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< Back | Wikipedia | Home | Dark Mode BaseballDieser Artikel behandelt den Sport. Zu dem dabei verwendeten Ball siehe Baseball (Sportgerat). Baseball ist ein Schlagballspiel mit zwei Mannschaften. Die Verteidiger bringen einen Ball ins Spiel, den die Angreifer mit einem Schlager treffen mussen. Wurde der Ball erfolgreich getroffen, konnen die Angreifer durch das Ablaufen von vier Laufmalen (bases) Punkte erzielen. Die Verteidiger versuchen dies zu verhindern, indem sie den geschlagenen Ball vorher zum Laufmal werfen. Das amerikanische Baseball ist aus europaischen Schlagball-Varianten des 18. Jahrhunderts hervorgegangen. Auswanderer brachten das Spiel in die Vereinigten Staaten, wo ab Mitte des 19. Jahrhunderts die heutigen Regeln entwickelt wurden. Die wirtschaftlich starkste Profi-Liga der Welt ist die nordamerikanische Major League Baseball (MLB) mit einem Umsatz von uber 10 Milliarden US-Dollar. Daruber hinaus geniesst Baseball vor allem in Teilen Lateinamerikas und Ostasiens Popularitat. Es folgen die wichtigsten Regeln und eine Zusammenfassung des Spielprinzips. Mehr Details enthalt der Artikel Baseballregeln. Das Spiel Brennball ist eine stark vereinfachte Variante von Baseball und kann als Ausgangspunkt fur das Verstandnis des Baseballs dienen. Auch Cricket ist, trotz vieler Abweichungen im Detail, relativ eng mit dem Baseball verwandt. Die Regeln des modernen Baseball-Spiels lassen sich auf ein Regelwerk zuruckfuhren, das Alexander Cartwright unter dem Titel Rules & Regulations of the Recently Invented Game of Base Ball as adopted by the Knickerbocker Base Ball Club on September 23, 1845 verfasste. Baseball wird von zwei Teams zu je neun Spielern gespielt. Mehrfach abwechselnd hat ein Team das Schlagrecht (Offense) und kann Runs (Punkte) erzielen, wahrend das andere Team in der Verteidigung (Defense) das Feld verteidigt und den Ball schnell unter Kontrolle zu bringen versucht. Ziel des Spiels ist es, mehr Runs zu erzielen als der Gegner. Die Spieler der Offense versuchen, den von der Defense geworfenen Ball zu schlagen und anschliessend gegen den Uhrzeigersinn den nachsten sicheren Standpunkt (Base) zu erreichen. Wenn die Spieler der Defense den Ball schneller unter Kontrolle bringen, konnen sie dies verhindern und der Spieler der Offense scheidet aus. Wenn ein Spieler der Offense den Ball nicht trifft oder sich nicht auf einer Base befindet, kann er durch Beruhrung mit dem Ball aus dem Spiel genommen werden (out). Ein Run wird erzielt, wenn ein Spieler der Offense alle drei Bases passiert und seinen Ausgangsstandpunkt (Home Plate) wieder erreicht hat. Wenn vom Team der Offense drei Spieler out sind, wechseln beide Mannschaften. Ein Durchgang (eine Mannschaft spielt Offense und Defense) wird als Inning bezeichnet. Nach neun Innings endet das Spiel. - Hauptartikel: BaseballfeldDas Spielfeld besteht aus zwei Teilen und wird in der Regel durch eine Umzaunung begrenzt. Das so genannte Fair Territory hat normalerweise etwa die Form eines Viertelkreises, dessen gerade Kanten als Seitenauslinien (Foul Lines) zwischen 90 und 120 Meter lang sind. Der Bereich ausserhalb der Foul Lines wird als Foul Territory bezeichnet (in der nebenstehenden Zeichnung blau dargestellt). Die meisten Aktionen finden im Infield statt (in der Zeichnung oliv), einem Quadrat in der Spitze des Viertelkreises von 90 Fuss (27,43 m) Kantenlange, dessen Ecken durch die drei Bases und die Home Plate markiert sind. Der Rest des Fair Territory heisst Outfield (in der Zeichnung grun dargestellt). Die Amerikaner nennen das Spielfeld wegen der Rautenform des Infields auch Diamond (Diamant, Raute, Karo bei Spielkarten). Ein Spielabschnitt heisst Inning und besteht aus zwei Half Innings (Top & Bottom). Dabei ist im ersten Halbinning immer die Auswartsmannschaft Offense. Im zweiten Halbinning ist dann die Heimmannschaft am Schlag. Beide Mannschaften durfen dabei in ihrem offensiven Halbinning jeweils so lange schlagen, bis drei ihrer Spieler 'out' sind. Die Spieler der Offense treten in einer vor dem Spiel von ihrer Mannschaft festgelegten und den Schiedsrichtern bekanntgegebenen Reihenfolge (Batting Order) einzeln gegen den Pitcher an. Die Batting Order ist als eine Rotation zu verstehen, das heisst nach dem neunten Spieler der Batting Order geht wieder der erste Spieler an den Schlag. Dabei wird die Batting Order am Beginn eines Halbinnings nicht von vorne begonnen, sondern es schlagt der Spieler, der auf der Liste unter dem zuletzt (im vorigen Inning) schlagenden Spieler seiner Mannschaft steht. (Ausnahme: Das dritte out war ein anderer Runner, z. B. durch Pick-off und der Batter selbst ist nicht out. In diesem Fall ist der Batter im nachsten Inning wieder am Schlag.) Ein Spiel besteht im Regelfall aus neun solcher Innings. Gemass der 10-Run-Rule, welche in vielen Ligen Anwendung findet, wird das Spiel bei zehn oder mehr Punkten Fuhrung am Ende eines Innings beendet, jedoch nicht fruher als zweieinhalb Innings vor dem regularen Ende. In anderen Ligen kann es 15-Run- und 20-Run-Rules geben. Fuhrt die Heimmannschaft am Ende des achten Innings und erzielen die Gaste in ihrem Teil des neunten nicht genugend Runs, um mindestens gleichzuziehen, so wird auf das zweite Halbinning - welches ohnehin nur noch Ergebniskosmetik liefern konnte - verzichtet, und das Spiel ist entschieden. Steht es nach der festgelegten Zahl von Innings unentschieden, so wird so lange jeweils um ein weiteres volles Inning verlangert (Extra Inning), bis eine Mannschaft gewinnt oder das Wetter, der Mangel an Pitchern oder auf unbeleuchteten Platzen die Dunkelheit zum Abbruch bzw. zur Unterbrechung des Spiels fuhren. In Japan und im Spring Training wird ein Spiel nach einer festgelegten Anzahl von Extra Innings als Unentschieden gewertet. In einigen Wettbewerben mit relativ grossen Unterschieden in der Spielstarke der beteiligten Mannschaften - darunter die Olympischen Spiele - wird ein Spiel vorzeitig beendet, wenn eine Mannschaft eine bestimmte Anzahl von Runs in Fuhrung liegt. Diese Regelung verhindert, dass die bessere Mannschaft ubermassig lange am Schlag bleibt, weil es der schlechteren Mannschaft nicht gelingt, innerhalb eines vernunftigen Zeitraums die notigen drei 'out' zu erzielen. In deutschen Ligen werden teilweise auch Double Header gespielt, also zwei Spiele hintereinander. Je nach Liga sind in Deutschland 2x5, 2x7, 1x7 oder 1x9 Innings ublich. Seit 2008 werden in der deutschen Bundesliga Double Header mit 2x9 Innings gespielt. In der US-amerikanischen Major League Baseball werden immer mindestens neun Innings gespielt (achteinhalb, wenn die Heimmannschaft in Fuhrung liegt). Wenn ein Spiel abgesagt oder unterbrochen wird, etwa aufgrund schlechter Wetterverhaltnisse, wird es an einem anderen Spieltag nachgeholt bzw. zu Ende gespielt, und zwar zusatzlich zu dem ursprunglich an diesem spateren Spieltag angesetzten Spiel (Double Header). Der Schiedsrichter entscheidet, ob ein Spiel wegen schlechter Wetterverhaltnisse oder aus anderen Grunden abgesagt oder unterbrochen wird. In den Baseball-Ligen unterhalb der Major Leagues (die so genannten Minor Leagues) werden Spiele hingegen unter bestimmten Umstanden, etwa bei schlechten Wetterverhaltnissen, vorzeitig beendet und die aktuell fuhrende Mannschaft zum Sieger erklart. Es mussen allerdings mindestens funf Innings gespielt worden sein (viereinhalb, wenn die Heimmannschaft in Fuhrung liegt), anderenfalls wird das Spiel auch hier unterbrochen und zu einem anderen Zeitpunkt fortgesetzt. Auch in den Minor Leagues werden abgesagte Spiele im Rahmen eines Double Headers nachgeholt, allerdings werden beide Spiele auf sieben Innings verkurzt. Wenn ein Spiel dagegen unterbrochen wird (dies geschieht beispielsweise dann, wenn weniger als funf Innings gespielt wurden, aber das Spiel aufgrund schlechter Wetterverhaltnisse nicht fortgesetzt werden kann), dann wird das unterbrochene Spiel an einem der darauf folgenden Spieltage zu Ende gespielt, und danach findet das ursprunglich angesetzte Spiel in voller Lange statt. In den Minor Leagues werden im Gegensatz zu den Major Leagues auch heute noch recht haufig Spiele wegen schlechten Wetters abgesagt oder unterbrochen. Dies liegt zum Teil daran, dass die Stadien schlechter ausgestattet sind (keine Uberdachung, schlechtere Beleuchtung, schlechterer Windschutz) oder die Spielfelder eine schlechtere Qualitat besitzen (der Boden weicht bei Regen leichter auf). Die Eintrittskarten der Zuschauer verlieren bei abgesagten Spielen nicht ihre Gultigkeit, sondern konnen fur den nachsten Spieltag eingelost werden. Im Mittelpunkt des Spiels steht das Duell zwischen einem Batter der Offense und dem Pitcher der Feldmannschaft. Die Spieler der Offense treten in einer vorher festgelegten Reihenfolge (Batting Order oder auch Lineup genannt) einzeln gegen den Pitcher an. Dieser versucht, den Ball aus gut 18 m so durch die Strike Zone zu seinem Catcher zu werfen, dass der Batter ihn mit seinem Schlager nicht oder nur schwach schlagen kann. Die Strike Zone ist der Bereich uber der 43 cm breiten Home Plate, der oben und unten durch Brust- und Kniehohe des Batters begrenzt ist. Gelingt es dem Pitcher, dreimal in die Strike Zone zu werfen, ohne dass der Batter den Ball trifft, ist der Batter out (sogenanntes Strike Out. Vom Schiedsrichter hort man in diesem Fall vielfach: ,,Strike three; he's out."). Fur einen Strike muss der Ball allerdings nicht vollig verfehlt werden. Der Pitcher bekommt auch einen Strike zugesprochen, falls der Batter ein Foul schlagt. Wenn der Batter den Ball gerade noch eben - meist von unten - leicht trifft und dieser dann ausserhalb des Spielfeldes aufkommt, etwa ausserhalb der Seitenlinien, hinter der Home Plate oder auf der Tribune, so ist dies ein Foul (dieser Begriff ist dabei nicht im Sinne einer Unsportlichkeit oder Regelwidrigkeit zu verstehen). Ein aus dem Stadion geschlagener Ball ist ebenfalls ein Foul, wenn er das Stadion nicht im Bereich des Spielfeldes, sondern links oder rechts davon verlassen hat. Der geschlagene Ball ist allerdings erst Foul, wenn er ausserhalb des Spielfelds den Boden beruhrt hat. Solange er sich in der Luft befindet, ist der Ball im Spiel und kann von einem Spieler der verteidigenden Mannschaft gefangen werden (Fly out). Dies kann zu spektakularen Situationen fuhren, wenn ein Spieler der verteidigenden Mannschaft bis zur Tribunenabsperrung lauft und hochspringt, um den Ball zu fangen, bevor er auf der Tribune landet. Eine wichtige Ausnahme dieser Regelung ist, dass ein Foul niemals als dritter Strike und somit als Strikeout zahlen kann. Schlagt der Batter beim Stand von zwei Strikes ein Foul, bleibt es bei zwei Strikes und der Wurf wird wiederholt. Gesondert behandelt wird allerdings der so genannte Foul tip. Ein Foul tip zahlt im Gegensatz zum Foul immer als Strike. Dieser wird gegeben, wenn der Batter den Ball nur hauchdunn trifft, sodass er in einer Linie in Richtung des Catchers weiterfliegt und dann direkt von diesem gefangen wird. Der Ball darf nur minimal abgelenkt werden und muss als erstes den Handschuh des Catchers beruhren. Fliegt der Ball durch einen starkeren Treffer dagegen in hohem Bogen in die Luft, bevor der Catcher ihn fangt, handelt es sich um ein Fly out. Trifft der Pitcher nicht in die Strike Zone, so ist dies ein Ball (englische Aussprache). Hat allerdings der Batter bei einem solchen Ball geschlagen und diesen nicht getroffen, so zahlt dies als Strike zu seinem Nachteil, obwohl die Strike Zone verfehlt wurde. Sieht der Batter indessen noch rechtzeitig, dass der Ball die Strike Zone verfehlt, und halt mit dem Schwung ein (Checked Swing), so bleibt der Wurf ein Ball. Der Schlager darf hierbei nur soweit geschwungen werden, bis er eine gerade Linie vom Batter weg darstellt. Da dies vom Home Base Umpire (Schiedsrichter) nicht immer klar gesehen werden kann, werden die 1st oder 3rd Base Umpires um ihr Urteil gefragt, da sie oft einen besseren Einblick auf den Schwung des Schlagers haben. Die Kunst des Pitchers besteht darin, den Ballen beim Wurf einen Effet mitzugeben (Curveball, Slider, Sinking Ball etc.), so dass es dem Batter erschwert wird, einzuschatzen, ob der Pitch regelgerecht ist. So erlebt man es haufig, dass der Batter seine Schlagbewegung anhalt, doch vom Schiedsrichter belehrt wird, dass der Ball die Strike Zone durchflog und er einen Strike passieren liess. Auch ein langsamer Wurf (Changeup) kann das Timing des Batters durcheinanderbringen, wenn er mit einem schnellen Pitch rechnet. Unterlaufen dem Pitcher gegen einen Batter vier Balls, so darf dieser auf die erste Base vorrucken. Das nennt man gemeinhin einen Walk oder korrekt Base on Balls; der Batter kann auf diesem Weg namlich gehend zur ersten Base kommen. Sollte dort schon ein Runner stehen, so darf dieser auf die zweite Base vorrucken, da auf jeder Base jeweils nur ein Spieler stehen darf. Sind alle Bases besetzt (Bases loaded), dann bringt ein Walk der Offense zugleich einen Punkt, da alle Runner eine Base weiterrucken, der Spieler auf der dritten Base also die Home Plate erreicht und somit einen Run erzielt. Nicht selten wird ein Walk auch absichtlich herbeigefuhrt und solch ein Intentional Walk eingesetzt, um einem als hochklassig bekannten Batter - mit hohem Trefferdurchschnitt (Batting Average) und vielen Home Runs - lieber keinen Schlag zu ermoglichen. Auf Zeichen seines Trainers (Manager) bewegt sich der Catcher, nachdem der Ball geworfen wurde, einen Meter neben die Home Plate und fangt dort vier vom Pitcher bewusst an der Homeplate vorbeigeworfene Balle. Die interessantesten Situationen entstehen dann, wenn der Batter den Ball trifft und zuruck ins Feld schlagt. Dadurch wird er zum Runner (Laufer) und muss zur ersten Base laufen. Wird sein geschlagener Ball von einem Feldspieler direkt aus der Luft gefangen (Fly Ball), ist der Schlagmann selbst sofort out (Fly Out). Dabei ist es unerheblich, ob der Ball im Fair- oder Foul Territory gefangen wurde. Andere Runner auf dem Feld, die bereits vor dem Fly Out ihre Base verlassen hatten, mussen zu dieser zuruckkehren und durfen diese erst verlassen und zur nachsten Base laufen, nachdem der Ball im Handschuh des Feldspielers gelandet ist (,,Tag up"). Erzielt ein Laufer daraufhin einen Punkt, nennt man den (gefangenen) Flugball Sacrifice Fly (wortlich ,,Opferflugball"), weil durch das ,,Opfer" des Schlagmanns (out zu sein) der Mitspieler zur Home Plate vorrucken konnte. Das out kann auch erzielt werden, wenn der mit dem Schlager nur gestreifte Ball steil hoch und dann hinter die Auslinie fliegt (foul pop). Der Ball ist dann im Foul Territory und etwaige Runner durfen nicht weiterlaufen, die Verteidigung - meist der Catcher - darf den Ball jedoch dort fangen und damit das Fly Out machen. Dabei ist schon mancher Spieler, der sich ganz lang machen wollte, uber die Barriere am Spielfeldrand den Zuschauern vor die Fusse gefallen. Nach einem erfolgreichen Fang durfen die Runner jedoch, wie bei jedem Fly Out, laufen, sofern sie ein Tag up gemacht haben. Der neue Runner ist ebenfalls out, wenn ein Feldspieler den Ball vom Boden (,,Ground Ball") aufnimmt und zum ersten Baseman wirft und dieser den Ball fangt, wahrend er das erste Base beruhrt und bevor der Batter/Runner selbst dort ankommt (Ground Out). Der Feldschiedsrichter (Field Umpire) entscheidet zwischen safe oder out. Jeder Runner, der out ist, muss das Spielfeld verlassen und wieder auf der Spielerbank ,,(Dugout)" Platz nehmen, bis er wieder neu als Batter an die Reihe kommt. Jeder Runner, der gerade keine Base beruhrt, ist auch out, wenn er von einem Feldspieler mit dem Ball selbst oder mit dem Handschuh beruhrt wird, in dem sich der Ball befindet (Tag Out). Das trifft nicht in den Fallen zu, in denen Laufer eine oder mehrere Bases vorrucken durfen, ohne Gefahr zu laufen, out gemacht zu werden. Ein haufiges Beispiel hierfur ist ein Base on Balls mit Laufern auf den Bases. Hier durfen die Laufer zur nachsten Base vorrucken und konnen dabei nicht out gemacht werden. Wird ein Runner von einem geschlagenen Ball im Fair Territory getroffen, ist er out. Dies trifft nicht zu, wenn der Ball schon an einem verteidigenden Spieler vorbeigegangen ist, der diesen Ball hatte spielen konnen. Der Batter bekommt in diesem Fall die erste Base zugesprochen. Ein Runner ist safe, wenn er eine Base erreicht, bevor die Feldmannschaft den Ball dorthin bringen kann. Er kann jederzeit versuchen, auch zwei oder drei Bases auf einmal weiter zu laufen, es darf sich allerdings hochstens ein Runner auf jeder Base befinden. Ein Runner ist auch automatisch out, wenn er einen vor ihm laufenden Runner uberholt. Ein Schlag, der gut genug ist (fest oder locker geschlagen), um den Batter aus eigener Kraft eine Base erreichen zu lassen, wird Hit genannt. Schafft es der Batter durch seinen eigenen Schlag auf die erste Base, hat er ein Single erzielt. Schafft er es zur zweiten oder dritten Base, erzielt er entsprechend ein Double beziehungsweise Triple. Ein Runner bleibt an einer Base, die er safe erreicht hat, bis ein neuer Batter zum Duell gegen den Pitcher antritt. Durch dessen Schlag konnen alle Runner dann weiter vorrucken oder sogar einen Run erzielen, in dem sie wieder sicher an der Home Plate ankommen. Schlagt ein Batter den Ball uber den Aussenzaun hinweg, so nennt man das einen Home Run. Der Batter und alle eventuell sich gerade auf den Bases befindenden Runner durfen die Bases in aller Ruhe ablaufen und je einen Run erzielen. Ein Schlagmann kann folglich mit einem Home Run maximal vier Punkte fur seine Mannschaft verbuchen, namlich fur die Runner auf der ersten, zweiten und dritten Base und fur sich selbst. Diese Maximalausbeute hat den Namen Grand Slam Homerun. Ein Home Run ist auch dann moglich, wenn der Ball das Feld nicht verlasst (ein sog. inside the park homerun). Dieser Fall ist jedoch sehr selten, weil dazu einerseits ein Batter der lauferischen Spitzenklasse (der auch ein exzellenter Kurzstreckler ware) und zudem ein Hit notig waren, bei dem sich der Ball extrem schwer unter Kontrolle bringen lasst. Meist sind dies Balle in die wirklich hinterste Ecke des Feldes, nicht zuletzt solche, die erst nach dem Auftreffen im ,,Fair Territory" ins Foul Territory rollen und damit der Regel nach live, also noch im Spiel und nicht foul sind. Oft wirken dabei auch besondere, fur die Verteidigung ungluckliche Umstande mit, etwa ein Verspringen des Balles in eine nicht zu erwartende Richtung (sogenannter ,,bad hop"). Allerdings ist nicht jeder Ball, der im Feld landet, damit auch schon ein Hit, auch wenn der Batter die erste Base erreicht. Ware der Schlag fur die Verteidigung leicht abzufangen gewesen, so spricht man von einem error (leichter Fehler), etwa wenn ein nicht sonderlich hart geschlagener Ball direkt auf einen Verteidiger (Fielder) zufliegt und dieser ihn dennoch nicht fangt. Ob ein Error - also kein Hit - vorliegt, entscheidet ubrigens keiner der Schiedsrichter (Umpire), sondern ein dafur bestellter Spielschreiber (Official Scorer). Es sollen nicht selten schon Spieler recht unglucklich mit dessen Entscheidung gewesen sein, gehen Errors doch zu Lasten ihrer Schlagstatistik (Batting Average). Auch wird kein Hit vergeben, wenn die Verteidigung den geschlagenen Ball unter Kontrolle gebracht, dann aber nicht den Batter ausmachen wollte, sondern das Out an einem vorauslaufenden Runner versucht. In diesem Fall spricht man von Fielder's Choice (Wahl des Feldspielers), da ja im Regelfall der Batter das leichtere Out ist. Anders als die Runner kann er sich nicht schon vor dem Schlag von der Base losen und hat somit einen langeren Weg zuruckzulegen. Fur den Spielstand selbst ist die Frage nach Hit oder nicht jedoch nicht von Bedeutung. - Hauptartikel: Stolen BaseEin Runner kann jederzeit versuchen, die nachste Base zu ,,stehlen", also sie zu erlaufen, auch wenn der Ball vom Batter gar nicht geschlagen wurde. Eine typische Gelegenheit ist, wenn der Pitcher seine Wurfbewegung begonnen hat. Diese darf nicht unterbrochen werden. Der Runner versucht, eher an der nachsten Base anzukommen als der Ball, der vom Pitcher zum Catcher und von da aus zu der entsprechend angelaufenen Base geworfen wird. Nicht zuletzt deshalb ist ein guter Catcher fur eine erfolgreiche Defense von grosser Bedeutung, denn er muss mogliche Spielzuge im Voraus erkennen und entscheiden, wohin der Ball am besten gespielt werden sollte, falls mehrere Gegner auf den Bases sind. Er muss erkennen, wo am leichtesten ein Out zu machen ist oder aber wo dies gerade am dringendsten benotigt wird. Naturlich muss er den Ball dann auch schnell und prazise dorthin werfen. Erfullt er seine Aufgabe, so ist es durchaus moglich, mehrere Runner in einem Spielzug out zu machen (Double Play oder, sehr selten, Triple Play). Als taktisches Mittel ist Base Stealing vor allem bei einem knappen Spielstand, besonders bei Gleichstand, interessant, dies zumal in den spaten Innings, weil so durchaus ein Spiel gewonnen werden kann, etwa wenn der starkere Teil des eigenen Batting Order noch folgt und man hoffen darf, ein Batter werde fur einen guten Hit sorgen konnen. Schafft es der Runner auf diese Weise etwa von der ersten auf die zweite Base, dann kann durchaus ein folgender langer Single genugen, um das Spiel zu gewinnen. Die verteidigende Mannschaft besteht aus 9 Spielern, jeder mit einer eigenen Position auf dem Spielfeld und teilweise verschiedenen Aufgaben. Die Position ist dabei - abgesehen von Pitcher (Werfer) und Catcher (Fanger) - nicht fest, so steht beispielsweise der 3rd Baseman in der Nahe der dritten Base, es kommt aber auf die aktuelle Spielsituation und den derzeitigen Batter (Schlagmann) an, ob er nun weiter im Infield oder Richtung Outfield orientiert ist bzw. eher rechts von der Base steht. Die Positionen und deren Aufgaben im Einzelnen:
Die Nummer, die jeder Position zugeordnet ist, dient hauptsachlich der statistischen Erfassung der Spielzuge. Hierzu zwei Beispiele:
Schiedsrichter heissen beim Baseball Umpire. Umgangssprachlich werden sie auch mit Ump oder Blue angesprochen. Letzteres ist auf die traditionell blauen Hemden der Umpire zuruckzufuhren. Ein Spiel wird in der Regel von zwei Schiedsrichtern geleitet. In den amerikanischen Profiligen sind vier Umpire (fur jede Base einen) an der Tagesordnung. Wahrend der Play-offs, also der Meisterschaftsrunde der MLB, werden sogar sechs Schiedsrichter eingesetzt, das heisst ein Schiedsrichter zusatzlich an den Foullines, um auch im Outfield auf oder um die Foulline auftreffende Balle sicher zu bewerten und die Entscheidung Fair Ball oder Foul Ball fallen zu konnen. Der Hauptschiedsrichter (Plate Umpire) steht immer hinter dem Home Plate, wo er entscheidet, ob der Pitcher einen Strike oder einen Ball geworfen hat. Obwohl der Plate Umpire im Zweifelsfall das letzte Wort hat, vergewissert er sich mitunter bei seinen Kollegen, bevor er seine Entscheidung fallt. Dies gilt beispielsweise bei der Frage, ob der Batter nur zum Schlag angesetzt hat (Checked Swing) oder ob er versucht hat, den Ball zu schlagen. Er muss ausserdem entscheiden, ob ein Runner die Home Plate sicher erreicht, also einen Run erzielt hat. Der oder die anderen Schiedsrichter arbeiten im Feld. Wenn es nur einen oder zwei Feldschiedsrichter gibt, mussen diese jeweils in die Nahe derjenigen Base laufen, an der sie die nachste Aktion erwarten und somit eine gute Position und Entfernung zum Base wichtig ist. Auf Grund der vielen zu treffenden Tatsachenentscheidungen einerseits und des sehr umfangreichen Regelwerkes mit unzahligen Sonderregelungen andererseits werden unerfahrene Umpire (vor allem in niederen deutschen Ligen) in Diskussionen verwickelt. Wahrend Proteste der Spieler und Trainer beispielsweise beim Fussball so gut wie nie zu einer nachtraglichen Anderung der Entscheidung fuhren, kann es beim Baseball (wie auch beim Football) zu einer Entscheidungsanderung kommen. Bei Protesten kann es passieren, dass die Trainer der Teams zusammen mit den Umpire und eventuell auch dem Scorer, moglicherweise auch unter Zuhilfenahme des Regelbuches, die vergangene Spielsituation rekapitulieren und im Falle der Feststellung einer offensichtlichen Fehlentscheidung am Ende vom Umpire in Chief (oder auch Crew Chief) eine andere als die ursprungliche Entscheidung getroffen wird. Ab der Saison 2014 wurde in der amerikanischen Profiliga der Videobeweis im Baseball als Letzte der vier grossen amerikanischen Sportarten (Baseball, Basketball, Football und Eishockey) eingefuhrt. Hierfur wurde in New York ein Kontrollzentrum eingerichtet, in dem ein Schiedsrichter jeweils maximal vier Spiele des Ligabetriebs gleichzeitig beobachtet und im Falle eines Einspruchs durch einen Manager eines Teams mittels Videoaufnahmen uber die Spielsituation entscheidet. Die Manager der Teams durfen bis zum 6. Inning maximal zweimal Einspruch gegen eine Tatsachenentscheidung aus einem von der Ligastelle definierten Katalog von Entscheidungen erheben (das zweite Mal nur bei erfolgreichem ersten Einspruch). In diesem Fall geht die Entscheidungsgewalt auf den Schiedsrichter im New Yorker Kontrollzentrum uber, der die Entscheidung der Feldschiedsrichter bestatigen, widerrufen oder als nicht bewertbar (nonconclusive) einordnen kann. Diese Entscheidung ist bindend und kann nicht von einem Feldschiedsrichter geandert werden. Ab dem 7. Inning obliegt die Entscheidung, ob ein Videobeweis zur Hilfe genommen wird, den Feldschiedsrichtern. Ein Scorer am Spielfeldrand protokolliert alle Aktionen und Spielzuge auf einem vorgefertigten Formular, dem Scoresheet. Das ausgefullte Scoresheet dient nicht nur als Spielbericht. Auf der Basis der Scoring-Aufzeichnungen werden zudem umfangreiche Statistiken erstellt, die Auskunft uber Spielstarke von Mannschaften und Einzelspielern geben. - Hauptartikel: Baseball (Sportgerat)Der Ball hat einen Durchmesser von etwa 7,4 Zentimetern, der Umfang muss mindestens 22,8 Zentimeter (9 inches) und darf hochstens 23,5 Zentimeter (9 1/4 inches) betragen. Das Gewicht soll nicht weniger als 141,7 Gramm (5 ounces) und nicht mehr als 148,8 Gramm (5 1/4 ounces) sein. Er ist also etwas grosser als ein Tennisball. Der Baseball ist von zwei Stucken weissem Leder umhullt, die mit roten Faden zusammengenaht sind. Er ist nicht mit Luft aufgepumpt, sein Inneres besteht aus einem Korkkern und ausserst dicht darum gewickeltem Faden. Dadurch wird der Ball sehr hart, weshalb die Schlagmanner (Batter) schon lange Schutzhelme und die Catcher und Plate Umpires stabile Schutzmasken tragen. Nicht zuletzt wegen dieser Harte des Balls kommt es manchmal zu - oft handgreiflichen - Kontroversen (Charging the Mound), wenn ein vom Pitcher geworfener Ball den Batter zum Ausweichen zwingt (Brushback Pitch) oder am Korper oder gar an Hals oder Kopf trifft (Beanball/Hit by Pitch). Da man jedem Pitcher so viel Prazision zutraut, dass er dies vermeiden kann, unterstellen die Gegner in solchen Fallen schnell Absicht (etwa Revanche wegen eines vom Pitcher gesehenen unfairen Verhaltens des Batters). Die in Profispielen verwendeten Balle - insbesondere solche, mit denen herausragende Schlage erreicht wurden - gelten als begehrte Sammelstucke. Anders als etwa im Fussball durfen in den hoheren Ligen auf die Tribune geschlagene Balle (z. B. Homeruns oder auch Foul Balls) von den Zuschauern als Souvenir behalten werden. In manchen Stadien werfen die einheimischen Fans jedoch einen Homerun-Ball des Gegners wieder auf das Feld zuruck, um ihren Unmut auszudrucken. - Hauptartikel: BaseballschlagerEin Baseballschlager besteht aus Holz oder einer Aluminium legierung. Selten sind auch Schlager aus Carbon anzutreffen. In Profiligen und in der deutschen ersten und zweiten Bundesliga durfen ausschliesslich Holzschlager verwendet werden, in den meisten anderen Amateurligen sind auch Schlager aus anderen Materialien erlaubt. In den US-amerikanischen Colleges sind Aluminiumschlager vorgeschrieben. Zum Warmschwingen wird ein Gewichtsring (Bat Weight, inoffiziell meist Doughnut genannt) oder ein ,,Batsock" (ein kurzer, schwerer Schlauch, der die gleiche Funktion wie der Doughnut hat) verwendet. Dieser wird auf den Schlager geschoben, um beim Warm-up direkt vor dem Schlagversuch ein hoheres Gewicht am Schlager zu bekommen. Er bewirkt, dass der Schlager sich ohne den Doughnut leichter anfuhlt und die Schlaggeschwindigkeit zunimmt. - Hauptartikel: BaseballhandschuhJeder Spieler der Feldmannschaft tragt zum Fielden (Aufnehmen) oder zum Fangen einen Lederhandschuh, welcher das leichte und schmerzfreie Fangen des Balles ermoglicht. Die im Infield stehenden Spieler tragen, auf Grund der Schnelligkeit im Infield, einen etwas kleineren Handschuh als die drei Outfielder. Nur der Fanghandschuh des First Baseman ist etwas grosser als jene der Anderen. Der Catcher tragt einen besonders gepolsterten Handschuh (Mitt), um die vom Pitcher teilweise sehr hart geworfenen Balle zu fangen. Der Schlagmann tragt gewohnlich ein Paar dunne Lederhandschuhe (Batting Gloves), um Blasen an den Fingern zu vermeiden, einen besseren Griff zu haben und die Vibration beim Auftreffen des Baseballs auf den Schlager zu mindern, was wiederum Schmerzen erspart. Manche Schlagmanner benutzen auch nur einen oder gar keinen Schlaghandschuh. Batter und Runner tragen Kunststoffhelme oder auch Glasfaserhelme, um vor Kopftreffern mit dem Ball geschutzt zu sein. Auf der dem Pitcher zugewandten Seite bedecken diese auch das Ohr, im Jugendbaseball sogar beide Ohren. Der Catcher tragt zusatzliche Schutzausrustung, da er hinter dem Batter in der Hocke sitzt und vor nicht getroffenen oder abgefalschten Ballen geschutzt sein muss. Seine Ausrustung besteht aus einem noch grosseren und stark gepolsterten, fingerlosen Fanghandschuh, einer Gesichtsmaske, einem Helm, einem Brustschutz, einem Genitalschutz und Knie- und Schienbeinschutzern. Helm und Gesichtsmaske konnen leicht abgeworfen werden, etwa wenn der Catcher einen Fly Ball fangen muss und dafur freie Sicht braucht. Der hinter ihm leicht in der Hocke stehende Plate Umpire ist ahnlich geschutzt, tragt aber keinen Handschuh. Ausserdem wird die Schutzbekleidung des Plate Umpire unter der Kleidung getragen. - Hauptartikel: SoftballSoftball ist eine Variante von Baseball. Dabei wird der Ball vom Pitcher nicht von oben geworfen, sondern mit einer Kreisbewegung von unten. Einige Regeln unterscheiden sich vom Baseball, das Spielprinzip ist aber identisch. Baseball wird zur Unterscheidung vom Softball manchmal auch Hardball genannt. Das Spielfeld beim Softball ist etwa ein Drittel kleiner als beim Baseball. Ebenso sind die Bases nur 60 Fuss (18,29 Meter) voneinander entfernt. Die Schlager sind meistens etwas dunner und leichter. Der Name des Spiels ist irrefuhrend: Der Ball selbst ist grosser als ein Baseball, aber genauso hart. Er kann nur wegen seiner Grosse nicht ganz so hart geworfen und geschlagen werden. In den USA wird freizeitmassig von Erwachsenen vorwiegend Softball gespielt, Baseball dagegen von Profis und mannlichen Schulern und Studenten; Frauen spielen meist Softball. Es gibt zwei Versionen von Softball, Fastpitch Softball und Slowpitch Softball. Beim Fastpitch Softball kann der Ball beliebig hart geworfen werden. Diese Variante wird ublicherweise von den Damen in Schulen und Universitaten, sowie von Damen und Herren in ambitionierten Amateurligen gespielt, auch in allen deutschen Damenligen. Damen-Fastpitch-Softball ist seit 1996 olympische Disziplin. Neben den USA (Olympiasieger 1996, 2000, 2004) gehoren Japan (Olympiasieger 2008) und Australien zu den besten Nationalteams der Welt. Slowpitch Softball ist die ,,Freizeitvariante" des Softball, bei dem der vom Pitcher geworfene Ball einen deutlichen Bogen beschreiben muss. Der Ball muss unterhalb der Gurtellinie des Werfers losgelassen werden und auf dem Weg zum Schlagmann uber Kopfhohe fliegen, er beschreibt im Flug also einen ,,hohen Bogen" - was ihn unter Umstanden schwer zu treffen macht, denn er kann wegen des Bogens sehr steil in die Schlagzone fliegen. Base Stealing und einige andere Variationen sind beim Slowpitch Softball nicht erlaubt. Slowpitch Softball wird in Deutschland meistens in Turnierform gespielt oder als organisierter Ligabetrieb in der Rhein-Main- und Rhein-Neckar-Liga. Baseballspiele haben keine Zeitbegrenzung. Es wird eine festgelegte Zahl von Spielabschnitten (Innings) gespielt. Ein Unentschieden ist nicht moglich, da bei Gleichstand nach Absolvieren der neun bzw. sieben Innings so lange einzelne Extra Innings gespielt werden, bis ein Sieger feststeht. In der japanischen Profiliga wurde dies geandert; hier kann ein Spiel nach drei Extra Innings unentschieden enden. Es ist im Baseball nicht moglich, durch besondere Spielweise eine Fuhrung ,,uber die Zeit zu retten". In der Major League Baseball (MLB) wird fur die Tabelle nur die reine Zahl der Spiele (gewonnen/verloren) gezahlt. Es ist dennoch schon mehrfach vorgekommen, dass es zum Saisonende Gleichstand zwischen zwei Clubs gab und dann noch ein One Game Playoff (Entscheidungsspiel), bzw. eine Best-of-three-Serie in der National League vor 1969, um die Teilnahme an den Play-offs ausgetragen werden musste. Bei der in der Major League Baseball aufwendig gefuhrten Statistik (Hits, Runs, Home Runs, Stolen Bases bzw. beim Pitching Strikeouts und Walks, um nur einen Teil zu nennen) ware ein Gleichstand in der Abschlusstabelle unwahrscheinlich, wurde man all dies werten, zumal bei der hohen Zahl von in der Regel 162 Spielen pro Saison. In Deutschland gibt es ,,Gnadenregeln" (Mercy Rules), nach denen bei deutlichem Vorsprung einer Mannschaft das Spiel vorzeitig beendet werden kann. Auch konnen die Landesverbande in den Ligen unterhalb der Verbandsliga die Spieldauer begrenzen - aber auch in diesem Fall muss bei Spielende ein Sieger feststehen. Baseball gilt gemeinhin als Mannschaftssport. Beim Duell gegen den Pitcher tritt ein Batter einzeln an. Seine Mitspieler konnen seine Leistung oder den Erfolg seines Einsatzes nicht beeinflussen. Aus dieser Perspektive lasst sich Baseball auch als Kombination aus Mannschafts- und Individualsport verstehen. Das Spielprinzip von Baseball baut auf dem Duell zwischen Pitcher und Batter auf. Die Ausgangs- und Randbedingungen fur diesen Zweikampf (z. B. Links- oder Rechtshander, welche Bases sind besetzt, wie viele Strikes, wie viele Balls, wie viele Outs) wiederholen sich im Laufe eines Spieles viele Male. Das erhoht die Bedeutung von strategischen Mitteln im Vergleich zu Sportarten, in denen aufgrund variabler Situationen eher intuitiv bis taktisch gehandelt wird. Daraus resultiert auch die Moglichkeit, statistische Mittel auf die Bewertung der Leistungsfahigkeit eines Spielers oder einer Mannschaft anzuwenden. Beispielsweise entspricht der Schlagdurchschnitt (Batting Average) der Zahl der gegluckten Schlage (Base Hits) dividiert durch die Zahl der Schlagversuche (At Bats). Er gilt bei ausreichend grosser Anzahl von Messungen als halbwegs aussagekraftiger Parameter zur Fahigkeit eines Batters. Neben diesen traditionellen, eher intuitiven Statistiken versucht die moderne Denkschule der Sabermetrics starker fur Sieg oder Niederlage aussagekraftige Statistiken durch mathematische Analysen zu begrunden. Typische taktische Mittel sind etwa das Einwechseln eines anderen Pitchers, wenn ein bestimmter Batter an den Schlag kommt - z. B. die Einwechslung eines linkshandigen Pitchers gegen einen linkshandigen Batter -, oder in der Offensive das Einwechseln eines Ersatzmannes als Batter (Pinch Hitter). Auch ein anderer (schnellerer) Laufer (Pinch Runner) ist oft erwunscht, etwa bei einem knappen Spielstand, um den entscheidenden Run zu machen oder eine Base zu stehlen. Herb Washington, der ausschliesslich als Pinch Runner eingesetzt wurde, bestritt auf diese Weise 131 MLB-Spiele. Hiermit bezeichnet man das bewusste Werfen von vier Balls durch den Pitcher, um nicht gegen einen Batter pitchen zu mussen, den die verteidigende Mannschaft als besonders gefahrlich einschatzt. Der Pitcher lasst damit den Batter mit Absicht zur ersten Base vorrucken, ohne ihm einen Hit zu ermoglichen. In der MLB geht der Batter direkt zur ersten Base, ohne dass ein Ball geworfen werden muss, wenn dies der Trainer der gegnerischen Mannschaft wunscht. Diese Taktik wird oft gegen Spielende und bei Punktegleichstand oder einer knappen Fuhrung eingesetzt, insbesondere dann, wenn nur noch ein oder zwei Outs notig sind, um das Inning fur die verteidigende Mannschaft zu beenden. In diesen Situationen ist es besonders wichtig, einen Punkt der gegnerischen Mannschaft zu verhindern. Mit dem Intentional Walk vermeidet der Pitcher die Konfrontation mit einem besonders starken Batter, gibt der gegnerischen Mannschaft aber durch den zusatzlichen Baserunner die Moglichkeit, bei einem nachfolgenden Hit noch mehr Runs zu erzielen. Ein Intentional Walk wird nur sehr selten eingesetzt, wenn alle Bases leer sind oder der Baserunner, der der Home Plate am nachsten ist, durch den Walk eine weitere Base vorrucken wurde, denn dadurch erhoht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die gegnerische Mannschaft bei einem darauf folgenden Hit einen Punkt erzielt. Bevorzugt wird er dagegen eingesetzt, wenn sich bereits Baserunner auf der zweiten oder dritten Base befinden, die erste Base aber unbesetzt ist. Dadurch ergibt sich fur die verteidigende Mannschaft die gute Moglichkeit fur ein Double Play, da dieses bei einer besetzten ersten Base am wahrscheinlichsten ist. Als Bunt bezeichnet man eine spezielle Schlagtechnik. Dies ist - fast nur - ein ,,Wegschieben" des Balls, wobei der Batter blitzschnell die typische Schlaghaltung aufgibt und den Schlager in eine Schraghaltung bringt, um den Ball fast nur ,,abtropfen" zu lassen. Der Ball bleibt dabei meist im Infield. Andererseits gehort es zur Taktik der Defensive, in Situationen, die nach einem Bunt-Versuch ,,riechen", sehr eng zum Infield hin aufzurucken, um den Ball moglichst schnell aufzunehmen und um die Laufwege zu verkurzen. Fur den Batter ist der Versuch eines Bunts ein Risiko, wenn er bereits zwei Strikes hinnehmen musste. Ein Bunt, der im Foul territory landet, zahlt im Gegensatz zu einem normal geschlagenen Foul immer als Strike. Ziel des Bunt als Spielzug ist es, in knappen Situationen (etwa Gleichstand im achten oder neunten Inning) mit allen Mitteln einen Run zu erzielen oder wenigstens wesentlich vorzubereiten. Mit dem Bunt geht es vor allem darum, den Ball an eine Stelle zu befordern, wo es fur die Gegner gerade lange genug dauert, ihn aufzunehmen und gegebenenfalls weiterzugeben, damit die eigenen Runner eine Base aufrucken konnen. Sehr haufig ist dabei der Sacrifice Bunt, weil der Batter zwar wie ublich versucht, die erste Base zu erreichen, was ihm bei dem eben typischerweise kurz angelegten Ball oft nicht gelingt, da dieser doch recht schnell dorthin kommt und so dort ein out gemacht werden kann. Hat einer seiner Mitspieler unterdessen als Runner die nachste Base besetzt, ist der Zweck des Sacrifice erreicht. Der Batter hat sich also fur die bessere Position seiner Mannschaftskameraden ,,geopfert". In manchen Fallen wird der Suicide Squeeze angewandt. Dies bedeutet, dass der Laufer aus dem Lead der dritten Base mit der Pitchbewegung in Richtung Homeplate loslauft - also noch bevor der Ball die Wurfhand des Pitchers verlassen hat. Der Batter muss nun mit aller Gewalt versuchen, den Ball ins Feld zu befordern, damit der Run zahlt - auch wenn der Pitch weit an der Strike Zone vorbeigeht, wird er versuchen, diesen noch irgendwie zu treffen. In den meisten Fallen versucht der Batter den Ball zu bunten. Gelingt es dem Batter nicht, den Ball ins Feld zu befordern, hat man in einer ,,Selbstmordaktion" gewissermassen seinen Runner geopfert, da der Catcher nun einfach den Runner mit dem Ball beruhren muss, bevor dieser die Homeplate erreicht. Bei einem Safety Squeeze beginnt der Runner aus dem Lead der dritten Base erst nach dem Bunt in Richtung Homeplate loszulaufen. Meistens wartet er, bis er Gewissheit hat, dass der Ball in einer Region ist, die es der Defense schwierig macht, das out an der Home Plate zu erreichen. Mit wenigen Ausnahmen gibt es im Baseball keine Strafen. Im Falle regelwidriger Handlungen eines Spielers lassen die Schiedsrichter meist das Spiel von der Situation aus wieder aufnehmen, die ohne regelwidrige Handlungen herbeigefuhrt worden ware. Fouls (nicht Foul Balls, sondern Fouls im Sinne von gezielt eingesetzten, regelwidrigen Unsportlichkeiten) sind im Baseball recht selten. Dennoch kommt es in Begegnungen nicht selten zu Diskussionen, bei denen einzelnen Spielern vorgeworfen wird, sich unsportlich verhalten zu haben. Obwohl Baseball prinzipiell ein korperkontaktloser Sport ist, geben Situationen, bei denen sich Gegenspieler rempeln oder behindern, Anlass zu Auseinandersetzungen. Hierzu zwei typische Szenarien:
Man kann sich leicht vorstellen, dass bei beiden Situationen der Unterschied zwischen einem fairen und einem ubertriebenen Einsatz - oder sogar bewussten Attackieren - nicht immer einfach ist. Bei grob regelwidrigem Verhalten kann ein Spieler vom Feld gestellt werden (Ejection). Verweise vom Feld bzw. aus dem Spiel konnen auch gegen Spieler auf der Bank oder gegen Trainer bzw. Manager ausgesprochen werden, die sich unsportlich verhalten (z. B. Beleidigungen oder Pobeln). Die Umpire konnen auch Pitcher des Feldes verweisen, die entweder ihrer Ansicht nach absichtlich oder im Laufe des Spiels haufiger Batter abgeworfen haben. Das Treffen des Batters mit dem Ball durch den Pitcher wird als Hit by Pitch bezeichnet. In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen: Situation in Osterreich und in der (mehrsprachigen) Schweiz; mal steht "deutschsprachige Lander", mal steht "Deutschland": Gibt es da also Unterschiede zwischen deutschsprachigen Landern? Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfugst.Baseball hat, wie jede andere Sportart, eine eigene Terminologie. Praktisch alle Fachbegriffe stammen aus dem Ursprungsland USA und werden in deutschsprachigen Landern unverandert verwendet. Einzelne Versuche, Fachbegriffe einzudeutschen, schlugen fehl. Heute ist die starke Anglifizierung der Baseball-Sprache in Deutschland grundsatzlich akzeptiert. In anderen Landern wie den Niederlanden oder Frankreich haben Begriffe in der Landessprache die englischen weitgehend ersetzt. In seinem Herkunftsland USA hat Baseball durch seine Historie die englische Alltagssprache beeinflusst, so dass heute einige Fachbegriffe in anderem Kontext verwendet werden. to touch base bedeutet so viel wie kurzen Kontakt aufnehmen, to throw someone a curve ball bedeutet jemanden auf dem falschen Fuss erwischen, wohingegen ein ,,soft ball" eine (beabsichtigt) einfache Frage ist und to go to bat heisst (in entsprechendem Zusammenhang) sich einsetzen, etwas bewegen, auch to go to bat for someone: jemandem helfen; sich fur ihn einsetzen. Auch diverse Lebensweisheiten werden oft mit Baseballausdrucken formuliert; keep your eye on the ball bedeutet beispielsweise lass dich nicht ablenken. In Kalifornien und einigen anderen US-Bundesstaaten gibt es seit Mitte der 1990er Jahre eine Gesetzgebung unter dem Motto ,, three strikes and you're out", die den Richtern bei jedem zum dritten Mal straffallig gewordenen Tater die Verhangung einer lebenslangen Freiheitsstrafe zwingend vorschreibt, auch wenn es sich um kleinere Delikte handelt. Baseball hatte in den USA bis in die 1970er Jahre eine so hohe Popularitat gegenuber American Football und Basketball, dass mit den generischen Begriffen Ballplayer, Ballgame und Ballpark auch heute noch ein Baseballspieler, ein Baseballspiel bzw. ein Baseballstadion bezeichnet wird. Baseball kommt in der amerikanischen Jugendsprache eine ganz besondere Rolle als Grundlage von Metaphern fur romantische und sexuelle Aktivitat zu. Dabei wird der Grad der Aktivitat durch Bezuge auf die Bases im Baseball zum Ausdruck gebracht. So redet man zum Beispiel davon, mit dem Partner auf der ,,First Base" gewesen zu sein, wenn man sich gekusst hat, ,,Second Base" steht in der Regel fur intensives Beruhren des Korpers und ,,Third Base" fur Oralverkehr, wahrend das Erreichen der ,,Fourth Base" oder ein ,,Homerun" fur vollzogenen Geschlechtsverkehr steht. Diese Metaphern sind in Amerika so weit verbreitet, dass sie allgemein verstandlich sind, durch ihre harmlose, quasi-euphemistische Natur dabei aber problemlos ,aussprechbar' bleiben. Die Anspielungen werden deswegen auch in Schulen zur Sexualerziehung eingesetzt. Heute sind knapp 30.000 Spieler in Deutschland aktiv. Der Deutsche Baseball und Softball Verband organisiert mit seinen Landesverbanden den Spielbetrieb in verschiedenen Ligen: Baseball Herren:
Softball Damen:
In Europa wird mit dem hierzulande im Sportbetrieb allgemein ublichen Auf- und Abstieg gespielt, wahrend dieses in den USA praktisch unbekannt ist. Siehe auch: Liste der deutschen Nachwuchs-BaseballmeisterHinzu kommen Nachwuchsligen in den Altersklassen (Klein-)Kinder (B-Ball) (3-6 Jahre), Kinder (T-Ball) (4-8 Jahre), Schuler (9-12 Jahre), Jugend (13-15 Jahre) und Junioren (16-18 Jahre). Im Softball gibt es die Altersklassen der Kinder (5-9 Jahre), Schulerinnen (10-13 Jahre), Jugend (14-16 Jahre) und Juniorinnen (17-19 Jahre). Parallel zum Ligabetrieb wurde von 1993 bis 2006 der DBV-Pokal ausgespielt. In diesem im K.-o.-System ausgetragenen Wettbewerb wurde der Pokalsieger ermittelt. Qualifiziert waren jeweils die Gewinner der Pokalwettbewerbe der Landesverbande. Nach einem massiven Wachstum wahrend der 1990er Jahre ist die quantitative Entwicklung des Baseball in Deutschland seit etwa 2004 rucklaufig. Die Mehrzahl der deutschen Baseball-Vereine besitzen keine stabilen Fuhrungs- und Mitgliederstrukturen. Sie sind von einem oder wenigen engagierten Ehrenamtlichen abhangig und nach deren Weggang haufig in ihrer Existenz gefahrdet. Ebenso kann der Abstieg einer Mannschaft die Existenz eines gesamten Vereins gefahrden. In den landesweiten Massenmedien ist deutscher Baseball praktisch nicht prasent. Der Versuch, eine deutsche Baseball-Liga durchgangig im Fernsehen zu prasentieren (1990 durch den DSF-Vorganger Tele 5), schlug fehl. Dies lag unter anderem auch daran, dass Baseball grundsatzlich nur mit hohem Aufwand fernsehgerecht einzufangen ist (Zahl der Kameras etc.). Spiele der amerikanischen Profiligen (National und American League bilden zusammen die Major League Baseball) wurden aber von einigen Bezahlfernsehsendern angeboten. Eine sehr ausfuhrliche Berichterstattung, auch mit Live-Spielen, bot in Deutschland der Sender ESPN America. Seit dessen Einstellung berichtet der Bezahlsender Sport1 US uber die Major League Baseball und zeigt ein bis zwei Spiele pro Woche live. Zusatzlich kann man mit einem Abonnement des Streamingdienstes mlb.tv samtliche Spiele der amerikanischen Profivereine live empfangen. Aufgrund der mangelnden Medienprasenz ist das Interesse von moglichen Sponsoren in der Regel gering und meist regional beschrankt. In vielen Fallen von finanzieller Unterstutzung rechnen Unternehmen nicht mit einer Werbewirkung, es handelt sich daher eher um Mazenentum. Qualitativ entwickelt sich der Baseball-Sport in Deutschland stetig weiter. Die jungsten Erfolge bei europaischen Meisterschaften (insbesondere in der Jugend) zeigen die steigende Leistungsfahigkeit des deutschen Baseball. 2019 konnte mit den Heidenheim Heidekopfe erstmals eine deutsche Mannschaft den CEB Cup (vergleichbar mit der Europaleague im Fussball) gewinnen. Im selben Jahr gewann die U 15-Nationalmannschaft zum dritten Mal in Folge die Junioren-EM, wahrend die U 23-Nationalmannschaft Vizeeuropameister wurde. - Hauptartikel: Baseball in OsterreichHeute sind knapp 3000 Spieler in Osterreich aktiv. Die Austrian Baseball Federation (ABF) organisiert mit seinen Landesverbanden den Spielbetrieb in verschiedenen Ligen: Baseball Herren:
Softball Damen:
Hinzu kommen noch diverse Nachwuchsligen in den Altersklassen Junioren (16-18 Jahre), Jugend (14-16 Jahre), Pony (12-14), Schuler (10-12 Jahre) und Kinder (6-10 Jahre), sowie die Osterreichischen Nachwuchsmeisterschaften (Junioren, Jugend, Schuler, Kinder). Einige Teams aus der Slowakei und Ungarn nehmen an den Nachwuchsmeisterschaften der Ostliga teil. Der Schweizerische Baseball- und Softball-Verband (SBSV) wurde am 26. Juli 1981 gegrundet, seit dem 19. Januar 2008 nennt er sich Swiss Baseball and Softball Federation (SBSF) mit Sitz in Therwil BL. Der Verband organisiert die folgenden Ligen: Baseball Herren:
Softball Damen:
Jugend/Junioren:
Baseball gilt nicht nur in den USA als Nationalsport, sondern auch in vielen lateinamerikanischen und ostasiatischen Landern wie Mexiko, Kuba, der Dominikanischen Republik, Venezuela, Puerto Rico, Nicaragua, Panama, Japan, Sudkorea, den Philippinen und Taiwan. In Europa gab es in den letzten 20 Jahren eine beachtliche Entwicklung. Professionelle Ligen gibt es in Italien seit 1948 und den Niederlanden seit 1922. In Finnland gibt es seit 1922 eine Variante des Baseball ,, Pesapallo" genannt. Pesapallo wird auch von Frauen gespielt. - Hauptartikel: Major League BaseballIm Sport der Vereinigten Staaten hat der einst alles beherrschende Baseball nach dem Zweiten Weltkrieg allmahlich immer mehr Zuschauer an American Football und in den letzten Jahrzehnten auch an Basketball verloren und wurde in den 1970er Jahren durch American Football von der Spitzenposition auf den zweiten Platz verdrangt. Die durch wiederholte Streiks erkampften extremen Spielergehalter sowie undurchsichtige Deals und Ligenumstrukturierungen der Klubbesitzer haben dem Ansehen des Baseballs in den 1990er Jahren sehr geschadet. Der Sport hat aber immer noch eine grosse und treue Fanbasis und eine tiefe Verankerung in der US-amerikanischen Kultur. Das gemeinsame Baseballspielen oder -schauen gilt weithin immer noch als das Vater-Sohn-Erlebnis schlechthin und als America's Favorite Pastime, Amerikas liebste Freizeitbeschaftigung. In der Saison 2019 besuchten knapp 68,5 Millionen Zuschauer die Spiele der Major League Baseball, kurz MLB, so viele wie in keiner anderen Sportliga der Welt. Dies liegt vor allem der hohen Anzahl der Spiele (162 Spiele in der regularen Saison) und dem gunstigen Terminplan zugrunde. Die Saison wird hauptsachlich im Sommer ausgetragen und somit steht Baseball nicht mit den anderen grossen Sportligen NFL, NBA, und NHL in Konkurrenz. Dennoch hat die Liga mit einem stetigen Zuschauerschwund zu kampfen. Seit 2015 ist der Zuschauerschnitt um 7,14 Prozent bzw. 5,2 Millionen Fans gesunken. Nach Gesamtzuschauerzahlen ist die Major League Baseball immer noch die meistbesuchte Sportliga der Welt, auch wenn die Zuschauerzahlen pro Spiel inzwischen von mehreren anderen Sportarten (so der NFL, aber auch der deutschen Fussball-Bundesliga) uberboten werden. Die bekanntesten Profiligen in den USA werden von der MLB organisiert. Diese teilt sich auf in die American League und die National League. Unterhalb dieser Ligen befinden sich die Minor Leagues, ebenfalls Profiligen, deren Teams mit je einem Major-League-Team eng assoziiert sind und ihnen als Nachwuchsligen fur ihre Talente dienen. Daneben gibt es noch unabhangige Ligen, in denen professionell Baseball gespielt wird. Die Teams bestehen aus Profis, die in einem MLB-Team keinen Vertrag mehr bekommen haben, entlassenen Minor-League-Spieler, oder ehemaligen College-Spielern, die im MLB Draft nicht ausgewahlt wurden. Ahnlich wie bei anderen Sportarten in den USA wird Amateur-Baseball hauptsachlich von Schulen und Universitaten betrieben. Im Vergleich zu American Football oder Basketball hat der College-Baseball eine geringe Popularitat. Oft werden die besten High-School-Spieler direkt von den professionellen Teams verpflichtet, was die Qualitat der College-Ligen beeintrachtigt. Ein weiterer Grund ist, dass selbst die besten College-Talente es nicht direkt in die MLB schaffen, sondern zumeist mehrere Jahre in den Minor Leagues entwickelt werden. Der Jugendbereich wird von mehreren Organisationen abgedeckt. Die bekannteste ist die Little League. Hier spielen Jungen und Madchen zwischen 5 und 18 Jahren in sechs Altersklassen Softball und Baseball. Dabei wird haufig mit angepassten Regeln gespielt, so etwa auf kleineren Feldern und mit weniger Korperkontakt. - Hauptartikel: Baseball in JapanIn Japan wurde der Baseball 1872 durch den Englischprofessor Horace Wilson eingefuhrt. Um die Jahrhundertwende begann mit der Verbreitung an den Universitaten der Aufstieg des Baseball zum Nationalsport - neben Sumo und, in jungerer Zeit, Fussball. In den 1920er Jahren begann der professionelle Ligabetrieb, daneben werden seit 1915 zweimal im Jahr Oberschulturniere im Koshien ausgetragen, die nationale Aufmerksamkeit erhalten. - Hauptartikel: Baseball in MexikoBaseball ist eine sehr beliebte Sportart in Mexiko. Obwohl die Ursprunge des Sports in Mexiko zwischen den 1870er und 1890er Jahren liegen, wurde die erste Profiliga erst 1925 gegrundet, die Liga Mexicana de Beisbol (LMB). 2009 spielte die Liga mit 16 Mannschaften in zwei Divisionen. Eine weitere Profiliga, die Liga Mexicana del Pacifico (LMP) wurde 1945 gegrundet. Daruber hinaus gibt es viele regionale Ligen, die als Talentsichtung und -forderung fur die Profiligen dienen. - Hauptartikel: Baseball in KubaDas nationale kubanische System des Baseball besteht nicht aus einer einzelnen Liga, sondern es ist ein Uberbau verschiedener Ligen und Serien unter dem Dach der Kubanischen Baseballfoderation. Die Foderation organisiert die nationalen Meisterschaften und die Auswahl fur die kubanische Baseballnationalmannschaft. - Hauptartikel: Baseball bei den Olympischen SpielenBaseball ist eine olympische Sportart und war von 1992 bis 2008 - jeweils gemeinsam mit Softball - im Programm der Olympischen Spiele. Die weltbesten Spieler nehmen jedoch nicht an den olympischen Turnieren teil, da die Profiligen bisher nicht bereit sind, dafur ihren Spielbetrieb zu unterbrechen. Beim Baseball ist, im Gegensatz zu den meisten anderen Teamsportarten, eine im Fruhling beginnende und im Herbst endende Saison ohne Sommerpause ublich, sodass sich Olympia nur schlecht einfugt. Dopingskandale beim US-Profibaseball und eine als allzu lax empfundene Haltung der Ligabosse zu diesem Problem schaden zudem dem internationalen Ruf der Sportart. So entschied das IOC am 8. Juli 2005, dass Baseball und auch Softball weiterhin gemass Artikel 46 der Olympischen Charta ,,olympische Sportart" bleiben, aber 2012 in London nicht ausgetragen werden. Damit sind Baseball und Softball die ersten aus dem Programm gestrichenen Sportarten seit 1936, als Polo gestrichen wurde. Diese Entscheidung war vor allem gedacht, um Platz zu schaffen fur neue Sportarten (u. a. Rugby, Golf, Karate und Squash), allerdings fand dann keine dieser Sportarten die notige Mehrheit. 2008 in Peking gab es noch ein olympisches Baseball- bzw. Softballturnier, bei der IOC-Sitzung 2009 wurde der Antrag auf Wiederaufnahme ins Programm fur die Olympischen Sommerspiele 2016 jedoch abgelehnt. Am 3. August 2016 beschloss das IOC, Baseball fur die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio wieder ins Programm zu nehmen. Die Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris finden wieder ohne Baseball statt. Bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles steht Baseball dagegen wieder auf dem Programm. - Hauptartikel: Baseball-Weltmeisterschaft und World Baseball ClassicDie International Baseball Federation (IBAF) arbeitete seit 2003 mit der MLB daran, zukunftig eine echte Weltmeisterschaft fur Nationalmannschaften nach dem Vorbild der Fussball-Weltmeisterschaft zu veranstalten, zu der dann wirklich die besten Spieler jedes Landes kommen sollen. Diese sollte zum ersten Mal 2006 oder 2007 und danach mindestens alle vier Jahre stattfinden, jeweils etwa zwei Wochen dauern und Nationalmannschaften von allen Kontinenten umfassen. Um den Ligabetrieb nicht unterbrechen zu mussen, soll sie jeweils im Marz in einer zu dieser Jahreszeit ausreichend warmen Region stattfinden. Das erste Turnier sollte in den USA abgehalten werden, wobei dann nur in Stadien gespielt wurde, die entweder im sudlichen Teil der USA liegen oder uberdacht sind. Aus finanziellen und organisatorischen Grunden musste man aber von einer in einem einzigen Land stattfindenden Meisterschaft abrucken. Von 3. bis 20. Marz 2006 fand in Tokio (Japan), San Juan (Puerto Rico), Orlando, Phoenix, Anaheim und San Diego (Vereinigte Staaten) zum ersten Mal die von der MLB ausgerichtete World Baseball Classic statt, aus dem die Mannschaft Japans als Sieger hervorging. Auch die zweite Auflage dieser Veranstaltung im Jahre 2009 konnte die Mannschaft aus Japan fur sich entscheiden. Die dritte ,,World Baseball Classic"-Weltmeisterschaft fand im Marz 2013 statt. - Hauptartikel: Baseball-EuropameisterschaftEuropameisterschaften im Baseball werden seit 1954 ausgetragen und vom europaischen Baseball-Dachverband CEB ausgerichtet. 2007 diente die EM gleichzeitig als Olympiaqualifikation der europaischen Teams fur Peking 2008. Die letzte Europameisterschaft wurde 2019 in Bonn und Solingen ausgetragen. Die Niederlande konnte ihren Titel verteidigen. Mit zwei Ausnahmen wurden alle bisherigen Europameisterschaften von den Teams aus den Niederlanden und aus Italien gewonnen. - Hauptartikel: Geschichte des BaseballIn England ist erstmals 1744 ein Spiel unter dem Namen base ball, das sich wahrscheinlich aus Vorlaufern des Cricket entwickelt hat, belegt. Die weitverbreitete These, es habe sich aus dem englischen Spiel Rounders entwickelt, ist mittlerweile widerlegt. Der erste dokumentiert gegrundete Verein in den USA waren die New York Knickerbockers 1845. Das erste Profi-Team, die Cincinnati Red Stockings, wurde am 1. Juni 1869 gegrundet. In New York wurde 1876 die National League von Teams aus Cincinnati, Chicago, Boston, St. Louis, Hartford, Louisville, New York und Philadelphia gegrundet. In den ersten Jahren des Profibetriebs gab es noch eine ganze Reihe anderer, kurzlebiger Ligen. 1901 wurde dann die American League gegrundet, zunachst als Konkurrenz. Beide Ligen gelten bis heute als die Major Leagues. Die grossten Helden der Major Leagues werden in der Baseball Hall of Fame geehrt, die sich in Cooperstown im Bundesstaat New York befindet. Seit 1903 kooperierten die beiden Ligen und tragen jahrlich als Finale die World Series aus. Die alteste Beschreibung des Spiels findet sich bei Johann Christoph Friedrich GutsMuths aus dem Jahr 1796. Das erste offizielle Baseballspiel auf deutschem Boden fand bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin statt. Damals verfolgte die grosste und bis jetzt nicht einmal mehr annahernd erreichte Rekordkulisse von mehr als 90.000 Zuschauern ein Demonstrationsspiel zwischen zwei US-Teams im Berliner Olympiastadion. Begunstigt durch die Anwesenheit US-amerikanischer Truppen in Deutschland entwickelte sich in den 1950er Jahren eine deutsche Baseball-Gemeinde. In den Jahren nach 1968 kam der Baseballsport in Deutschland praktisch zum Erliegen und fand nur in einer deutsch-amerikanischen Liga statt, in der High-School- und Armeemannschaften spielten. Erst in den fruhen 1980ern entwickelte sich der Sport wieder. 1982 wurde wieder eine deutsche Meisterschaft eingefuhrt. Der deutschen Nationalmannschaft gelang es zwischen 1989 und 2005 nicht, sich dauerhaft in der europaischen Elite festzusetzen: Sie pendelte mehrmals zwischen A- und B-Pool hin und her. Im Jahr 2005 erreichte das Team allerdings den vierten Platz bei der EM und konnte sich damit erstmals nach dreissig Jahren fur eine Weltmeisterschaft (im Jahre 2007) qualifizieren, wo mit einem Erfolg gegen Thailand (2:0) auch der erste Sieg bei einer WM gelang. 2007 konnte der 4. Platz bei der EM wiederholt werden, wodurch auch die erneute Qualifikation fur die WM (2009) erreicht wurde. 2010 wurde bei der EM im eigenen Land sogar der dritte Platz erreicht. Baseball wird in der Schweiz seit 1980 gespielt. Im Sommer 1980 begann sich eine Gruppe von Gleichgesinnten regelmassig zum Baseball auf der Zurcher Allmend zu treffen. Trainiert wurde auf der Anlage der Hammerwerfer, deren Netz diente gleich als Backstop. Ein Dodge Challenger, fahrbarer Untersatz eines Mitglieds, verlieh der Gruppe den Namen Challengers. Im November verabredeten sich die Challengers mit einer Gruppe, die sich White Sox nannte, in Reussbuhl LU zum ersten Baseballspiel in der Schweiz. Das Spiel musste jedoch vorzeitig abgebrochen werden. Nicht etwa wegen einsetzenden Schneefalls: Die Balle gingen aus. Am 5. Dezember 1980 wurde mit dem Challengers Baseball Club offiziell der erste Baseballverein in Zurich gegrundet. Dessen Exponenten waren im folgenden Jahr auch an der Grundung des Schweizerischen Baseball und Softball Verbandes (SBSV) beteiligt. Die Challengers gewannen anlasslich der Premiere des nationalen Championats 1982 den Schweizer Meistertitel. Als angeblich genuin US-amerikanische Sportart hat Baseball, das auch mit Begriffen wie Unschuld und Idylle verbunden wurde, auch Eingang in das Werk zahlreicher US-amerikanischer Schriftsteller gefunden, wie z. B. um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und in der ersten Halfte des 20. Jahrhunderts Ring Lardner, Charles E. Van Loan, Gerald Beaumont oder Damon Runyon, die auch fur Blatter wie die Saturday Evening Post entsprechende Kurzgeschichten verfassten. In neuerer Zeit haben Bernard Malamud, Robert Coover, John Grisham, Chad Harbach oder Philip Roth daruber geschrieben. Teilweise werden in diesen Werken auch Auswuchse wie Bestechungsskandale oder exzessiver Starkult thematisiert. Stephen King bezeichnet in seiner Kurzgeschichte Pin Up (unter dem Namen Shawshank Redemption verfilmt) Baseball als den einzigen Sport, an dem auch Gott gefallen finden wurde. In vielen Baseballspielen findet in der Mitte des siebten Innings ein Seventh-inning stretch statt, in dem die Zuschauer sich fur ca. zehn Minuten strecken konnen. Traditionell wird hierbei das Lied Take Me Out to the Ball Game gesungen. Portal: Baseball - Ubersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Baseball
Infield: Pitcher (1 / P) | Catcher (2 / C) | First Baseman (3 / 1B) | Second Baseman (4 / 2B) | Third Baseman (5 / 3B) | Shortstop (6 / SS) Outfield: Left Fielder (7 / LF) | Center Fielder (8 / CF) | Right Fielder (9 / RF) Besonderes: Designated Hitter (DH) | Pinch Hitter (PH) | Pinch Runner (PR) Dieser Artikel wurde am 6. Februar 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen. Normdaten (Sachbegriff): GND: 4144091-2 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS) | LCCN: sh85012026 | NDL: 00574218
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