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< Back | Wikipedia | Home | Dark Mode Java (Insel)Java, indonesisch Jawa (nach alter Schreibweise Djawa; Aussprache: [dZawa], im Deutschen zumeist ['ja:va]) ist neben Sumatra, Borneo und Sulawesi eine der vier Grossen Sundainseln. Die Insel gehort vollstandig zur Republik Indonesien, auf ihr liegt auch die grosste Stadt und ehemalige Hauptstadt Indonesiens, Jakarta. Java liegt im Tropengurtel zwischen etwa 6deg Sud/105deg Ost und etwa 9deg Sud/115deg Ost sudlich von Borneo und ostlich von Sumatra im Indischen Ozean. Die Insel hat eine Flache von 126.650 Quadratkilometern - mit kleineren vorgelagerten Inseln wie Madura sind es 132.107 Quadratkilometer. Java hat etwa 152 Millionen Einwohner (Stand 2020), mehr als jede andere Insel der Erde. Mit uber 1100 Einwohnern je Quadratkilometer ist die Bevolkerungsdichte eine der hochsten der Welt. Auf Java befindet sich die ehemalige Hauptstadt der Inselrepublik Indonesien, Jakarta, mit (2019) 10,5 Millionen Einwohnern. Jakarta dehnt sich in der Flache immer weiter aus und wachst mit den Nachbarstadten Bogor, Depok, Tangerang und Bekasi zusammen, wofur inzwischen der Kunstbegriff ,, Jabodetabek", zusammengesetzt aus den Anfangssilben der Namen der funf Stadte, gebrauchlich wurde. Das Wetter ist vom Monsun gepragt, der aus unterschiedlichen Richtungen kommt. Die Insel ist ausserordentlich fruchtbar. Im Westen finden sich noch kleinere Dschungelflachen, wahrend es nach Osten zu allmahlich trockener wird. Freie Flachen sind weitgehend kultiviert, wobei von Kaffee uber Tabak und Mais zahlreiche Ackerbauprodukte gewonnen werden. Beherrschend aber ist der Reisanbau mit grossen Feldern und Reisterrassen. Es gibt mehrere Flusssysteme, die bei den teilweise uber 3000 Meter hohen Vulkanen entspringen. Der Solo ist mit etwa 600 Kilometern der langste Fluss. Weitere grossere Flusse sind der Serayu und der Progo. Neben den zu beobachtenden unterschiedlichsten Erscheinungsformen der Natur (Dschungel, Savannen, Mangrovensumpfen, einer Reihe teils aktiver Vulkane und Kraterseen), zeugen zahlreiche Tempelanlagen auf Java von einer wechselvollen Kulturgeschichte vor der Kolonialzeit. Die bedeutendsten sind der buddhistische Tempel von Borobudur sowie der hinduistische Tempel von Prambanan. Neben Madura im Nordosten gibt es weitere, Java vorgelagerte Inseln. Bawean, die Karimunjawa-Inseln und Kepulauan Seribu befinden sich nordlich. In der Sundastrasse im Westen liegen Panaitan, Sangiang und Krakatau, eine Vulkaninsel. Die benachbarten Legundi, Sebuku und Sebesi liegen naher an Sumatra. Auf der Insel lebte bis in die 1980er Jahre noch der Java-Tiger (Panthera tigris sondaica). Das vom Aussterben bedrohte Java-Nashorn (Rhinoceros sondaicus) kommt noch im Nationalpark Ujung Kulon im Sudwesten der Insel vor. Administrativ ist Java in die Provinzen Banten, Jawa Barat (Westjava), Jawa Tengah (Zentraljava), Jawa Timur (Ostjava) und das autonome Furstentum Yogyakarta unterteilt. Die Stadt Jakarta untersteht unmittelbar der Zentralregierung. Auf der dichtbesiedelten Insel gibt es zahlreiche grosse Stadte:
Java befindet sich, zusammen mit der grosseren nordwestlichen Nachbarinsel Sumatra und den kleineren ostlich gelegenen Inseln, am Sundagraben (auch Sundarinne). Der Sundagraben wiederum stellt die Subduktionszone nordlich der Australischen Platte dar. Wahrend der letzten Eiszeit war Java mit dem Festland verbunden und Teil des Sundalandes. Java, selbst fast zur Ganze vulkanischen Ursprungs, ist Teil des Sundabogens, einem Vulkangurtel, der von vielen Geologen zum Pazifischen Feuerring gerechnet wird (siehe Begrenzung des Pazifischen Feuerrings). Auf der Insel gibt es daher 38 teils erloschene, teils noch aktive Vulkane; in ganz Indonesien belauft sich die Zahl der aktiven Vulkane auf etwa 130. Zu den bekanntesten Vulkanen zahlen der Bromo (2329 Meter) und der Merapi (ca. 2985 Meter), der als einer der gefahrlichsten Vulkane der Welt gilt. Sudlich des Tengger-Gebirges mit dem Bromo erhebt sich der hochste Berg Javas, der 3676 Meter hohe tatige Vulkan Semeru. Neben Vulkanismus kommt es auf Grund der geologischen Gegebenheiten auch haufig zu Erdbeben. Das letzte schwere Beben war jenes von Yogyakarta am 27. Mai 2006 mit der Starke 6,3 auf der Momenten-Magnituden-Skala. Das Hypozentrum lag nach Angaben des USGS etwa 20 Kilometer sudostlich der Stadt Yogyakarta in einer Tiefe von circa zwolf Kilometern. Das Hauptbeben, gefolgt von mehr als 1000 Nachbeben bis zu einer Starke von bis zu 5,2, kostete nach Angaben der UNO vom 5. Juni 2006 annahernd 5800 Menschen das Leben, bis zu 57.800 wurden verletzt, mehr als 130.000 Hauser wurden zerstort oder schwer beschadigt und bis zu 650.000 Menschen wurden obdachlos. Am schwersten betroffen war die Stadt Bantul, wo allein etwa 2400 Menschen starben und vier Funftel der Gebaude zerstort wurden. Schwer beschadigt wurde auch die Tempelanlage Prambanan, die vorerst fur Besucher geschlossen wurde. Der nahe gelegene Vulkan Merapi, der in den Wochen zuvor bereits verstarkt Aktivitaten gezeigt hatte, stiess kurz nach dem ersten Beben eine rund 3,5 Kilometer hohe Wolke aus Gasen und Asche aus. In den weiteren Tagen nach dem Beben verstarkte sich seine Aktivitat noch weiter um mindestens das Doppelte. Eine weitere Gefahr geht von Seebeben aus, die Tsunamis verursachen konnen. Das Seebeben vor Java am 17. Juli 2006 mit einer Starke vom 7,7 auf der Richterskala, dessen Epizentrum rund 400 Kilometer vor der Kuste lag, verursachte eine Flutwelle, die nach Augenzeugenberichten eine Hohe von bis zu vier Metern erreichte. Ihr fielen auch durch einsturzende Gebaude mehr als 660 Menschen zum Opfer, etwa 300 werden vermisst. Zudem wurden rund 30.000 Menschen obdachlos. Besonders schwer betroffen war der Ort Pangandaran, der vor allem bei Einheimischen als Urlaubsort beliebt ist. Im Mai 2006 bohrte die regionale Firma Lapindo im Kecamatan Porong ein etwa drei Kilometer tiefes Loch, um auf vermutetes Ol zu stossen. Jedoch entpuppte sich das Olvorkommen als ein unterirdisches Wasservorkommen, das sich nun als Schlammvulkan, eine grosse, 140 Grad Celsius heisse Schlammfontane, bemerkbar macht. Der Schlammvulkan Sidoarjo uberflutete bereits viele Dorfer und Stadte im Osten Javas. Versuche, den fauligen Schlick in Flusse zu leiten, schlugen bislang fehl. Geologen vermuten, dass es noch Jahre dauern konnte, bis sich das Wasservorkommen ausreichend geleert hat, sodass der Vulkan zum Versiegen kommt. Ob das uberhaupt geschehen wird, ist ausserdem umstritten. Der neueste Versuch besteht darin, die angebohrte Stelle des Wasservorkommens mit einer schweren Flussigkeit namens Micromax zu verschliessen. Dass die Insel Java bereits in prahistorischer Zeit besiedelt war, beweist der Fund des ,, Java-Menschen", einer Unterart des Homo erectus, die vom niederlandischen Anthropologen Eugene Dubois 1891 bei Trinil am Solo-Fluss in der Provinz Jawa Timur gefunden wurde. Im 1. Jahrtausend n. Chr. fassten Buddhismus und Hinduismus auf der Insel Fuss und verschmolzen mit Glaubensvorstellungen der ursprunglichen Bauernkultur. Mehrere Reiche bildeten sich, von denen die machtigsten Pajajaran und Majapahit waren. Letzteres wurde zwar 1304 vom Sultan von Ternate erobert, kam jedoch 1359 wieder in den Besitz des Monarchen Hayam Wuruk, der in der Folge langere Zeit als Kaiser die ganze Insel beherrschte. Wirtschaftlich profitierte Java von seiner Lage an wichtigen Seehandelswegen nach China. Kulturell blieben aber Ubernahmen aus Indien entscheidend. Eine parallele Entwicklung vollzog sich auf der Nachbarinsel Sumatra. Anfang des 15. Jahrhunderts kamen muslimische Handler aus dem vorderindischen Gujarat auf die Insel, und eine Konversion zum Islam begann. Zwar hatten die Portugiesen bereits 1579 erste Handelsverbindungen geknupft, sie wurden aber bald von den erstmals 1594 gelandeten Niederlandern verdrangt. Am 1. Juni 1619 eroberten die Niederlander Jakarta, das sie unter dem Namen Batavia zum Zentrum ihres Kolonialreiches in Asien machten. Auf Java selbst beschrankten sie sich vorerst auf die Herrschaft uber die Stadt. 1629 belagerte Sultan Agung von Mataram die niederlandische Kolonie, blieb aber erfolglos. Der javanische Adel fuhlte sich durch Agum ebenfalls bedroht und griff auf Waffenhilfe der technisch uberlegenen Niederlander zuruck. Als Gegenleistung mussten sie der Niederlandischen Ostindien-Kompanie (VOC) Land abtreten. Dadurch ubernahm die VOC im Verlauf des 17. Jahrhunderts die Kontrolle uber die ganze Insel. Java lag im Knotenpunkt der asiatischen Seerouten und erlaubte den Niederlandern dadurch eine weitgehende Kontrolle des Handels ausserhalb des von England dominierten Indien. Gleichzeitig mit der Durchsetzung der Kolonialherrschaft breitete sich auch der Islam auf Java aus. Popularitat gewann er vor allem, weil er von vielen Einheimischen als Gegengewicht zur Kultur der Europaer verstanden wurde. Auf der anderen Seite unternahmen die Niederlander kaum christliche Missionierungsversuche. Die Niederlander setzten Chinesen als Handler und Steuereintreiber ein, wodurch diese sich bei der einheimischen Bevolkerung unbeliebt machten. Auch zwischen Niederlandern und Chinesen wuchsen die Spannungen, weil die Kolonialherren die unkontrollierte Zuwanderung aus China zunehmend als Gefahr betrachteten. 1740 wurden tausende Chinesen in einem Pogrom in Batavia umgebracht. An den Morden beteiligten sich sowohl die lokale moslemische Bevolkerung als auch die niederlandischen Kolonialtruppen. Ein Jahr spater gab die Kolonialverwaltung offiziell alle Chinesen auf Java zur Totung frei, was weitere Pogrome zur Folge hatte. Am Anfang des 19. Jahrhunderts ubernahm der niederlandische Staat die direkte Kontrolle uber die Kolonie, nachdem die VOC am 31. Dezember 1799 fur insolvent erklart worden war, und verstarkte in Zusammenarbeit mit dem javanesischen Adel die wirtschaftliche Ausbeutung der Landbevolkerung. Nach dem Britisch-Niederlandischen Krieg um Java im Spatsommer 1811 fiel die Insel an die Briten, wurde jedoch nach Ende der Napoleonische Kriege wieder an die Niederlande zuruckgegeben. 1825 bis 1830 kam es zu einem Volksaufstand gegen die Niederlander wegen einer neuen Abgabe, die die Einheimischen auf die Reisernte entrichten mussten. Den Kampfen im sogenannten Javakrieg fielen uber 200.000 Javaner und 8.000 Europaer zum Opfer. 1830 wurde das sogenannte cultuurstelsel eingefuhrt. Statt Pacht zu zahlen, sollten die Bauern nunmehr ein Funftel ihres Bodens zur Verfugung stellen, um auf diesem Land von der Regierung bestimmte Gewachse anzubauen. Zu diesem System gehorte auch, dass sie ihre Arbeitskraft 66 Tage im Jahr zugunsten der Regierung einsetzten. In der Praxis gingen die Belastungen fur die Bauern haufig weit uber die offiziellen Vorgaben hinaus. Die Waren wurden nach Europa verschifft und dort gewinnbringend verkauft. Dieses System kritisierte der niederlandische Schriftsteller und ehemalige Kolonialbeamte Eduard Douwes Dekker in seinem 1860 unter dem Pseudonym Multatuli veroffentlichten Buch Max Havelaar. Siehe auch: Serajoedal Stoomtram MaatschappijIm Zweiten Weltkrieg wurde die Insel im Marz 1942 von japanischen Truppen besetzt und blieb bis zur Kapitulation Japans okkupiert. Geschatzt 2,4 Millionen Bewohner starben wahrend dieser Zeit, unter anderem aufgrund einer katastrophalen Hungersnot 1944/45. Seit der Ausrufung der Unabhangigkeit ist Java mit der Landeshauptstadt Jakarta das Zentrum der Republik Indonesien. Neben der Amtssprache Bahasa Indonesia wird im mittleren und ostlichen Teil Javas die javanische Sprache gesprochen, im Nordosten ausserdem die maduresische Sprache. Im westlichen Teil Javas ist die sundanesische Sprache vorherrschend. In Java stellen Muslime die Bevolkerungsmehrheit. Java wurde im 15. und 16. Jahrhundert islamisiert, so dass heute rund 91 Prozent der Javaner und 97 Prozent der Sundanesen Muslime sind. Um 1815 schickten die Niederlande erstmals christliche Missionare nach Java. In der Folge traten viele Chinesen zum Christentum uber, ebenso einige wenige Javaner, die noch nicht den Islam angenommen hatten. Im Suden von Zentraljava gibt es einige christliche Gemeinden, deren Mitglieder grosstenteils zur chinesischen Minderheit gehoren. 58 Prozent der muslimischen Javaner bezeichnen sich als Abangan, das heisst, sie betrachten die Schari'a nicht als unmittelbar gultiges Gesetz. Die ubrigen sind Santri, die eine eher orthodoxe Auslegung des Islams vertreten. Ursprunglich war auf Java die reisorientierte Landwirtschaft verbreitet. Wahrend der niederlandischen Kolonialherrschaft wurde die Plantagenwirtschaft (Zuckerrohr, Kautschuk, Tee, Kaffee und Chinin) eingefuhrt. Heute ist Java die am meisten entwickelte Insel in Indonesien, mit mehreren Industrie- und Geschaftszentren und einem ausgebauten Strassensystem und einem Eisenbahnnetz.
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