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IPython


IPython ist ein Kommandozeileninterpreter zum interaktiven Arbeiten mit der Programmiersprache Python. Es handelt sich nicht um eine blosse Erweiterung der in Python eingebauten Shell (siehe interaktive Benutzung von Python), sondern um eine Softwaresuite zum Entwickeln und Ausfuhren von Python-Programmen. Funktionen wie Introspektion, Befehlszeilenerganzung, Rich-Media-Einbettung und verschiedenen Frontends (Terminal, Qt-basiert oder browserbasiert) ermoglichen es, Python-Anwendungen mit einem Komfort zu entwickeln, wie man ihn von Software wie Matlab oder Mathematica kennt. IPython kann auch als integrierte Entwicklungsumgebung betrachtet werden. Tatsachlich handelt es sich bei IPython um ein Client-Server-Framework, welches fur High-Performance-Rechnungen durch Parallelrechner verwendet werden kann.

IPython wurde 2001 von Fernando Perez entwickelt, es entstammt der Domane des wissenschaftlichen Rechnens. Da er aus Mathematica ein Notebook kannte und er dies in Python vermisste, fing er an eines fur Python zu programmieren.

Die Integration von Matplotlib in die Notebookoberflache macht es zu einem Open-Source-Konkurrenten fur die verbreitete Numerik-Software Matlab, weswegen man die Kombination von IPython mit Matplotlib oft auch als Pylab bezeichnet.

Eine Besonderheit bei IPython ist der Einbau der Messagequeue OMQ (vgl. Message Oriented Middleware). So trennt die Architektur von IPython klar das Backend als die Recheneinheit, etwa der Python-Interpreter, von dem Frontend als Darstellungsebene. Diese Trennung erlaubt es, IPython weitgehend universal fur verschiedene Backends (oft auch Kernel genannt) und Frontends zu verwenden. Mithilfe des eventbasierten Python-Webservers Tornado und WebSockets stellt eine Weboberflache ein mogliches Frontend dar. Dies erlaubt es, IPython im modernen Web (Web 2.0) flexibel einzusetzen.

IPython ist dokumentenorientiert. Ein IPython-Dokument wird, wie in dem wissenschaftlichen Umfeld ublich, als Notebook bezeichnet. Ein Notebook ist eine JSON-Datei, die eine geordnete Liste von Eingabe- und Ausgabezellen enthalt, welche Code, Plain text, LaTeX-Ausgaben, Plots und diverse Medienformate darstellen kann. Damit unterscheidet sich ein IPython-Notebook grundsatzlich etwa von einem einfachen Python-Script, welches (in der Regel) nur Code enthalt.

Beginnend mit Version 4.0 wurde das Projekt insgesamt aufgeteilt und weiter modularisiert. IPython wird fortan nicht langer als einzelnes, monolithisches Paket vertrieben, sondern begrenzt sich nun auf die an Python gebundenen Kernkomponenten. Samtliche sprachunabhangige Module (wie das Notebook, die Qtconsole und die Messagequeue) wurden dagegen in ein neues Projekt namens Jupyter ausgelagert und konnen so zukunftig auch unabhangig von IPython genutzt und aktualisiert werden.

  1. | ipython 9.11.0. 5. Marz 2026 (abgerufen am 5. Marz 2026).
  2. | The ipython Open Source Project on Open Hub: Languages Page. In: Open Hub. (abgerufen am 19. Juli 2018).
  3. | ipython.org. (abgerufen am 20. Juli 2017).
  4. | Fernando Perez: The IPython notebook: a historical retrospective. Abgerufen am 28. November 2019 (englisch).
  5. | IPython-4-Release schliesst Projektmodularisierung ab, Bericht auf heise.de vom 12. August 2015; abgerufen am 20. August 2015.
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