ein Zwischenprodukt auf der Suche nach einem Hydrastinin-Analogon. Diese wurden damals als ,, Hamostatika" (blutstillende, gefasszusammenziehende Mittel) bezeichnet. Aus MDMA als Synthese-Zwischenprodukt resultierte das Merck-Praparat Methylhydrastinin. Die Vermutung, MDMA sei als Appetitzugler (Anorektikum) entwickelt bzw. vertrieben worden, wurde nicht bestatigt. 1927 nahm der Merck-Chemiker Max Oberlin vermutlich die ersten pharmakologischen Tests ohne Versuche am Menschen vor. Er stellte die Forschung daran wieder ein, mit dem Vermerk, dass man die Substanz ,,im Auge behalten" sollte. Der Begriff MDMA wurde 1937 erstmals genannt, als Beschreibung der zufallig entdeckten, spezifischen Wirkung des Amphetamins. 1952 unternahm der Merck-Chemiker Albert van Schoor toxikologische Experimente mit Fliegen und notierte: ,,Nach 30 Minuten 6 Fliegen tot". Eine wissenschaftliche Publikation folgte daraus nicht. 1965 synthetisierte der Chemiker Alexander Shulgin die Substanz nach eigenen Angaben erstmals selbst, nachdem er ab 1962 mit den verwandten Substanzen MMDA und MDA experimentiert und durch Selbstversuche deren psychoaktives Potential erforscht hatte. MDA war zwischenzeitlich in den 1960er Jahren in Teilen der Hippiekultur in San Francisco als sogenannte ,,Liebesdroge" (oder auch ,,hug drug") bekannt geworden. Ob Shulgin die Substanz zu diesem Zeitpunkt selbst getestet hat, ist unklar, ebenso wie der Zeitpunkt, wann genau ein Mensch erstmals MDMA konsumiert hat. Ab 1970 beschlagnahmte die US-Polizei die ersten MDMA-Konsumeinheiten. Shulgin wurde prominent in der Geschichte des MDMAs, als er 1978 zusammen mit dem US-Pharmakologen David Nichols die erste psychopharmakologische Studie zu MDMA veroffentlichte. MDMA wurde in den nachfolgenden Jahren von einigen Psychotherapeuten in ihrer Praxis bis zum Verbot durch die Drug Enforcement Administration (DEA) im Juli 1985 benutzt. Seit die DEA 2001 die therapeutische Anwendung von MDMA, begrenzt auf die Indikation der posttraumatischen Belastungsstorung (post traumatic stress disorder), erlaubte, greift eine kleine Zahl amerikanischer Psychotherapeuten wahrend der Therapie (Exploration), jedoch nicht als Medikament, mittlerweile wieder darauf zuruck. Bis Mitte der 1980er-Jahre war MDMA uneingeschrankt verkehrsfahig. Die Verwendung als Rausch- oder Freizeitdroge (recreational drug) wurde zuerst in einigen Yuppiebars in Dallas, Texas beobachtet, es verbreitete sich dann in der schwulen Tanzszene New Yorks und schliesslich, mit anderen Substanzen gemischt, in den Raveclubs. Zu dieser Zeit wurde die amerikanische Drug Enforcement Administration (DEA) auf MDMA aufmerksam. Sie verbot die Droge 1985 in den USA; ein Jahr spater folgte ein weltweites Verbot durch die Weltgesundheitsorganisation WHO. Parallel zur wachsenden Popularitat der Ravekultur wuchs die Verbreitung von Ecstasy/MDMA in den 1990er-Jahren. Wahrend des Second Summer of Love 1988 wurde Ecstasy/MDMA im Rahmen der britischen Acid-House-Bewegung auch in Europa popular und entwickelte sich zur Droge der aufkommenden Ravekultur. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtete erstmals am 22. Juni 1987 folgendermassen uber den neuen Trend: - Der Spiegel, Ausgabe 26/1987 Seit den 1990er Jahren gehort MDMA neben Cannabis, Kokain und Amphetamin (inklusive Methamphetamin) zu den meistverbreiteten illegalen Drogen. Ecstasy, auch XTC, ist ein um 1980 entstandener Begriff fur sogenannte ,,Partypillen", die zunachst fast ausschliesslich MDMA enthielten. Heute ist Ecstasy faktisch die Sammelbezeichnung fur eine Vielzahl von Phenylethylaminen - in der Wahrnehmung vieler Konsumenten aber im ,,Idealfall" weiterhin allein fur MDMA. Ecstasy wird in der Regel in Tabletten- oder Kapselform produziert und ist mit einem Tragermittel vermengt. Ecstasytabletten werden in der Szene haufig als Es, Pillen und Teile bezeichnet. Pro Stuck wird derzeit etwa ein Marktpreis von funf bis zehn Euro erzielt, die Produktionskosten liegen unterhalb eines Euros. Die Deutsche Beobachtungsstelle fur Drogen und Drogensucht hat fur 2013 einen leicht erhohten Marktpreis von durchschnittlich 8,50 Euro ermittelt, nach 8 Euro im Vorjahr. Die EMCDDA mass europaweit Preise zwischen 4 und 17 Euro pro Pille mit einer Haufung zwischen 5 und 9 Euro. In der Praxis konsumieren manche Abnehmer eine Pille, die ihnen als ,,Ecstasy" angeboten wird und moglicherweise tatsachlich MDMA enthalt, und verbinden damit dann eine entsprechende Erfahrung, wobei die nachste Pille einen vollkommen anderen Wirkstoff oder eine andere Konzentration enthalten und daher auch zu vollkommen anderen Reaktionen fuhren kann. Deswegen ist in manchen Kreisen die Nutzung des Begriffs Ecstasy bzw. der angebotenen Pillen regelrecht verpont, weil zu unspezifisch, sofern MDMA konsumiert werden soll. Manche Nutzer verwenden einen Drogentest wie die Marquis-Reaktion, um zu prufen, ob eine ihnen angebotene Pille zumindest MDMA enthalten kann. Tatsachlich kann mit diesem Test aber lediglich im Falle eines negativen Ergebnisses geschlussfolgert werden, dass sicher kein MDMA enthalten ist. Eine positive Reaktion hingegen ist keine Gewahr dafur, dass nicht noch andere Inhaltsstoffe enthalten sind. Auch die Konzentration des Wirkstoffs innerhalb der Pille kann mit diesem Test nicht ermittelt werden. Hierin liegt jedoch eine weitere Gefahr des Konsums von Ecstasy (s. Abschnitt ,,Gefahren"). Die Wirkdauer liegt in der Regel bei vier bis sechs Stunden, sofern tatsachlich MDMA enthalten ist. In Deutschland wurden 2012 Wirkstoffgehalte von 1 mg bis zu - fur die meisten Konsumenten uberdosierten - 216 mg pro Pille ermittelt sowie ein Median von 83 mg. Damit stieg der Wirkstoffgehalt kontinuierlich von 50 mg im Jahr 2009 (58 mg 2010; 73 mg 2011) an. Europaweit mass die EMCDDA 2012 Wirkstoffgehalte zwischen 43 und 113 mg pro Pille mit einer Haufung zwischen 64 und 90 mg, wobei 2012 in ganz Europa (ohne Turkei) 4,3 Millionen Pillen sichergestellt wurden. In die meisten Tabletten werden ,,Markenzeichen" eingepresst wie Vogel, Herzen, Delphine, Schmetterlinge oder (v. a. Auto-) Firmenembleme. Da sie leicht kopiert werden konnen, geben diese Erkennungszeichen keinen verlasslichen Hinweis auf die Wirkung oder die Inhaltsstoffe. Durch Ecstasy-Tabletten mit nicht klar definiertem Inhalt ist es wiederholt zu Todesfallen gekommen (s. Abschnitt Gefahren). Andere Substanzen, die neben oder anstatt MDMA oft in Ecstasy enthalten sind, sind zum Beispiel: Amphetamin, N-Methylamphetamin, 4-Methoxyamphetamin (PMA), meta-Chlorphenylpiperazin (mCPP, ein Piperazinderivat), para-Methoxy-N-methylamphetamin (PMMA), 3,4-Methylendioxyamphetamin (MDA), 3,4-Methylendioxy-N-methylcathinon (MDMC), 3,4-Methylendioxy-N-ethylamphetamin (MDEA), 2-Amino-1-(3,4-methylendioxyphenyl)butan (BDB), 2-Methylamino-1-(3,4-Methylendioxyphenyl)butan (MBDB), 4-Brom-2,5-dimethoxyphenylethylamin (2C-B) etc. Der Anteil der Proben, die ausschliesslich den Wirkstoff MDMA enthalten, war in der Schweiz und in Osterreich - wo legal sogenanntes Drug-Checking im Umfeld von offentlichen Partys durchgefuhrt wird - 2008 nachweislich signifikant rucklaufig. Immer haufiger mussen aufgrund von Drug-Checking-Resultaten Pillenwarnungen herausgegeben werden. Der Prozentsatz der als ,,Ecstasy" gekauften Tabletten, die ausser MDMA, MDE oder MDA keine psychotropen Substanzen enthielten, war in Osterreich im Jahr 2008 mit 63 Prozent etwa im Bereich des Vorjahres, jedoch deutlich niedriger als in den Jahren davor (70 bis 90 %). In der Bundesrepublik Deutschland stellt sich die Situation jedoch nach offiziellen Angaben anders dar: Gemass Untersuchungen des Bundeskriminalamtes enthielten 2008 rund 97 % der untersuchten Monopraparate MDMA, was auch fur 2012 noch gilt. Im Drogenbericht 2013 heisst es gar: ,,Nachdem bereits im letzten Berichtsjahr uber ein verbessertes Angebot von Ecstasy-Tabletten mit einem hoheren MDMA-Gehalt berichtet wurde, setzte sich diese Tendenz 2012 fort." Das Image von Ecstasytabletten habe sich im Zuge ,,der bereits im letzten Jahr eingetretenen merklichen Qualitatsverbesserung deutlich verbessert." - Tim Pfeiffer-Gerschel u. a. fur Deutsche Beobachtungsstelle fur Drogen und Drogensucht: Bericht 2013 des nationalen REITOX-Knotenpunkts an die Europaische Beobachtungsstelle fur Drogen und Drogensucht Im Jahresbericht 2014 legte die DBDD genauere Zahlen fur das Vorjahr vor: Demnach enthielten 99,2 Prozent aller untersuchten Pillen nur ein Praparat (2012: 94,9 %). Von diesen Monopraparaten waren 92,6 % MDMA. Demnach waren also etwa 9 von 10 als ,,Ecstasy" angebotenen Pillen tatsachlich reine ,,MDMA-Pillen". Allerdings enthielten von den Pillen mit nur einem Wirkstoff 6,6 % ausschliesslich Amphetamin (Speed), sowie 0,7 % m-CPP und jeweils weniger als 0,1 % MDA oder MDE. Ob diese Zahlen, die sich lediglich auf die von den Behorden sichergestellten Pillen beziehen, wirklich reprasentativ sind, darf aber bezweifelt werden, angesichts der Tatsache, dass in Osterreich und der Schweiz, wo Daten von freiwilligem ,,Drug-Checking" vorliegen, deutlich mehr ,,Ecstasy"-Pillen andere Wirkstoffe als MDMA enthalten (s. o.). Deutlich zu unterscheiden von Ecstasy bzw. MDMA ist so genanntes ,,Bio-Ecstasy" oder Herbal Ecstasy, das zumeist aus einer Mischung aus Guarana, Coffein, Ephedra und anderen Stoffen besteht und eine legal erhaltliche Droge ist (in Deutschland nur noch eingeschrankt; Ephedra ist beispielsweise seit einigen Jahren rezeptpflichtig), mit leicht aufputschender Wirkung, vergleichbar mit der von Energydrinks. Ebenfalls von MDMA deutlich zu unterscheiden ist das sogenannte Liquid Ecstasy, das auch als Fantasy bekannt ist und aus GHB (Gammahydroxybuttersaure) besteht. Diese Substanz wird meistens in flussiger Form gehandelt und unterscheidet sich sowohl in ihrer Wirkung als auch in ihrer chemischen Zusammensetzung stark von MDMA. In jungster Zeit wird MDMA insbesondere in den USA auch mit dem Begriff Molly (nicht zu verwechseln mit der sagenhaften Zauberpflanze Moly) in Verbindung gebracht. Angestossen wurde der Trend insbesondere durch Kunstler wie Miley Cyrus, Kanye West oder Madonna, die den Begriff durch offentliche Ausserungen oder sogar in Songtexten bekannt gemacht haben. Bei Molly handelt es sich in der Regel um ein illegal vertriebenes Pulver, welches mitunter sogar als ,,reine Form von MDMA" beworben wird. Letzteres geschieht insbesondere in Abgrenzung zu Ecstasy - welches schon seit Jahrzehnten nicht mehr ausschliesslich MDMA enthalten muss. Tatsachlich enthalten die als Molly vertriebenen Produkte aber zumindest ersten Stichproben zufolge sogar noch seltener MDMA, als dies bei Ecstasy der Fall ist. Laut der US-Drogenvollzugsbehorde DEA enthielten die zwischen etwa 2009 und 2013 im US-Bundesstaat New York sichergestellten Molly-Produkte nur in 13 Prozent der Falle MDMA, und in diesen Fallen oft noch andere Stoffe wie Methylon, MDPV, 4-MEC, 4-MMC, Pentedron oder MePPP. Immer starkerer Beliebtheit erfreut sich unter Drogenkonsumenten der Konsum von reinem MDMA in kristalliner Form (Szenenamen u. a. M oder Emma, unter anderem pures MD, fruher auch Cadillac). Der Vorteil ist, dass hier neben dem Marquis-Test, der auch bei Pillen prinzipiell anwendbar ist, bei entsprechender Erfahrung auch das Aussehen und der (nicht vorhandene) Geruch der Substanz zumindest weitere Indizien fur die Echtheit liefern konnen. Zudem kann die Dosierung genauer erfolgen. MDMA-Kristalle werden oft mit angefeuchtetem Finger ,,gedippt" oder in Getranken aufgelost und getrunken. Nach Angaben der Deutschen Beobachtungsstelle fur Drogen und Drogensucht werden Kristalle tendenziell eher privat ,,gehandelt", im Vergleich zu Pillen. Aus sieben von acht Szenen aus dem Bereich der elektronischen Musik wird von einer Verbreitung von MDMA-Kristallen berichtet. Allgemein sei mit den Kristallen ,,eine Vorstellung einer hohen Qualitat assoziiert." Die tatsachliche Qualitat wird als konstant gut beschrieben. Laut einer Umfrage fur den Zeit-Online-Drogenbericht im Herbst 2013, die im Rahmen des Global Drug Survey durchgefuhrt wurde, wurden von den befragten Konsumenten fur 1 Gramm reines MDMA angeblich im Durchschnitt 33 Euro bezahlt. Die Deutsche Beobachtungsstelle fur Drogen und Drogensucht hat fur 2012 jedoch einen Preis von durchschnittlich 50 Euro pro Gramm ermittelt, was in etwa auf dem Preisniveau von 2011 liege. Nicht zu verwechseln sind MDMA-Kristalle ausdrucklich mit der Droge Crystal, wobei der Konsument jedoch ein gewisses Risiko eingeht, bei vorhandenen Sprach- oder Verstandnisproblemen versehentlich Crystal zu erhalten, wenn er in entsprechenden Kreisen nach MDMA-Kristallen verlangt. Es existieren zwei Enantiomere, die (R)-Form und die dazu spiegelbildliche (S)-Form des Wirkstoffes MDMA. Als Grundstoff fur die Synthese von MDMA dient meist Piperonal. Ein moglicher Syntheseweg ist in PiHKAL beschrieben: Piperonal wird mit Nitroethan in einer Kondensationsreaktion (Henry-Reaktion) zu 1-(3,4-Methylendioxyphenyl)-2-nitropropen umgesetzt. Dieses wird (mittels elektrolytischem Eisen und Essigsaure) zu Piperonylmethylketon hydriert. Die Umsetzung dieser Verbindung mit Methylamin und gleichzeitiger Hydrierung (mittels amalgamiertem Aluminium und Wasser) in einem Arbeitsschritt ergibt das Endprodukt MDMA. Wird 3,4-Methylendioxyphenylpropan-2-on beim letzten Syntheseschritt dagegen mit Ammoniumacetat und Natriumcyanoborhydrid umgesetzt, fuhrt dies zur Bildung von MDA. Das Benzylamin-Regioisomer von MDMA heisst M-ALPHA. Es gibt mehrere qualitative Nachweisreaktionen, die jedoch nur bedingte Ruckschlusse zulassen:
MDMA wirkt im Zentralnervensystem als Releaser (Ausschutter) der endogenen Monoamin-Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin, und mit etwas schwacherer Wirkung auch Dopamin, was zu einem unublich erhohten Spiegel dieser Botenstoffe im Gehirn fuhrt. Diese Transmitter pragen entscheidend die Stimmungslage des Menschen. Zu Details der Release-Wirkung siehe auch Pharmakologie des Amphetamins. Beide Enantiomere (Dextro-/Levo-MDMA) tragen in etwas unterschiedlicher Weise zur charakteristischen Wirkung des MDMA bei. MDMA nimmt unter den ,,essentiellen Amphetaminen" eine Sonderstellung ein: Bei N-Methylierung sind diese in der Regel per Milligramm insgesamt wesentlich wirksamer (vgl. hierzu Amphetamin vs. Methamphetamin). Im Gegensatz dazu wird MDA als ,,harter" auf den Korper empfunden als MDMA. MDMA sollte nach Meinung einiger Autoren wegen dieser Einzigartigkeit eigentlich nicht zu den klassischen Amphetaminen gezahlt werden, sondern als eigenstandige Substanz angesehen werden. Der Zeitpunkt der maximalen Konzentration vom MDMA im Blut (bei oraler Einnahme) hangt von der Dosis ab: Bei einer Dosis von 75 mg wird nach 1,8 Stunden das Konzentrationsmaxium von 0,131 mg/l erreicht, bei einer hoheren Dosis von 125 mg wird das Maximum von 0,236 mg/l nach 2,4 Stunden erreicht. MDMA wird im Menschen hauptsachlich zu den Metaboliten 3,4-Dihydroxymethylamphetamin (DHMA), 3,4-Dihydroxyamphetamin (DHA), 4-Hydroxy-3-Methoxymethylamphetamin (HMMA) und 4-Hydroxy-3-Methoxyamphetamin (HMA) verstoffwechselt. Dabei gibt es zwei verschiedene Stoffwechselwege, die Teil der Phase I der Biotransformation sind: 1) N-Demethylierung von MDMA durch Cytochrom-P450-Enyzme (hauptsachlich CYP2B6 und CYP3A4) zu (dem ebenfalls psychoaktiven) 3,4-Methylendioxyamphetamin (MDA), welches daraufhin durch CYP2D6 zu DHA weiter verstoffwechselt wird. DHA kann anschliessend durch die Cathechol-O-Methyltransferase (COMT) zu HMA metabolisiert werden. 2) O-Demethylierung von MDMA durch das Enzym CYP2D6 zu DHMA, welches daraufhin, parallel zu 1), durch COMT zu HMMA metabolisiert werden kann. HMMA kann weiterhin zu HMA, dem letzten Metaboliten aus 1), durch CYPs wie CYP2B6 oder CYP3A4 N-demethyliert werden. Die Verstoffwechselung des (S)-Enantiomers findet dabei schneller statt als die des (R)-Enantiomers, weil (S)-MDMA eine grossere Affinitat zu den an den Stoffwechselprozessen beteiligten CYP-Enzymen zeigt. Diese vier Metaboliten werden in Phase II der Biotransformation durch Sulfatierung oder Glucuronidierung konjugiert, wodurch die Wasserloslichkeit erhoht wird. Daraufhin werden die Metaboliten uber den Urin ausgeschieden. Die Ausscheidung von (S)-MDMA (und seinen Metaboliten) verlauft durch die schnellere Verstoffwechselung ebenfalls schneller als die Ausscheidung von (R)-MDMA (und seinen Metaboliten). Daruber hinaus ist die Konjugation von DHMA, DHA, HMMA und HMA stereoselektiv. Die Plasmahalbwertszeit von MDMA bei oraler Einnahme liegt, je nach Dosis, zwischen 7,7 Stunden (bei 75 mg) und 8,6 Stunden (bei 125 mg). Ausserdem hat die Enzymaktivitat von CYP2D6 (langsamer, intermediarer, schneller oder ultraschneller Metabolisierer) einen Einfluss auf die Geschwindigkeit der Ausscheidung und dadurch auf die toxischen Effekte von MDMA und seinen Metaboliten. Der Konsum von MDMA hebt laut Berichten von Konsumenten die Stimmung (Euphorie) und soll die Neigung zu sozialem Umgang (empathogene Wirkung) sowie die Wahrnehmung der eigenen Gefuhle (entaktogene Wirkung) steigern. Moglicherweise gilt ,, Set & Setting" - danach wurden die eigene ,,mitgebrachte" Stimmungslage oder die Atmosphare der Umgebung das subjektive Erleben der MDMA-Wirkung farben und sowohl angenehme Gefuhle als auch eine schlechte Stimmungslage konnten verstarkt werden. Laut einer Studie (2010), in der das soziale Verhalten unter Einfluss von MDMA gemessen wurde, zeigte sich eine verminderte Wahrnehmung von bedrohlichen Gesichtsausdrucken. Die Autoren der Studie schlossen daraus, dass durch die Droge soziale Annaherung - hier durch Ausblenden von Risiken - gefordert wurde und nicht soziale Einfuhlung (Empathie). Die Ergebnisse wurden bestatigt durch eine andere Studie, bei der MDMA die Wahrnehmung simulierter sozialer Zuruckweisung verminderte. Zwei weitere Studien zeigten, dass MDMA einerseits die Wahrnehmung negativer Gefuhle anhand von angstlichen, argerlichen, feindseligen und traurigen Gesichtern behinderte, andererseits die Fahigkeit zur Wahrnehmung positiver Gefuhle steigerte, wobei eine Studie auch eine gesteigerte explizite und implizite emotionale Empathie sowie - bei Mannern - gesteigertes prosoziales Verhalten mass. Die am haufigsten berichteten akuten Komplikationen sind Panikattacken - vor allem zu Beginn der Wirkung - und Intoxikation. Einzelfalle von Halluzinationen und anhaltende Storungen gemass der Kategorie Fortbestehende Wahrnehmungsstorung nach Halluzinogengebrauch (Hallucinogen Persisting Perception Disorder, HPPD) sind seit den 1990er Jahren beschrieben und in neuer Zeit verstarkt zum Gegenstand der Forschung geworden. Uber Wochen und Monate anhaltende psychotische Effekte, neben Halluzinationen auch Panikattacken und Depersonalisation, sind beschrieben worden, mehrfach auch nach nur einmaligem Konsum in ublicher Dosis. Eine mogliche Folge des MDMA-Konsums kann auch gesteigerte Aggressivitat sein, sowohl wahrend der unmittelbaren Wirkung als auch nach vier Tagen, nicht mehr jedoch nach sieben Tagen. Beide Effekte, akute Wirkung und Nachwirkung nach vier Tagen, wurden auf die bekannten Storungen der Serotonin-Systeme zuruckgefuhrt. Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg konnten demnachst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfugst.Keinerlei seriose Quellen fur den Absatz angegeben, wie es die WP:RMLL fordern. Kann seien oder nicht seien. Das Hunger- und Durstgefuhl und Schmerzempfinden werden reduziert. Es kommt zur Erhohung von Puls (Tachykardie) und Blutdruck (Arterielle Hypertonie), zu Hyperthermie, wobei die Korpertemperatur auf bis zu 42 degC ansteigen kann, ggf. begunstigt durch exzessive korperliche Verausgabung (Tanzen) und zu geringe Flussigkeitszufuhr. Durch MDMA wird die Atemfrequenz gesteigert (Tachypnoe), die Pupillen sind geweitet (Mydriasis) und es kommt zu Mundtrockenheit. Ausserdem wird insbesondere im Umfeld von Musik der Bewegungsdrang gesteigert. Viele Konsumenten berichten ausserdem von einer erhohten physischen Sensibilitat, so dass Beruhrungen sowohl aktiv als auch passiv als uberdurchschnittlich angenehm empfunden werden, woraus auch die Bezeichnung von MDMA als ,,Kuscheldroge" herruhrt. Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg konnten demnachst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfugst.Kaum seriose Quellen fur den Absatz angegeben, wie es die WP:RMLL fordern. Kann seien oder nicht seien. Unerwunschte Wirkungen (Nebenwirkungen) aussern sich auch in Erektions- und Orgasmusstorungen, in der Abschwachung des Geschmackssinns und in einem Kitzeln unter der Haut, das jedoch von vielen Konsumenten als angenehm empfunden wird. Besonders bei Uberdosen oder regelmassigem Konsum konnen weitere unerwunschte Folgen eintreten: Muskelkrampfe (z. B. das Bedurfnis, die Wirbelsaule extrem durchzustrecken), insbesondere bei der Kaumuskulatur (Trismus, Bruxismus), Nystagmus (Muskelzuckungen, Augenzittern), gesteigerte Eigenreflexe, Brechreiz, Bewusstseinstrubung, depressive Phasen (insbesondere nach dem Nachlassen der Wirkung), innere Kalte (Hypothermie), schwere Kreislaufstorungen, starkes Schwitzen. Menschen mit Herzschwache, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Epilepsie und Grunem Star sind gegenuber der Wirkung besonders disponiert. Vereinzelte Todesfalle nach MDMA-Konsum sind bekannt (s. Abschnitt Gefahren), jedoch ist nicht klar, welche Mengen MDMA innerhalb der vorangegangenen 2-3 Tage konsumiert wurden und welche genaue medizinische Disposition der Falle vorlagen (Quelle: Pathologie UK/Wales). Die Kombination mit Alkohol oder anderen Drogen (Polyintoxikation) und die Dehydratisierung durch zu geringe Flussigkeitsaufnahme und Uberhitzung gelten als besondere Risikofaktoren. Die meisten Konsumenten erfahren nach dem Trip ein sogenanntes Come-Down (auch als ,,Feierdepris" bekannt), das mehrere Tage anhalten kann. Dies ist vor allem auf generelle Erschopfung und akute Entleerung der Serotoninspeicher im Gehirn zuruckzufuhren. Die Symptome sind depressive Verstimmung, Mudigkeit, Antriebslosigkeit und seltener leichte Ubelkeit. Mitunter setzt dieser Zustand auch erst zwei bis drei Tage nach dem Konsum ein (sogenannter Midweek Blues). In einem Review von 2014 wurden verschiedene Studien zitiert, die belegen, dass MDMA-Konsum zu einer markant erhohten Ausschuttung des Stresshormons Cortisol fuhrt. Bei einem Studiendesign mit Clubgangern wurden akut erhohte Cortisolwerte von bis zu 800 % gegenuber der abstinenten Clubganger-Kontrollgruppe in Speichelproben gemessen, die sich jedoch nach 72 h wieder fast auf die Ausgangswerte reduzierten:
Die Wirkung des Cortisol ist sowohl akut als auch - selbst bei spaterer Abstinenz - in Haaranalysen bei Konsumenten von legalen und illegalen psychoaktiven Substanzen noch nach drei Monaten nachweisbar. Am deutlichsten ausgepragt war dieser Effekt bei der Gruppe der starken Konsumenten, die mehr als funf Mal MDMA in den gemessenen drei Monaten konsumierten (55,0 +- 80,1 pg/mg - Cortisol in der Haaranalyse). Die Konsumentengruppe, welche moderat MDMA konsumierte (weniger als vier Mal in den gemessenen drei Monaten) und die Kontrollgruppe, welche MDMA-abstinent war, zeigten nur nicht-signifikante Unterschiede: moderate MDMA-Konsumenten (19,4 +- 16,0 pg/mg; p=0,015) vs. non-MDMA-Konsumenten (13,8 +- 6,1 pg/mg; p=0,001).
Die Autoren des Reviews (2014) schliessen daraus, dass moglicherweise die erhohten Cortisolwerte fur die negativen MDMA-Wirkungen verantwortlich sind:
In den 1950er Jahren untersuchte das US-Militar, wie Meskalin-ahnliche Substanzen in Verhorprogrammen eingesetzt werden konnen. Dabei wurde auch MDMA unter der Bezeichnung EA 1475 erforscht. Man versuchte, sogenannte ,, Wahrheitsdrogen" zu finden, also chemische Verbindungen, die in der Lage sind, psychische Hemmungen zu reduzieren. Damit sollte die Wahrscheinlichkeit erhoht werden, dass Menschen Geheimnisse preisgeben. Entaktogene wie MDA, MDE und MDMA waren dabei von besonderem Interesse, weil sie Menschen ermutigten, offener zu sprechen, ohne gleichzeitig Wahrnehmungsstorungen wie Halluzinationen hervorzurufen, wie dies bei LSD und Meskalin haufiger vorkam. Die Untersuchungen wurden in den fruhen 1960ern eingestellt, da alle getesteten Substanzen als Wahrheitsdrogen versagten. Ab den 1970er Jahren wurde MDMA, ahnlich wie Meskalin, LSD, Psilocybin und MDA, experimentell von einigen US-amerikanischen Psychiatern und Psychotherapeuten in der psycholytischen Psychotherapie, sowie in Selbsterfahrungs- und spirituellen Gruppenveranstaltungen eingesetzt. Es sollte den Konsumenten helfen, in Kontakt mit ihren ,,wahren Gefuhlen" (true feelings) zu kommen und bessere emotionale Beziehungen zu ihren Mitmenschen zu erreichen. Zumindest in Kalifornien war es erlaubt, nicht kommerziell verfugbare Drogen in einer arztlichen Praxis zu verwenden, wenn sie von einem Arzt oder Apotheker selbst hergestellt wurden. Der kalifornische Psychotherapeut Leo Zeff, der sich seit 1961 mit psychedelischer Therapie beschaftigte, verwendete ab 1977 MDMA in seiner therapeutischen Arbeit, da er nach einer weniger toxischen Variante des MDA (MDMA-Analogon) suchte. Er verabreichte in den folgenden 12 Jahren MDMA an etwa 4000 Menschen und leitete mehr als 150 Therapeuten an. Der US-amerikanische Psychiater Rick Ingrasci, der 150 MDMA-Sitzungen mit 100 Patienten durchfuhrte, sprach sich 1985 - neben anderen - in einer Anhorung wahrend des Verbotsverfahrens der US-amerikanischen Drug Enforcement Administration (DEA) fur die weitere Erforschung des therapeutischen Potenzials von MDMA aus. Der administrative law judge der DEA teilte die Meinung von Ingrasci, wurde jedoch uberstimmt. Uber die Erfahrungen in den ersten bekannt gewordenen experimentellen Anwendungen gibt es nur wenige systematische Berichte. Eine Fragebogen-Studie aus dem Jahr 1986 an 29 Klienten (hauptsachlich Kollegen und personliche Freunde) beschrieb bei allen Teilnehmern positive Erfahrungen neben einigen negativen. Im Rahmen des War on Drugs wurde MDMA dann im Jahr 1986 weltweit verboten, insbesondere mit der aufkeimenden Techno-Bewegung und der daraus folgenden moralischen Panik. Nach dem Verbot wurde es einerseits in Party- und spirituellen Szenen mystifiziert, andererseits von politischer Seite gezielt damonisiert. Seine therapeutische Anwendung blieb durch diese Entwicklungen weitgehend im Untergrund und die Erforschung von MDMA hinsichtlich einer medizinischen Verwendung in den meisten Landern unmoglich. Jedoch hatten einige Mitglieder der 1985 gegrundeten Schweizerischen Arztegesellschaft fur Psycholytische Therapie (SAPT) vom Bundesamt fur Gesundheit in der Zeit von 1988 bis 1994 die Bewilligung zur Durchfuhrung psycholytischer Therapien mit LSD, Psilocybin und MDMA bei ausgewahlten Patienten erhalten. Die haufigsten Diagnosen waren Personlichkeitsstorungen (38 %), Anpassungsstorungen (26 %) und affektive Storungen (25 %). Eine systematische wissenschaftliche Begleitung und Evaluation wurde allerdings unterlassen. Es fand lediglich eine ruckblickende Fragebogenstudie bei 170 Patienten statt. Im Anschluss an die ersten klinischen Studien mit MDMA und LSD mit Patienten in der Schweiz ab 2006 wurde ab 2014 die ,,beschrankte medizinische Anwendung" (Compassionate Use) von MDMA und LSD auch ausserhalb von Studien wieder aufgenommen. Die Daten von 18 Patienten wurden ausgewertet, darunter 11 Patienten mit einer posttraumatischen Belastungsstorung. Angesichts der steigenden Zahlen von US-Soldaten mit PTBS wurden auch in den USA einige Restriktionen aufgehoben. 2017 genehmigte die Food and Drug Administration (FDA) begrenzte Forschungsarbeiten zur MDMA-unterstutzten Psychotherapie bei PTBS fur Soldaten im Auftrag des Kriegsveteranenministeriums. Bisherige Resultate weisen darauf hin, dass MDMA die Wirksamkeit einer Psychotherapie bei PTBS und bestimmten anderen Diagnosen verbessern konnte. Systematische Ubersichtsarbeiten von 2016 bis 2021 mit allerdings geringen Fallzahlen und Schwierigkeiten bei der Verblindung der Probanden kommen zu dem Ergebnis, dass die therapeutische Anwendung von MDMA dauerhaft wirksam und nebenwirkungsarm ist. Smith und Koautoren weisen auf die Wichtigkeit strenger Regulierung des MDMA-Einsatzes hin. Hoskins und Koautoren stellen ,,beeindruckende Ergebnisse" fest, verweisen aber auch auf die Notwendigkeit weiterer Forschung. Varker und Koautoren stufen die Evidenz fur die Wirksamkeit von MDMA-unterstutzter Therapie als ,,moderat" ein. Fur Patienten mit Depression und Angststorung im Zusammenhang mit einer terminalen Erkrankung wurde ein hohes Potenzial festgestellt und ebenfalls weitere Forschung gefordert. Als Fazit lasst sich formulieren: - Tomislav Majic et al.: Psychotherapie mit adjuvanter Gabe von serotonergen psychoaktiven Substanzen - Moglichkeiten und Hindernisse. 2017. Einen vom Unternehmen Lykos Therapeutics in den USA gestellten Arzneimittelzulassungsantrag zur Behandlung der posttraumatischen Belastungsstorung mit MDMA in Kombination mit Psychotherapie lehnte die Arzneimittelbehorde Food and Drug Administration (FDA) im August 2024 ab. Sie folgte damit dem Rat des zustandigen Beratungsgremiums, das methodische Mangel bei der Durchfuhrung der Phase-3-Studie zur Wirksamkeitsprufung kritisiert hatte und mehrheitlich kein positives Nutzen-Risiko-Verhaltnis gegeben sah. Die FDA forderte eine neue Phase-3-Studie. Seit 2014 kann das Bundesamt fur Gesundheit (BAG) Ausnahmen fur arztliche Einzelbehandlungen bewilligen. 2022 wurden uber 250 Bewilligungen erteilt, Tendenz steigend. Der Bedarf ist deutlich grosser und kann durch die Therapeuten nicht gedeckt werden. Begrenzend ist die Verfugbarkeit ausgebildeter Therapeuten. Indikationen sind: Posttraumatische Belastungsstorung, Soziale Angst/Autismus, Alkoholkonsumstorung, Depression, Essstorungen, Paartherapie. Erfolge werden in Studien regelmassig ausgewertet. Seit 2018 bietet die SAEPT eine Weiterbildung zur Begleitung von Patienten in der Substanz-assistierten Therapie an. Dieser Abschnitt stellt die Situation in Deutschland und der Europaischen Union dar. Bitte hilf uns dabei, die Situation in anderen Staaten zu schildern. Teile dieses Abschnitts scheinen seit 2015 nicht mehr aktuell zu sein. Bitte hilf uns, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufugen. Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/fehlendMDMA ist nach Angaben der Deutschen Beobachtungsstelle fur Drogen und Drogensucht eine der beliebtesten ,,Partydrogen", insbesondere ,,in Techno-/House-Umfeldern". So soll MDMA in den elektronischen Tanzszenen 2013 auf Platz 2 der meistkonsumierten illegalen Substanzen rangiert haben, hinter Speed. Laut einer Umfrage unter ,,jungen Partygangern", die ab 2013 in verschiedenen deutschen Stadten durchgefuhrt wurde, liegt MDMA sogar mit einer 12-Monats-Pravalenz von 52,0 % vor Speed (51,1 %), aber deutlich hinter Cannabis (75,1 %). 30,2 % der Befragten gaben an, MDMA innerhalb der letzten 30 Tage konsumiert zu haben. Der Europaische Drogenbericht 2015 bezieht sich zur Verbreitung von Drogen auf eine Teilauswertung des Global Drug Survey, eine nicht-reprasentative Online-Befragung, wonach unter 25.790 befragten Personen im Alter zwischen 15 und 34 Jahren in zehn europaischen Landern, die regelmassig an ,,Clubveranstaltungen" teilnehmen, eine 12-Monats-Pravalenz fur MDMA von 37 % besteht. Auch wenn diese Zahl nicht reprasentativ ist, so liegt sie doch deutlich vor den meisten anderen der in derselben Analyse fur andere Drogen gemessenen Werten (Cannabis 55 %, Kokain 22 %, Amphetamine 19 %, Ketamin 11 %, Mephedron 3 %, synthetische Cannabinoide 3 %, GHB 2 %). Weiter heisst es in dem Bericht 2014 der Deutschen Beobachtungsstelle fur Drogen und Drogensucht:
Die Europaische Beobachtungsstelle fur Drogen und Drogensucht (EMCDDA) will ebenfalls Tendenzen fur ein ,,Aufleben" des Interesses an MDMA beobachtet haben, was angeblich an einer leichteren Verfugbarkeit des Wirkstoffs liegen soll. So heisst es im Drogenbericht 2013: ,,Seit Kurzem scheinen die Ecstasy-Hersteller effizientere Wege zur Beschaffung von MDMA gefunden zu haben, was sich im Inhalt der Tabletten niederschlagt." Schatzungen der EMCDDA zufolge haben in ganz Europa im Jahr 2012 - innerhalb des zuruckliegenden Jahres - rund 1,8 Millionen junge Erwachsene ,,Ecstasy" (MDMA) konsumiert. Mit einer 12-Monate-Pravalenz des Ecstasy-Konsums bei jungen Erwachsenen von knapp 3 Prozent scheint MDMA 2012 in Grossbritannien am popularsten zu sein, gefolgt von der Tschechischen Republik und Spanien (zwischen 1 und 2 Prozent). Fur Deutschland liegt mit einer Pravalenz von rund 1 Prozent fur die Jahre 2008/2009 der letzte aktuelle Wert vor. Auch in den Niederlanden wurden leicht uberdurchschnittliche Werte von >1 % gemessen, allerdings sind die letzten verfugbaren Daten von 2003/2004. Als bedeutende Produktionsstandorte sind laut EMCDDA Belgien und die Niederlande sowie Polen und die baltischen Lander bekannt, aber auch in Bulgarien, Deutschland und Ungarn wurden Labore entdeckt. MDMA wird laut Abwasseruntersuchungen von verschiedenen europaischen Grossstadten nachweislich hauptsachlich am Wochenende konsumiert. Unter den untersuchten 42 Stadten war Amsterdam die Stadt mit dem starksten MDMA-Konsum, gefolgt von Utrecht und Antwerpen. In Deutschland nahmen nur Dortmund, Dresden und Dulmen an der Untersuchung teil, wobei lediglich in Dortmund eine signifikante Verbreitung gemessen wurde, die allerdings deutlich unter dem Konsum in den meisten anderen untersuchten Stadten in Europa liegt. MDMA wird in vielen Studien regelmassig im Vergleich zu Drogen wie Alkohol oder mitunter selbst zu Cannabis als weniger schadlich eingestuft. So landete MDMA beispielsweise in einer im Marz 2007 in der Fachzeitschrift The Lancet veroffentlichten Studie eines Forscherteams um David Nutt auf Platz 17 der 20 verglichenen Substanzen, wobei Alkohol und Heroin zu den gefahrlichsten Drogen gezahlt wurden (siehe hierzu Droge: Klassifizierung nach Schadenspotenzial). Im Drogenbericht 2013 der Europaischen Beobachtungsstelle fur Drogen und Drogensucht (EMCDDA) heisst es:
So wurden in Deutschland im Jahr 2010 zwei Todesfalle gezahlt, die direkt mit dem alleinigen Konsum von ,,Ecstasy" in Verbindung standen, in vier weiteren Todesfallen war ,,Ecstasy" in Kombination mit anderen Drogen involviert. Im Jahr 2013 wurden drei Todesfalle im direkten Zusammenhang mit ,,Amphetaminderivaten" gezahlt, wobei MDMA nicht gesondert ausgewiesen wurde, 2014 lag die entsprechende Zahl ebenso wie im Vorjahr bei drei Todesfallen, 2015 bei sechs Todesfallen, 2016 bei zwei Todesfallen und 2017 bei vier Todesfallen. MDMA hat ein gewisses psychisches Abhangigkeitspotenzial. Allerdings entwickelt sich im Unterschied zu Alkohol, Cannabis, Kokain oder Opiaten in solchen Fallen nur ausserst selten ein taglicher Konsum der Droge, was mit dem Wirkspektrum der Droge in Verbindung gebracht werden kann. Haufiger entwickelt sich eine Abhangigkeit in direktem Zusammenhang mit dem ublichen Setting, in dem die Droge genommen wird - z. B. Technoparty-Umfelder - etwa, wenn die Wochenenden bereits donnerstags beginnen und erst montags wieder enden und sich die Person in dieser Zeit im Partyambiente ,,fallenlasst" bzw. ,,verliert". Innerhalb der ,,Szene" wird eine Pause von mindestens 4-6 Wochen zwischen den einzelnen Konsumvorgangen empfohlen und von manchen regelmassigen Konsumenten auch eingehalten, um wieder die volle Wirkung empfinden zu konnen. Viele Konsumenten gehen davon aus, dass sie reines MDMA konsumieren, wenn sie ,,Ecstasy"-Pillen oder Molly zu sich nehmen. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Eine der Gesundheitsgefahren des MDMA-Konsums besteht in der ungewollten Aufnahme einer schwankenden Menge, unbekannter Streckungsmittel oder ganzlich anderer Mittel, die als ,,Ecstasy" oder Molly verkauft werden. Nicht nur bei vorgeschadigten, sondern auch bei gesunden Personen kann eine Uberdosierung mit MDMA oder der Mischkonsum mit anderen Drogen, besonders gefahrlich mit Methamphetamin, in sehr seltenen Fallen zu einem akuten Herzversagen fuhren, da MDMA (wie die meisten Amphetaminderivate) ein Calciumantagonist (Calciumkanalblocker) ist. Das heisst, MDMA ist eine Substanz, die den Einstrom von Calcium in die Zellen hemmt und damit die elektromechanische Koppelung im Zellsystem stort. Dies fuhrt zur Verminderung des Tonus (Anspannungszustandes) der Gefassmuskulatur und der Kontraktilitat (Fahigkeit, sich zusammenzuziehen) des Herzmuskels. Vergleichsweise verbreitet - obwohl riskant - ist der Mischkonsum mit Alkohol, laut einer nicht-reprasentativen Umfrage sogar in uber der Halfte der Falle. Dies fuhrt zu einer starkeren Belastung von Leber und Niere und trocknet den Korper weiter aus. Zudem kommt es hierdurch leichter zu Warmestaus und gefahrlichen Uberhitzungserscheinungen. Ausserdem werden die negativen Effekte des ,,Runterkommens" durch Mischkonsum mit Alkohol weiter verstarkt, die klaren und entaktogenen Wirkungen hingegen vermindert. Insbesondere wenn MDMA nicht kristallin, sondern in Pillenform konsumiert wird, besteht die Gefahr einer Uberdosierung mit den im Folgenden beschriebenen negativen Reaktionen, da die Menge des Wirkstoffs grundsatzlich nicht sicher bekannt ist, sofern keine chemische Analyse einer Pille durchgefuhrt wird. In der Praxis liegt die Konzentration oft bei 50-150 mg pro Tablette, sofern uberhaupt wirklich MDMA enthalten ist (s. o.). Der Konsument hat aber in der Praxis kaum eine Chance, die in gewissen Kreisen empfohlene Menge von 1,3 (fur Frauen) bis 1,5 mg (fur Manner) MDMA pro kg Korpergewicht korrekt zu dosieren, sofern er eine Pille konsumiert. Zu der Frage, welche Uberdosis mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zum Tod fuhrt, gibt es unterschiedliche Angaben, die von dem 5-fachen bis zum 20-fachen der ,,regularen Dosis" reichen, welche wiederum von Gewicht und Verfassung des Konsumenten abhangt. 2013 verstarb in Grossbritannien ein 15-jahriges Madchen nach dem Konsum von 500 mg MDMA. Die grosste akute Gefahr beim Konsum ist Uberhitzung, da MDMA entwassernd und temperatursteigernd wirkt. Intensives Tanzen verstarkt den Effekt der Uberhitzung, und der Konsument nimmt die Warnsignale des Korpers nicht richtig oder zumindest abgeschwacht wahr. Die Korpertemperatur kann auf gefahrliche 40 bis 42 degC steigen, was schlimmstenfalls zu Organversagen und in Konsequenz zu Koma oder sogar Tod fuhren kann. Dem kann in der Theorie vergleichsweise leicht durch regelmassiges Trinken und das Einlegen von Pausen entgegengewirkt werden. Da jedoch das Durstgefuhl stark vermindert oder komplett ausgeschaltet ist und ein gewisser Bewegungsdrang besteht (s. o. ,,Korperliche Wirkung"), wird dies von unerfahrenen Konsumenten oft nicht oder falsch durchgefuhrt. Die Aufnahme von zu viel Wasser kann wiederum zu einer Hyperhydratation fuhren. Mittlerweile sind daher todliche Falle von MDMA-Konsum sowohl in den USA als auch in Europa beobachtet worden. MDMA kann eine akute Senkung des Natriumspiegels im Blut bewirken (,,Ecstasy-induzierte Hyponatriamie"). Diese seltene, aber gefahrliche Nebenwirkung kann Ubelkeit, Verwirrtheit oder einen epileptischen Anfall zur Folge haben. Bei Patienten mit diesem Symptom endet einer von funf Fallen todlich. Der Mechanismus dieser Nebenwirkung ist nicht vollstandig verstanden, wird aber vermutlich durch MDMA selbst ausgelost. Die Nebenwirkung wird durch das weibliche Hormon Ostrogen verstarkt, daher tritt der Effekt bei Frauen haufiger auf. MDMA-induzierte Hyponatriamie wird in leichten Fallen durch die Gabe von Diuretika oder der Limitierung der Flussigkeitszufuhr behandelt, in schweren Fallen wird dem Patienten eine isotonische Salzlosung verabreicht, um das Elektrolytgleichgewicht wiederherzustellen. 2009 gab es uberzeugende Hinweise, dass selbst bei abstinenten ehemaligen Konsumenten ein erhohtes Risiko fur ein Schlafapnoe-Syndrom besteht. Das Risiko von Defiziten bei kognitiven Leistungen und beim Gedachtnis, dem sich MDMA-Konsumenten moglicherweise aussetzen, ist Gegenstand andauernder Forschung. Es existieren Studien, die einen Zusammenhang zwischen dem Konsum und entsprechenden Defiziten in Teilbereichen als belegt ansehen, so beispielsweise zwei gross angelegte Langsschnittstudien im Format von prospektiven Kohortenstudien in Amsterdam (2007) und Koln (2013). Die Relevanz dieser beiden Studien wird in einer systematischen Ubersichtsarbeit von 2013 durch eine detaillierte Beschreibung hervorgehoben. Die prospektive Langsschnittstudie von Halpern et al. (2011) konnte hingegen keine signifikanten, auf MDMA-Konsum ruckfuhrbaren negativen kognitiven Effekte ermitteln. Hermle et al. (2018) berucksichtigen die widerspruchlichen Ergebnisse der prospektiven Langsschnittstudien und halten in ihrer Ubersichtsarbeit fest: - L. Hermle, F. Schuldt: MDMA. In: M. von Heyden, H. Jungaberle, T. Majic (Hrsg.): Handbuch Psychoaktive Substanzen. 2018. In einer 2009 veroffentlichten Metastudie wurde eine Anzahl an Studien, die die neurotoxischen Effekte von MDMA-Konsum untersuchen, ausgewertet. Einerseits kamen die Autoren zu dem Schluss, dass nur ein geringer Anteil der Arbeiten eine methodisch ausreichende Qualitat aufweist. Andererseits wurden auch in den qualitativ hochwertigen Studien meist neurotoxische Folgen ausgewiesen, wobei die klinische Signifikanz im jeweiligen Einzelfall schwanken konne, im Durchschnitt die Defizite aber ,,wahrscheinlich relativ klein" seien. Auch die Autoren der niederlandischen Langsschnittstudie (s. o.) sprechen davon, dass trotz gemessener Defizite der Drogenkonsumenten, deren Leistung ,,noch im normalen Bereich" und die unmittelbare klinische Relevanz ,,begrenzt" sei - wobei langfristige Konsequenzen jedoch nicht ausgeschlossen werden konnten. In einer weiteren systematischen Ubersichtsarbeit von 2013 wurden folgende neurotoxischen Schaden aufgefuhrt: Demnach schadigt MDMA serotonerge Nervenendigungen (Axonterminale) im Striatum, Hippocampus und prafrontalen Cortex. Bei Nagetieren, nicht-menschlichen Primaten, und Menschen bleiben derartige Schaden uber mindestens zwei Jahre bestehen. Es wurden Hinweise aufgezeigt, dass MDMA die Anzahl der GABAergen Interneuronen im Hippocampus vermindert. Die neurotoxischen Schaden wurden dem abweichenden Verhalten von MDMA-Konsumenten - auch wahrend ihrer Abstinenz-Zeiten - zugeordnet, wie verminderte Leistungen bei Gedachtnis, Aufmerksamkeit, Verhaltenssteuerung und Impulskontrolle (Exekutive Funktionen). Eine umfassende Metaanalyse von 2016 auf der Grundlage von 39 Einzelstudien fand einen geringen Effekt von MDMA auf die exekutiven Funktionen, die als Entsprechung zu den neurotoxischen Wirkungen in serotonergen Nervensystemen gewertet wurden:
- C. A. Roberts, A. Jones, C. Montgomery: Meta-analysis of executive functioning in ecstasy/polydrug users. 2016. Auch konnte nicht ausgeschlossen werden, dass z. B. Alkohol oder andere Drogen fur die Defizite der exekutiven Funktionen verantwortlich waren:
- C. A. Roberts, A. Jones, C. Montgomery: Meta-analysis of executive functioning in ecstasy/polydrug users. 2016. Nach Hermle et al. (2018) sind zumindest bei starken Konsumenten langerfristige Schadigungen des zentralen serotonergen Systems nach derzeitigem Wissenstand wahrscheinlich. Aus Tierversuchen ist bekannt, dass chronische Gaben hoherer MDMA-Dosen zu pathologischen Veranderungen an Serotonin-Neuronen fuhren. Einer Untersuchung aus dem Jahr 2001 zufolge scheint nicht-metabolisiertes MDMA dabei nicht zellzerstorend zu sein. Mehrere Studien an Menschen mit verschiedenen bildgebenden Verfahren zeigten langfristige Storungen der Serotonin-Systeme. Die degenerative Wirkung auf das Hirngewebe kann durch mehrere parallele Mechanismen verursacht sein. So konnen Abbauprodukte des MDMA (unter Offnung der Methylenbrucke) zellgiftige Eigenschaften haben. Des Weiteren kann es durch Aufnahme von Dopamin in Serotoninzellen zur Fehlmetabolisierung des Dopamins kommen, die zur Bildung des zellgiftigen 6-Hydroxydopamin fuhrt. Auch legen Versuche mit Ratten nahe, dass der hyperthermische Effekt von MDMA mitunter die neurotoxischen Schaden stark ansteigen lasst. Dasselbe gilt auch fur eine erhohte Raumtemperatur, wie sie z. B. in Diskos und Clubs vorzufinden ist. Studien mit Mausen und Ratten zeigten, dass Tetrahydrocannabinol, sowie das kunstliche Cannabinoid CP 55,940, den hyperthermischen Effekt von MDMA vollstandig unterbinden. Die dabei hervorgerufene Hypothermie vermindert neurotoxische Schaden. Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie beim Menschen zeigte jedoch die entgegengesetzte Wirkung. Zwar war der Hohepunkt der MDMA-bedingten Temperaturerhohung durch die Zugabe von Cannabis um circa 45 Minuten verzogert, er war jedoch gleich hoch. Ein deutlicher Verstarkungseffekt durch Cannabis war dadurch gegeben, dass das MDMA-bedingte Temperatur-Maximum nunmehr langer als 2,5 Stunden (Ende der Messungen) anhielt, wahrend es ohne Zugabe von Cannabis bereits nach 45 Minuten abgesunken war und nach weiteren 2,5 Stunden ganz auf den Ausgangswert vor der MDMA-Einnahme zuruckgegangen war. Mehrere, gezielt auf Gedachtnisleistungen fokussierende Studien deckten bei MDMA-Konsumenten statistisch signifikante Defizite bei allen Gedachtnisarten und in Abhangigkeit vom Ausmass des Konsums auf. Die Beeintrachtigungen korrelieren im Allgemeinen mit der Dauer und der Haufigkeit des MDMA-Konsums, dennoch konnen prinzipiell nicht nur starke Konsumenten, sondern auch relativ moderate Gelegenheitskonsumenten davon betroffen sein. Gewisse Arzneimittelwechselwirkungen mit MDMA stellen ein besonderes hohes Gesundheitsrisiko dar. Insbesondere einige Virustatika wie der HIV-Proteaseinhibitoren Ritonavir oder der Reverse-Transcriptase-Inhibitor Delavirdin fuhren zur starken Erhohung des MDMA-Plasmaspiegels, der ausser einem verlangerten Rauschzustand eine lebensbedrohliche Intoxikation verursachen kann. Das Schmerzmittel Tramadol (Opioid-Analgetika) wirkt ebenfalls auf den Haushalt von Serotonin und Noradrenalin. Bei zeitlich abgesetztem Konsum eines entsprechenden Medikaments und MDMA kann es zur Wirkungsverstarkung sowohl des MDMA als auch des Medikaments kommen, die ebenfalls einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen kann. Ein besonderes Risiko besteht in der Kombination mit MAO-Hemmern, die in Medikamenten wie Antidepressiva (Moclobemid) und Dopaminergika bei Parkinson-Krankheit (Selegilin) sowie in der psychoaktiven Substanz Harmalin (Komponente der halluzinogenen Droge Ayahuasca) enthalten sind. Da MAO-Hemmer die Wirkung von zusatzlichen Auslosern von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin, zu denen MDMA zahlt, in erheblichem und unvorhersehbarem Masse verstarken, besteht hier ein unkalkulierbares Risiko, gerade auch in Kombination mit Ayahuasca wegen dessen MAO-Hemmer Harmalin. Typische Folgen der Kombination sind Erscheinungen des Serotoninsyndroms, die durch Storung der Steuerung der Atemmuskulatur bis zum Tode fuhren konnen. Da manche MAO-Hemmer uber Tage nachwirken, ist bei ihrem Absetzen eine Frist von zwei Wochen vorgeschrieben, bevor wechselwirkende Medikamente genommen werden konnen. MDMA wurde mit der Zweiten Betaubungsmittelrechts-Anderungsverordnung mit Wirkung zum 1. August 1986 in die Anlage I des deutschen Betaubungsmittelgesetzes aufgenommen. Seither ist MDMA in Deutschland weder verkehrs- noch verschreibungsfahig. Das bedeutet auch, dass fur MDMA vom Gesetzgeber die medizinische Nutzen-Risiko-Abwagung als negativ eingestuft wurde und fur den legalen Arzneimittelverkehr nicht mehr in Frage kommt. Die Aufnahme in das Betaubungsmittelgesetz (BtMG) geschah im Einklang mit internationalen Abkommen. Herbert Rusche, ein damaliger Bundestagsabgeordneter der Grunen, reichte folgende Anfrage an die Bundesregierung ein: ,,1. Welche profunden Erkenntnisse bewegten die Bundesregierung dazu, MDMA unter Anlage 1 des BtMG einzuordnen?" Die Antwort des zustandigen Ministeriums lautete:
Da sich das deutsche Betaubungsmittelgesetz im Wesentlichen auf chemische Inhaltsstoffe von Rauschmitteln bezieht, wurden Abwandlungen der Wirkstoffe haufig gewerblich vermarktet. Sie galten so lange als legal, bis eine Revision des Betaubungsmittelgesetzes stattgefunden hatte. Dieses Phanomen sorgte wiederum dafur, dass jedes Jahr eine ganze Reihe neuer Substanzen in das Betaubungsmittelgesetz aufgenommen wurde. Deshalb wurde 2016 das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz eingefuhrt. Unabhangig von den Verboten des BtMG ist das Fahren von Kraftfahrzeugen unter MDMA-Einfluss gem. SS 24a StVG ordnungswidrig, im Falle einer daraus resultierenden Fahruntuchtigkeit ist das Fuhren von Fahrzeugen oder Kraftfahrzeugen strafbar gem. SS 316 StGB. Im Gegensatz zu Cannabis gibt es betreffend MDMA praktisch keine wahrnehmbare offentliche Debatte uber eine mogliche Legalisierung. Wenn uberhaupt, dann beziehen sich entsprechende Forderungen meist auf eine mogliche Verwendung in der Psychotherapie. Eine entsprechende Petition an den Deutschen Bundestag war nicht erfolgreich. Im Vereinigten Konigreich sind entaktogene Amphetamine wie MDA, MDEA und das MDMA seit 1977 illegal und der Kategorie der Drogen zugeordnet, deren Handel und Konsum am scharfsten sanktioniert wird. In der Schweiz sind Herstellung, Handel, Verarbeitung und Konsum von MDMA verboten (Art. 19a, BtMG). Besitz von geringen Mengen und eigener oder gemeinsamer Konsum durch Erwachsene ist nicht strafbar (Art. 19b, BetmG). Das Fuhren eines Fahrzeuges ist verboten. Widerhandlung fuhrt zu mindestens dreimonatigem Fuhrerausweis-Entzug. Seit 2014 sind Ausnahmebewilligungen fur MDMA-unterstutzte Therapien moglich. Siehe Suchtmittelgesetz (Osterreich). 2015 startete in den Niederlanden die Jugendorganisation der Partei Democraten 66 eine Unterschriftenaktion zur Entkriminalisierung von MDMA. Als weltweit erstes Land erlaubte Australien zum 1. Juli 2023 die Verschreibung von MDMA durch Psychiater mit einer speziellen Berechtigung zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsstorungen. Seit Januar 2023 ist in der kanadischen Provinz Alberta die Nutzung von MDMA zu medizinischen Zwecken im Rahmen der Psychotherapie mit Psychedelika legal. Im ganzen Land ist die limitierte Herausgabe auf Antrag beim Gesundheitsministerium moglich. Ab Anfang der 1980er erlangte MDMA eine gewisse Bekanntheit. In dieser Zeit war die Droge noch immer legal. In den USA konnte MDMA als Ecstasy zum Teil in Bars und Apotheken gekauft werden. Die schnelle Ausbreitung des Konsums der Droge war der Grund, warum MDMA schliesslich in den USA verboten wurde. Noch 1985 wurde die US-Behorde Drug Enforcement Administration (DEA) von Konsumenten verklagt, weil sie Ecstasy verbieten wollte. Diese Auseinandersetzung war mitverantwortlich fur eine grosse Popularitat und Verbreitung der Droge. Der US-Kongress erliess aber ein Gesetz, welches der DEA erlaubte, nahezu jede Droge, von der sie eine Gefahrdung der Gesundheit erwartete, einstweilig zu verbieten. Seit dem 1. Juli 1985 ist MDMA in den Vereinigten Staaten illegal. Psychotherapeuten, die einen grossen therapeutischen Nutzen der Substanz erwarteten, wollten erreichen, dass MDMA zumindest als Medikament fur die Psychotherapie eingesetzt werden kann und dass es auch weiterhin erforscht werden darf. Die DEA entschied damals anders und ordnete MDMA dauerhaft in die strengste Kategorie (Schedule 1) fur Drogen ein. 2017 wurde die Forschung daran wieder zugelassen. Die Mitgliedsstaaten der UN unterzeichneten 1971 die Konvention uber psychotrope Substanzen, dabei folgten sie den Empfehlungen des Suchtstoffkontrollrats der UNO (INCB). Unter dem Druck der USA wurde MDMA dann 1986 in den Anhang 1 der Konvention aufgenommen.
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